Steak richtig braten: 7 Tipps für das perfekte Steak
Ein gutes Steak braucht gutes Fleisch, eine geeignete Pfanne und ein Fleischthermometer. Und jemanden, der es rechtzeitig vom Herd nimmt. Hier erfahrt ihr, worauf ich beim Einkauf achte, warum ich Eisenpfannen liebe und wie ich mein Steak ganz klassisch in der Pfanne brate und im Ofen fertig gare. Dazu kommen Salz, Pfeffer und Butter. Die wirklich wichtigen Dinge eben.
Inhalt: So gelingt euer Steak
- 1. Welches Fleisch eignet sich für ein perfektes Steak?
- 2. Wo kaufe ich gutes Fleisch für Steak?
- 3. Worauf muss ich beim Steakkauf achten?
- 4. Welche Pfanne und welches Zubehör brauche ich?
- 5. Steak in der Pfanne, im Ofen oder sous vide garen?
- 6. Welche Temperatur braucht ein perfektes Steak?
- 7. Wann salze und pfeffere ich mein Steak?
- Steak arosieren: mit Butter übergießen
- Häufige Fragen zum Steakbraten
- Bücher und Zubehör
In diesem Beitrag geht es vorrangig um Rindfleisch. Ist nur Fleisch genannt, ist also Rindfleisch gemeint. Jeden einzelnen Punkt könnte ich noch weiter vertiefen; ich möchte mit diesem Beitrag jedoch lediglich einen kleinen Überblick über die Kernpunkte bieten. Über sinnvolle Ergänzungen und eure eigenen Erfahrungen bei der Zubereitung von Steaks in den Kommentaren freue ich mich sehr – und ganz sicher auch alle Leserinnen und Leser!
1. Welches Fleisch eignet sich für ein perfektes Steak?
Sprechen wir vom Zuschnitt?
Sprechen wir von Rasse, bzw. Genetik?
Eines vorweg: Jungbulle ist keine Fleischrasse. Jungbulle ist gar nichts! Jungbullenfleisch ist in meinen Augen lediglich eine Erfindung von Marketingstrategen, um euch für wässriges, geschmackloses Fleisch das Geld aus der Tasche zu ziehen!
2. Wo kaufe ich gutes Fleisch für Steak?
3. Worauf muss ich beim Steakkauf achten?
- Auf eine vertrauenswürdige Quelle. Wie vertrauensvoll eine eher anonyme Supermarkttheke in eurer Umgebung sein kann, kann ich nicht beurteilen.
- Auf Rasse, Herkunft, Schlachtbedingungen und ganz ausdrücklich auch auf die Arbeitsbedingungen der dort tätigen Menschen, Reifegrad (fragt nach, wie lange das Fleisch abgehangen ist, 14 Tage sind NICHTS!), Verpackung (siehe Punkt 3). Ob ihr Trockenreifung (dry aged) oder Nassreifung (im Vakuum) bevorzugt, bestimmt eurer eigener Geschmack. Dry aged ist grundsätzlich teurer, weil das Fleisch durch den Wasserverlust auch Gewicht verliert, das der Metzger/Händler euch berechnen wird
- Ich kaufe niemals, wirklich niemals abgepackte Ware! „Unter Schutzatmosphäre verpackt“ bedeutet, dass die Luft in der Verpackung durch ein Gasgemisch ersetzt wurde. Bei frischem Rindfleisch wird häufig ein hoher Sauerstoffanteil eingesetzt, damit die rote Farbe länger erhalten bleibt. Das Gasgemisch ist aber nicht bei jeder Verpackung gleich. Ob ein Steak zäh wird, hängt vor allem auch von Fleischqualität, pH-Wert und ausreichender Reifung ab; die Verpackung allein ist kein verlässliches Qualitätsurteil. Meine persönliche Einkaufsentscheidung bleibt trotzdem: Ich kaufe mein Steak lieber unverpackt und frage nach Herkunft und Reifung.
- Auf das richtige Gewicht! Ich halte nichts von dummen Sprüchen wie "alles unter 500 g ist Carpaccio", aber in diesem Fall gilt: size matters. Jedenfalls insofern, dass ein Steak mit 1 cm Dicke sich kaum so gut braten lässt, wie ein dickeres Stück, klar, oder? Also kauft es so dick wie möglich – esst ihr eh zu zweit oder mit mehreren – freut euch und kauft die benötigte Menge im Ganzen. Geteilt wird dann erst beim Aufschneiden des fertigen Steaks. Ihr werdet erleben, dass das Garergebniss und der Geschmack von größeren Stücken um ein Vielfaches besser gelingen. Wenn ich mir ein Steak brate, dann verwende ich nie ein Stück unter 300 g. Die esse ich auch alleine ganz locker – allerdings verzichte ich auf überflüssige, u. U. fettreiche, Sättigungsbeilagen. Mir reicht in der Regel das Steak mit z. B. einem rohen Blattsalat oder gebackenem Romana wie hier. Oder eben nur das Steak mit gutem Salz, fertig. Sind euch 300 g+ dennoch zuviel, kauft sie trotzdem und esst am nächsten Tag einen Salat mit kalt aufgeschnittenen Scheiben vom Steak dazu, Problem gelöst.
- Ihr müsst bereit sein, Geld auszugeben. Ich sage das ganz deutlich: ihr könnt nicht besser essen, als ihr vorher eingekauft habt! Und ja, ich weiß, dass gutes Fleisch etwas mehr kostet, als man es vielleicht von den € 7,99/kg-Leuchtreklamen gewohnt ist. Das Ochsenkotelett auf dem ersten Bild hat € 33,34/39,00 kg gekostet. So etwas essen wir aber auch nur 2 - 3 x im Jahr. Und auch wenn ich mir manchmal ob meiner Bereitschaft für Fleisch ordentlich Geld auszugeben verständnislose Blicke einfange, ist das ungerecht und zu kurz gedacht. Unter dem Strich gebe ich auf diese Art viel weniger Geld für Fleischkonsum aus, als der Durchschnitt. Laut Statistischem Bundesamt gaben die Deutschen 2013 monatlich € 58,00 für Fleisch (€ 50,00) und Fisch (€ 8,00) aus, was wiederum immerhin 26 % der Gesamtausgaben für Lebensmittel (€ 225,00) in den deutschen Haushalten entsprach. Vergleicht das mit euren Ausgaben; bei mir ist der Fischanteil deutlich höher, der Fleischanteil sehr viel geringer.
4. Welche Pfanne und welches Zubehör brauche ich?
- Ein Fleischthermometer
- Ein Fleischthermometer
- Ein Fleischthermometer
- Küchengarn, auch als Metzgergarn bezeichnet
- Eine Eisenpfanne (mein Favorit), bzw. eine Pfanne, die ihr hoch erhitzen könnt. Beschichtete Pfannen sind für die Zubereitung von Steaks nicht geeignet. Nein, auch nicht die supertolle Keramikpfanne, egal was euch im Geschäft dazu erzählt wurde und egal, wie bunt die Bildchen vielleicht auf der Schutzverpackung sind!
- Ein hoch erhitzbares Fett zum Braten
- Nach Möglichkeit einen Backofen
- Nette, aber nicht zwingend erforderliche Spielereien sind: Vakuumierer und sous vide-Becken, Beefer, Grill, Big Green Egg, Kamin, Erdloch etc. etc. etc.
Fleischthermometer: Kerntemperatur messen statt Fingerprobe
Küchengarn: der Push-up-BH für Steaks
Warum ich Steaks in einer Eisenpfanne brate
Ich bin bekennender Eisenpfannen-Fan, weil sie ein Leben lang halten und für meine Ansprüche die besten Bratergebnisse bieten. Meine 10 besten Tips zu Gebrauch und Pflege von Eisenpfannen habe ich HIER für euch aufgeschrieben.
Welches Fett nehme ich zum Steakbraten?
5. Steak in der Pfanne, im Ofen oder sous vide garen?
Wenn ihr die klassische Zubereitung direkt nachkochen möchtet: Hier geht es zu meinem Entrecôte aus der Pfanne mit Ofenkürbis.
Steak richtig braten: die kurze Anleitung für Pfanne und Ofen
- Fleisch vorbereiten: Die Oberfläche gründlich trocken tupfen. Ich verwende am liebsten ein ordentlich dickes Steak; meine Untergrenze liegt bei 300 g.
- Pfanne vorheizen: Eine eingebrannte Eisenpfanne verwenden und nach Herstellerangaben erhitzen. Ein geeignetes Bratfett bereithalten.
- Kruste braten: Das Steak von beiden Seiten anbraten, bis sich eine schöne braune Kruste gebildet hat. Die Oberfläche soll bräunen, nicht verkohlen.
- Sanft fertig garen: Bei einem dicken Steak übernimmt danach der Backofen das sanfte Nachgaren. Entscheidend ist die Kerntemperatur, nicht eine starre Minutenangabe.
- Temperatur prüfen: Im Kern messen, nicht am Knochen. Meine persönlichen Zieltemperaturen findet ihr im Temperaturabschnitt. Das Fleisch gart nach dem Herausnehmen noch nach; wie stark, hängt auch von Dicke und Zubereitung ab.
- Servieren: Aufschneiden und mit gutem Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und nach Wunsch aromatisierter Butter servieren.
Ein Beefer kann Spaß machen. Für diese klassische Zubereitung braucht ihr ihn nicht: Meine Eisenpfanne ist mein Werkzeug für die Kruste, mein Thermometer für den Garpunkt.
6. Welche Temperatur braucht ein perfektes Steak?
Ruhen lassen: So sanft wie möglich, bzw. nicht über 120°C.
Kerntemperatur: Geschmacksache. Aber hätte ich ein Restaurant, dürfte keiner meiner Gäste sein Steak heißer als 56°C KT bestellen (medium). Im Namen der kulinarischen Qualität würde ich mich als Gastgeber konsequent auf die Hinterbeine stellen, für ein Filet würde ich nicht über 54°C gehen. Ich selber nehme meine Fleischstücke bei 52 - 53° aus ihrer jeweiligen Wärmequelle. Bis sie angeschnitten und serviert sind, haben sie mindestens ein weiteres Grad erreicht.
7. Wann salze und pfeffere ich mein Steak?
Nicht kaputtzukriegen sind Diskussionen darum, ob man Fleisch nun vor oder nach dem Braten überhaupt salzen dürfe. Wette: Ich serviere euch zwei gleiche Steaks, eines davon 2 Stunden vor dem Braten bereits gesalzen, das andere erst kurz davor. Ihr werdet keinen Unterschied schmecken!
Ich pfeffere nach dem Braten frisch auf die Tranchen. So kommt der Pfeffer bei mir erst am Ende ans Fleisch – frisch gemahlen, versteht sich. Fertig gemahlenen Pfeffer könnt ihr euch für Steaks in meiner Küche sparen.
Während des Ruhevorganges im Ofen kann man gut ein Stück Butter zugeben, sowie einen Zweig Rosmarin, eine halbierte Knoblauchknolle etc. Die so aromatisierte Butter gebt ihr euch hinterher auf die Tranchen – das schmeckt ganz köstlich! Oder ihr macht euch gleich eine Steakbutter, wie ich sie HIER vorgestellt habe.
Steak arosieren: So übergießt ihr es mit Butter
Arosieren bedeutet, das Steak während des Garens wiederholt mit dem heißen Bratfett zu übergießen. Mit Butter, Rosmarin und Knoblauch wird daraus eine sehr erfreuliche Angelegenheit. Ihr braucht dafür einen Löffel. Kein neues Küchengerät, das anschließend einen eigenen Schrank verlangt.
- Zuerst die Kruste in der Pfanne braten.
- Die Hitze reduzieren und erst jetzt Butter, nach Wunsch Rosmarin und Knoblauch zugeben.
- Die Pfanne vorsichtig etwas neigen, sodass sich die geschmolzene Butter an einer Seite sammelt. Mit einem Löffel wiederholt über das Steak geben.
- Die Kerntemperatur weiter kontrollieren. Die Butter soll duften und darf leicht bräunen, aber nicht schwarz werden.
Arosieren ist eine Möglichkeit, zusätzliche Butteraromen ans Fleisch zu bringen. Ihr könnt euer Steak auch wie oben beschrieben im Ofen fertig garen und die aromatisierte Butter erst beim Servieren über die Tranchen geben.
Häufige Fragen: Steak richtig braten
Wie lange muss ein Steak in der Pfanne braten?
Das hängt unter anderem von Dicke, Ausgangstemperatur, Hitze und gewünschtem Garpunkt ab. Bräunt zunächst beide Seiten und kontrolliert dann die Kerntemperatur. Bei einem dicken Steak könnt ihr im Ofen sanft fertig garen.
Welche Pfanne nehme ich für Steak?
Mein Favorit ist eine eingebrannte Eisenpfanne. Warum und welches Zubehör ich außerdem verwende, steht im Abschnitt zu Pfanne und Zubehör.
Kann ich ein Steak mit Butter braten?
Beim ersten Anbraten verwende ich ein geeignetes Bratfett. Butter kommt für das Aroma später dazu, bei reduzierter Hitze zum Arosieren oder beim sanften Nachgaren.
Wie treffe ich den gewünschten Garpunkt?
Mit einem Fleischthermometer. Messt im Kern des Steaks und berücksichtigt das Nachgaren. Meine persönlichen Vorlieben stehen im Temperaturabschnitt.
Brauche ich für ein gutes Steak einen Beefer oder ein Sous-vide-Gerät?
Für meine klassische Methode reichen Eisenpfanne, Backofen und Fleischthermometer. Sous vide und Rückwärtsgaren sind zusätzliche Möglichkeiten, die ich weiter oben beschreibe.
Bücher, Pfannen, Thermometer und Gewürze
Bücher*
Feiner geschliffen in Form und Inhalt als das Buch der BEEF, aber auch um einiges anspruchsvoller in den Rezepten, die von vielen namhaften und ausgezeichneten Küchenchefs stammen, ist Gutes Fleisch von Thomas Ruhl, und Stephan und Wolfgang Otto*
Ein Bestseller mit dicker Empfehlung von mir sowie hervorragend in Fotografie und mit Rezepten abseits des Mainstream ist Steak pur von Steffen Eichhorn, Stefan Marquard und Stephan Otto.*
Zubehör*
Astrid, wie lange dauert das Essen noch?
Noch 7 Grad!
Genießt euren Tag!




Hallo Astrid,
AntwortenLöschenkannst du bitte mal erläutern, warum deiner Meinung nach unter Schutzatmosphäre verpacktes Fleisch geschmacksarm und zäh wird. Auf welche chemischen Prozesse führst du das zurück?
Danke!
Thomas
Hallo Thomas,
Löschensoweit mein Kenntnisstand: unter Sauerstoffeinfluss oxidieren Muskeleiweiß und Fett, und die Proteine schließen sich enger zusammen. Dadurch verliert das Fleisch die Fähigkeit, Wasser zu binden und wird zäh. Durch die Oxidation des Fettes bekommt das Fleisch zudem einen Geschmack nach "alt".
Ja eben, deswegen wird es ja unter Schutzatmosphäre "sauerstoffarm" verpackt, um genau das zu verhindern. In extremo: Vakuumreifung.
LöschenIch glaube, Du meinst etwas anderes als ich. Ich spreche nicht von den im Vakuum eingeschweißten Fleischstücken, die reifen tatsächlich u. U. noch weiter. Die unter Schutzatmosphäre begasten Fleischstücke, in denen das Fleisch unten noch auf einem Flies liegt, das die austretende Feuchtigkeit aufnimmt, werden mit - je nach Verfahren - bis zu 80% Sauerstoff behandelt. Das ist nun nicht gerade "sauerstoffarm" ;)
LöschenDu hast völlig recht, da war ich gedanklich woanders ;-) Ich habe mal ein bisschen recherchiert, falls jemand mehr wissen will: http://www.lebensmittelklarheit.de/forum/unter-schutzatmosphaere-verpackt
Löschenund https://www.foodwatch.org/de/informieren/schutzatmosphaere/2-minuten-info/
Was ich besonders erschreckend finde und noch nicht wußte: auch nicht fertig verpacktes Fleisch darf behandelt werden. Umso wichtiger ist die Aufklärung!
Schöne Grüße
Thomas
DANKE!! Das war doch mal eine brauchbare Anleitung zum Thema Steak.....
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Trudi
Das freut mich sehr Trudi, danke Dir und liebe Grüße zurück
LöschenWoW! Was für ein Artikel! Danke für die vielen Informationen, die mir gut weiterhelfen
AntwortenLöschenLG Sandra
Sehr gerne und dankeschön!
LöschenToller Artikel liebe AStrid! Danke für diese ausführlichen Erklärungen, ich bin mir jetzt etwas sicherer beim nächsten guten Stück Fleisch.
AntwortenLöschenEInen schönen Tag wünscht Dir Annelie
So soll es sein, danke für Dein Feedback!
LöschenLiebe Astrid
AntwortenLöschenein gelungener und informativer Artikel. Ich habe eine weitere Brattechnik anzubieten. Ich bestreue das zu bratende Steak etwa 1/2 bis 1 Stunde vor dem Braten kräftig mit Salz und Zucker. Dann wird es abgewaschen und trocken getupft. In einer sehr heißen Pfanne mit Alba Öl beidseitig kräftig angebraten und auf einem Gitter im vorgeheizten Ofen bei 200 °C zur gewünschten Kerntemperatur fertig gegart. Danach 10 Minuten im Wärmefach bei 40-50°C ruhen lassen. Vor dem Servieren kurz in einer Pfanne mit Gewürzbutter arosieren. Wenn Gäste sich verspäten oder der Verzehr der Vorspeise längere Zeit in Anspruch nimmt gebe ich das "abgekühlte" Fleisch erneut in den heißen Ofen und erwärme bis zur Kerntemperatur. In Plastik eingewickeltes Kochgut irritiert mich ein wenig, da ich nicht weiß welche Stoffe (Weichmacher) und wieviel davon, bei welcher Temperatur ausgeschwemmt werden, deshalb nehme ich meistens Abstand von Sous Video.
LG Heinz
Lieber Heinz, danke für Deine Brattechnik, die interessant klingt und Fragen aufwirft :)
LöschenWas bewirkt das Einreiben mit Salz und Zucker über diesen kurzen Zeitraum und warum wäscht Du die Mischung vor dem Braten wieder ab?
Warum legst Du das Fleisch im Ofen auf ein Gitter und belässt es nicht in der Pfanne?
Wenn das Steak im Ofen bis zur gewünschten Kerntemperatur gart und danach nicht mehr absinkt, dann erhältst Du doch eine erhöhte Gradzahl durch das spätere erneute Anbraten in Butter. Müsstest Du dann nicht eigentlich das Fleisch etwas VOR dem Erreichen der eigentlich geplanten Kerntemperatur aus dem Ofen holen? Zudem es ja eh immer noch etwas nachzieht.
Wenn Gäste sich verspäten oder der Verzehr der Vorspeise längere Zeit in Anspruch nimmt gebe ich das "abgekühlte" Fleisch erneut in den heißen Ofen und erwärme bis zur Kerntemperatur. Also hier meinst Du dann aber VOR dem Braten in Butter? Und auch hier die Frage, ob es nicht Sinn macht, die Ziel-Kerntemperatur erst in der Pfanne zu erreichen.
Ich freue mich, wenn Du mir Dein Verfahren noch ein wenig erläutern kannst.
Mein Rindfleisch hole ich direkt beim Züchter, es sind Salers-Rinder deren Fleisch zumindest uns hier umwerfend gut schmeckt. Und mit deinen tollen Tipps bestimmt noch besser. Steaks gibt es irgendwie viel zu selten, da bin ich die einzige wirkliche Liebhaberin im engeren Kreise. Nun ja.
AntwortenLöschenIch glaube, Fleisch von Salers-Rindern habe ich zumindest bewusst noch gar nicht gegessen. Aber eine solche Quelle direkt vom Züchter zu haben, ist natürlich toll, vor allem, wenn das Fleisch dann auch noch gut abgehangen wird und die nötige Zeit zur Reife bekommt.
LöschenDieser hartnäckige Auto-Korrigierer macht mich fuchsig. Selbst nach Korrektur durch mich, erscheint jetzt wieder "Sous Video". statt "sous vide"
AntwortenLöschenLiebe Astrid,
AntwortenLöschen>>>Was bewirkt das Einreiben mit Salz und Zucker über diesen kurzen Zeitraum und warum wäscht Du die Mischung vor dem Braten wieder ab?<<<
Das kräftige Salzen und Zuckern entzieht dem Fleisch Wasser und erhöht den Geschmack im Fleisch. Das ist kurzzeitiges Beizen. Man könnte auch noch andere Gewürze beifügen um den Geschmack zu verbessern. Meine Vorstellung dabei ist den Geschmack vor dem Braten im Fleisch zu haben. Wenn man nach dem Braten salzt gibt es im Fleisch keine Geschmacksverbesserung. Würde das Salz und der Zucker auf dem Fleisch verbleiben hätte man nach dem Braten ein versalzenes und verbranntes Produkt.
>>>Warum legst Du das Fleisch im Ofen auf ein Gitter und belässt es nicht in der Pfanne?<<<
In der Pfanne bleibt das Bratfett und die Brathitze bestehen und das Steak wird dann auf der Pfannen-Seite weiter mit höherer Temperatur gegart. Auf einem groben Gitter gelangt die Ofentemperatur gleichmäßig an das Gargut. Zudem wird das Bratfett aus der Pfanne abgegossen und durch Butter und Aromen ersetzt zur Durchführung des Arosierens.
>>>Wenn das Steak im Ofen bis zur gewünschten Kerntemperatur gart und danach nicht mehr absinkt, dann erhältst Du doch eine erhöhte Gradzahl durch das spätere erneute Anbraten in Butter. Müsstest Du dann nicht eigentlich das Fleisch etwas VOR dem Erreichen der eigentlich geplanten Kerntemperatur aus dem Ofen holen? Zudem es ja eh immer noch etwas nachzieht.<<<
Nach Radio Eriwan: im Prinzip ja. Aber das kurze Arosieren mit aromatisierter Butter (ca 150°C) verändert die Kerntemperatur kaum. Mann kann natürlich, um ein vielleicht mögliches Übergaren zu verhindern das Gargut bei 1-2 Grad niedrigerer Kerntemperatur aus dem Ofen nehmen. Zum Arosieren: Ich lasse die Butter in der Bratpfanne mit den dazugegebenen Aromen (Knoblauch, Thymian etc) leicht bräunen und nehme die Pfanne vom Herd. Dahinein gebe ich das Gargut und übergieße das Fleisch löffelweise mit der gebräunten Butter.
>>>Wenn Gäste sich verspäten oder der Verzehr der Vorspeise längere Zeit in Anspruch nimmt gebe ich das "abgekühlte" Fleisch erneut in den heißen Ofen und erwärme bis zur Kerntemperatur. Also hier meinst Du dann aber VOR dem Braten in Butter? Und auch hier die Frage, ob es nicht Sinn macht, die Ziel-Kerntemperatur erst in der Pfanne zu erreichen.<<<
Ja, vor dem Arosieren. In der Pfanne das bereits angebratene Gargut auf Ziel-Kerntemperatur zu bringen halte ich nicht für gut da die Temperatur der Pfanne schlecht eingestellt werden kann und ein neuerlicher Bratvorgang mit hoher Temperatur am Fleisch einen breiten grauen Rand zur Fleischmitte hin entstehen läßt.
LG Heinz
Dankeschön! Auch wenn ich beim Thema "Kurzbeize" hier nicht bei Dir bin, ist das eine schöne Erläuterung und hilfreiche Ergänzung zu meinem Artikel. Danke für die Mühe!
LöschenHallo Astrid,
Löschenin diesem Artikel : http://www.eat-drink-think.de/neue-weisheiten-vom-jungen-wilden/
verkauft Marquardt die Kurzbeize, die ich schon lange anwende, als neue Technik und schult Köche in diesem Sinn.
Beispiel Fleisch: Die Stücke werden mit einer Mischung aus fünf Teilen Salz und einem Teil Zucker eingerieben. Nach Stefans Theorie bindet diese Mischung das freie Wasser zwischen den Zellen. So entweicht es beim Garen nicht. Aktivieren nennt er das und weist darauf hin, dass dies nur direkt auf dem Fleisch, jedoch nicht auf Fett oder Häutchen funktioniere, da diese das Eindringen der “Marinade“ verhindern. Je nach Stärke braucht dieser Vorgang 5–30 Minuten Einwirkzeit.
Da bleibt mir nichts mehr dazu zu sagen außer: Je suis d'accord!
AntwortenLöschenGrüße!
Kai
Prima, das freut mich! Lieber Gruß zurück
LöschenHallo Astrid,
AntwortenLöschender Rindfleisch-Beitrag ist interessant, lehrreich, einiges könnte von mir verfasst sein. Da wir nahezu auf Sichtweite voneinander wohnen, interessieren mich Deine Bezugsquellen. Eichenhof kenne ich (es gibt für Schwein übrigens eine neue sehr gute Bezugsquelle etwa 7 km weiter westlich), meine zwei Rind-Favoriten in der Nachbarschaft befinden sich zwischen Deinem Wohnort und Alzey. Bi gespannt auf Deine Favoriten.
Peter Faber
Hallo Peter,
Löschenich kaufe Rindfleisch zum Schmoren oder Kochen bei Andreas Harth (Stadecken, mit versch. Filialen, eine davon in Saulheim) und bei Peter Walz in Mainz-Mombach.
Andreas Harth hat mit mir gemeinsam die Fortbildung zum Gewürzsommelier gemacht, er ist sehr innovativ und hat vorletztes Jahr auch eine Kammer für dry aging gebaut. Er schlachtet jede Woche in Stadecken noch selbst, Du musst unbedingt seinen Silvaner-Schinken probieren!
Peter Walz kauft die Tiere und schlachtet dann wöchentlich in Limburg im Schlachthof Bayer. Beide machen auch die beste Fleischwurst der Region :) Peter Walz hat eine Mitarbeiterin, die auch Jägerin ist, er hat daher auch vortreffliches Wildfleisch im Angebot.
Alles zum Kurzbraten oder besondere Stücke kaufe ich bei Jürgen David in Worms. Er hat mir z. B. letztes Jahr für den Supperclub einen Hohenloher Kalbsrücken am Knochen über 30 Tage trocken gereift.
Lieber Gruß in die Nachbarschaft
Hallo Arthurs Tochter kocht, ein sehr schöner und vor allem informativer Beitrag. Wir in Franken haben auch sehr gute Erzeuger von hochwertigen Rindfleisch. Das Entrecôte ist hier auch mein absoluter Favorit. Seit geraumer Zeit bin ich auch im Besitz eines Reifeschrankes und die Übung im Umgang mit dem Produkt macht ja die Übung ;-) Beste Grüße Thomas
AntwortenLöschenLiebe Astrid, man sieht, du kennst dich wirklich aus! Du sprichst mir aus der Seele! (Außer bei sous vide) Beim Braten von Flkeisch mir wird NICHTS, aber schon gar nichts anders gemacht. Noch ein Wort zu beschichteten Pfannen: Die meisten Menschen wissen nicht, dass eine Beschichtung bei hohen Temperaturen verbrennt und das GIFFTIGSTE an diesen Pfannen ist der Rauch dieser Verbrennung.
AntwortenLöschenIch habe schon seit Jahren keine beschichte Pfanne in meinem Haushalt. Ich koche nicht in Plastik. Eine Beschichtung ist nichts anderes. Deshalb käme für mich auch sous vide nicht in Frage.
Liebe Magdalena, ich freue mich sehr, dass Dir als Profi zum Thema Pfannen dieser Artikel gefällt. Ich plane schon lange noch einen weiteren, in dem ich auf die verschiedenen Pfannen eingehe und ihren Nutzen zur passenden Gelegenheit erläutere...
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