Rezept für köstliche, cremige Kürbissuppe ohne Ingwer und Kokosmilch, dafür mit tollen Gewürzen und Granatapfelkernen

Köstlich-cremige Kürbissuppe aus Hokkaido-Kürbis mit wärmenden Gewürzen und orientalischem Touch. Als Topping gibt es Granatapfelkerne, in Nussbutter aufgeschäumte Kürbis-Würfelchen und einen Klacks Crème Fraîche {auf Wunsch auch ganz einfach als vegane Variante möglich}

Köstlich-cremige Kürbissuppe aus Hokkaido-Kürbis mit wärmenden Gewürzen wie Sternanis, Zimtblüte, Kardamom und orientalischem Touch. Als Topping Granatapfelkerne, in Nussbutter aufgeschäumte Kürbis-Würfelchen und ein Klacks Crème Fraîche | Arthurs Tochter kocht. Der Blog für Food, Wine, Travel & Love

Cremige Kürbissuppe, ganz einfach auch vegan möglich


"Tu doch mal den Ingwer ... weg!" 

Unter diesem Titel habe ich 2013 eine Kürbissuppe verbloggt, und dabei gegen die heilige Allianz von Kürbis, Ingwer und Kokosmilch gewettert - und Ihr könnt mir glauben, das fanden viele meiner Leser*innen NICHT LUSTIG! Auch 2018 schlafen mir bei der vorgenannten Kombination noch die Füße ein und nein, ich glaube nicht, dass die Zugabe von Orangensaft oder Äpfeln die ganze Chose rettet. 

Als ich vor ein paar Tagen bei Instagram gebeten habe, mir Vorschläge für cremige Gemüsesuppen zu machen, lag Kürbis weit vorn und für bot sich DIE Gelegenheit, meinen alten Blogbeitrag aufzuhübschen (die Fotos! 🙈🙈🙈). Daher gibt es heute Kürbissuppe mit einer Gewürzmischung aus geröstetem Sternanis, grünem Kardamom, Piment, Wacholder, Nelken, Koriandersaat und Schwarzkümmel. Und als Topping ein paar in aufgeschäumter Nussbutter geschwenkte Kürbiswürfelchen, Granatapfelkerne und Crème Fraîche. Diese Suppe schmeckt mit Muskatkürbis ebenso umwerfend, aber ich bin ja bekanntlich eine faule Köchin, daher greife ich immer wieder zum Hokkaido-Kürbis, vor allem, wenn mir so ein kleines, entzückendes, gerade für eine Person reichendes Exemplar vor die Füße kullert. 

Hokkaidokürbisse sind breitrunde, orangerote Speisekürbisse mit einem Gewicht von etwa 0,5 bis 1,5 Kilogramm, deren dünne Schale – anders als bei den meisten übrigen Kürbissorten – beim Kochen weich wird und mitverzehrt werden kann, die Kerne und Fasern sollten allerdings entfernt werden. Das Fruchtfleisch hat ein nussiges Aroma ähnlich Maroni und eine stabile Konsistenz, obwohl es kaum spürbare Fasern enthält.

Kürbisse wurden im 16. Jahrhundert von den Portugiesen nach Japan gebracht. Von Nagasaki aus verbreiteten sie sich in ganz Japan. Der Gemüsezüchter Matsumoto Saichiroaus Utsugi-machi versuchte jahrelang noch bessere Kürbisse zu züchten und ihm gelang 1933 die heutige Sorte Uchiki kuri (Hokkaidokürbis) auf den Markt zu bringen. Seit 1945 ist die Sorte Uchiki kuri bzw. Utsugi-akagawa(rote Schale)-amaguri(süße Esskastanie)-kabocha(Kürbis) auch in Fachkreisen bekannt. Wie diese Uchiki kuri (oder Utsugi-akagawa-amaguri-kabocha) zu dem Namen Hokkaido kam, ist unbekannt. Sie gehören zum Kaga-Gemüse, traditionellen Gemüsesorten aus Kaga, dem alten Name der Ishikawa Präfektur. Uff. (Quelle: Wikipedia und ein alter Artikel von mir)
Kleiner Hokkaido-Kürbis für: Köstlich-cremige Kürbissuppe aus Hokkaido-Kürbis mit wärmenden Gewürzen wie Sternanis, Zimtblüte, Kardamom und orientalischem Touch. Als Topping Granatapfelkerne, in Nussbutter aufgeschäumte Kürbis-Würfelchen und ein Klacks Crème Fraîche | Arthurs Tochter kocht. Der Blog für Food, Wine, Travel & Love

Im Ofen geröstete Kürbisstücke mit gerösteten Gewürzen {Pimemt, Sternanis, Nelken, Zimtblüte, gründer Kardamom, Schwarzkümmel} für: Köstlich-cremige Kürbissuppe aus Hokkaido-Kürbis mit wärmenden Gewürzen wie Sternanis, Zimtblüte, Kardamom und orientalischem Touch. Als Topping Granatapfelkerne, in Nussbutter aufgeschäumte Kürbis-Würfelchen und ein Klacks Crème Fraîche | Arthurs Tochter kocht. Der Blog für Food, Wine, Travel & Love
Obwohl also der Kürbis oft als urdeutsches Herbstgemüse dargestellt wird, kommen seine Vorfahren aus Japan und vielleicht verträgt er sich auch deswegen so gut mit asiatischen Gewürzen. Die Idee, ihn mit Ingwer und Kokosmilch zu kombinieren, ist längst in allen deutschen Köpfen angekommen [sic!], wilder und ungewöhnlicher erscheinen da schon Kombinationen mit Zimtblüte und Sternanis.

Ich mag von allen Kürbissen den Hokkaido so sehr, weil er mir die geringste Arbeit macht. Müssen andere Kürbisse unter großem Kraftaufwand erst geschält werden, kann der Hokkaido wunderbar samt seiner Schale gegart werden. Um sein nussiges Aroma besonders hervorzukitzeln, zerteile ich den Kürbis grob, entferne die Kerne und Fasern (diese sind einfach mit der Hand herauszulösen) und lege ihn dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Ohne weitere Zugabe von Gewürzen oder Fett gare ich die Kürbisstücke ca. 20 Minuten bei 180°C mit Unter- und Oberhitze. Anschließend duften sie verführerisch nach Marone und Nüssen und sind weich genug, um leicht weiterverarbeitet werden zu können. 

Für die heutige Suppe habe ich die Gewürze gleich mit auf das Backblech gegeben, im Einzelnen waren das für den kleinen Kürbis eine Sternanisblüte, einige Körner Piment, etwas Koriandersaat, 4 Kapseln grüner Kardamom, ein TL Schwarzkümmel (haben wir schon einmal darüber gesprochen, WIE sehr ich Schwarzkümmel mag?), zwei Zimtblüten (ganze Zimtblüten schmecken leicht pfeffrig und haben überhaupt gar nichts mit dem bekannten Zimtgeschmack zu tun), einige Rosa Beeren und ein paar Pfefferkörner. Zur vorsichtigen Dosierung rate ich bei Piment, ein Gewürz, das viele als ungewohnt empfinden. Piment liefert den typischen Geschmack am Köttbullar beim Möbelschweden und ich glaube, das mag man, oder man mag es nicht, da gibt es kein "so ein bisschen ..."

Als ich das Kürbisgemüse aus dem Ofen geholt habe, hat der Duft mich fast umgehauen. So warm, so herbstlich, so direkt nach dem Gemüt greifend habe ich ofengeröstetes Gemüse in der Kombination mit Gewürzen noch nicht zuvor erlebt. Allein für dieses Dufterlebnis lohnt sich der Vorgang und bitte, es muss ja dann gar keine Suppe daraus gemacht werden. An diesem Punkt hätte man die Kürbisstücke direkt servieren können, eingedenk des guten alten Dresscodes auf Einladungskarten: Come as you are. Very welcome! Aber da ich ja zur Zeit noch nicht wieder kauen kann, habe ich den Duft-Kürbis in den Thermomix gegeben, samt aller Gewürze natürlich, mit circa 750 ml heller Geflügelbrühe aufgefüllt (für die vegane Variante einfach meine Gemüsebrühe verwenden) und kräftig durchgemixt. Als Topping gab es kleine Kürbiswürfelchen, Granatapfelkerne (bombig zu Kürbis!) und ein Klacks Crème Fraîche. 
Köstlich-cremige Kürbissuppe aus Hokkaido-Kürbis mit wärmenden Gewürzen wie Sternanis, Zimtblüte, Kardamom und orientalischem Touch. Als Topping Granatapfelkerne, in Nussbutter aufgeschäumte Kürbis-Würfelchen und ein Klacks Crème Fraîche | Arthurs Tochter kocht. Der Blog für Food, Wine, Travel & Love



  Genießt euren Tag!                                                                                                                                            

*Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Dies hat keine Auswirkung auf den Preis der Ware!
Print Friendly Version of this page Print Get a PDF version of this webpage PDF

Arthurs Tochter

Astrid Paul, die Autorin von Arthurs Tochter kocht., ist besessen vom Essen. Sie wacht manchmal nachts auf, weil ihr im Traum Essensdüfte durch die Nase ziehen. Dann steht sie auf und fängt an zu kochen. Oder zu schreiben. Vielleicht kocht sie auch nur, um darüber schreiben zu können, wer weiß das schon...