Drei Tage Fackelzug am Herd: Wiener Wirtshausgulasch nach Originalrezept

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Arthurs Tochter

Astrid Paul, die Autorin von Arthurs Tochter kocht., ist besessen vom Essen. Sie wacht manchmal nachts auf, weil ihr im Traum Essensdüfte durch die Nase ziehen. Dann steht sie auf und fängt an zu kochen. Oder zu schreiben. Vielleicht kocht sie auch nur, um darüber schreiben zu können, wer weiß das schon...

24 Kommentare :

  1. Ich weiß, eigentlich gibt es keine Alternative zum Wadschunken.
    Trotzdem, ein Tipp von Hans Haas (Tantris) sind Ochsenbacken.
    Und das funktioniert m.E. sehr gut, und man bekommt sie (zumindest hier) einfacher ...

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    1. Ich wage mal, mich als Ochsenbackenexpertin zu bezeichnen ;) und für ein Gulasch halte ich sie für nicht geeignet, man würde ja doch immer nur "geschmorte Ochsenbacken" machen, nur etwas kleiner geschnitten. Dann eher einen Rindernacken, also das im Beitrag erwähnte Zungenstück. Leider auch ein sehr unbekanntes, unterbewertetes Stück Rindfleisch.

      Was machen sie denn bei euch (ich weiß ja nicht, wo das ist) mit den Rinderwaden? Die müssen doch irgendwo sein. :)
      LG

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    2. Dass Dir die eine oder andere Backe schon mal in den Schmortopf gehüpft ist, war mir bekannt. Nur drum hab ich mich zu dem Kommentar hinreißen lassen 😊

      Im Grunde ist doch beides ein viel bewegter Muskel vom Rind mit ordentlich Sehnen und Kollagen. Ich persönlich denke mal ob's dann nach 12h schmurgeln wie ein Gulasch schmeckt hängt dann mehr von den Aromaten & Zutaten ab.

      Aber dass ich mich da weit aus dem Fenster lehne war mir schon klar 😊

      Curry (zB Rendang) geht m.E. mit beiden Stücken übrigens auch sehr gut.

      Was die Verfügbarkeit angeht: Backen sind bei uns (München) halt mittlerweile auch ohne Vorbestellung erhältlich, nachdem sie sich im letzten Jahrzehnt zum gar nicht mehr sooo geheimen Geheimtipp gemausert haben. Da kann man dann auch mal spontan schmurgeln. Bestellen kann man Wade natürlich.

      LG, und vielen Dank für den tollen Blog,

      Albert

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    3. Ich danke Dir! Fürs Lesen und Kommentieren – und vielleicht auch nachkochen. Lieber Gruß zurück! 😊

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    4. Heute fertiggestellt, kilometerweit für Originalpaprika aus Kolosza gefahren, Rinderwaden in Stücke geschnitten, 5 kg Zwiebel geschmort, geheult und geflucht -
      aber heute war es dann soweit, und was soll ich sagen: Grandios!! Wenn es wieder kälter wird, wird es zur Übung gleich nochmal gekocht. Das einzig Nachteilige war der Duft, der in den Klamotten hing, da hilft nur noch verbrennen ;-)
      Danke für's Rezept!!!!

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    5. Liebe Conny, danke für Deinen Einsatz 😂 und wie gut, dass er sich so gelohnt hat! Warum aber Deine Klamotten so nach Gulasch riechen? Keine Ahnung, wohnst Du in Deiner Küche? 😅

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  2. Bin Wienerin und koche seit 50 J. Gulasch. Es gibt ja mehrere Varianten aber 12 Std. schmorren habe ich noch nie gehoert. Das ist wie 80 J. Ehe. Irgendwann mal zu lange. Zu meinen Gulaschvarianten serviere ich meistens
    Brezelknoedel.

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    1. Also strenggenommen sind es ja nur zehn Stunden im Ofen und ebbes auf dem Herd ;) Aber eines ist klar – ich kann mir eher ein 15-Stunden-Gulasch vorstellen, als achtzig Jahre verheiratet zu sein :)))

      Aber mal was anderes ... gibt es in Wien, in Österreich, auch den seltsamen Hang zu Gulasch halb/halb? Ich habe nie verstanden, warum die Deutschen so versessen darauf sind, Rinder-Schweinegulasch gemischt zu schmoren. Aber das halb-halb ist hier ja auch als Hackfleisch sehr beliebt.

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    2. ich kenne es bzw. mache es nur aus Rindfleisch, allein schon wg der Farbe.
      Wuerde das laaange Gulaschkochen auch bevorzugen.

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  3. liebe astrid, liebe Frau Zii, das gulasch lohnt in meinen augen den mehrtägigen zimmes, der um es veranstaltet wird, NICHT. als ich das rezept zum ersten mal las, dachte ich, die frau zii möchte einfach uns piefkes kulinarisch verschaukeln; in bayern kennt man das ja auch mit wolperdingerrezepten. ich kochte es nach, ärgerte mich über die umständliche prozedur und hatte dann ein gulasch, das wie immer schmeckte. leider meinen viele küchenfundis, sogenannte orginalrezepte müssten besonders aufwändig und umständlich zu kochen sein, das würde sie in ihrer orginalität adeln, meistens liefert weniger getue und weniger aufwand aber gleichwertige ergebnisse. ich weiss, dass ich dafür mit altbackenen semmeln gesteinigt werde, aber für mich lässt sich das alltagsgericht gulasch wesentlich einfacher zubereiten.

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    1. Hallo liebe Duni, schön, Dich zu lesen!
      Umständlich? Also ich finde ja, dass jedes meiner Ochsenbackenrezepte "umständlicher" zu kochen ist, als dieses Gulasch. Ich finde hingegen (sorry liebe Frau Ziii) es im Originalrezept sehr umständlich beschrieben. Deswegen habe ich mich bemüht, es hier nach Tagen aufgeschlüsselt ein wenig strukturierter zu notieren.

      Es hat ja lediglich lange Standzeiten, die imho tatsächlich zur Geschmackstiefe beitragen. Jedenfalls wurde mir das hier von familiären Mitessern bescheinigt, denen ich jeden Tag einen Löffel zu probieren gab und immer sagte "merk Dir den Geschmack!" :) Und da hieß es dann am Abend des dritten Tages, also nach fast 4 Tagen Fackelzug "ich habe es nicht für möglich gehalten, aber so wie heute ist es das beste Gulasch meines Lebens".

      Es wird halt tatsächlich in der Gastronomie anders gekocht, als zuhause, aber das muss ich Dir ja nicht sagen (der Hinweis ist für alle anderen, quasi ;) ) Und dieser lange Gulaschschmorvorgang hat seine Wirtshaustradition vermutlich darin, dass der Herd im Restaurant ja immer wieder für das Tagesgeschäft gebraucht wurde und in der Zeit musste das Gulasch halt im Kühlen ausruhen. Es ist also so eine Mischung aus Praktikabilität und Wirtshaus-Tradition.

      Ich konnte Gulasch bis jetzt keine besonderen Vorlieben entgegen bringen. Jooo, geschmortes Fleisch halt ... da kenne ich weitaus bessere Gerichte (sieht man ja in diesem Blog ;) ) Aber so, mit den tollen Paprikapulvern und viel Zeit, ja so gefällt dann auch mir ein Gulasch. Das, was Du als Alltagsgericht bezeichnest, hat mir hingegen nie "gepackt", das war für mich schon immer Kantinenessen – wohlmöglich auch noch als Gulasch halb-halb, das ist für mich eh der Gipfel der Verachtung jedes kulinarischen Anspruchs :))))

      Auf meiner Facebookseite gibts übrigens ne schöne Diskussion dazu, auch die Vergleiche mit dem Gulasch aus dem Sacherkochbuch. WEnn Du bei FB bist, schau mal rein.

      Lieber Gruß aus den Weinbergen und danke mal wieder fürs beständige Mitlesen und fundierte Kommentieren

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  4. Angelika1/25/2021

    Liebe Astrid, ich war sehr skeptisch und habe es doch probiert. So wie Du Freitagmorgen angefangen und Sonntagabend dann endlich gegessen. Und es es der HAMMER! Faszinierend, wie sich das Gulasch im Laufe der Tage geschmacklich verändert, ich habs nicht für möglich gehalten. Danke für das tolle Rezept und Deine Mühe!

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    1. das freut mich sehr! Auf Facebook hat jemand ganz ähnlich kommentiert. Dass sie erst so skeptisch war, weil es am Anfang nicht so besonders geschmeckt hat und dass man auf jeden Fall Geduld haben sollte. :) Am Ende war sie auch begeistert. Puhhhh, ich habe schon die Luft angehalten! 🙈

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  5. Hallo Astrid, auch ich habe es getan. Freitag Abend gestartet, allerdings mit Nacken und Sonntag Abend geschlemmt. Sage und schreibe knapp 2 kg Fleisch wurden von 4 Personen (bis auf einen kleinen Mitternachts-kalt-aus-dem-Topf-Snack für mich) vernichtet.
    Muss wohl geschmeckt haben:)
    Ich denke, das hat sich gelohnt und aufwendig fand ich die Zuberreitung jetzt nicht. Habe den Topf nachts immer schön einschneien lassen und dann am nächsten Tag weiter gemacht. Hat perfekt gepasst.

    Danke fürs Rezept!
    Regina

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    1. Wow! Super! Mit Nacken ist bestimmt auch toll, das ist ja noch durchwachsener als Wade. Ich finde die Zubereitung auch nicht aufwendig, nur halt lang :) Aber auch echt interessant, wie sich der Paprikageschmack verändert, oder? Das hat mich doch fasziniert, damit hätte ich nie gerechnet!

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  6. Ja, das war echt faszinierend. Zum einen dieser mehlige Geschmack, der sich restlos verflüchtigt hat und dann auch die nachlassende Schärfe.
    Aber ich würde immer wieder das durchwachsenste (wie schreibt man das?) Rindfleich nehmen, was ich bekommen kann. Jedes Gramm Fett bringt zusätzlich Geschmack und rundet unheimlich gut ab.

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  7. Klaus aus Frankfurt1/27/2021

    Sensationelles Rezept, vielen Dank dafür!

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  8. Carola2/01/2021

    Geilomat! Danke für diese Perle! Meine Familie hat mir die Füße geküsst!

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  9. Guten Morgen liebe Astrid,

    Die Gewürze sind bereits bestellt und ich freue mich schon riesig darauf das Gulasch nach zu kochen.

    Was mich allerdings noch interessiert, wo bekomme ich diese unverschämt gut aussehenden tiefen Teller her?

    Vielen Dank

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    1. Hallo lieber Lars, dann wünsche ich dir gutes Gelingen und nicht die Geduld verlieren, wenn der Geschmack etwas Zeit braucht ;)

      Die schönen Teller sind alte Zinnteller, die ich mal auf einem Flohmarkt gekauft habe. Du weißt? Flohmärkte? Wo viele Menschen aufeinander getroffen sind und schöne und alte Dinge ver- und gekauft haben? ;)

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  10. Nimmst du Allerweltszwiebeln - also zwischen Billard- und Tischtenniskugel? Oder die dicken fetten Gemüsezwiebeln?

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    1. Hallo Hendrik, genau. Die ordinäre, gelbe Küchenzwiebel. LG

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  11. Hallo ich lese ja gern Deine Artikel aber hier....naja...
    Versuch mal dieses, bin auch seit 35 Jahren Koch und erfahrener Küchenchef. Unbedingt Gehimtipp beachten.
    https://simleo.at/2023/04/02/herrengulasch-traditionell/

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    1. Hallo Leopold, … na ja, was? Warum in Gottes Namen sollte ich ein (Alt)Herren-Gulasch kochen wollen? Zumal das alles weder appetitlich noch besonders ambitioniert klingt.

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