Rezept für Kalbszunge in Madeirasauce mit Kartoffelpüree und Erbsen {Retroküche & Nose to Tail}

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Arthurs Tochter

Astrid Paul, die Autorin von Arthurs Tochter kocht., ist besessen vom Essen. Sie wacht manchmal nachts auf, weil ihr im Traum Essensdüfte durch die Nase ziehen. Dann steht sie auf und fängt an zu kochen. Oder zu schreiben. Vielleicht kocht sie auch nur, um darüber schreiben zu können, wer weiß das schon...

19 Kommentare :

  1. Anonym4/19/2016

    Zunge in Madeira- ein Festmahl! Wobei ich gar überhaupt nicht weiß was mein Umfeld davon hält- sollte ich mal eruieren. Zumindest erinnere ich an ein "Bollito Misto" vor Jahren- die Zunge war das erste was verschwunden war in den Mägen meiner Gäste.

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  2. Ganz köstlich! Du hast Recht, Essen aus der Kindheit aber viel besser. Und die Dosenchampis gab es früher bei uns auch :)

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    1. Die Dosenchampignons gab es wohl derzeit überall. Die Deutschen haben damals die Konserven entdeckt, die dann mit aller Macht von den Konzernen in den Markt gedrückt worden sind. Als junge Frau konnte ich mir dann nur noch "II. Wahl in Scheiben" leisten :D

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  3. Hiwwelhubber4/19/2016

    Liebe Astrid,
    genial! Zunge hab ich vor kurzem selbst entdeckt; Retro-Kochen (verfeinert) liebe ich auch sehr.

    Nur mit den Erbsen gebe ich Dir einmal nicht recht. Quasi im Gemüsegarten aufgewachsen, kannte ich den Unterschied von den direkt gepflückten zu den gefrohrenen schon immer (und musste ihn dann auch jahrelang vergessen, um die fulminanten Qualitäten der frischen Erbsten dann letztes Jahr umso stärker zu erleben) - und allein das Auspalen (incl. Roh-Essens dabei, denn man muss ja kosten, was man zubereitet :-) ) hat doch sinnlich-meditative Qualitäten :)

    Zu der Zunge könnte ich ja noch die Geschichte von Onkel Karl und dem Konfirmationsessen des Sohnes berichten - nur fürchte ich, die geht an diese Stelle zu sehr unter die Gürtellinie...

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    1. Oh nein, bitte! Ich möchte diese Geschichte hören! Immerhin habe ich hier im Blog schon über's Kacken geschrieben, was soll da noch kommen? :)

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    2. Und die Erbsen - wahrscheinlich hast Du recht. Aber ich pule doch nicht selbst ;)

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    3. Hiwwelhubber4/20/2016

      Also ein Erbsenpul-Assistent wird sich ja wohl noch finden :)

      Gut, wenn Du unbedingt willst: Es war in den späten 70ern/frühen 80ern. Hauptspeise wie immer: Gemischter Braten und Gemüse und Salat und Kroketten und Reis und Spätzle und eine Schüssel Salzkartoffeln (hat nie jemand gegessen, gehörte aber dazu)...
      und davor: Zunge geschnetzelt in Champignonsauce. Keiner wollte so recht ran. Darauf hin Onkel Karl (bitte das Ganze sich im breiten Wormser Dialekt vorzustellen):

      "Warum essden Ihr die Zung' ned? Bloß weil die Kuh de anner mol demit es Arschloch geleckt hat?..."

      Betretenes Schweigen überall. Und erst recht langte keiner zu... bis der Hauptgang kam.

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  4. Beide Großmütter kamen vom Bauernhof bzw. Gasthaus im Umland von Wien. Da blieb für die Hunde oder den Müll recht wenig übrig. Nose to tail ist für mich keine Mode sondern selbstverständlich, ich kenne es nicht anders. Bei meiner Oma wurde wienerisch gekocht(Sulz), meine Omi hatte die französische Küche als Vorbild (Kutteln). Bei mir ist es die italienische Küche, da wird aber eigentlich auch alles verwendet.

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    1. Wohl dem, der noch seine Großmütter erleben durfte! Mir ist das leider entgangen, ich musste mir alles mühsam selbst heranfuttern und -lesen. Wobei meine Mutter wirklich ausufernd und gut gekocht hat. Aber Pansen bekam bei uns wirklich nur der Hund und ich schreie bis heute nicht Hurra, wenn man ihn mir servieren möchte.

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  5. Anonym4/19/2016

    Da ist sie wieder, die "eiskalte" Butter, zum Andicken der Sauce !! Wie kalt ist eigentlich eiskalt. 0° C oder - 4° C oder gefroren aus dem Gefrierschrank -18°C, vielleicht Kühlschrank kalt mit + 6°C ? Irgend ein kochbuchschreibender Koch, der in seiner Restaurantküche etwa zur Soßenzubereitung portionierte Butter griffbereit in Reichweite auf Eis gelagert hat, damit sie nicht schmilzt, schrieb in seinen Rezepten wahrheitsgemäß "eiskalte Butter". Das wurde kolportiert und hat sich bis heute gehalten. Streichfähige Butter aus der Butterdose, die Portionsgröße nach Geschmack und Saucenmenge, tut's auch. Schließlich macht man eine Sauce Hollandaise auch nicht mit eiskalter Butter.

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    1. Also in diesem Leben werden Du und ich uns zu diesem Thema wohl nie mehr einig :)
      Erinnerst Du Dich: http://www.arthurstochterkochtblog.com/2014/03/menu-und-rezepte-vom-supperclub-bei.html?showComment=1395557155831#c2646609407284157767

      Ich habe es mittlerweile getestet - eiskalte Butter (was bei mir bedeutet, aus dem -18°C TK-Fach) bindet besser als zimmerwarme oder kühlschrankkalte. Und ja - auch bei Hollandaise.

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  6. Vielen, vielen Dank fürs Erwähnen! Juhu!

    Darf ich noch mein Lieblingsrezept anfügen? Knusprig frittiertes Schweinsöhrchen (Schweinsöhrli). Schmeckt am allerallerbesten mit Rhabarber-Chili-Gelée wie ich dieses Wochenende herausgefunden habe :-)

    Und noch ein Buchtipp: Quinto Quarto von Cornelia Schinharl und Beat Koelliker. Ein Buch über die römische Innereienküche, das kürzlich in mein Bücherregal geflattert ist, und ich nie mehr hergeben werde.

    Danke, danke, danke fürs Erwähnen :-)

    Liebe Grüsse aus Zürich
    Nicole

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    1. Dass Du Dich so freust - Wahnsinn! Ist doch nur eine Verlinkung und zwar sehr gerne geschehen! Und danke für den Buchtip! Ich habe Deine "Schlachtreportage" aufmerksam verfolgt, das habe ich hier schon lange vor, weil ich ja um die Ecke einen Metzger habe, der wöchentlich schlachtet und ich jederzeit dabei sein kann. Ich hätte gerne P. dabei, für die Fotos, damit ich mich besser auf den Rest konzentrieren kann, aber er möchte leider nicht. Irgendwann gehe ich das dann wohl doch alleine an.

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    2. Mich so freuen: Ach.. Nose to tail ist ein schwieriges Thema. Alle findens gut, aber nur ganz, ganz wenige machen es. Snüf.

      Das Schlachten hätte ich natürlich auch einfacher haben können, als nach Deutschland zu düsen. Immerhin habe ich so mal Ostdeutschland kennengelernt.
      Es war eine "gute" Erfahrung. Ich empfehle es jedem.

      Liebe Grüsse aus Zürich
      Nicole

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  7. Ich wage mal eine Ekel-These: Sich vor essen zu ekeln hat ja vermutlich vor allem zwei Gründe. Erstens Geschmack. Siehe meine Kinder. Rosenkohl mit Gorgonzola überbacken? Schmeckt herrlich, aber halt nicht (meinen) Kindern, die flüchten davor schneller als ich "Rosenkohl" sagen kann. Zweitens Kopfkino und Assoziationen. Und bei Zunge denkt man halt an Zunge, die so aussieht wie Zunge. Also das, was ich da im Mund habe. Iiiih! So ungefähr ... Deshalb fällt vermutlich viel Essen durchs Ekel-Raster, unter dem man sich was vorstellen kann: Innere Organe wie Leber und Hirn und so weiter. Ein Steak oder ein Braten sieht dagegen aus wie ein essbares Stück Fleisch, und Otto-Normal-Esser hat keine Ahnung, wo vom Tier es genau herstammt ... Philosophisch betrachtet wäre dann unsere zunehmende Ahnungslosigkeit gegenüber Lebensmitteln für den punktuellen Ekel verantwortlich. Wer sich nur noch von Chicken Nuggets ernährt, die aber so gar nichts mehr mit dem ursprünglichen Tier zu tun haben, ekelt sich halt vor Essen, das irgendwie noch ans Tier erinnert ...

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    1. Ich glaube ja ganz fest daran, dass kaum noch Fleisch gegessen würde, wenn die Tiere im Ganzen oder maximal halbiert in den Metzgertheken liegen würden - allein die Köpfe und Augen! Das ist schon ganz bewusst so, dass die Verbraucher kaum noch etwas an das Tier erinnern soll, so ein Tafelspitz ist dann ganz harmlos. Zunge - ja, die sieht halt aus, wie sie aussieht - als gepökelten Aufschnitt essen sie die Leute dann wieder ohne mit der Wimper zu zucken. Oder einen Ochsenmaulasalat - der irritiert auch niemanden. Als ich aber im Freundeskreis vor Jahren angekündigt habe, Schweinekinn kochen zu wollen, haben alle gedacht, ich hätte einen Sockenschuss und fanden den Gedanken sehr ekelig. Würden wir in China leben, äßen wir sicher auch Hund ;)

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  8. erstens: zunge... habe ich bislang ein einziges mal in meinem leben gegessen. hat meine mutter zubereitet. und die war / ist eine recht ordentliche köchin à la viel hilft viel :D
    leider hat sie die haut nicht abgezogen. ich war 16 und hatte vor nicht allzu langer zeit zum erstenmal "richtig" geküsst. das fühlte sich ähnlich an. ich hab' fast gekotzt ^^
    zweitens: bei uns - ich entstamme von beiden seiten alten bauerngeschlechtern - wurde früher noch im hof geschlachtet. mein opa väterlicherseits trank schweineblut und kloppte sich zum frühstück zwei rohe eier rein. kaninchen habe ich erst gestreichelt, dann ausgemistet, dann gegessen. aaaaber: innereien... sehr lange ging das gar nicht. bis auf leber. und jetzt liegen hier noch rehinnereien (nieren, leber, herz) in der truhe. ich schaff's nicht :D
    drittens: "Dass nose to tail derzeit wieder Trend ist, offenbart lediglich unsere Verkommenheit." - unterschreibe ich bedenkenlos.
    viertens: gab es nicht früher nur champignons I.wahl ("ganze köpfe") und III. wahl (scheibchen) in dosen?! ich habe mich jahrelang gefragt, was denn nun eigentlich "II. wahl" sein könnte ^^

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    1. Das kann sein, mit der II. und III. Wahl, vielleicht habe ich das falsch in Erinnerung. Ich werde mich demnächst in die Niederungen der Chamipgnondosenkultur begeben und das recherchieren. Investigativ und mit schonungsloser Offenheit! :D
      Danke für die beeindruckenden Erlebnisse und Gefühle, die Du hier mit uns geteilt hast!

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