So gelingt eine butterzarte Lammschulter geschmort im Römertopf und 24 Stunden mariniert in aromatisierter Buttermilch mit luftigem Bulgur und süßem Knoblauch {und die Frage, ob sich das Einlegen in Buttermilch überhaupt lohnt}

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Arthurs Tochter

Astrid Paul, die Autorin von Arthurs Tochter kocht., ist besessen vom Essen. Sie wacht manchmal nachts auf, weil ihr im Traum Essensdüfte durch die Nase ziehen. Dann steht sie auf und fängt an zu kochen. Oder zu schreiben. Vielleicht kocht sie auch nur, um darüber schreiben zu können, wer weiß das schon...

5 Kommentare :

  1. Einer DER Sonntagsbraten meiner Mutter war eine Hammelkeule, die hat - doppelt so groß wie eine Lammkeule - zwei oder drei Tage in Buttermilch eingelegt den Kühlschrank blockiert. Das war auch nötig, um den strengen Hammelgeschmack abzumildern. Auch die fertige Hammelkeule (viele Stunden lang mit fettem Speck belegt im Ofen gebraten) schmeckte noch deutlich "hammelig", aber eben nicht mehr streng. Ich hab den Geschmack geliebt, hab aber keine Ahnung, ob das heute noch goutierbar wäre. Hammel ist ja nicht mehr zu bekommen, zumindest in Berlin nicht.

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    1. Lieber Chris, ich habe auch noch nie Hammel gegessen, würde es aber wirklich gerne mal probieren. Nur – wenn es schon in Berlin keinen gibt, wie dann in der rheinhessischen Provinz! Sollte Dir mal eine Hammelkeule vor die Füße fallen, gib mir Bescheid zur Bezugsquelle. Dann würde ich mir beim nächsten Berlinbesuch eine in die Kühlbox legen und mitnehmen :D

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  2. Ah, endlich mal ein Rezept aus Kindertagen. Bei uns gab es zu Weihnachten immer einen Rehrücken, den die Altvorderen 48 Stunden in Buttermilch einlegten, um auch das letzte Fitzelchen Wild-Geschmack zu töten. Mit ein paar Pfeffer- und Wacholderkörnern, zwei Händen gehacktem Suppengrün und Lorbeerblättern. Das Thier wurde dann nach 2 Tagen entnommen, abgetrocknet und in Butter angebraten, allerdings ohne den römischen Topf.
    Mir hat diese Ressourcenverschwendung immer leid getan. Daher liegt bei mir das zu beizende Viech maximal 24 Stunden in der Buttermilch, die ich (nach dem Herausnehmen des Fleisches) in einem hohen Topf mit den Gewürzen und dem Grün der Suppe wallend auf- und weiterkoche. Dabei trennt sich die Buttermilch endgültig, die Aromen der Gewürze und des Gemüses gehen in die Flüssigkeit über und am Ende erhält man den wässrigen Molke-Extrakt der Beize, den man von allen festen Bestandteilen mit einem feinen Sieb trennt, heftig einkocht und zum Ablöschen des Bratens benutzt - das Fleisch bekommt also so einiges an Aromen zurück, das Muffige bleibt jedoch im Filterkuchen zurück, und sauer wird es auch nicht. Den abgetrennten Buttermilch-Quark, die ausgelaugten Gewürze und Suppengrün-Kadaver kann man theoretisch noch zu sich nehmen, muss man aber wirklich nicht. Durch dieses Verfahren gewinnt man, wenn man will, eine ganz erhebliche Menge an großartiger Sauce, was ja auch nicht verkehrt ist.

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  3. Hallo Astrid, gestern hatten wir die Lammschulter klassisch ohne Knochen, auch grob geschnürt, innen etwas Thymian, Knoblauch, Kardamom,Pfeffer, Salz mit eingewickelt. Dann etwa 2 Stunden bei 140 grad, am Schluss noch mal Hitze erhöht und Grillfunktion, nach deiner Anleitung. Was soll ich sagen, sie war butterzart. Ab jetzt nur noch Lammschulter. Danke. liebe Grüße Cornelia

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  4. Ich versuche es mal anonym
    Vielen vielen Dank für diesen wirklich netten Bericht zu den beiden Varianten der Lammschulter. Vor allem die netten Zwischenkommentare sind einfach genial (z.b."Da ja normal meistens nicht so mein Ding ist (sic!)" oder auch "Aber diese Lammfleischgeschmacksreduktion kann eine Brücke bauen[...]Und Brücken zu bauen ist immer gut[...]")
    was das mit der Buttermilch betrifft: ich habe jetzt öfters davon gelesen, dass es den strengen Geruch/Geschmack der Böcke (in Österreich sagt man "böckeln") reduziert. Das kann angeblich auch mit einlegen in Wein erfolgen. Allerdings sind das dann eben (wie schon früher von Chris Kurbjuhn angemerkt) vor allem bei ausgewachsenen Böcken/Hammeln notwendig. Meine Lämmer bislang waren alle gerade 7 Monate alt, da hat definitiv nichts geböckelt ;-)
    Habe jetzt schon länger kein Lamm mehr gemacht, aber wenn ich mich recht erinnere hatte ich einen Lammbraten über Nacht in (Oliven)öl eingelegt. ob ich es kurz angebraten habe, weiß ich nicht mehr. Den Braten (irgendwo habe ich noch Knoblauch da wo reingesteckt) dann mit Gemüse (Zuchinis - die geben viel Flüssigkeit ab, Kartoffel/Erdäpfel, ...) in den Römertopf, Rosmarin drüber, Deckel drauf und ab ins Rohr. Und bei 180 Graden (2 Stunden?) schmurgeln lassen. War einfach und einfach gut ;-)

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