Haben wir schon einmal über Chicken Puttanesca gesprochen? Nicht? Wir sollten, es ist großartig!

Eine der berühmtesten und schmackhaftesten Pastasaucen der Welt – die volle Umami-Breitseite mit Sardellen, Kapern, Oliven und Tomaten – vereint mit knusprigem Hähnchen .. da hätte ich ja schon viel früher und vor allem selbst mal drauf kommen können ... 

Rezept für Hähnchen mit Puttanesca-Sauce, die italienische Versuchung! Würzig und kraftvoll mit viel Umami, eine Huldigung "nach Art der Huren". #rezept #spaghetti #pasta #spaghetti_alla #recipe #chicken #sugo #hähnchen #hähnchenkeule #italienisch #tomatensauce #sardellen #kapern #oliven #jamie_oliver #nytimes

Das Huren-Hähnchen

Ich mag die Geschichte vom Essen, das sich schnell zwischen zwei Nummern zubereiten lässt und von dem vermutet wird, die neapolitanischen Prostituierten hätten sich das genau so gekocht (Kinners, Hure und Köchin, wovon träumt ihr eigentlich sonst so noch?) hier nicht aufwärmen. Wer googeln möchte, der möge googeln. Die Sauce heißt, wie sie heißt, die ganze Welt kennt sie unter diesem Namen: (Spaghetti) Puttanesca – oder auch die schönste, kraft- und geschmackvollste Art, der süditalienischen Küche zu huldigen. Als würden Kapern, Oliven und Tomaten nicht schon voller Umami stecken, kommt mit den zugefügten Sardinen die volle Breitseite an Geschmack, eine Umami-Klatsche sondergleichen. Vielleicht, wenn man beim falsch romatisierten Bild einer italienischen Prostituierten bleiben möchte, ist die fermentierte Sardine das verführerisch wackelnde Hinterteil in diesem Essen, in das man sich voller Lust hineinfallen lassen möchte. 

Harold MacGee schwärmt in seinem Standartwerk der Küchenwissenschaft "On Food And Cooking", (hier der Link zur deutschen Ausgabe bei Amazon*) von 
fruchtigen, fetten, gebratenen, gurkenartigen, blumigen, süßen, buttrigen, fleischigen, popcornartigen, pelzigen und malzigen Noten.


Wer keine Quelle für klassisch eingesalzene Sardinen hat, kauft an der (Feinkost-)Fischtheke eingesalzene, bzw. fermentierte Sardellenfilets als lose Ware. Und wer diesen Blog schon länger liest, weiß, wie gerne ich mit Sardellenfilets würze, seit ich vor Jahr und Tag einmal eine mediterrane Kalbshaxe nach Siebeck damit aufgepimpt habe. Aber zurück zum Chicken Puttanesca – das so amerikanisiert heißt, weil es mal wieder ein Rezept aus der New York Times ist, das ich hier aufgreife und leicht modifiziert für euch nachgekocht habe. 
Rezept für Hähnchen mit Puttanesca-Sauce, die italienische Versuchung! Würzig und kraftvoll mit viel Umami, eine Huldigung "nach Art der Huren". #rezept #spaghetti #pasta #spaghetti_alla #recipe #chicken #sugo #hähnchen #hähnchenkeule #italienisch #tomatensauce #sardellen #kapern #oliven #jamie_oliver #nytimes

Rezept für Chicken Puttanesca – knuspriges Hähnchen mit der weltberühmten, italienischen Sauce

Zutaten Chicken Puttanesca für zwei Personen

  • 750 g Hähnchenfleisch am Knochen
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle, Olivenöl
  • 3 Knoblauchzehen, gehackt
  • 5 Sardellenfilets oder kleine Sardinen, fein gehackt
  • 1 kleine Dose gehackte Tomaten
  • 4 EL schwarze Kalamata-Oliven
  • 4 bis 5 Sardellen, grob gehackt
  • 1 Esslöffel Tomatenmark
  • 2 Esslöffel Kapern (das Originalrezept gibt den Hinweis, die Kapern abzuspülen, wenn sie aus einer Salzlake kommen. Darauf habe ich verzichtet, weil ich sie genau so sehr gerne mag)
  • 2 Esslöffel grob gehackte Petersilie, möglichst glatte
  • optional: 1 Esslöffel getrockneter Oregano (zwischen den Händen zerreiben!)
  • optional: Ein paar große Kapernäpfel wie oben auf dem Foto. Bekommt ihr ebenfalls "lose" (muss eigentlich nur ich dabei immer an "mein Name ist Lohse, ich hätte gern hier eingekauft" denken?) an der Delikatesstheke

Zubereitung Chicken Puttanesca

  1. Das Hähnchenfleisch trocken tupfen und energisch salzen und pfeffern. In einem ausreichend großen Schmortopf oder eine tiefen Pfanne zuerst auf der Haut anbraten, bis diese schön knusprig und braun ist, dann wenden und auf der Fleischseite goldgelb anbraten. Bei 60 °C im Backofen warumhalten und sanft weitergaren
  2. Das Öl bis auf circa zwei Esslöffel aus der Pfanne gießen, die Zwiebelwürfel und den Knoblauch hinzufügen, mit sanfter Hitze beides goldgelb anrösten. der Knoblauch darf auf keinen Fall zu dunkel werden, sonst wird er bitter!
  3.  Tomatenmark und Tomaten hinzufügen, gut durchrühren, damit das Mark sich auflöst
  4. Die Sardellen und die Kapern hinzufügen
  5. Eventuell die Sauce mit etwas Geflügelbrühe verlängern, die Oliven hinzufügen. Habt ihr Oliven mit Stein, diesen vorher entfernen
  6. Die Sauce mit Salz und schwarzem Pfeffer aus der Mühle + eventuell Oregano kräftig abschmecken, auf tiefen Tellern anrichten und die Hähnchenteile in die Sauce geben
  7. Die gehackte Petersilie darüberstreuen

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Meine verified Tochter-Tipps für Chicken Puttanesca

  • Wenn ihr keine Sardinen in guter Qualität bekommt, weicht ihr auf Sardellen von der Feinkosttheke aus. In so gut wie jedem Einkaufzentrum gibt es diese Verkaufstheken mit mediterranen Lebensmitteln, dort werdet ihr fündig! Oder an der gut sortierten Fischtheke
  • Als Hähnchenfleisch bevorzuge ich hier die Oberkeulen. Sie sind unfassbar saftig, lassen sich gut schmoren und sehen nicht so mickrig aus, wie eine Unterkeule
  • Die klassische Sauce Puttanesca könnt ihr komplett aus Vorräten bestreiten: Tomaten in der Dose, Kapern im Glas, Sardellen in der Dose, Oliven ... alles hält ewig und sollte fester Bestandteil in euren Vorräten sein. Wer dann noch Spaghetti zur Hand hat – oder wem ein Hähnchen vor die Füße fällt – zack: In kürzester Zeit das köstlichste Essen auf dem Tisch!
  • Da ihr euch solche Mühe gegeben habt, um eine krachend knusprige Hähnchenhaut zu braten, gießt ihr bitte keine Sauce über die Fleischstücke! 

+++ Extratipp +++

Niki Segnit schreibt im unfassbar tollen,  von mir so geliebten und abgekochten Geschmacksthesaurus* über die Kombination von Sardellen mit Kapern:
Schon eine winzige Menge an Kapern und Sardellen kann langweilige oder auch fette Gerichte völlig verwandeln. Eigenltich sollten wir sie für eventuelle kulinarische Notfälle wie Nähzeug in einem kleinen Kuvert ständig bei uns tragen. Zitrone schwächt die beiden etwas ab und gemeinsam bilden sie ein schönes Trio für eine Würzbutter, die man auf gegrilltem Lachs, Thunfiscshsteaks oder Lammkoteletts verwenden kann. 4 Sardellenfilets zerkleinern und mit 1 TL Zitronensaft und ½ TL Zitronenzesten verrühren. Dann mit 3 - 4 TL kleinen Kapern unter 125 g weiche Butter mischen. Auf ein Stück Plastikfolie setzen und zu einer Rolle formen. Kühlen und nach Bedarf Scheiben davon abschneiden. 


Serviceteil




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  *Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Dies hat keine Auswirkung auf den Preis der Ware!
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Arthurs Tochter

Astrid Paul, die Autorin von Arthurs Tochter kocht., ist besessen vom Essen. Sie wacht manchmal nachts auf, weil ihr im Traum Essensdüfte durch die Nase ziehen. Dann steht sie auf und fängt an zu kochen. Oder zu schreiben. Vielleicht kocht sie auch nur, um darüber schreiben zu können, wer weiß das schon...

Kommentare :

  1. ein super Rezept welches ich schon sehr oft in NZ gekocht habe und es nach Spanien "geschmuggelt" habe. Auch Sardellen aus Kantabrien und Riesenkapern habe ich glasweise
    daheim gelagert weil ich viel damit koche und sie sehr gerne auf getoastem Weissbrot mit
    geschmorrten Tomaten esse. Fehlt jetzt noch ein guter Baixa?

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    1. Yessss! Mir tropft jetzt gerade der Zahn! Ich liebe ja auch abgöttisch eingesalzene Kapern, und habe dafür kürzlich, also als die Geschäfte noch geöffnet hatten, bei Manufaktum in Frankfurt ein kleines Vermögen ausgegeben – allein: Sie schmecken überhaupt nicht, keine Ahnung, was ich da für einen Produzenten erwischt habe. Schade drum. Vielleicht kann ich sie nach und nach im Hühnerfrikassee versenken 😂
      Und den Wein nehme ich auch gerne, ich bin eh ein großer Fan von Albariño; bekommt man viel zu selten!

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  2. Meine erste Wahl wären schon die Gaeta Oliven - um im Land zu bleiben. Geben die Kapernäpfel nicht zu viel Säure?

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    1. Guten Morgen Rudolf,
      ich bin ein so großer Fan von Kalamata-Oliven und halte sie für eine der besten Sorten der Welt. Ihr Stein lässt sich etwas leichter lösen, als bei der Gaeta-Olive,die festfleischiger ist. Das finde ich für dieses Essen einfach praktischer, da ich die Oliven aufschneide und den Kern entferne ;)

      Die Kapernäpfel geben nicht zu viel Säure, weil sie nicht sauer eingelegt sind – im Gegensatz zu den kleinen Kapern aus dem Glas, die eh in der Sauce sind. Aber sie sind ja eh nur mein persönlicher Liebling, ich kann Dir einen ganzen Teller davon wie nix wegfuttern :) Im Originalrezept kommen die Kapernäpffel gar nicht vor.

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  3. Hallo Astrid,
    die Cucunci, also Kapernäpfel, kannte ich bisher nur in der mehr oder weniger starken Essiglake. Unser sizilianischer Poduzent hatte mir die unter Salz oder in Öl eingelegten Kapernäpfel bisher vorenthalten. Wieder was gelernt.
    KLAR!
    Bist Du allgemein Kapern-Freundin? Schon mal entsalzene relativ große Kapern in mild süß-saurem Dressing probiert?

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    1. Ich liebe Kapern, ja, sehr sogar! Am liebsten sind mir tatsächlich die leicht in grobem Salz getrockneten. Hast Du ein Rezept für das Dressing? Das probiere ich gerne aus, vielen Dank für den Tip!

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    2. ... auch wenn ich ein Rezept hätte, dürfte ich es nicht veröffentlichen. Zunge und Finger wären bei einem alten sizilianischem Familienrezept doch sehr in Gefahr.
      Quatsch, ist ein Scherz. Aber wenn du mir eine Adresse zukommen lässt, schicke ich Dir ein Gläschen zur Probe.

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    3. Uiiii! Wie könnte ich da "nein" sagen! Vielen Dank und gerne an die im Impressum hinterlegte Büroadresse. Schönes Wochenende für Dich und Deine Lieben!

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    4. ... seit heute mit DPD unterwegs

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    5. Die Kapern sind eingetroffen und ich habe mich rieeeeesig gefreut! Hab vielen vielen Dank dafür! Ich überlege schon, für was ich sie als erstes verwende ... Vielleicht mache ich mal wieder das hier, Linguine mit Kapern, Sultaninen und Blumenkohl , zumal: auch jener Beitrag hätte endlich mal bessere Fotos verdient :)))
      Herzliche Grüße aus den Weinbergen

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