Gnocchi di patate, frisch aus dem Kühlregal, in Marcella Hazans berühmter Tomatensauce mit Gorgonzola, sind das perfekte Rezept, wenn es schnell gehen soll
Crispy Gnocchi With Burst Tomatoes and Mozzarella
ist der Titel eines Rezeptes von Ali Slagle bei NYT Cooking. Ich hatte frische Gnocchi di Patate im Kühlschrank – eines meiner liebsten Lebensmittel, wenn das Ausmaß meines Hungers und die zur Verfügung stehende Zeit voneinander getrennt in Paralleluniversen unterwegs sind. Frische Teigwaren kaufe ich an der Frischetheke im italienischen Supermarkt, oder bei – Hinweis für die Mainzerinnen – Scheck-In in Mainz-Weisenau. Das Unternehmen betreibt eine eigene Pastamanufaktur und alles, was ich bis jetzt dort gekauft habe, war von vorzüglicher Qualität. Natürlich sind Gnocchi, weil aus Kartoffeln, keine Pasta; ich subsumiere sie für mich dennoch dort ein. Frische Nudelprodukte aus dem Kühlregal gehören zu den Lebensmitteln, die mir mein kulinarisches Leben wirklich erleichtern. Sie schmecken fast immer besser, als die beste Trockenware und ermöglichen schnell zuzubereitende und dennoch leckere(!) Speisen nach einem langen und anstrengenden Tag.
Im Rezept für die knusprigen Gnocchi mit aufgeplatzten Kirschtomaten und Mozzarella gibt es den Satz: then hit them with a little heat.Wir wissen, was damit gemeint ist, ließe man jedoch Google an die Übersetzung, käme schlagen Sie mit etwas Hitze dabei heraus. Insofern sind amerikanische Rezepte für mich ein steter Quell der Fröhlichkeit. Ebenso wie das oft verwendete satisfactory, das zufriedenstellende, oder befriedigende Essen. Klingt ebenso abenteuerlich. Ich schrieb schon im Rezept für Birria de Res dazu:
Sehr oft taucht in amerikanischen Rezepten das Wort „satisfactory“ auf. Und während ich über Wörter wie „comfort food“ einfach hinweglese, bleibe ich bei satisfactory kurz hängen. Es ist eine kleine Sekundenverzögerung, bevor mein Gehirn mir die deutsche Übersetzung „befriedigend“ zuwirft. Und jedes Mal denke ich, würde man das in einem deutschen Rezept wohl so schreiben? Dass das Essen „befriedigend“ sei, oder „zufriedenstellend“? Gerade „zufriedenstellend“ ist ja quasi nur Mittelmaß. Befriedigend. Drei. Setzen. Demgegenüber gibt es wenig Besseres, als befriedigt sein. Vielleicht kommt daher auch die Annahme, Essen sei der Sex des Alters. Andere spielen Golf. …
Ich habe also meine frischen Gnocchi di Patate in einer Pfanne in Olivenöl rundherum goldgelb angeröstet. Ihr schlagt die kleinen Kartoffelklößchen jetzt mit justa little heat; die Gnocchi sollen gar UND goldknusprig werden. Bei zu hoher Hitze verbrennen sie euch außen und sind innen noch nicht durchgegart. Angesichts des jahreszeitbedingten Mangels an aromatischen Kirschtomaten habe ich dann ein Pöttchen meiner eingefrorenen, umwerfenden Tomatensauce (nach Marcella Hazan) aufgetaut und dazugegeben, ebenso wie etwas frische Sahne.
Während die Sauce einköchelt, kann der Käse darin schmelzen. Bei mir kam kein Mozzarella an die Tomatensauce, sondern Gorgonzola picante. Nun nur noch mit Salz und Pfeffer abschmecken, die Gnocchi in Tomatensauce mit Gorgonzola in tiefe Teller geben, weiteren Pfeffer aus der Mühle darüber mahlen, sowie die letzten Basilikumblättchen aus dem Hochbeet plündern.
Astrid Paul, die Autorin von Arthurs Tochter kocht., ist besessen vom Essen. Sie wacht manchmal nachts auf, weil ihr im Traum Essensdüfte durch die Nase ziehen. Dann steht sie auf und fängt an zu kochen. Oder zu schreiben. Vielleicht kocht sie auch nur, um darüber schreiben zu können, wer weiß das schon...
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Es gibt keine gute Küche, wenn am Anfang nicht die Freundschaft für denjenigen steht, dem sie bestimmt ist. (Paul Bocuse)
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