Hähnchen in Champignon-Sahne-Sauce nach Julia Child
Do it like Julia! Dieses Rezept für zartes Hühnchen in Champignon-Sahne-Sauce variiert das berühmte Suprêmes de volaille aux champignons von Julia Child. Ich nehme saftige Hähnchenkeulen statt Hähnchenbrust, gare sie sanft im Ofen und serviere sie mit Champignons, Butter, Madeira und Sahne.
Dieser Artikel wurde im Oktober 2026
überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht.
Lasst uns über Butter reden!
Wenn wir den zauberhaften Horst Lichter ausblenden, gibt es in Deutschland vielleicht niemanden, der so ungehemmt herzinfarktfördernde Mengen von Butter an sein Essen wamst wie ich. Vielleicht bin ich die buttrige Wiedergeburt von Julia Child – der berühmten amerikanischen Köchin (The French Chef)*. Buttrig-lecker. Ich kann mir schlimmere Beschreibungen meiner selbst vorstellen. Butter ist die gar nicht geheime Geheimwaffe für so viele Rezepte. Kalt und mit Schmackes hineingeschlagen bindet sie Flüssigkeiten zu cremigen Saucen; ihr Fettgehalt lässt uns sämtliche Speisen cremiger empfinden. Butter berührt Stellen in uns, da kommt Margarine gar nicht hin. Kennt ihr das berühmte Rezept für Seezunge „bonne femme“ – Seezunge in Weißwein-Butter-Pilzsauce? No more words needed. In dem Zusammenhang weise ich gerne darauf hin, dass NATÜRLICH Butter unter Nutella gehört, Himmel nochmal, wie kann das überhaupt zur Frage stehen! Die besten Saucen der Welt basieren auf Butter. Sauce hollandaise, Sauce bérnaise, Beurre Blanc – um nur die bekanntesten zu nennen.
Hähnchen in Champignon-Sahne-Sauce: meine Variante mit Keulen
Was ihr für dieses Rezept verwendet
Hähnchenkeulen, Champignons, Schalotten, Butter, Salz, Melange Blanc, Zitronensaft, Madeira, Worcestershiresauce, Geflügelbrühe, Sahne, Pfeilwurzmehl oder Mondamin und frischen Thymian.
Im Ofen: 35 Minuten bei 180 °C laut meinem Rezept. Mengen und Portionenzahl sind hier bewusst nicht vorgegeben – gekocht wird mit Augenmaß, wie im folgenden Text beschrieben.
Das Braten in Butter verpflichtet zur Sorgfalt, die Grenze zwischen „Aufschäumend“ und „Mist, verbrannt“ verläuft schmal. Heute schäumen wir eine ungehörige Menge von Butter in einem Bräter auf, lassen einige Schalottenwürfel darin glasig angehen, werfen in nicht zu dünne Scheiben geschnittene Champignons hinterher, und wenden dann nur kurz einige mit Salz und Melange Blanc leicht gewürzte Hähnchenkeulen darin. Denen haben wir zuvor die Haut über die Ohren gezogen, und sie an der Unterseite aufgeschnitten, so als wollten wir die Knochen heraustrennen. Das macht sie flacher und somit schneller gar. Das Originalrezept verlangt nach Hühnerbrust, sie ist das „Supreme“ im Rezepttitel. Supreme ist stets das Beste und in der Vorstellung vieler war und ist das die Hähnchenbrust. Für mich ist Hähnchenbrust, zumal geschmort (wenn auch nur kurz) das langweiligste Stück Fleisch auf Gottes Erdboden. Die armen Hühner, die um ihretwillen mit Brüsten bis zum Umfallen hochgezüchtet werden, wo doch die fleischigen, saftigen Keulen um so viel besser schmecken. Daher sind meine „Supremes de Volaille“, also das Beste vom Geflügel, die Keulen und nicht die Brust.
Hähnchenkeulen mit Backpapier und Deckel im Ofen garen
Nach dem Wenden in der aufgeschäumten Champignon-Butter spendieren wir den Hähnchenkeulen einige Spritzer Zitronensaft, decken sie mit einem gefalteten Stück Backpapier ab, legen den Deckel auf den Bräter und schieben das Geflügelgedicht (ja, Gedicht, kein Schreibfehler!) für 35 Minuten in den auf 180 °C geheizten Backofen. Das Abdecken mit dem Backpapier verringert den Garraum, das Hähnchenfleisch bleibt saftiger – diese Vorgehensweise ist bei Hähnchenbrust noch viel wichtiger!
Champignon-Sahne-Sauce mit Madeira und Butter vollenden
Am Ende der Garzeit bugsieren wir die Hühnerkeulen in den Deckel des Bräters, decken das Backpapier wieder darüber und halten sie im Ofen warm. Der Bräter kommt auf den Herd, und nun zaubern wir unter Zugabe eines Schlucks halb-trockenen Madeiras, einigen Spritzern Worcestershiresauce, sowie hausgemachter Geflügelbrühe und etwas Sahne, eine köstliche Sauce. Wir schmecken sie ab, mit vielleicht noch etwas Salz (wahrscheinlich nicht) und Melange Blanc, dicken die Sauce mit einem ungehörigen Stück kalter Butter an, binden sie mit etwas Pfeilwurzmehl oder Mondamin ab und ziehen zum Schluss angeschlagene Sahne darunter.
Thymian und Kartoffelpüree: Kräuter und Beilage
Das Originalrezept sieht indessen Petersilie vor, mir gefällt frischer Thymian besser – ihr könnt ab jetzt aber eh nichts mehr verkehrt machen. Wenn ihr gute Zutaten verwendet habt (achtet auf gute Geflügelbrühe und Worcestershiresauce!), kippt euch die Sauce spätestens jetzt aus den Puschen. Dazu passt: Kartoffelpüree oder auch gar nichts. Thank you, Julia, merci beaucoup!
Fragen zum Hähnchen in Champignon-Sahne-Sauce
Ist das Julia Childs Originalrezept?
Es ist meine Variante ihres Suprêmes de volaille aux champignons. Im Text beschreibe ich die Unterschiede: Hähnchenkeulen statt Hähnchenbrust und Thymian statt Petersilie.
Welche Garzeit und Temperatur verwendet dieses Rezept?
Ich gare die vorbereiteten Keulen 35 Minuten bei 180 °C im Bräter, mit Backpapier und Deckel abgedeckt.
Was passt dazu?
Kartoffelpüree – oder auch gar nichts, wie ich oben schon geschrieben habe. Die Champignon-Sahne-Sauce ist schließlich eine ziemlich überzeugende Hauptattraktion.
Julie & Julia – der Film*. Die Geschichte von Julia Childs Karriere als Köchin, die die französische Haute Cuisine nach Amerika brachte, wird verwoben mit einer Erzählung über das Vorhaben der Bloggerin Julie Powell, alle Gerichte in Julia Childs erstem Buch nachzukochen.
Die ohne jeden Zweifel beste Worcestershiresauce der Welt ist das Original von Lea & Perrins und ihr könnt sie HIER* kaufen
Der Bräter, in dem ich diese und andere Köstlichkeiten schmore, ist von Schulte & Ufer. Ich liebe ihn seit Jahren abgöttisch. Es gibt ihn in Rot und in Schwarz, und zwar HIER*
Melange Blanc vom Alten Gewürzamt bekommt ihr HIER*
Madeira medium-sweet bekommt ihr in jedem besseren Supermarkt. Zum Kochen würde ich immer zu Qualitäten zwischen € 8,00 und 10,00 für 0,375 l greifen, der HIER* (0,75 l) ist auch sehr ok, ich hatte ihn auf dem Höhepunkt der Pandemie selbst mal online bestellt.
Astrid Paul, die Autorin von Arthurs Tochter kocht., ist besessen vom Essen. Sie wacht manchmal nachts auf, weil ihr im Traum Essensdüfte durch die Nase ziehen. Dann steht sie auf und fängt an zu kochen. Oder zu schreiben. Vielleicht kocht sie auch nur, um darüber schreiben zu können, wer weiß das schon...
Mein Tipp (so als Namensvetterin von Julia Child): Die Soße etwas abkühlen lassen, sich nackisch ausziehen und dann ganz langsam hineingleiten lassen, um darin zu baden. May I, your Majesty?
Hallo Heinz, ist Dir schon wieder langweilig? Und wird es Dir nicht selbst langsam fad, Dich seit Jahren bei mir am Thema „Butter als Bindungsmittel für Saucen“ abzuarbeiten? Mir schlafen nämlich allmählich bei Deinen Mansplaining-Kommentaren die Füße ein. Ich empfehle Dir jetzt abschließend noch die Lektüre von Harold McGees „On Food an Cooking“, DEM Standardwerk der Küchenwissenschaft. Ansonsten frag auch gerne mal bei Professor Vilgis, dem Leiter des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung in Mainz nach. Ich habe schon Seminare bei ihm besucht, Du auch?
Ich habe Deinen Account nun als „Spam“ markiert, Du kannst Dir weitere Kommentare also in Zukunft gerne sparen und Deine Energie für anderes aufwenden. Lies doch mal wieder ein Buch, nur so als lieb gemeinter Vorschlag.
Am Wochenende wird es kühl und nass. Außerdem habe ich noch ein paar Hühneroberkeulen und ein Stück Lammschulter im Tiefkühler. Also gibt es am Samstag das Huhn nach Julias Rezept. Der Schwabe an meiner Seite meint, dazu könne man auch Spätzle essen.
Am Sonntag soll sich die Lammschulter dann in das Curry der anderen Julia verwandeln.
Mädels, Ihr habt kulinarisch mein Wochenende gerettet! Danke!
Spräche was dagegen gleich Keule ohne Haut und Knochen zu verwenden? Oder bringen die Knochen hier einen geschmacklichen Mehrwert? Entbeinte Keulen habe ich immer im Kühler, seit dem es die endlich endlich verlässlich zu kaufen gibt. Danke für das Rezept, wird definitiv die Tage getestet. Und klar, Nutella nur mit dick Butter drunter
Nein, dagegen spricht gar nichts. Knochen bringen natürlich IMMER geschmacklichen Mehrwert, keine Frage. Aber immer besser Keule, als die Brust aus dem Originalrezept. Und selbst da ist ja schon die halbe Welt vor Begeisterung eskaliert. Ich bin sehr gespannt, wie es Dir mit entbeinten Keulen schmeckt, berichte doch mal! Und komm an mein Herz, wegen Nutella! :D
Danke fürs Erinnern. Ich liebe das Rezept sehr (und irgendwie scheppert die Erinnerung an ihre schrille Stimme jetzt in meinem Innenohr). Hab schon Brust schwimmen lassen in der feinen Sauce wie auch Schenkel, ich mochte beides sehr, sehr gern. Auch wenn es um Butter unter Nutella geht, bin ich komplett dabei. Danke! Schönen Start in die Woche! :)
Zweimal JAA: Natürlich sind die Keulen das Allerbeste und natürlich gehört Butter unter Nutella, und zwar kalt und in dünnen Scheiben aufs Brot gelegt. Wenn man unbedingt an etwas sparen will, kann man ja die Nutella dünn auftragen - Butter jedenfalls immer großzügig verwenden!
Liebe Ilka, ich rate davon ab. Aufgewärmte Champignons schmecken wie Pappdeckel, aufgewärmtes, zartes Geflügelfleisch wird gerne trocken. Zu Sahneersatzprodukten kann ich hingegen nichts sagen, ich habe noch mit keinem einzigen gekocht oder es gegessen.
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Wie schön, dass Du da bist!
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Es gibt keine gute Küche, wenn am Anfang nicht die Freundschaft für denjenigen steht, dem sie bestimmt ist. (Paul Bocuse)
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Mein Tipp (so als Namensvetterin von Julia Child): Die Soße etwas abkühlen lassen, sich nackisch ausziehen und dann ganz langsam hineingleiten lassen, um darin zu baden. May I, your Majesty?
AntwortenLöschenNICHT MIT DEN FÜSSEN INS ESSEN!
Löschen"Soße etwas abkühlen lassen" Nicht nötig, da hilft die kalte Butter.
LöschenHallo Heinz, ist Dir schon wieder langweilig? Und wird es Dir nicht selbst langsam fad, Dich seit Jahren bei mir am Thema „Butter als Bindungsmittel für Saucen“ abzuarbeiten? Mir schlafen nämlich allmählich bei Deinen Mansplaining-Kommentaren die Füße ein. Ich empfehle Dir jetzt abschließend noch die Lektüre von Harold McGees „On Food an Cooking“, DEM Standardwerk der Küchenwissenschaft. Ansonsten frag auch gerne mal bei Professor Vilgis, dem Leiter des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung in Mainz nach. Ich habe schon Seminare bei ihm besucht, Du auch?
LöschenIch habe Deinen Account nun als „Spam“ markiert, Du kannst Dir weitere Kommentare also in Zukunft gerne sparen und Deine Energie für anderes aufwenden. Lies doch mal wieder ein Buch, nur so als lieb gemeinter Vorschlag.
ach vergessen: Küsschen! :*
LöschenAm Wochenende wird es kühl und nass. Außerdem habe ich noch ein paar Hühneroberkeulen und ein Stück Lammschulter im Tiefkühler. Also gibt es am Samstag das Huhn nach Julias Rezept. Der Schwabe an meiner Seite meint, dazu könne man auch Spätzle essen.
AntwortenLöschenAm Sonntag soll sich die Lammschulter dann in das Curry der anderen Julia verwandeln.
Mädels, Ihr habt kulinarisch mein Wochenende gerettet! Danke!
Liebe Irene, wir beide, Julia und ich, haben uns gleichermaßen über Deinen Kommentar gefreut und senden Dir gemeinsam viele leckere Grüße!
LöschenAlso, die Curry-Julia meine ich natürlich – nicht Mrs. Child :D
LöschenSpräche was dagegen gleich Keule ohne Haut und Knochen zu verwenden? Oder bringen die Knochen hier einen geschmacklichen Mehrwert? Entbeinte Keulen habe ich immer im Kühler, seit dem es die endlich endlich verlässlich zu kaufen gibt. Danke für das Rezept, wird definitiv die Tage getestet. Und klar, Nutella nur mit dick Butter drunter
AntwortenLöschenNein, dagegen spricht gar nichts. Knochen bringen natürlich IMMER geschmacklichen Mehrwert, keine Frage. Aber immer besser Keule, als die Brust aus dem Originalrezept. Und selbst da ist ja schon die halbe Welt vor Begeisterung eskaliert. Ich bin sehr gespannt, wie es Dir mit entbeinten Keulen schmeckt, berichte doch mal! Und komm an mein Herz, wegen Nutella! :D
LöschenDanke danke danke für : "Natürlich gehört Butter unter Nutella" :-)
AntwortenLöschenGern geschehen :)
LöschenDanke fürs Erinnern. Ich liebe das Rezept sehr (und irgendwie scheppert die Erinnerung an ihre schrille Stimme jetzt in meinem Innenohr). Hab schon Brust schwimmen lassen in der feinen Sauce wie auch Schenkel, ich mochte beides sehr, sehr gern. Auch wenn es um Butter unter Nutella geht, bin ich komplett dabei. Danke! Schönen Start in die Woche! :)
AntwortenLöschenDas freut mich sehr! Ja, die Stimme ... sehr gewöhnungsbedüftig! ;)
LöschenWie versprochen, mein Bericht: Großartig, ganz großartig. Die Soße ist toll, die (entbeinten) Keulen waren wie immer (also super). Danke :-)
AntwortenLöschenYessssss! Das freut mich riesig! Danke fürs Bescheid geben!
LöschenZweimal JAA: Natürlich sind die Keulen das Allerbeste und natürlich gehört Butter unter Nutella, und zwar kalt und in dünnen Scheiben aufs Brot gelegt. Wenn man unbedingt an etwas sparen will, kann man ja die Nutella dünn auftragen - Butter jedenfalls immer großzügig verwenden!
AntwortenLöschenLiebe Astrid, kann ich das Gericht zwei Tage im Voraus zu bereiten und statt Sahne alternativ Hafer Cuisine nehmen? VG Ilka
AntwortenLöschenLiebe Ilka, ich rate davon ab. Aufgewärmte Champignons schmecken wie Pappdeckel, aufgewärmtes, zartes Geflügelfleisch wird gerne trocken. Zu Sahneersatzprodukten kann ich hingegen nichts sagen, ich habe noch mit keinem einzigen gekocht oder es gegessen.
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