Reise durchs Bordeaux, Teil 2: Essen & Trinken (I)

...und dann platzte sie!

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nur im Beisein ihrer Eltern geeignet.
Meine Reise durchs Bordeaux, Teil 2: Essen & Trinken (I) | Arthurs Tochter Kocht von Astrid Paul
Hedonistin, die ich bin, hätte ich Französin werden sollen. So war mein Weg von der protestantischen Geburt über die ungefragte adventistische Erziehung bis hin zum selbst erkämpften Hedonismus entsprechend lang und von voller Beschwernisse, am Ende jedoch ein sehr lohnenswerter.  Gibt es ein genussvolleres Volk unter Gottes Sonne als das französische? Ich glaube nicht. Auch wenn Deutschland nach Frankreich die höchste Anzahl an Michelin-Sternen versammelt, ist die hiesige Küche noch zu oft von leichter Dumpfheit geprägt. Zu sehr stecken die typisch deutschen Rezepte im Dicke-Mehlsoßen-Sumpf fest, Erneuerung geht und ging nur in wenigen Bereichen und fast immer unter dem Radar von Ottonormalköchen vonstatten, die eine Unsäglichkeit wie das Wort "Preisbewusst" als Auszeichnung empfinden. Die Hochflüge der deutschen Küche hingegen orientieren sich sehr oft an der französischen Hochküche - von mir aus gerne. Aus patriotischer Sicht bedauere ich das, aus kulinarischer danke ich Gott auf Knien. 

Bei meiner Reise durch Bordeaux habe ich nun eben nicht nur getrunken, sondern auch großartig gegessen. Perfekter als in das Lebensgefühl der Franzosen kann die Kombination von Speise und Trunk nicht münden.

In der Weinbar des CIVB, Bordeaux

Mein erster Abend begann mit einem launigen Treffen der teilnehmenden Journalisten in der Bordeaux Wine Council (CIVB) Wine Bar. Bacchus wachte darüber, dass ich ausreichend aß und trank!
Französischer Bacchus in der Bordeaux Wine Council Wine Bar, Bordeaux | Arthurs Tochter Kocht von Astrid Paul
Erledigt. 5 solcher "Kästchen" an meinen Tisch, bitte.



Wein gab es selbstverständlich auch, ich trank mich wild durch die Positionen 1 - 630. Nobody told it would be easy.

Lunch im La Cité du Vin

Nach einer Besichtigung des interaktiven Weinmuseums La Cité du Vin, zentral in Bordeaux gelegen und erst am 1. Juni 2016 eröffnet (davon demnächst mehr), gab es im dortigen Restaurant eine Art Tapas-Menü, für das ich keine Entsprechung in französischer Sprache gefunden habe. Die kulinarischen Köstlichkeiten flogen uns nur so um die Ohren und auf die Tische, ein kleiner Gaumenschock folgte dem nächsten, in schneller Abfolge jagte ein Ahhh und Ohhh das nächste. 

Hühnchen

Hühnermägen mit Popcorn

Kleiner Dreigang des offiziellen Mittagsmenüs - als Test sozusagen

Oktopus und Froschschenkel - bitte ohne mich

Caneles - von denen ich schon beim Ansehen zugenommen habe!

Krokettjes! ;)

Lamm-Saté, orientalisch


Ohne Berührungsängste gab es Grünen Veltliner aus Österreich an der Verkostungsbar des La Cité du Vin, ebenso wie viele Große Gewächse aus Deutschland und weitere Weinkostbarkeiten aus Europa und Übersee. 

Restaurant La Maison du Douanier, Saint-Christoly-Medoc

Nach Besuch und Verkostung auf Château Peybonhomme mit Rachel Hubert, sowie auf Château Saint Christoly mit den Schwestern Cathy und Sandrine Héraud

Rachel Hubert mit Bruder und Hund | Arthurs Tochter Kocht von Astrid Paul



...ging es zum gemeinsamen déjeuner in's Restaurant La Maison du Douanier in Saint-Christoly-Medoc. Und so stellt man sich das Leben als Gott in Frankreich vor. Mit Haaren, die der Wind beständig zerzaust, in zum Knittern neigender Leinenkleidung, von großen Hüten beschirmt sitzt man dann als Ausbund der Lässigkeit am Ufer der Gironde und hört Takte dieser Musik, die sich als im Innersten vibrierend entpuppt.



Dabei wird gegessen und getrunken. Beides nicht zu knapp.




Kühles Erbsensüppchen mit Kürbiskernen im La Maison du Douanier, Saint-Christoly-Medoc | Arthurs Tochter Kocht von Astrid Paul


Heilbutt im Algenblatt,  La Maison du Douanier, Saint-Christoly-Medoc | Arthurs Tochter Kocht von Astrid Paul

Iberico im La Maison du Douanier, Saint-Christoly-Medoc | Arthurs Tochter Kocht von Astrid Paul


Kabeljau, Basilikum, grünes Gemüse, Weinsud im  La Maison du Douanier, Saint-Christoly-Medoc | Arthurs Tochter Kocht von Astrid Paul

Käsegang im  La Maison du Douanier, Saint-Christoly-Medoc | Arthurs Tochter Kocht von Astrid Paul

Dessert rund um die Erdbeere im im  La Maison du Douanier, Saint-Christoly-Medoc | Arthurs Tochter Kocht von Astrid Paul

Was feststeht: In meinem nächsten Leben werde ich direkt Französin! 

Und weil ich während des Schreibens festgestellt habe, dass das eine ganze Menge an Essen und Trinken ist, teile ich diesen kulinarischen overkill einfach auf; Teil 2 dann demnächst in diesem Theater.

Der "normale" geplante Teil 3 der Reise durchs Bordeaux inklusive Fête le Vin und Galadinner samt meines Hineinrennens in den vielleicht zukünftigen französischen Präsidenten folgt selbstverständlich ebenfalls. Übernächst. Restez à l'écoute!

Serviceteil

Le Bar à Vin
3, cours du XXX juillet
33000 Bordeaux
Frankreich
Tél : 05 56 00 43 47
http://baravin.bordeaux.com/

Chateau Peybonhomme-les-tours
33390 Cars
Frankreich
http://www.peybonhomme.com/

Chateau Saint Christoly 
1 Bis Impasse Mairie
33340 Saint Christoly Medoc
Frankreich
http://www.chateausaintchristoly.com/

Restaurant La Maison du Douanier, ihr könnt hier auch übernachten! Wunderbare Webseite, unbedingt ansehen! Die Bilder! *hach*
2 Route de By 33340
Saint-Christoly-Médoc
Tel : +33 (0)5 56 41 35 25

Alles, wirklich all_es (allez!)
zum Thema Bordeaux-Wein inklusive Rezepten, Weinempfehlungen und Bezugsquellen findet ihr auf der wunderbaren Seite http://www.bordeaux.com/de

Erster Teil meiner Reise durchs Bordeaux
Schöne Scheiße!

Disclosure 

Diese Berichterstattung erfolgte im Auftrag von Vin de Bordeaux. Eine inhaltliche Vorgabe fand nicht statt. Ich bedanke mich sehr für die Einladung zur umfangreichen und ausgesprochen köstlichen Reise durch das Bordeaux und für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. 

  Restez à l'écoute!


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Arthurs Tochter

Kommentare :

  1. Da isses, das "Restez à l'écoute" :D! Zu Befehl – und zwar mit Freuden! Ich will nämlich noch me(e/h)r Käse, schöne Weinetiketten, Teller, Menschen, Welt. Aber weißte bestimmt. Weiterrocken!

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  2. Sooo schön geschrieben! Da bekommt man direkt Lust die Koffer zu packen.

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  3. Große Freude, das zu lesen! Hätte ebenfalls ALLES probiert, bin nur einigermaßen schockiert, dass Du Oktopus & Froschschenkel liegen lässt. Und eine kleine Anmerkung, die deutsche Spitzenküche betreffend: Die orientiert sich (zumindest in der Avantgarde) mitnichten an der französischen Hochküche (da kommt sie her, mais oui!), sondern hat sich weitgehend von dieser emanzipiert. Eigentlich halte ich die französische Sterneküche sogar für ein bisschen rückständig, also ich meine im absoluten 2- und 3-Sterne-Bereich. Aber der Mittelbau! Da wäre ich auch sehr gern Franzos'! Habe die Ehre, liebe Grüße aus DO (Diaspora...) Perik.

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    1. Große Freude umgekehrt, von Dir zu lesen!
      Nein, kein Oktopuss für mich bitte, niemals! Und Froschschenkel ebenfalls nicht. Das hat nichts mit dem Geschmack zu tun, es ist in beiden Fällen das Tier an sich. Froschschenkel habe ich sogar mal gekocht, gemeinsam mit Trettl noch in der Küche des Ikarus. Dort haben wir für das Buch "Kulinarische Überflieger" gemeinsam das alte Haeberlin-Rezept interpretiert - aber gegessen habe ich sie auch damals nicht.
      Danke auch für Deine Erklärung, bzw. Ergänzung bezüglich der Inspiration durch die französische Spitzenküche. Ich muss jedoch gestehen, dass ich weniger die Avantgarde vor Augen hatte, sondern eher das Kaliber Witzigmann, Thielke, Haas und andere aus dieser Liga und Generation. Aber selbst ein Elverfeld hat mir die "alten Franzosen" schon als Inspirationsquelle genannt, auch wenn er es vielleicht ganz gut zu verbergen vermag.
      Hab' ein schönes Wochenende und liebe Grüße aus den Weinbergen

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  4. Schöner Bericht! Aber Froschschenkel liegen lassen? Na ja! Ach ja: Und 'Restez à l'écoute" hört sich wie eine Radio-Reportage an. "À suivre" hätte hier wohl besser gepasst.

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    1. Ach weißt Du, es ist halt eine online-Reportage ;)
      Ich kann ja auf französisch nur die Wörter Yves, Saint und Laurent, daher hatte ich mir Rat über Facebook eingeholt. Nach vielen Vorschlägen ist es dann halt das geworden.
      Und ja, Froschschenkel lasse ich immer liegen. Ich finde ja, man kann alles essen, man muss es aber nicht.

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  5. ... "menu formule tapas" oder "menu tapas" oder noch besser "menu d'entrées". Bin übrigens auch der Meinung, dass die Haute Cuisine in Deutschland sich immer noch sehr an der frz Küche orientiert. Mit asiatisch-italienischen oder auch nordisch inspirierten Einsprengseln meinetwegen, aber dennoch. Eine "deutsche" Küche hat es eigentlich so nie gegeben, das war immer eine Regionalküche. Aber auch die findet sich in der deutschen Spitzengastronomie, wenn auch oft nur als Zitat, wieder.

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