7 Mythen über Veganer und vegane Ernährung – ganz einfach und kurz erklärt

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Arthurs Tochter

Astrid Paul, die Autorin von Arthurs Tochter kocht., ist besessen vom Essen. Sie wacht manchmal nachts auf, weil ihr im Traum Essensdüfte durch die Nase ziehen. Dann steht sie auf und fängt an zu kochen. Oder zu schreiben. Vielleicht kocht sie auch nur, um darüber schreiben zu können, wer weiß das schon...

21 Kommentare :

  1. Anonym7/05/2019

    Liebe Astrid, Du hast mir tatsächlich einige Denkanstöße mit diesem Artikel gegeben. Danke dafür, dass ivh jetzt liebgewordene Vorurteile überdenken "muss".

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    1. Das freut mich sehr! Und mehr wollt ich ja mit diesem Artikel gar nicht. Nur anregen :)

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    2. 1. Hm, Du kommst hier vom Steak-Geruch auf Wurstzusatzstoffe im Vergleich zu veganen Industrieprodukten. Das finde ich ein bisschen kreuz und quer gemsicht. Denn: im einfachen Stück Fleisch gegessen, nimmt man erst einmal keine Zuckervarianten, Palmöl oder sonstigen Mist zu sich. Und auch Wurst – da gibt es solche und solche. Also der Veganer, der sich im Kühlregal mit abgepackter Ware eindecken muss im Zweifelsfall, ist nicht zwangsläufig mit einem Fleischesser gleichzusetzen, der seine Produkte beim Metzger seines Vertrauens einkauft – wie von Dir hier suggeriert. Der aufgeklärte besonnene Fleischesser hat hier die Alternative. Hat die der Veganer – will er auf solche Produkte zurück greifen?

      Ich habe übrigens durchaus verstanden, warum der Veganer sein Schnitzel und seine Wurst dennoch will. Ich verstehe allerdings immer noch nicht, warum sich die Szene nicht viel schönere Namen für ihre Nahrung dabei ausgedacht hat, sondern an der Variante aus der Fleischindustrie so vehement festhält.

      2. Jein. Solange der Mensch Abwesenheit von Fleisch in seinem Stoffwechsel substituieren muss aus der chem. Produktion (Bayer und Consorten), weil diese nicht aus der Nahrung generiert werden können, isses so einfach eben auch nicht.

      3. Sehe ich auch so. Erwiesen: übermäßiger Fleischverkehr (insbesondere da wir heutzutage Fleisch nur selten rein auf den Teller bekommen) macht nicht schlau. Aber natürlich spielen in die menschliche Intelligenz sehr viel mehr Faktoren hinein als nur die Ernährung.

      4. Nein. Also Veganer haben ein überdurchschnittliches großes Bedürfnis anderen Menschen sehr sehr früh auf die Stulle zu schmieren, dass sie sich vegan ernähren. Vegetarier übrigens längst nicht so. Veganer sind in dem Punkt sehr speziell und leider ganz oft anstrengend. Mein Problem ist dabei gar nicht, dass mich jemand darüber informiert, dass er sich so ernährt – wie er informiert, es tonal als Besonderheit, persönliche Auszeichnung zu kommunizieren. Der Ton macht dabei die Musik. Sollte man, wenn man es schon thematisiert nicht unter den Tisch fallen lassen.

      Die vegane Ernährung scheint meinem Erleben nach für sehr viele dieser Menschen ihr Happening zu sein. Mag sein, dass Berlin davon aber auch überproportionale viele Vertreter dieser Art hat.

      5. Ja. Nervt mich auch. Andererseits wundere mich dennoch immer über den naiven Glauben, es könne veganen Wein geben. So wie ich Weinproduktion kenne: eher nein – und zwar unabhängig von der Kelterung.

      6. Naja. Szenario: In einer Welt in der kein Fleisch mehr gegessen würde und das pflanzliche Essen aufgrund von sonstigen äußeren Störungen knapp würde, würde der Pflanzenfresser seinen ratzfatz Fressfeind ausrotten. Ist so.

      Ist aber natürlich noch sehr weit her gedacht.

      7. Pest und Cholera. Punkt ist vorrangig, dass eben die Tablette notwendig ist, um gesund zu bleiben. Nicht darum, dass es längst (ökologisch durchaus auch bedenkliche) Alternativen gibt. Brauchste Chemie bei diätischer Ernährung – ist sie eben nicht gesund für Deinen Organismus. Punkt.

      Dennoch: Jedermanns eigene Entscheidung.

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  2. Liebe Astrid, ich bin bei fast allen Punkten bei dir, jedoch nicht bei den Nachbauten von tierischen Produkten. Wie du weißt, kann ich schlecht kauen und noch schlechter schlucken, Dysphagie nennt sich das in der Fachsprache. Das bedeutet auch Verzicht auf die meisten Fleischgerichte. Kein Schnitzel, kein Henderl, kein Steak, kein Speck usw. nichts was man eben beißen müsste. Ich habe damit kein großes Problem, und wenn ich wirklich unbändige Lust auf Fleisch habe, dann gibt es ein Tartar von einem Rind vom Bauern meines Vertrauens. Es gibt natürlich für Dysphagie Patienten nachgebaute Speisen. Da wird das Fleisch zermatschkert und in Silikonformen nachgeformt. Henderlhaxerl, Hühnerkeulen, zum Beispiel. Nein danke kann ich da nur sagen. Wenn ich keine Henderlhaxerl mehr essen kann, dann bitte auch nix, das so aussieht. Das mag für Patienten mit neurologischen Defiziten, wie etwa Demenz, Sinn machen, da geht es um die Erinnerung, aber ich möchte so etwas nicht. Darum kann ich auch ganz schwer nachvollziehen, warum man gerade als Veganer, der auf tierische Produkte verzichten will , solche optischen Täuschungen möchte. Liebste Grüße aus Salzburg, Claudia, ungewollte Teilzeitveganerin ;-)

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    1. Liebe Claudia,

      ich verstehe Deinen Punkt. Aber ich verstehe wiederum nicht, warum Du nicht einfach denen, die nun diesen Geschmack möchten oder brauchen, nicht gönnst. Für mich sind diese Produkte auch nichts, ich esse tatsächlich ja eh so gerne Gemüse in allen Formen und Zubereitungsarten, dass mich diese Sachen nicht anmachen. Aber ich verstehe sehr wohl, dass man sie mögen KANN. Und Du hast die Möglichkeit, Tatar zu essen. Ohne respektlos Deiner schweren Krankheit gegenüber zu scheinen, klingt das für mich ein wenig nach Nölerei. Einen ähnlichen Kommentar habe ich eben auf der Facebookseite beantwortet, schau mal hier, wenn Du magst: Facebookdiskussion

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  3. Michael7/05/2019

    Liebe Astrid, meine Frau und ich, beide vegan essend, feiern dich gerade sehr!

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  4. argument 4 gibts übrigens auch in homo! müssen wir auch immer und ständig mit hausieren gehen!

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    1. Echt? Verrückte Welt. Sollt ihr es nicht zeigen dürfen in der Öffentlichkeit, zielt das darauf ab? Ich hoffe ja immer, diese Denkweisen sterben endlich mal aus, aber das dauert wohl noch, wenn es überhaupt jemals so weit ist ...

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  5. Anonym7/05/2019

    Intelligente Sprache ist ein scharfes Schwert. Und Du weißt es wohl zu führen.

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    1. Feines Kompliment, danke sehr!

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    2. Anonym7/06/2019

      "Du nimmst mir das Miauen aus dem Mund" 😊 es ist mir immer ein Vergnügen, die temperamentvolle, engagierte und lebensfrohe Person hinter den Texten zu hören. Astrid, du hast immer noch Hoffnung, dass die Menschheit gelegentlich ein Hirn zwischen den Ohren herumträgt 😃

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  6. Witzig UND lehrreich geschrieben, das kann ja auch nicht jeder. Danke für ein paar Denkanstösse, Grüße von Annelie, 28, Gernefleischesserin :)

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  7. Ich kenne so viele nette Veganer (für die ich auch immer, wenn sie zu Besuchen kommen, wirklich vegan koche und backe), aber auch zwei, die - na ja, anstrengend sein können. Der einen steigen beim Gedanken an Fleisch, Eier, Milch etc. wortwörtlich die Tränen in die Augen, weil sie es wirklich nicht ertragen kann, das Lebewesen leiden müssen. Die andere bricht immer wieder in heftige Tiraden aus, dass es heute absolut nicht mehr nötig ist, sich von tierischen Produkten zu ernähren, es keinen Grund für den Konsum tierischer Produkte gebe und es absolut amoralisch wäre. Weil ich gerne Skyr esse, also isländischen "Quark/Joghurt", obwohl ich doch um das Leid der Milch wissen müsse, bekam ich dann erklärt, dass sie "im Strahl kotzen könne". Allerdings muss ich zugeben, die Dame finde ich auch sonst anstrengend! :-)

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    1. Es gibt halt nette und weniger nette und anstrengende und weniger anstrengende Menschen, so ist das. Wie sagte Adenauer so schön (sinngemäß) "So sinds, die Menschen, es gibt halt keine anderen."

      Mir ist ja jemand,Tränen in die Augen bekommt beim Gedanken an Tierleid lieber, als jemand, der wie ein Arschloch durch die Gegend läuft und seine Mitmenschen nicht achtet. Und die gibt es sicher als Veganer und als Allesesser :)

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  8. Anonym7/05/2019

    Kurz und knapp und ziemlich gut. Danke!

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  9. Anonym7/06/2019

    Danke für den tollen Start ins Wochenende, super Arrikel!

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  10. ich kann mich deiner Meinung nur anschliessen. Meiner Meinung nach ist Fleischessen fuer
    den menschl. Organismus ebenso notwendig wie Gemuese etc Persoenlich war und bin ich fuer
    eine ausgewogene Ernaehrung. Also mehr Gemuese und Fisch und Fleisch als Leckerli hie und da.
    Allerdings Wurst kommt mir auch nicht auf den Teller.

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  11. Christina7/06/2019

    "So mancher Fleischesser fühlt sich vielleicht getroffen – weil er WEISS, dass er zu viel Fleisch isst. ..." THIS!

    Super Artikel, liebe Astrid.

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  12. Liebe Astrid,
    als bekennende Alles-Esserin (nur nicht alles zu jeder Zeit), bin ich in ganz vielen Punkten bei dir.

    Finde aber gleichwohl, dass gerade aus dem Essen in den letzten Jahren dermaßen angestrengt eine Religion gemacht wird, dass ich mir wünschte, jeder bliebe etwas mehr bei sich. Essen und essen lassen.

    Ich glaube, unter schlauen, bewussten Menschen hat sich längst herum gesprochen, dass eine vorwiegend pflanzenlastige Ernährung besser für Mensch und Umwelt ist, als Billiggrillfackeln aus dem Discounter. Und dass man sich IMMER schlecht und ungesund ernähren kann, mit Mischkost genauso wie als Veganer. Von mir aus darf auch rote Bete Saft den Beyond Meat Patty beim Anschnitt rot färben, couldn´t care less.

    Im Detail glaube ich, dass es sich immer lohnt, genauer hinzuschauen. Ist es wirklich verwerflich, Honig (für den die Bienen geschändet wurden) zu essen und gleichzeitig veganen Käse aus Cashews zu essen (für die Cashew Ernte werden zugegebenermaßen keine Bienen geschändet, dafür tut der den Menschen aber so gar nicht gut, weil bei der Aufbereitung der Kerne die Arbeiter den toxischen Dämpfen des Schalenöls ausgesetzt sind)?

    Natürlich ist es hochgradig irre, die Meere weiterhin leer zu fischen. Gleichwohl sind Schätzungen zufolge rund 120 Millionen Menschen weltweit wirtschaftlich abhängig von der Fischerei. Ist da wirklich "Kein Fisch mehr" die Lösung? Oder müssten wir es schaffen, den Anteil an nachhaltiger Fischerei weiter zu erhöhen? Wie weit geht das überhaupt? Wie kann man die local Communities stärken, die noch nachhaltig fischen? Und die Übermacht der Fischerei-Nationen und der industrialisierten Fischproduktion schwächen?

    Wie ist das mit dem Soja? Darf man das jetzt? Oder ist das doch aus vielerlei Gründen keine empfehlenswerte Option? Es gibt halt nicht immer nur schwarz und weiß und eine differenzierte Auseinandersetzung fehlt mir an vielen Ecken. Mit den Fleischessern genauso wie mit den Veganern.

    Ich kenne nette Veganer genauso wie anstrengende. Ich kenne nette Fleischesser genauso wie anstrengende. Und ich kenne nette Vegetarier genauso wie anstrengende. Für die netten koch ich gern. Auch vegan. Die anstrengenden dürfen gern einen weiten Bogen um mich machen. Ich versuch dasselbe.

    Und jetzt verabschiede ich mich für heute mit meiner Lieblingsanekdote aus den Salzfeldern der Camargue.... da fragte einer doch tatsächlich, ob Fleur de Sel vegan sei. Weil: Da könnt ja schon mal ein Tierchen drin sein.

    Fröhliche Grüße
    Conny

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