...zur Zeit nicht!


Tag I

Ich mache eine kleine Kochpause. Wobei das so nicht richtig ist. Es ist eine kleine Esspause. Für ca. 14 Tage, vielleicht auch länger. Gekocht wird hier zuhause trotzdem, jedenfalls in ein paar Tagen wieder. Nur mitessen werde ich nicht. 

Nachdem ich nach ca.17 Jahren der Regelmäßigkeit zwei Jahre ausgesetzt habe, beginne ich heute endlich  wieder mit klassischen Heilfasten. Und beantworte hier und jetzt gleich nochmal die Fragen, die dann immer gestellt werden:

Und was isst Du in der Zeit?
Nichts.

Und was ist mit Suppe?
Suppe ist Essen. Ich esse nicht.

Aber dann ruhst Du Dich viel aus?
Bedingt. Es gibt Tage der Ruhe und Tage voller Energie.

Aber Du machst doch dann keinen Sport?
Doch, ich jogge in Maßen und mache täglich Yoga. 

Trinkst Du Kaffee?
Nein, keinen Kaffee und keinen schwarzen Tee. Nur Wasser und (Frucht)Tee.

Kein Kaffee? Das würde mir super schwerfallen!
Das fällt mir so schwer, das kannst Du Dir kaum vorstellen!

Aber das ist doch bestimmt total schädlich für den Körper!
Nein, für meinen Körper ist das unglaublich gut. Ich werde jeden Tag leichter und damit meine ich keine Kilogramm.

Und wieviel nimmst Du dann ab, dann ist ja nix mehr von Dir über!
Ach, jeder nimmt mal mehr ab beim Fasten und mal weniger. Ich habe schon in 3 Wochen lediglich 4 Kg verloren. Der Körper gibt, was er hergeben mag und kann. Zugegebenermaßen kann mein Körper zur Zeit sicher ein bisschen mehr hergeben.

Was ist mit dem Hunger, Du musst doch einen wahnsinnigen Hunger haben!
Habe ich. Heute geht´s noch so. Morgen wird schlimm. Übermorgen, am dritten Tag ist es furchtbar, ich werde schlimme Kopfschmerzen bekommen, mein Körper geht auf Entzug. Aber an diesem Tag ist der Silberstreif schon da, denn abends ist alles vorbei, der Hunger ist einfach verschwunden. Gesetz den Fall, dass ich genügend trinke, mindestens 5 Liter am Tag. 

Aber dann mach doch eine Diät, wenn Du abnehmen willst.
Ich will doch gar nicht abnehmen.

Warum fastest Du dann?
Weil ich wieder zu mir kommen möchte. Weil ich diese Zeit für mich und meinen Geist brauche. Weil ich mich in diesen Tagen oder Wochen diszipliniere und durch Disziplin Kraft schöpfe. Wenn ich aufhören kann zu essen, dann kann ich andere Dinge erst recht!

Ich habe schon mal davon gehört, es gäbe so Schlacken im Darm, die kämen dann alle raus.
Ach, ich kenne Schlacken nur aus Hochöfen. Und aus meinem Kopf. Der ist zur Zeit voll davon. Ich möchte wieder besser riechen, besser schmecken und besser denken können. 

Aber auf alles zu verzichten- ich könnte das nicht.
Das muss man nicht können, das muss man wollen. Abgesehen davon ist das, was man gerne tut, kein Verzicht, wie könnte es? Ich bekomme so viel mit in dieser Zeit- das ist wie auf Droge. Ich höre die Luft flirren an manchen Tagen. Ich höre aus der Kakophonie des Alltags die kleinen feinen Zwischentöne besser heraus. Ich werde Dich wieder besser verstehen können und mich selber auch. Ich rieche jede Pommesbude einen Kilometer gegen den Wind. Ich fnde Essen in dieser Zeit ziemlich doof. An manchen Tagen bin ich total erhaben, an anderen wieder klein und traurig. Friere und habe Angst. Und bin am nächsten Morgen stärker als vorher.

Darum faste ich. Und lasse Dich ein wenig daran teilhaben in den nächsten Tagen.
Achja, ich trinke auch keinen Alkohl in dieser Zeit- falls Du mich das fragen wolltest. ;)
Wenn Dir noch etwas anderes einfällt - dann los.

Tag II - Hemmungslosigkeit




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Arthurs Tochter

Kommentare :

  1. Toll! Ich bewundere dich echt dafür. Ich hab das auch irgendwie so in meinem Kopf. Bin aber, glaub ich, noch nicht so recht reif dazu. Wobei ich dir mit dem Wollen wollen absolut recht gebe. Der Mensch ist zu irre vielen Sachen fähig, wenn er nur den Willen dazu hat. Eigene Erfahrung.
    Und im Moment bestätigt sich das auch bei mir ein ganz klein wenig. Ich verzichte ja im Moment aufs Fleisch. Die ersten Tage hätte ich in jeden Wurstzipfel beißen können, jetzt nach über einer Woche hab ich gar kein Bedürfnis mehr danach. Hab am Anfang gedacht, mir fällt nach dem dritten Tag nix mehr ein, was ich noch kochen könnte. Und jetzt hab ich "Angst" gar nicht alles zu schaffen zu kochen.
    Ich wünsche dir ne recht angenehme Zeit!

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  2. Okay...das finde ich sehr bewundernswert. Ich bin schon froh, wenn ich es schaffe, mal einen Tag keinen Süßkram zu futtern.

    Ich wünsch dir viel Durchhaltevermögen.

    Liebe Grüße
    A.D.

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  3. Meine Große hat eine Woche Fasten hinter sich. Nur trinken! War nicht einfach, aber zu schaffen. Schwer sind die erstenzwei Tage. Achte aber auf deine Körperreaktionen!! Kälteempfinden bis zu blauen Lippen ist dann gar nicht gut. Salz und Zucker nicht vergessen... aber wem sage ich das....:-) Du schaffst es! Ich glaube an dich :-)

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  4. Du schafft das!
    Für mich war es immer leichter wenn ich zwei oder drei Entlastungstage im Vorfeld auch konsequent durchgezogen habe.
    Verzichtest du auch auf das Glas Saft oder das Gemüsewasser?

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  5. Super Sache, ich konnte mich bis dato nie dazu durchringen.
    Ich glaube aber das ist wie mit dem Rauchen aufhören. Da ist auch der dritte Tag der schlimmste und dann ist eigentlich so, als hätte man nie geraucht. War zumindest bei mir so und ich bin von 60/Tag auf 0.

    Das was ich mir aber noch schwerer Vorstelle ist das wieder Anfangen Essen zu müssen. Da muss doch der Magen rebellieren wenn auf einmal wieder feste Kost ankommt, oder?

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  6. Reduzierst Du auch das Foodblogwatching oder hast Du eine Auswahl an Blogs, bei denen Du eh keinen Hunger mehr hast???......

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  7. Ich bewundere dich. Gerade gestern habe ich mit einer Freundin darüber geredet, dass ich persönlich nicht die Disziplin hätte durchzuhalten.

    Viel Erfolg, wenig Kopfweh und gutes Wasser :)

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  8. @Frau Kampi:
    Es hat wohl jeder seine ganz persönliche Fastenhürde. Der Verzicht auf Fleisch, zumal nur temporär geplant, würde bei uns nicht so hochgehängt, wie bei Deiner Bande von Raubtieren! ;)

    @RaRdU:
    Ich danke Dir!

    @Hans:
    Zucker? Wieso Zucker?
    Salz gibts nur als Glaubersalz. *würg

    @lunchforone:
    Die Entlastungstage sind meine Achillesferse, dazu werde ich morgen etwas schreiben. Gemüsebrühe nur in Ausnahmefällen, wenn mir beispielsweise mal der Kreislauf wegsacken sollte. Kommt aber selten vor.

    @Edekaner:
    Das berühmte Fastenbrechen bedeutet eine langsamen Wiederaufbau. Am ersten Tag gibt es nur einen Apfel morgens und einen abends. Am 2. Tag kommt etwas Knäckebrot dazu und so fort.

    @Bolli:
    Du bist wieder böse heute morgen! :))

    @Franzi:
    Danke für Deine guten Wünsche, vor allem in Bezug auf die Kopfschmerzen!

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  9. Wow! Eine richtige Heilfastenkur habe ich bisher noch nie gemacht - wenn ich auch denke, dass es mir gut tun würde. Ein paar Safttage habe ich schon mal eingeschoben, da sinkt mein eh schon konstant niedriger Blutdruck von 100/60 immer lustig gegen Null. Ich glaube ich müsste mir für mein erstes richtiges Fasten sicher frei nehmen, vielleicht kommt die Energie dann nach ein paar Tagen. ;-)
    Dir ein gutes Gelingen, viele schöne Gedanken und frühlingshaft flirrende Luft!

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  10. o.k. Respekt für diese Disziplin. Leider nix für mich, ich kann es nicht leiden, das eigene Magenknurren zu hören......

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  11. Ich bewundere Deine Disziplin!

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  12. Salz in Form einer Gemüsebrühe - Zucker in Form von Fruchtzucker, also mal einen Saft. Glaubersalz ist ja nur am Anfang wichtig zum .. na du weißt schon... ;-) Der Body kommt nicht ohne Mineralien aus!

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  13. @Hans:
    Nein, kein Zucker. Auch aus Früchten nicht, d. h. keine Säfte. Auser im oben beschriebenen Einzelfall. Ein Teelöffel Honig im Tee tut dann auch gut. Glaubersalz bleibt täglich, allerdings in kleiner Menge.

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  14. Bravo AT,das ist ein lobenswerter Entschluß. Was mich am Heilfasten so fasziniert ist die Tatsache, daß man wieder klar im Kopf wird, besser denken kann, die Sinne entmüllt werden und man besser riecht und schmeckt...wenn die ersten drei oder vier Tage überstanden sind. Die sind m.E. die schlimmsten. Viel Erfolg und ich freue mich schon auf die neue regenerierte Astrid...

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  15. @Christina:
    ich habe gerade tatsächlich Sauftage statt Safttage gelesen. Das sind schon Hungerhallus!

    @Chezuli:
    Ich bin ein Mädchen, meinen Magen hört man nicht.

    @Peter:
    mir macht sie manchmal Angst. ;)

    @Margit:
    Genau, das ist genau das, was ich oben beschreibe. Die Regeneration der Sinne. Unglaublich, was da passiert.

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  16. Liebe Astrid,
    ob ich das mit den 17 Jahren (+2) glauben kann/soll. So weit ich mich erinnern kann habe ich Dich fastend kennen gelernt - und da waren wir noch voll die Babys... ;)
    Schlag noch mal ein paar Jahre drauf.

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  17. Simönchen, Du hast wohl recht. Wo bleibt nur die Zeit?
    Habe ich schon gesagt, dass ich Hunger habe?

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  18. Wenn Du ein Care-Paket mit gutem Tee brauchst, sag Bescheid! :)

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  19. Gaaanz großen Respekt möchte ich Dir zollen !
    Dieses sehr konsequente Fasten ist Ausdruck von enormer Willensstärke und Disziplin ( ....und läßt unseren Verzicht auf ein tägliches Stückchen Fleisch oder auf einen Wurstzipfel, ziemlich erbärmlich aussehen ;-) )
    Ich wünsche Dir Kraft und Ausdauer - lass es Dir gut gehen !
    Gruß,
    Thomas

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  20. @Hesting:
    Vielen Dank für das Angebot! :)

    @Thomas:
    Ach weißt Du, es ist immer hoch anzurechnen, wenn jemand freiwillig auf liebgewonnene Gewohnheiten oder Gelüste verzichtet. Ich möchte das nicht vergleichen. Aber lieben Dank für Deine Wünsche!

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  21. Du hast meine uneingeschränkte Bewunderung !
    Ich drücke Dir die Daumen zum Durchhalten, aber ich bin sicher, Du schaffst das !
    Aber dann auch noch kochen und nicht mittessen dürfen ..... boooohhh, echt hart !!!

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  22. Sehr schön beschrieben! Ich kenne sowohl das Fasten in der Gruppe, was mir auch gut gefällt, weil man sich dabei so schön auf andere Menschen einlassen kann und die gewohnten Pfade verlässt, als auch allein. "Erhabenheit" ist in dem Zusammenhang ein wirklich wunderbares Wort. Ich faste meistens auf Sylt; sehe die Leute schlemmen und kann unendlich viel Kraft daraus schöpfen, dass ich das nicht muss; nicht brauche.

    LG vom Rostkopp

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  23. @Rostkopp:
    Auf Sylt fasten muss wundervoll sein- diese langen Strandspaziergänge und das Tiefdurchatmenkönnen!

    Ich wünsche Dir weiter viel Kraft, heute der 3. Tag bei Dir?

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  24. Dankeschön! Heute ist der erste Tag. Ich hatte den Beginn noch einmal verschoben, weil es gestern aus "organisatorischen Gründen" ;-) nicht so gut gepasst hätte.

    Du hast letztes Mal drei Wochen gefastet? Ich auch. Aber dieses Mal wird es wohl nicht so lange, da ich übernächste Woche wieder arbeiten muss. Mal sehen, wie es mir dann geht ... zum Glück ist man ja frei in der Entscheidung, wann man das Fasten bricht.

    Ja, Sylt kann ich nur empfehlen!

    LG vom Rostkopp

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