Weltbeste Kräuterbutter, Lammrücken, Rosé und Küchenkatastrophen... [eat this, MEGGLE!]

Hängt ihn höher, diesen einen Moment!

Weltbeste Kräuterbutter, Lammrücken. Eat this, MEGGLE! | Arthurs Tochter Kocht von Astrid Paul

Vermeindliche Küchenkatastrophen

Man man man, denke ich mir manchmal, wenn meine zwei Schätze hier zuhause mit kritischem Blick in die Töpfe bemerken ob das wohl genug Kartoffeln sind? Oder: Dieses Huhn, ob das was taugt? Sehr beliebt ist ebenfalls wird die Kräuterbutter wohl dieses Mal *augenverdreh* reichen? Dazu muss man sagen, dass ich die echten Küchenkatastrophen, wobei "Katastrophe" ein großes Wort ist, objektiv betrachtet, aber fragt mal die zwei Entrüsteten hier, an den Fingern einer Hand abzählen kann. Als da wären: 
  1. 1996: Ich kaufe das erste (und letzte) Mal in meinem Leben ein gefrorenes Huhn und koche daraus Hühnerfrikassee. Vielmehr, ich habe es versucht. Das Ergebnis wurde wegen Unkaubaukeit unter dem hämischem Gelächter der Anwesenden in's Klo geschüttet, während sich ebendiese mit Zahnstochern die fasrigen Überreste aus dem Gebiss pulten. Sie schwören übrigens, dass sie bis heute noch Reste finden...
  2. 2001: Ich koche irgendwas mit Kartoffeln. Am Ende fehlte die eine, um bei meinen nächsten Angehörigen einen durch Überfressung hervorgerufenen komatösen Zustand zu erreichen. Alle waren halt einfach nur satt, was aber eigentlich bedeutet, dass ich meine Familie praktisch vorsätzlich dem drohenden Hungertod überantwortet habe
  3. 2006: Heilig Abend. Es gibt Raclette im Rahmen des jährlich üblichen Gelages. Die Kräuterbutter ist jedoch, Schande über mein Haupt, bereits am ersten Weihnachtsfeiertag beim Reste-Frühstück und schon nach 1203485365 Pfännchen leer. Wie konnte das passieren, fragen sich meine Liebsten noch heute, die die ihnen damals entgangenen Fettkalorien nie mehr ganz aufgeholt haben und gravierende Auswirkungen der daraus resultierenden Langzeitfolgen im Alter vermuten
  4. So um das Jahr 2011 war mal was mit einer versalzenen Lammkeule in Amarone, über dem Rest ist Schweigen. War aber schade um den Wein...
  5. Als ich dem Liebsten von diesem Beitrag erzählt habe, faselte er etwas von versalzenen papa asadas im Jahr des Herrn anno Tobak. Ich weiß nicht, wovon der Mann spricht!
weltbeste Kräuterbutter | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul

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Daraus resultierend haben sich die Mengen zu Kartoffeln und Kräuterbutter intern zu einem Politikum entwickelt. Vielleicht kann man zu den heimischen Küchenkatastrophen auch noch die Eier hinzurechnen, die ich natürlich jah_re_lang nie in der Lage war, auf. den. Punkt. miriamgerecht zuzubereiten, so dass sie das Kochen der Sonntagseier notgedrungen und unter großer Zurschaustellung (Seufzen, gebückte Haltung, Augenverdrehen etc.) ihres schweren Loses selbst übernehmen musste. Ein kleiner Trost ist mir jedoch, dass sie meine Kräuterbutter für die beste der Welt hält, und das Kind ist Kräuterbutterexpertin! Damit sie diese im fernen Hamburg nun selbst zubereiten kann - hier das Rezept. Irgendwann werde ich sie bei ihr essen und ihr glaubt ja wohl nicht im Ernst, dass die von ihr zubereitete Menge dann auch nur ansatzweise ausreichend sein wird, und wenn ich mir die Kräuterbutter bis in die Achselhöhlen schmiere! 

Rezept für die weltbeste Kräuterbutter. 

Eine Miriamportion:

  • 3 frische Knoblauchzehen (Französische Ware. Bitte verzichtet auf die chinesische Trockenware, die bereits beim Anfassen auseinanderbröselt)
  • 1 TL grobes Meersalz
  • 250 g frische Butter
  • 100 g frische Kräuter quer durch den Garten wie Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Salbei, Oregano, Estragon, sehr fein gehackt. Alternativ verwende ich diese hervorragende Mischung*
  • 1 Msp. getrocknete Chili (oder mehr nach Bedarf)
  • 1 TL frisch geriebener Parmesan, das ist sozusagen meine Geheimzutat für Kräuterbutter, ein richtiger Geschmacksbooster, hervorgerufen durch die hohe Konzentration natürlichen Glutamates. Und keine Sorge, die Kräuterbutter schmeckt nicht käsig, nur halt noch viel besser! Parmesan gehört zu den Lebensmittel mit dem größten natürlichen Gehalt an Mononatriumglutamat, dem Zeug, das sich in Fertigprodukten hinter den Begriffen “Glutamat” (E621) oder auch im “Hefeextrakt” verbirgt.
Einige Lebensmittel wie Pilze, reife und insbesondere getrocknete Tomaten, Käse (vor allem Parmesan), Fischsauce oder Sojasauce, die wegen ihres besonderen Aromas verwendet werden, enthalten natürlicherweise große Konzentrationen an freiem (nicht in Proteinen gebundenem) Mononatriumglutamat, das mit industriell hergestelltem Mononatriumglutamat chemisch identisch ist. Außerdem enthält der Seetang Kombu hohe Mengen und wurde von asiatischen Köchen schon vor 1.500 Jahren wegen seiner geschmacksverstärkenden Wirkung genutzt.” (Quelle: Wikipedia) Hefeextrakt hat einen herzhaften Eigengeschmack und eine ausgeprägte geschmacksverstärkende Wirkung. Aus diesem Grund wird er vor allem bei der industriellen Produktion von Nahrungsmitteln wie zum Beispiel Saucen, Suppen oder Fertiggerichten, im geringeren Maße auch im Haushalt, als würzende Zutat eingesetzt. Auf der Zutatenliste kann er als „Hefeextrakt“ oder „Aroma“ deklariert werden, um einen Lebensmittelzusatzstoff im Sinne der deutschen Zusatzstoff-Verkehrsverordnung handelt es sich nicht, daher gibt es für den Hefeextrakt keine E-Nummer.
  • Salz und Pfeffer aus der Mühle
Weitere Gewürze nach Geschmack können sein: Mein Gemüsebrühpulver, von dem ich gerne etwas an die Buttermasse gebe, auch Pimentón de la Vera dulce oder etwas Muskatnuss schmecken gut. 

Selbermachen

Als erstes stellt ihr eine schnelle Knoblauchpaste her. Dazu benötigt ihr ein mittelgroßes Arbeitsbrett und ein Kochmesser mit einem breiten Rücken. Ihr schält den Knoblauch und schneidet ihn in Würfel oder feine Streifen. Nun streut ihr das grobe Salz auf den Knoblauch und fahrt mit der breiten Seite des Kochmessers immer wieder hin und her über die Salz-Knoblauch-Mischung. Ihr werdet schnell merken, wie der Knoblauch vom Salz fein zermahlen wird und ruck zuck ist eine aromatische Paste hergestellt. Ihr könnt von dieser auch größere Mengen zubereiten und im Kühlschrank aufbewahren, so habt ihr stets frischen Knoblauch parat, ohne dass die Finger ständig nach Knoblauch riechen. Tipp: In einem schweren Granitmörser funktioniert diese Methode eben so gut.

Das Verrühren von Butter und Kräutern lasse ich gerne von meiner Küchenmaschine erledigen, mit meiner Cooking Chef von Kenwood geht das ganz einfach über die Induktion, ich lasse die Maschine mit 30°C und dem Flexielement laufen und habe dann selbst bei kühlschrankkalter Butter nach 20 Minuten ein perfekt cremiges Ergebnis. Aber das ist die Luxusvariante, mit zimmerwarmer Butter und dem Kneten mit der Hand bekommt ihr ein ebenso gutes Ergebnis.

Und weil sie so schnell zuzubereiten ist, habe ich sie dann auch ganz schnell mal zu einer kleinen Feierabendportion Lammrücken gemacht; in der Zeit, in der dieser nach dem Anbraten im Ofen zieht, steht die Kräuterbutter kurz im Tiefkühler und wird wieder etwas fester. Kurz darauf darf sie dann cremig auf dem heißen Fleisch zerlaufen. Und ich hatte - und das war fast das beste an der ganzen Sache - genau die richtige Menge gemacht. Nicht zu viel und nicht zu wenig, einfach perfekt. Geht doch!
Weltbeste Kräuterbutter, Lammrücken. Eat this, MEGGLE! | Arthurs Tochter Kocht von Astrid Paul
Der Lammrücken ist ganz einfach. Anbraten, im Ofen ziehen lassen. Hier findet ihr eine Menge Anregungen und genauere Beschreibungen: Rezepte für Lamm.

Der Wein dazu

war ein Rosé und habe ich doch noch hier proklamiert, ich habe nur selten guten im Haus, könnte sich das in diesem Sommer ändern... Im Glas hatte ich einen österreichischen Rosé aus Blaufränkisch, und ja, bitte mehr davon! Animierend, erdbeerfruchtig, trocken, ein Hauch Zitrus, lebendige aber leichte Säure, helles Lachsrosa. Kann ein Wein fröhlich sein? Yep! Dieser ist es. Ein richtiger Spaßmacher für die Terrasse, zur Jakobsmuschel oder schnellem Lamm mit Kräuterbutter.
Rosé  Lang Rosé aus Blaufränkisch-Trauben Jahrgang 2015 Burgenland Österreichischer Qualitätswein | Arthurs Tochter Kocht von Astrid Paul
Rosé 
Lang
Rosé aus Blaufränkisch-Trauben
Jahrgang 2015
Burgenland
Österreichischer Qualitätswein
€ 6,20/Flasche

Serviceteil

So und jetzt mal Butter bei die Fisch! Was sind eure kleinen und größeren Katastrophen in der Küche? Könnt ihr mir ruhig verraten, wir sind hier ganz unter uns!


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Arthurs Tochter

Kommentare :

  1. Katastrophen? Am schlimmsten war es, zur festlichen Kaffeeeinladung bei der Schwiegertante eine Käsesahnetorte angekündigt zu haben. Transport im Ring ohne Probleme... aber offenbar... die Gelatine war nicht richtig verteilt, nicht korrekt aufgelöst, was weiß denn ich. Jedenfalls: Tante nahm den Ring ab und die bis dahin hübsch anzusehende Torte floss im Zeitlupentempo aber unstoppbar über den geschmückten Kaffeetisch (um den, wie sollte es anders sein, schon alle Gäste versammelt waren). Mann, war mir das peinlich!

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    1. OhGottohGottohGottohGott! Du Ärmste! Bitte entschuldige, dass ich lachen musste, ich hoffe sehr, Du kannst das mittlerweile auch :D
      Danke für die dolle Geschichte!

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  2. Immer wieder ein Vergnügen, Deine Posts zu lesen! Wir haben Tränen gelacht; nicht zuletzt deshalb, weil uns einiges so vertraut vorgekommen ist ;-)

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    1. Hihi...
      Überall das gleiche Drama :)
      Und Danke!

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  3. kochte unlängst gausschen glockenspargel: ein drittel hart und ungar, 1 drittel ok, 1 drittel verkocht und fasrig. bekam natürlich exponentiellen tadel dafür!

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    1. Natürlich! :D
      Ich habe gerade "glockenspargel gaus" gegoogelt, aber da ploppt bloß Dein Kommentar in diesem Beitrag hier auf ;) Du musst das also noch erklären bitte.

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    2. die gaussche glockenkurve ist ein meisterwerk des mathematikers gauss und beschreibt die wahrscheinlichkeitsverteilung von zufallsgrössen mit normalverteilung. was laienhaft gesagt ungefähr so aussieht- es gibt von irgendwas ein oberes drittel, dann die mitte, dann das untere drittel- wie bei meinem spargel und dessen aggregatszuständen eben!

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    3. :D
      Uiii, da stand ich aber auf der Leitung! Ich dachte gleich an so etwas wie "Ruhm von Braunschweig", dass der Gaussche Glockenspargel vielleicht eine ebenso alte, fast verschwundene Spargelsorte sei.
      Vielleicht sollte ich mal aus meiner Food-Bubble aussteigen...

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  4. Mit ein bisschen mehr Parmesan röste ich mit der "Parmesan"-Butter Weißbrotscheiben unter dem Grill im Backofen für 5 min - ganz köstlich zu einem Glas Wein oder zum Grillen .... aber danke für den Tipp zum Vor-verarbeiten des Knoblauchs, das wird dann sicher runder im Geschmack - auch geröstet :-)

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    1. Na klar, rösten ist fast immer gut! Bei Knoblauch muss man ja nur aufpassen, dass er nicht verbrennt und bitter wird.

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  5. Nach Stunden der Zubereitung einer Schwarzwälderkirschtorte, die ich meinen Arbeitskollegen zu meinem Geburtstag mitbringen wollte, überstand die Torte den transport in der Tortenhaube ohne Probleme. Erst als ich die Torte am Arbeitsplatz in der Tiefgarage angekommen, aus dem Auto entnommen habe, löste sich nach wenigen Schritten der Boden von der Haube und die Torte klatschte in schönster Murphy-Manier unter Vollbringung einer 180° Wende auf den Boden. Aufgrund der dort verteilten Kalorien hat der Asfalt an dieser Stelle heute noch einen Bauch.

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    1. Oh je, ich habe ein ganz schlechtes Gewissen, weil ich so herzhaft gelacht habe! Der Asphalt hat 'nen Bauch, ich stelle mir das vor... Und habe die ganze Szene in slow motion schon mehrmals heute vor Augen gehabt. Danke für die Geschichte und es tut mir sooo leid! :)

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  6. Hahaha. Zu genial! Ich hab auch noch eine verpatzte Torte... Johannisbeer-Baiser. Aus dem Ofen genommen, ungeschickt gewesen und vollständig auf dem Fussboden verteilt, weil im Fallen umgedreht. Sollte zum Schulfest mitgebracht werden... Vor lauter Verzweiflung habe ich sie zusammengekratzt, wieder in die Form gefüllt und tatsächlich unten in den Kinderwagen gepackt, um sie mitzunehmen! Ich konnte mich offensichtlich nicht damit abfinden, dass sie ein Fall für die Tonne war. Der Ritter darauf lachend: Ja, finde ich gut, der Schulleiter bekommt das erste Stück! ...

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    1. hihi, Hauptsache immer cool bleiben und sagen "das gehört so!"
      Lustig ist auch, dass die meisten Katastrophen meiner Leser mit Torten zu tun haben. Das könnte mir ja NIE passieren! :D

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  7. Also Torten sind ja offensichtlich die erste Katastrophen-Quelle... ich kann ein simples Backwerk dagegen halten:
    Wollte "mal eben schnell" einen Clafoutis zaubern und stellte nur Oberhitze, aber volle Stufe ein... was also oben sehr braun und knusprig, und unten noch fast flüssig...
    ABER: Schatzi war begeistert davon und wollte das dann immer so. Alle meine Einwände, dass dies ja nicht so sein solle, gelten nicht, und der "richtige" Clafoutis wird seitdem verweigert^^

    Schönes WE wünscht der HH.

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  8. Hahaha dein Post macht gute Laune, da erinnert man sich doch direkt an die ein oder andere Küchenkatastrophe :-) deine Kräuterbutter werde ich ganz bald ausprobieren und dazu möchte ich mir unbedingt deine selbstgemachte Gemüsebrühe herstellen. Ich mache mir bisher immer eine variante in der das Gemüse mit dem Pürierstab sehr fein püriert und dann einfach mit Salz konserviert wird. Diese Variante ist für Suppen und Eintöpfe auch toll!
    Viele liebe Grüße
    Steffi

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  9. Hachja, das natürliche Glutamat- für mich mit größter Vorsicht zu genießen.
    Und Katastrophen, die hängen natürlich immer auch mit den Ansprüchen zusammen, nicht wahr?
    Neulich an meinem Geburtstag gab es den https://annaantonia1.wordpress.com/2016/02/26/der-einfachste-schweinebraten/ der Welt, Kartoffelsalat und Cole Slaw- und obwohl zwei Personen ausfielen, essentechnisch, blieb nur ein kümmerlicher rest des Schweins, alle Salate waren aus. Also, da bin ich knapp an der Katastrophe vorbegeschrammt.
    Und Kuchen kann ich jedemenge liefern, einer der mitsamt seiner Tarte-Form aus Glas am Boden zerschmetterte... Gugl die stückchenweise aus der Form kamen.... and so on.
    Da mach ich lieber Kräuterbutter, die gelingt! Und ist immer zu viel!

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  10. Stefan Cleff: Hier ist meine Variante, der zweitweltbesten Kräuterbutter!
    Nach jahrelangen Verzehr fertiger Kräuterbutter aus dem Hause Meggle und Co. hat mich vor allem Astrid Paul‘s Arthurstochterkocht-Blog mit Ihrer weltbesten Kräuterbutter inspiriert, ein eigenes Rezept zu entwickeln. Zu Mal wenn man sich die Zutatenliste der fertigen Kräuterbutterzubereitungen anschaut… naja, immer wieder diese Zitronensäure und was sonst noch alles drin bzw. auch nicht drin ist. Ich habe also mit verschiedenen Aromen rumprobiert, meine Küchenkräuter auf dem Balkon sind jetzt im Mai bereits gut gewachsen. Webers-Grill-Bibel-Variante, klein geschnittene Schalotten mit einreduziertem Rotwein, fand ich sehr interessant. Der Tipp von Astrid Paul der Kräuterbutter einen Teelöffel Parmesan beizufügen fand ich als die Offenbarung. Es hat echt „Bamm!“ gemacht. Ich selbst halte mich ja selten sklavisch an Rezepte. Aber diese Grundzutaten und Zubereitungsmethode haben schon einige Gäste erfreut und neugierig gemacht. Bei Grillabenden ist noch nie was übrig geblieben. Selbst meine Frau, die scheinbar auf Meggle-Kräuterbutter geeicht wurde, ist ein Fan geworden. Und jetzt probiert Euch aus. Ihr werdet sehen, dass mit relativ geringem Aufwand das Thema Kräuterbutter eine ganz andere Bedeutung erhält. Und es wird auf jeden Fall Gesprächsthema am Tisch sein.

    Meine Grundzutaten:
    2 frische, mittelgroße Knoblauchzehen (aus Frankreich oder Italien)
    1 TL grobes Meersalz
    ½ Teelöffel frisch gemahlener, schwarzer Pfeffer
    250 g frische, zimmerwarme Butter
    6 Esslöffel fein gehackte Schalotten (1 bis 2 Stück)
    6 – 8 cl kräftiger, trockener Rotwein
    2 Esslöffel hochwertiges, natives Olivenöl
    ca. 70 g frische, feingehackte Kräuter, z. B. 2/3 glatte Petersilie und 1/3 Estragon
    ½ Teelöffel Piment de Espelette (milder, getrockneter Chili), alternativ (etwas weniger) Cheyennepfeffer
    1 Teelöffel (nicht mehr!) feingeriebener, frischer Parmesan
    vielleicht noch ein bißchen Muskatnuss

    Zubereitung:
    Die fein gehackten Schalotten zusammen mit dem Rotwein in eine kleine Pfanne geben und bei mittlere Hitze solange einreduzieren lassen, bis der Rotwein verdampft und von den Schalotten aufgesogen ist. Die Pfanne vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen.

    Während dessen den Knoblauch klein schneiden und zusammen mit groben Meersalz im Mörser zu einer Paste zerstoßen. Noch eleganter geht es mit dem Messerrücken auf einem Küchenbrett. Die Kräuter fein hacken, den Parmesan fein reiben.

    Alle Zutaten mit der zimmerwarmen Butter in eine Schüssel geben und gut verrühren/verkneten und abschmecken.

    Jetzt die Butter kurz in den Kühler geben, damit sie etwas anzieht, aber noch formbar bleibt. Die Kräuterbutter dann auf Backpapier geben und daraus eine Rolle formen. Das Backpapier entfernen und die Butter in Klarsichtfolie einwickeln und wieder in den Kühler geben. Portionsweise zuschneiden und zum Fleisch servieren.

    Beste Grüße aus Kassel,
    Stefan Cleff

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    1. Lieber Stefan,
      Hammer! Danke für diese umfangreichen Ausführungen!
      Bei Schalotten in der Butter ist es wirklich wichtig, so wie Du es ja auch beschreibst - sie zu garen. Sie werden sonst nämlich - wenn die Butter tatsächlich mal zwei Tage überlebt - zu gärig. Ich kann aber mit Fug und Recht ergänzen, dass sich feingehackte Radieschen ebenfalls sehr gut darin machen, das habe ich letztes Wochenende auf_opfer_ungs_voll *hüstel* getestet!

      Danke noch einmal für Dein tolles Rezept! Jetzt, wo hier im Blog der Kräuterbutter Tür und Tor geöffnet sind, werde ich bei Gelegenheit auch mal meine Blütenbutter vorstellen.
      Stay tuned... :)
      Schönes Wochenende für Dich!

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Danke für Deinen Kommentar, der schnell freigeschaltet wird, so er höflich und respektvoll ist und nicht anonym abgegeben wurde. Mein Blog ist kein Diskussionsforum für anonyme Netz-Misanthropen, sondern ein Geschenk an meine Leserinnen und Leser.

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