Spargel mit Entrecôte in Tamarinde-Ingwer-Chili-Marinade und Rettichsprossen

Asien haucht, Australien flüstert

Spargel mit Entrecôte in Tamarinde-Ingwer-Chili-Marinade und Rettichsprossen | Arthurs Tochter Kocht von Astrid Paul


Fast ausgespargelt

Husch husch, jetzt aber schnell! Die Spargelzeit neigt sich dem Ende zu, ab dem 24. Juni hat es sich für 2016 ausgespargelt. Mir soll das Recht sein, in diesem Jahr habe ich so viel Spargel gegessen wie kaum jemals zuvor. Kilos von Spargel, Wagenladungen voll Spargel, Berge von Spargel, so viel Spargel gar, dass ich mir eben eine Stange aus dem linken Ohr gezogen habe. Nicht ein einziges Mal dabei war der Klassiker Spargel mit Hollandaise, da schau an! Ich habe den Spargel gebraten, getackert(!), gedämpft, genudelt und versuppt und in den letzten 3 Wochen zunehmend mit asiatischem Twist versehen. Yum!

Was ist eigentlich Tamarinde?

Tamarinde aß ich zum ersten Mal vor vielen Jahren in einem thailändischen Restaurant. Mir gefiel der säuerliche Geschmack am servierten Lammfleisch mit Ingwer sehr und auf Nachfrage erklärte der Kellner mir die Würzung. Seitdem habe ich stets ein Fläschchen Tamarindensauce im Vorrat, sie hält sich ewig, nur zäh wird sie wie Bolle, aber das ist nichts, was ein kleiner Aufenthalt im Wasserbad nicht wieder in den Griff bekommen würde. 

Tamarinde, die manchmal auch Indische Dattel genannt wird, ist die Schote und Frucht des Tamarindenbaumes. P. brachte eine Schote aus Australien mit, ohne zu wissen, welchen Schatz er im Gepäck hatte; er fand einfach die Schote so schön und sammelte sie auf. Ihr müsst jetzt zum Aussehen der Tamarinde nichts sagen. Alles, was ihr sagen wollt, alles, was ihr euch gerade denkt, habe ich selbst schon gedacht. Ich weiß selbst, wie sie aussieht und bin mir sicher, dass sie in der Umgebung des australischen Regenwaldes etwas... ähem... anders wirkt.

Tamarinden-Schote | Arthurs Tochter Kocht von Astrid Paul

Der säuerliche Geschmack der Tamarinde erinnert leicht an Zitronensaft, notfalls kann man diesen in vielen asiatischen Rezepten als Ersatz verwenden, allerdings fehlt dann die dattelartige Süße der Tamarinde. Tamarindenwasser gilt als eines der wichtigsten Säuerungsmittel der Thai-Küche. und noch etwas: Tamarinde ist sackgesund!
So enthalten 100 Gramm Fruchtfleisch 28–52 Gramm Wasser und bis zu 67,4 Gramm Kohlenhydrate, außerdem bis zu 5,6 Gramm Fasern, 3,1 Gramm Protein und selten mehr als 0,1 Gramm Fett. Zu erwähnende Mineralstoffe sind bis zu 10,9 mg Eisen, was etwa 77 % der empfohlenen Tagesdosis entspricht, 53 bis 170 mg Calcium, 54 bis 110 mg Phosphor, große Mengen Vitamin D, 375 mg Kaliumiodid, 24 mg Natriumiodid und sehr geringe Mengen an Vitamin A, Thiamin, Riboflavin, Niacin und Spuren von Oxalacetat. Quelle: Wikipedia
Da kann man nicht meckern.

Paste für Tamarinde-Ingwer-Chili-Marinade, ausreichend für 400 g Entrecôte

Für die Marinade habe ich zusammengemixt:
  • 25 ml Wasser
  • 1/2 rote Thai-Chili
  • 25 g frischer Ingwer
  • 15 g Zitronengras
  • 30 g Tamarindenpaste
Ich habe das den Thermomix machen lassen, sicher funktioniert es auch mit einem Mörser. Die Paste habe ich jetzt ein paar Mal zubereitet, mir gefällt die Schärfe sehr gut, aber an dieser könnt ihr jederzeit drehen. Das Entrecôte wurde in Streifen geschnitten und mit der Marinade zusammen vakuumiert. So zog es 12 Stunden im Kühlschrank vor sich hin... Warum Entrecôte? Klar funktioniert diese Zubereitung ebenfalls mit Streifen vom Rumpsteak oder von der Hüfte. Ich mag halt Entrecôte wahnsinnig gerne, es ist wohl mein liebster Zuschnitt für Kurzgebratenes vom Rind. Den Fettrand und das Fettauge schneide ich in diesem Fall ab, bzw. heraus, lasse das Fett aus und brate in diesem hinterher die marinierten Streifen an. Solltet ihr die Paste/Marinade im Mörser oder in einem weniger leistungsfähigen Mixer zubereiten, tupft ihr euch vor dem Anbraten besser die groben Stücke vom Fleisch, sie würden sonst beim Anbraten bei hoher Hitze nur verbrennen. Ist die Paste/Marinade homogen, könnt ihr die Streifen vom Entrecôte ohne Probleme bei hoher Hitze kurz und schnell anbraten.



Der Spargel garte derweil im Wok. Ingwer, Zitronengras (in sehr feinen Röllchen), etwas gelbe Currypaste, Kokosmilch. Hinzu kamen Streifen von Zucchini; Brokkoli passt auch gut, Karotten ebenfalls. Obenauf gehackte Erdnüsse (geröstet und gesalzen aus der Dose) und ein Berg erfrischender Rettichsprossen.

Eines ist sicher: Weitere asiatische Spargelvarianten sind hier für 2017 sowas von gesetzt!



Print Friendly Version of this page Print Get a PDF version of this webpage PDF

Arthurs Tochter

Kommentare :

  1. Frische Tamarinde ist toll, gelle? Wir haben in Mauritius auch immer welche gesammelt und mitgenommen, die wachsen da überall. Dort waren sie aber wesentlich kleiner...
    Für asiatisches bin ich ja sowieso immer zu haben <3

    AntwortenLöschen
  2. Schon mal kandierte Tamarinde probiert? Ist in Vietnam ein Klassiker und wird in der Regel noch mit Chili gewürzt. Total lecker.

    AntwortenLöschen

Danke für Deinen Kommentar, der schnell freigeschaltet wird, so er höflich und respektvoll ist und nicht anonym abgegeben wurde. Mein Blog ist kein Diskussionsforum für anonyme Netz-Misanthropen, sondern ein Geschenk an meine Leserinnen und Leser.

Instagram