Tschüss Januar!


Tschüss Januar! Mein Monatsrücklick auf die ersten einunddreißig Tage des neuen Jahres mit Lieblingslinks, Lieblingsnachrichten, Lieblingsfilmen, Lieblingsserien, Lieblingsrezepten und vielem mehr ... Welcome 2021!

War das der Probemonat?

In den ersten Tagen des neuen Jahres habe ich noch launig gefragt, bis wann ich den Probemonat für 2021 kündigen müsse, um nicht in einem Drückerbanden-Zwölfmonatsabo festzukleben. Aber dann war es leider nicht möglich, auf ein gemütliches ... sagen wir ... neunzehnhundertvierundneunzig(?) downzugraden und 2020 wollte ich nicht zurück, auf keinen Fall. Also versuche ich es jetzt halt mit diesem neuen Jahr und bisher läuft es auch ganz gut zwischen uns. Vielleicht können 2021 und ich uns wirklich aneinander gewöhnen, wer weiß. Es sind seltsame Zeiten, da muss man zusammenrücken, Jahre und Menschen. 

Zweimal schöne Nachrichten

  1. Der Meerrettich ist die Heilpflanze des Jahres 2021! Wooop, das gefällt mir! Ich. liebe. Meerrettichsehr!. Als Nahrungsergänzung hat der Meerrettich eine lange Geschichte. Um die Vitaminmangelkrankheit Skorbut zu vermeiden, nahmen in früheren Jahren Seeleute bei längeren Schiffsreisen Meerrettich mit an Bord. Woher der Name stammt, ist nicht eindeutig gesichert. Eine Theorie sagt, der Name käme von „Mähre“, eine alte Bezeichnung für ein in die Jahre gekommenes Pferd. Solchen Tieren gab man zur Stärkung gerne den Meerrettich. Im Englischen heißt der Meerrettich „horseradish“ (horse = Pferd; radish = Rettich).
  2. Bildquelle Pixabay CC0
  3. Damit auch schwarze Tiere aus den Tierheimen adoptiert werden, haben sich in Berlin jetzt Schornsteinfeger mit den Tieren ablichten lassen. Oft werden schwarze Tiere aufgrund von Aberglauben nicht adoptiert, weil sie angeblich Pech bringen sollen. Der Deutsche Tierschutzbund hatte im Oktober 2020 darauf hingewiesen, dass mehr als die Hälfte der Tierheime schwarze Hunde und Katzen schwerer vermittelt als andersfarbige Artgenossen. Dazu wurden mehr als 300 Tierheime in Deutschland befragt. Schornsteinfeger hingegen sind ein Mythos für Glück. Aus diesem Grund haben sich die Berliner Schornsteinfeger mit schwarzen Tiere für einen Kalender fotografieren lassen. Ich würde den kleinen Scheißer da sofort nehmen!


Kultur

Nun, Kino und Bühnenprogramm gibt's weiterhin nicht. Ich könnte höchstens notieren, wo ich überall NICHT war und welche Konzertkarten hier herumhängen und leise vor sich hinfaulen. Aber dann werde ich nur nölig und das will ja niemand. Also kommen hier erwähnenswerte Streams der letzten Wochen. Und um Missverständnisse auszuschließen – ich habe diese Serien nicht alle im Januar gesehen, ich habe sie lediglich abgeschlossen. Ist ja nicht so, als hätte ich den ganzen Tag nichts anderes zu tun. 

Serien

In der dritten Wiederholung und derzeit mitten in der zweiten Staffel: Die Sopranos. Dieses Urgestein der Serien; die, an der sich seitdem alle anderen Sereien messen lassen müssen und ausschließlich Breaking Bad besteht. (Sky Ticket) / "Fast wie im richtigen Leben" – FAZ)

Lupin. Ein sehr charmanter Spaß, der sein Pulver ab der dritten Folge leider verschießt und dann leicht bemüht wirkt. Trotzdem gerne gesehen und Omar Sy, bitte. Noch Fragen? Ja, sehenswert! (Netflix / FAZ) 

Nochmal Killing Eve. Aber dann doch in der dritten Staffel kurz vor Ende ausgestiegen. Wobei "ausgestiegen" gar nicht so richtig stimmt. Es war kein "so, jetzt höre ich aber auf", sondern ein einfach nicht mehr weitergucken. Ach, schade eigentlich, ich habe die schurkische, soziopathische, narzististische Villanelle so geliebt! Für die ersten beiden Staffeln weiterhin eine ganz dicke Empfehlung, mit der dritten ... das müsst ihr selbst wissen, vielleicht gefällt sie euch ja besser als mir. (starzplay über amazon prime)

Aber jetzt kommen drei Klopper! 

  1. Des mit David Tennant. Die dreiteilige, britische Miniserie der BBC basiert auf der Geschichte um die Verhaftung des schottischen Serienmörders Dennis Nilsen im Jahr 1983. Wirklich großartig! David Tennant! Oh wow! Habt ihr eigentlich "Good Omens" gesehen?❤ (starzplay über amazon prime)
  2. Trust. Zehnteilige Miniserie von Danny Boyle über die Entführung des 16-jährigen Milliardenerben John Paul Getty im Jahr 1973. Mit einem fazinierend ekelhaft-abstoßend aufspielenden Donald Sutherland und zusätzlich auch weitaus facettenreicher erzählt, als der nicht nur durch das Herausschreiben von Kevin Spacey ziemlich misslungene Film "Alles Geld der Welt" von Ridley Scott. (starzplay über amazon prime)
  3. White House Farm Murders. Auch diese (Mini-)Serie basiert auf wahren Ereignissen. Es geht um den brutalen Mord an drei Generationen einer Familie in ihrem Farmhaus. Unter Verdacht gerät schnell eine der Töchter, die als psychisch labil gilt. Einem engagierten Detective kamen Zweifel und gegen alle Widerstände in der eingen Behörde ermittelte er weiter und präsentierte einen anderen möglichen Täter, der seinen Vorgesetzten so gar nicht ins Konzept passte. Großartig gespielt und eine Story mit Gänsehaut-Charakter! (starzplay über amazon prime).

Filme

The Awakening. Jo. Ich steh' auf wohligen Grusel. Aber dann sollte es mich auch gruseln. The Awakening macht immer nur Grusel-Versprechungen und so wirklich Unheimliches, in Form von jump-out-of-your-seat-moments passiert dann leider nicht. 1921: England ist nach dem Ersten Weltkrieg von Verlust und Trauer gezeichnet. Viele Menschen glauben übernatürliche Phänomene wahrzunehmen. Die Wissenschaftlerin Florence Cathcart, deren Verlobter im Krieg gefallen ist, hat es sich zum Ziel gesetzt, diese Phänomene als Tricks und Betrügereien zu entlarven. Schön anzusehen, keine Frage, aber eine Spur zu betulich. Taugt gut für einen gemütlichen Sonntagnachmittag mit Decke und schnurrendem Kater auf der Couch. (amazon prime)

The Room (2019 von Christian Volckmann) Jahreszahl und Regisseur sind wichtig, weil es viele (schlechte) Filme gleichen Namens gibt. Das hier ist ein fieser kleiner Reisser, der Spaß macht, wenn man die Logiklöcher beiseite schiebt. Ein Paar entdeckt im neu erworbenen, geheimnisumwitterten Haus (Villa), einen geheimen Raum, der alle materiellen Wünsche wahr werden lässt. Champagner? Zack. Perlenkette, tonnenweise Bargeld? Zack. Das Leben der beiden wird zu Party, bis die Frau, traumatisiert von zwei Fehlgeburten, dem Raum ihren Wunsch nach einem Kind anträgt. (amazon prime)

Lieblingswiederholungen in diesem Monat waren "Es war einmal in Amerika" und "Philadelphia".

Aus den Blogs

Ich danke dem Pestarzt an dieser Stelle fürs wohlwollende Nachkochen und beständige Hinterhersaufen. Der Mann weiß, wie man mit Käse in Kürbis umgeht und wozu der ganze Wein in meinem Ochsenbackenrezepten eigentlich da ist. Außerdem hat er mich auf einen meiner Lieblingslinks des Monats geschubst, aber davon weiter unten ... 

Anke Gröner backt Crêpes Suzette – goldgelb-göttlich! Und hat mich damit daran erinnert, dass ich in meiner Ausbildung zur Hotelfachfrau, während meiner Monate im Service, genau diese Crêpes noch "am Gast" zubereiten musste. Und ich weiß noch, wie ich mir in die Hose geschissen habe, wegen der Flambiererei am Tisch und meiner Angst davor, den ganzen alt-ehrwürdig-russischen Speisesaal des Kurhotels abzufackeln. Geiler Scheiß und sehr schade, dass Crêpe Suzettes quasi gar nicht mehr auf Speisekarten anzutreffen sind. 

Im Blog

Ich habe endlich mal Rotkohl gekocht, der mir geschmeckt hat – nach einem Rezept von Hans Haas aus dem Zwei-Sterne-Restaurant-Tantris. Der Rotkohl ist mindestens drei Sterne wert! Plus einen Liebesstern, weil ich jetzt endlich weiß, dass geschmorter Rotkohl mir dann doch schmecken kann. Wenn man ihm den ganzen Weihnachtsgewürzschmodder austreibt. 

Es gab ihn dann auch flugs zu einer butterzarten, in Rotwein und Portwein geschmorten Entenkeule, angelehnt an ein altes Rezept von Wolfram Siebeck. Mir tropft schon wieder der Zahn! 


Gemeinsam mit Andreas Harth, seit vielen Jahren mein Metzger des Vertrauens, habe ich den tollen Landwirt besucht, von dem das Fleisch für meine Rezepte stammt und der seit einigen Monaten auf dem Hof selbst schlachtet. Wo die wilden Kühe wohnen.


Drei Tage lang habe ich Fackelzug am Herd veranstaltet, um das Originalrezept für Wiener Wirtshausgulasch von Frau Ziii nachzukochen. Ob sich der Zeitaufwand gelohnt hat? Lest selbst.


Mein persönliches Lieblingsgericht in diesem Monat war (sorry, lovely Blumenkohlsuppe), der geschmorte Ochsenschwanz nach jamaikanischem Rezept. Boah, ich habe mich wirklich bald hineingeschmissen vor Entzücken. Und überlege seit Tagen, ob ich dieses Sonntagsessen nicht einfach nochmal "unter der Woche" schmore – so an einem schlappen Mittwoch, was meint ihr? 

Als letzes gab es dann ein ziemlich stürmisches Rezept, zumindest macht die Kichererbsensuppe mit gerösteten Kichererbsen, geröstetem Blumenkohl, Kokosmilch und Curry Mumbai ziemlich viel Wind. Ähem ... 

Lieblingslinks im Januar

Mein Reden schon ewig: Sprengt die Fußgängerzonen! 
Viele Städte haben sich mit verwechselbaren Einkaufs-Meilen, Shoppingcentern und "Business-Districts" zu Discountern des urbanen Lebens herabgewürdigt. Amazon und Corona beschleunigen den Ausverkauf. Besser ist es. 


Sylt hält die Gosch. (Danke an den Pestarzt, der diesen großartigen Link in seiner Januar-Hirnsudelei servierte) 

Sie nennen es Deutschlands Las Vegas. Das Ischgl, das Saint Tropez des Nordens. Die Insel der Reichen und Schönen. Naive Gemüter halten solche Umschreibungen anfangs für den Humor der Zugereisten hier, wo Einzelhäuser „unter Reet“ in Kampen oder List, obwohl in Massenbauweise suburbia-style hingeklotzt, locker für fünf Millionen weggehen. Abseits gelegene „Reet-Anwesen“ (Makler-Lyrik) gerne auch für zehn. Reet, Reet, Reet. Das ist das Status-Gras hier, wo Prominente aus der B- bis D-Kategorie sich die Lines noch durch aufgerollte Hunnis reinpfeifen und Nerzmäntel noch als Ausweis von Dekadenz gelten, „aber im guten Sinn“. Sylt. Der feuchtkalte Traum der ergrauenden Hamburger Medienelite. ...


In zwei Petitionen wird gefordert, dass sich die deutsche Rechtsprechung zu "Trennungstötungen" ändert. Auch der Juristinnenbund ist dafür. Richterliche Empathie

Tötet ein Stalker eine Frau, mit der er nie eine Beziehung geführt hat, kann er nach deutscher Rechtsprechung leichter wegen Mordes verurteilt werden als ein Ex- oder Noch-Ehemann oder ein ehemaliger Partner, der die Trennung nicht akzeptieren will. Dessen Chancen, nur wegen Totschlags verurteilt zu werden und so an einer lebenslangen Haftstrafe vorbeizukommen, wären deutlich höher.


Er ist der einzige Koch der Welt, der zwei Michelin-Sterne bekam und einen Stern auf dem Hollywood Boulevard. Hier spricht Wolfgang Puck über alten und neuen Filmadel sowie die Leibspeisen seiner prominenten Gäste.

Streisand möchte ihr Hühnchen mit Trüffeln und Travolta seine Mac'n'Cheese

 

So, das war mein Januar. War doch ganz ok, oder was meint ihr? Habe ich etwas vergessen oder übersehen? Habt ihr noch weitere Links für mich, die mir nicht entgehen sollten? Schreibt's mir gerne in die Kommentare. 


Ausblick in den Februar: 

Geplant ist ein Skrei-Rezept und dann habe ich auf vielfachen Wunsch hin endlich die Zutaten für meine Geflügelbrühe / Hühnerbrühe notiert. Ich werde eine Kartoffelsuppe mit Cheddar kochen, koreanische Mettbällchen und ein Kartoffel-Knoblauch-Püree nach Julia Child. Bleibt mir gewogen und danke fürs Lesen und Lieben! ❤

 


  Genießt euren Tag!                                                                                                                                            


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Arthurs Tochter

Astrid Paul, die Autorin von Arthurs Tochter kocht., ist besessen vom Essen. Sie wacht manchmal nachts auf, weil ihr im Traum Essensdüfte durch die Nase ziehen. Dann steht sie auf und fängt an zu kochen. Oder zu schreiben. Vielleicht kocht sie auch nur, um darüber schreiben zu können, wer weiß das schon...

10 Kommentare :

  1. Hallo! Als treue, aber bisher stumme Leserin und Nachkocherin möchte ich heute endlich mal einen Kommentar loswerden. Nach der langen, bangen Blogpause war und bin ich hocherfreut, dass es weitergeht, noch dazu mit Rezepten, die fast alle wie gerufen kommen und nachgekocht werden, mit bester Resonanz bei mir und meinem Mitgenießer (Gäste bewirten verbietet sich ja immer noch.)
    Der Januarrückblick hat mir darüber hinaus Begegnungen mit tollen Artikeln, hochinteressanten Autoren, stundenlanges vertieftes Lesen geschenkt und mich mit Zuversicht bereichert. Wenn es so kluge und eigensinnige Köpfe gibt, dann ist doch nicht alles Mist, was uns derzeit zugemutet wird.
    Danke dafür und ich freu mich auf mehr.

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    1. Liebe Melinadiva,
      was soll ich dazu sagen, außer "Hachz!"? Vielen Dank fürs Kompliment, vielen Dank fürs Mitlesen, vielen Dank fürs Kommentieren (Kommentare sind wie "Vorhänge" auf der Theaterbühne), vielen Dank fürs Nachkochen und bleiben Sie mir gewogen! "Mehr" kommt, versprochen!

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  2. So ein schöner Monatsrückblick! Arthurs Tochter ist wieder in Hochform, ich freue mich sehr! Du hast sooo gefehlt!

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    1. Vielen Dank, liebe Karin, das freut mich wirklich sehr und tut mir so richtig gut! <3

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  3. Liebe Astrid,
    Was für eine Bereicherung in diesen komischen, anstrengenden Zeiten dein Blog ist!
    Ich habe schon im Sommer über deinen Mut gestaunt, alles so niederzuschreiben und du hast mich mit deinen Texten und Rezepten wirklich begeistert. Bäckchen und Backen da kommt keiner mehr an dir vorbei, großartig abwechslungsreich und megalecker! Dein Blog wurde unserem Freund und Bäckchenliebhaber von mir aufgezwungen, endete aber typisch in Glückseligkeit des Genusses.

    Du hast jetzt im Januar mit einem Elan begonnen, der mich begeistert!
    Allerdings hat mich dein letzter Eintrag bezüglich der Winde ;)) echt weggehauen. Wann habe ich mich morgens noch im Bett so weggelacht? Herrlich, besonders da Winde so manchmal mein Thema sind und ich freiwillig ins Gästezimmer auswandere, natürlich nur dann, wenn ich nicht schnell genug in meinem Prinzessinnenbett liege!

    HERRLICH, Herrlich
    Liebe Astrid
    Dankeschön und weiter so!
    Conni

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    1. Liebe Conni, vielen Dank für Deine lieben Zeilen, die meine Seele so schön ausbalsamieren <3

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  4. Sebastian Flöckel02.02.2021, 05:55:00

    Liebe Astrid, ich kann mich meinen Vorrednerinnen nur anschließen, das ist ein sehr schöner, leckerer und kluger Monatsrückblick. Schön, dass es Deinen Blog gibt!

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  5. Schwarze Hunde sind die coolsten. Ich weiß, wovon ich rede ... :-)

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Ich verwende in diesem Blog das generische Feminum. Männer sind selbstverständlich mitgemeint.