Vom Glück, dort Gast zu sein

In Liebe entbrannt

So fuhren wir damals bei strahlendem Sonnenschein über Land vom Kaiserstuhl in den Schwarzwald, mit wehendem Haar, das Verdeck geöffnet und Wildschweinbratwursthunger im Bauch. Ich staunte über freundliche Dörfer und strahlende Bewohner, über Geranien, die wie Blumenwassergüsse von den Fensterbänken der Fachwerkhäuser wallten, überall waren sie, sogar in großen Körben im Lichtkegel an den Spitzen der Straßenlaternen angebracht. Wer stieg da nur hinauf jeden Tag, um sie zu gießen? So schön war das alles und in meiner Erinnerung standen die Menschen an den Straßen und winkten uns zu. Wahrscheinlich habe ich in meiner Jugend zu viele Sissi-Filme gesehen, die meine Vorstellung und auch die Erinnerung an den Schwarzwald für ewig verschoben haben.
Die Leser dieses Blogs können seit 2011 verfolgen, wie ich in Liebe zum Spielweg und seiner Familie entbrannte. Als mir in jenem Sommer Karl-Josef Fuchs seine Käserei zeigte und meine Hände in Molke tauchte - ich schwöre, da war es um mich geschehen! Und ganz sicher war es nicht nur die Wildschweinbratwurst samt den schönsten kleinen Pfifferlingen der Welt, die mich zuvor gefügig gemacht hatten. Wir saßen damals auf dieser wunderbaren Terrasse, P. und ich, und schauten gegenüber auf die Berge, in dieses satte Grün voll mit Hinterwälder Rindern, die auch im Schlaf nicht herunterpurzeln. Und hinter uns ging ein Fenster auf und dort schaute er heraus, der Patron des Spielweg, und fragte verschmitzt schmeckt's?. Das habe ich nie vergessen und als wir jetzt im August dort waren, stieg ich auf die Bänke und kletterte von Fenster zu Fenster um herauszufinden, aus welchem er damals geschaut hatte. Nach dem dritten machte mich der Kellner netterweise darauf aufmerksam, dass ich die anderen Gäste in der falschen Richtung belästigte...
Im Laufe der Jahre fuhr ich immer wieder in den Spielweg, war es, weil meine Seele Ruhe brauchte oder ich Fernsehauftritte im SWR hatte; vom Studio in Baden-Baden findet mein Auto den Weg alleine, ich lag dann stets erschöpft aber voller Vorfreude auf der Rückbank und zählte die Autobahnkilometer herunter. Im Spielweg angekommen gab es Abendbrot und Familienliebe satt. Ausgehungert nach beidem habe ich jedesmal dort gesessen am großen Familientisch; manchmal habe ich versucht, mich so klein zu machen, dass keiner bemerkt, dass ich noch da bin. Ich wollte für immer dort sein, für immer und ewig.

Derweil saß P, zuhause und fühlte sich benachteiligt und wollte auch in's Fernsehen und in den Spielweg und seine Seele baumeln lassen. So nahm ich ihn einige Male mit, unter anderem zu einem der legendären Wurstkurse, und auch zu einem der Rinderentbeinungskurse, bei dem eine halbe Färse zerlegt, verarbeitet und in 10 Gängen gekocht wurde. Mittlerweile ist er Karl-Josefs Waffenbruder, von Jäger zu Sportschütze tauschen sie sich aus und gehen auf die Jagd nach Fasanen. Oder nach wilder Bachkresse. So entstanden Bilder



Man fragt sich, wie geht das, dass ein Ort einen so liebevoll gefangen nimmt. Ich kann es euch erklären. Zum einen hört ca. 100 m vor dem Spielweg im Münstertal, ungefähr auf der Höhe des Bienenmuseums, der Telefonempfang auf. Einfach so. Nichts. Keine Anrufe mehr, erreichbar für niemanden. In Notfällen über die Rezeption. Mittlerweile über WhatsApp, denn der Spielweg hat ein winziges Wlan-Netz bekommen. Allein - wer braucht das schon an diesem schönsten Ort der Welt. Man will ja doch nur auf der Terrasse sitzen und den Kühen am Berg gegenüber beim Wiederkäuen zusehen. Oder am Pool liegen und dem Neumagen beim Rauschen lauschen. Oder in die Sauna gehen und den Rest der Anspannung aus sich herausschwitzen. Oder essen. Dieses Essen! Leute! Aber davon demnächst mehr...
Zum anderen sind es natürlich die Menschen. Es sind immer die Menschen, die Orte und Begegnungen zu etwas Besonderem machen können. Im Spielweg ist es die Familie Fuchs in der 6. Generation und behutsam erfolgt derzeit die Übergabe von Sabine und Karl-Josef Fuchs an ihre Töchter Kristin und Viktoria. Diese Familie im Umgang miteinander zu erleben, gehört zu dem Schönsten, was man sich denken kann, und dieser Umgang spiegelt sich auf die Gäste. So stil- und liebevoll wird jeder Gast umsorgt und wenn Josefine Fuchs, die Seniorchefin, morgens beim Frühstück jeden Gast herzlich begrüßt, wächst man ein kleines Stückchen (vor Respekt setzt man sich auch etwas grader hin!) vor Glück und weiß: Das wird ein wunderschöner Tag werden!


Dass immer wieder internationale Magazine den Spielweg unter die "schönsten Hotels der Welt küren", dass Angelika Taschen in einem
Ich lass' mich übrigens demnächst adoptieren, sorry Paps!

Spielweg 61
79244 Münstertal/Schwarzwald
Telefon 07636 7090
E-Mail fuchs@spielweg.com
http://www.spielweg.com/


Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
AntwortenLöschen