Haus & Hof, Frühling 2016 [Einblicke]

Vom Leben auf dem Land...

Blick in den Hof | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul

Im Frühling

Es gibt in jedem Jahr diesen einen Tag, an dem ich morgens auf die Terrasse schreite, den Duft des Gartens in mich aufsauge und denke: Heute. Heute kommt der Frühling. Dann gehe ich aus dem Haus, kehre am Abend zurück und der Garten ist nicht mehr der gleiche, er erschlägt mich fast mit seinem Duft, so als hätte über Tag eine Explosion an Wachstum und Kraft stattgefunden.

Die Kräuter auf der Terrasse brauchen derzeit noch etwas, (hier könnt ihr euch die Pracht des letzten Jahres ansehen) es kann auch noch richtig kalt werden, da darf man sich nicht täuschen. Die einjährigen Kräuter sind noch nicht geliefert, die mehrjährigen strecken nur behutsam ihre Köpfe aus der Erde oder räkeln sich wie der Jamaika-Thymian weiterhin wohlig im Badezimmer, gewiss, dass ich sie nicht vor dauerhaften 15°C vor die Tür schicke. Mimöschen, die sie sind. Aber meine Rubinette blüht bereits seit Anfang April und in diesem Jahr übertrifft sie sich mal wieder selbst.

Hier auf dem Hof leben 8 Menschen und 4 Katzen in Gemeinschaft. Ein kleiner Mensch ist Lasse, die Glücksfee, den ihr bereits kennt, wie er mit vielen Losen vor meiner Küchentapete steht. Die Katzen sind Leo und Tarzan und Jane und Paul O'Malley, mein rheinhessischer Salonlöwe.

Paul O'Malley, der rheinhessische Salonlöwe | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul

Es gibt das Yogastudio von meinen Freundinnen Christina und Maud, meinen Vermieter, der Chefredakteur einer Oldtimer-Zeitschrift ist, samt den Spuren seiner Vorlieben im Hof, Lasses Mama, die anderen Menschen ebenso fast so schöne Glücksplätze zum Wohnen vermittelt, einen Chorleiter und eine Studentin der Musikwissenschaft, die wunderbar Klavier spielt. Wir sind keine Kommune, aber eine Gemeinschaft, und es ist so wunderschön hier, dass mir manchmal das Herz platzt vor Glück! Dann habe ich das Gefühl, komplett überzulaufen und weil es jetzt gerade so besonders schön hier ist und auch das Licht ein ganz Besonderes, zeige ich euch heute ein wenig von Haus, Hof und Garten. Ach, ich liebe den Frühling! Und den Sommer und den Herbst und den Winter, aber wirklich -  ganz besonders liebe ich den Frühling!

Der Hof

Der Hof in den frühen Morgenstunden. Unten rechts mein persönliches "Fenster zum Hof", eines meiner Küchenfenster. Da an dieser Stelle erst am Nachmittag die pralle Sonne steht, habe ich Fuchsien in die Kästen gesetzt, diese fühlen sich im Halbschatten sehr wohl und belohnen mich im Sommer mit herrlicher Blütenpracht. Durch das Küchenfenster kann ich meinen Mitbewohnern das Essen in den Hof reichen. Manchmal laufen sie verdächtig oft dort vorbei und verlangsamen vor dem Fenster merklich ihre Schritte...

Der Hof am frühen Morgen... | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul
Küchenfenster und Camp Astrid

Fuchsien  | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul
Fuchsien, frisch gepflanzt


In der alten Emaillewanne vom Flohmarkt steht die Brunnenkresse, die bereits 3 Jahre alt ist. Während der Wachstumszeit wird sie von mir fast täglich mit Regenwasser aus der Tonne gespült, im Winter lasse ich sie einfach in Ruhe. Jetzt treibt sie von ganz alleine wieder aus und zeigt schon die ersten Blüten. Am Ende des Sommers wird die ganze Wanne von ihr überquellen. 

Brunnenkresse in der Emaillewanne | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul
Emaillewanne mit Brunnenkresse

Brunnenkresse in der Emaillewanne | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul
Die erste Blüte ist schon da!

Lasse hat ein Piratenhaus gebaut. Man darf hier auf dem Grundstück wirklich kein Stück Holz, kein Brett, kein gar nichts liegen lassen, Lasse verbaut ALLES. Wenn ihr also mal zwei Wochen nichts von mir hört... könnte sein, dass ich irgendwo verschraubt und eingebaut wurde. 

Lasses Piratenhaus | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul
Lasses Piratenhaus

Blick in den Hof vom anderen Ende  | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul
Blick in den Hof vom anderen Ende...

Rubinette - die ganz große Liebe!

Als vor 7 Jahren P. mit diesem Wurm von Apfelbäumchen kam, den er für € 12,00 einem alternden Obstbauern abgekauft hatte, nur aus Mitleid (ich weiß nicht, ob mit Bauer oder Baum) und mich fragte, ob ich einen Apfelbaum auf die Dachterrasse pflanzen wolle, war ich auf der Stelle knallverliebt. In der alten Wohnung pflanzte ich ihn im Kübel auf den Küchenbalkon, päppelte ihn liebevoll auf und strafte alle kundigen Gärtner Lügen, die mir seinen frühen unaufhaltsamen Tod prophezeiten. Er wurde kräftiger und stattlicher und in jedem Jahr trug er Fruchtansätze für Äpfel, die er ausgereift gar nicht hätte tragen können, so dass ich stets 2/3 aller Fruchtansätze entfernte, so als wolle auch dieser kleine Baum alle anderen Lügen strafen und sich bei mir bedanken für Hege und Pflege. Ich glaube an die Seele in allem und in Pflanzen ganz besonders. So nahm ich ihn selbstverständlich beim Aufbruch in mein neues Leben mit, stellte den Kübel auf die noch etwas fremde Terrasse mit Blick auf den Garten und sagte, hier sind wir jetzt zuhause, Du und ich, kleiner Baum, machen wir das Beste daraus. Meine Vermieter boten mir an, ihn im Garen auszupflanzen, ein für mich unmöglicher Gedanke. Wenn ich hier jemals wegziehe, nehme ich meinen Baum wieder mit und erst wenn ich sterbe, dann könnt ihr ihn in den Erdboden pflanzen, auf mein Grab, anstelle eines Steines. 
Rubinette in vollem Laub im Sommer 2015 | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul
Rubinette in vollem Laub, Sommer 2015

Rubinette in der Blüte, April 2016
Rubinette mit Windrad

Blüten

Der Froschkönig

Für gutes Karma

Hängender Rosmarin im Kübel, ständig in der Blüte

Immergrüner Lorbeer

In jedem Jahr die Schnellste! Erdbeerminze in der alten Milchkanne. Die Minzen treiben bereits im Januar/Februar aus

Im Garten


Lauschiges Plätzchen

Der Blick vom Garten auf die Terrasse mit P. 

Dort sitzen wir an schönen Tagen und frühstücken oder essen zu Abend oder träumen einfach nur mit geschlossenen Augen vor uns hin und atmen den schweren Duft der Blüten des Blauregens über uns...

Der Blauregen blüht jedes Jahr mindestens zweimal. Einmal im Frühjahr, die beiden unteren Bilder sind aus dem April 2016, und dann noch einmal im Sommer, meistens im Juli, wenn er in vollem, sattem Laub steht. Auch er ist ein "Mitbringsel" aus der alten Wohnung, dort stand er in einer großen alten Holzkiste auf der Dachterrasse.





Blech-Steck-Vogel

Rechts seht ihr mein Wohnzimmerfenster, auch dort war noch vor meinem Einzug das alte Tonstudio untergebracht, in dem u. a. die Fantastischen Vier produziert haben. Irgendwann lade ich sie mal zum Supperclub ein... Ich habe vor 3 Jahren eine Weinrebe gepflanzt, die mir das Fenster im Sommer rundherum einrahmt. Morgens pflücke ich mir im Herbst dann die Trauben für mein Frühstück direkt vom Fenster aus. Ein Leben wie im Schlaraffenland! 


Und von hier drinnen geht der Blick nach außen in den Garten - mein Wohnzimmer in Calamine mit Bank in Pelt

Ein Teil meines Wohnzimmers

Letzte Woche habe ich bei Manufaktum in Frankfurt Historische Kapuzinerkressen gekauft. € 16,00 die 5 Tütchen *ächz*. Aber ich freue mich schon auf die Blüten, an 5 Stellen habe ich je 3 Samenkörner in die Gartenerde gesteckt, auf der Terrasse setze ich in den nächsten Tagen noch weitere in Kübel für den Kräutergarten. 

Historische Kapuzinerkressen 


Vorsichtshalber gekennzeichnet, sonst weiß ich übermorgen nicht mehr, was wo steht :) 


An sonnigem Platz im Garten wuchern Rosmarin, Salbei und Zitronenmelisse.

Natürlich haben wir auch einen Schuppen...

Unser Geräteschuppen
überall wird gepflanzt...

...und ein ganzes Meer von Tulpen im Garten. Ich mag gar keinen gelben Blumen, wenn das mein Garten ganz für mich alleine wäre, gäb es hier keine einzige Pflanze mit gelben Blüten! Aber diese franseligen Tulpen finde ich trotzdem wunderschön. 

Ich weiß nicht, womit ihr heute euren Tag verbringt, ich werde jetzt jedenfalls in den Garten gehen und mich in die Gänseblümchen legen. Ihr könnt derweil auch noch einmal einen Blick in das andere Gartenprojekt werfen, nicht, dass uns am Ende noch langweilig wird... Hereinspaziert! Umsonst und draußen.... Und hier seht ihr die Terrasse, wie sie im Sommer aussehen soll. 

All das, das Leben, so wie ich es führe, so wie ich wohne, so einfach und so gut, das ist für mich das größte Glück. Ich mag Schönheit in meinem Leben und Wachstum, und all das finde ich an diesem besonderen Ort zum Wohnen. Mir ist Geld egal. Schön, wenn es da ist, aber wichtig ist es nicht. Das, was ich für mein Auskommen brauche, findet alleine in meinem Kopf statt. Die Schönheit in jedem Augenblick finden, jedes kleines bisschen Gutes genießen, an jedem Tag, das sind die wichtigen Dinge in meinem Leben! 

Seid glücklich!

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Arthurs Tochter

Kommentare :

  1. Sehr schön und heimelig sieht es bei Dir aus.

    LG

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    1. Dankeschön! Ich bin auch selbst ganz verliebt in Haus & Hof.

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  2. Antworten
    1. Ich fühle mich auch oft so, als würde ich im Paradies leben!

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  3. Hübsch! Fast wie bei uns nur mehr verwunschen!
    Mein Apfelbaum steht im Garten weil ich ziehe hier (Elternhaus) nicht mehr weg.
    Unser Lorbeer ist aus Italien mitgebracht und inzwischen so groß das wir überlegen eine Hecke daraus zu ziehen. Besonders gefällt mir die Brunnenkresse im Eimer. Den Eimer hab ich jetzt muß ich nur noch Brunnenkresse finden.....
    Ach ja: bei mir würden es auch keine gelben Blumen geben, aber der Löwenzahn ist hartnäckig und bei den Rosen haben sich die gelben meines Vaters durchgesetzt. Und da alles einen Geist hat dürfen sie bleiben. ;-)

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    1. Na gut, ich ergänze mein Statement gegen gelbe Blumen um "außer Löwenzahn". Den mag ich nämlich wirklich gerne! :)
      Eine gelbe Rose haben wir auch im Garten, die kann ich nicht leiden ;)

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  4. Wie schööön :-) ich wollte demnächst auch einen kleinen Gartenrundgang fotografieren, warte aber noch ein bisschen, bis die schönen Sträucher blühen.
    Ich bin wohl genauso ein Landei (geworden...) wie du und auch wenn mich die längeren Wege zur Arbeit oft nerven, würde ich nicht mehr in der Stadt wohnen wollen. Sobald es ein bisschen wärmer wird, stinkt es in jeder Stadt so dermaßen, wenn ich heimkomme, umgibt mich aber gleich ein wunderbarer Duft und frische Luft (okay, wenn nicht gerade irgendwo die Wingert gedüngt wurden ;-))
    Einen schönen Sonntag wünsch ich dir!

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    1. Auf Deinen Fotorundgang freue ich mich schon sehr!
      Ich habe ja den Luxus, dass ich die meiste Zeit von zuhause aus arbeite, auf Wege von und zur Arbeit muss ich keine Rücksicht nehmen. Und ansonsten ist Mainz mit 18 km nicht wirklich weit entfernt...

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  5. Ich bin geneigt, mich genau in diesem Moment bei dir zum Mittagessen einzuladen - natürlich im Hof ;)... mit Frühlingsgrüßen aus F

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    1. Du kannst auch gerne bis zum Abendessen bleiben! :)

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  6. Unfassbar, wie schön Du es hast!

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    1. Manchmal kann ich es selbst kaum glauben!

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  7. Schöner Bericht über ein noch schöneres kleines Paradies :)

    Was mich interessiert ist Deine Brunnenkresse: Die wächst ganz ohne Erde, und das Wasser bleibt ganz klar, ohne jeglichen Dünger?

    Ich habe immer versucht, im Frühling Stecklinge zu ergattern und die in sehr nasser Erde gezogen... aber dann leider nie über den Winter bekommen.

    Leider ist das ja das Einzige, was man auf dem Mainzer Markt quasi nicht bekommt (zumindest nicht die großen, kräftigen, französischen Sprossen). Entdeckt hab ich allerdings tatsächlich ein Wildvorkommen bei Kostheim - aber das Bächlein kommt quasi direkt aus einer Fabrik, und das Sammeln verbietet sich somit :(

    Viele Grüße vom HH:

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    1. ja, die Brunnenkresse steht einfach so im Wasser. Die Steine liegen nur der Optik wegen in der Wanne :)
      Ich spüle sie regelmäßig mit Regenwasser aus, aber in der alten Wohnung hatte ich das nicht zur Verfügung, da kam das Wasser aus der Leitung und es ging auch. Nein, kein Dünger!
      Ich habe aber gelesen, dass man Brunnenkresse auch gut in sehr sehr sehr nasser Erde ziehen kann. Mir war das immer zuviel Sauerei, wenn es aus den Töpfen quaaatscht. Kauf Dir doch einfach mal ein Pflänzchen bei Steins in Gonsenheim.

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    2. Steins ist ein guter Tip, danke Dir! - da denke ich immer nicht dran :-(
      An das Gequaaaatsche hab ich mich gewöhnt...

      Im Moment wuchert die diesjährige, ich schneide dann immer die Spitzen nur ab und sie schlägt darunter aus.

      Die französische als Salat hat's manchmal in der Kleinmarkthalle in Ffm, aber das sind immer so große Bünde, da ess ich 6 x dran...

      HG G:

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  8. Das sieht richtig gemütlich aus bei dir!

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Danke für Deinen Kommentar, der schnell freigeschaltet wird, so er höflich und respektvoll ist und nicht anonym abgegeben wurde. Mein Blog ist kein Diskussionsforum für anonyme Netz-Misanthropen, sondern ein Geschenk an meine Leserinnen und Leser.

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