Matjes-Happenpappen mit Radieschendip und Infos zur Matjessaison

Matjesjesjesjes!


Matjessaison

Der Matjes ist ein gekehlter, noch nicht geschlechtsreifer Hering, der in einer milden Salzlake eingelegt wird (ursprünglich zur Verlängerung der Haltbarkeit entwickelt). Der Begriff stammt vom niederländischen „maagdekenshaaring“ und bedeutet „Mägdleinshering“ oder auch „Jungfernhering“. Im Frühjahr beginnen die Matjesheringe ihre Fettreserven aufzubauen, während Rogen und Spermamilch noch nicht entwickelt sind. Im Fett sammeln sich daher die kräftigen Geschmacksstoffe des jungen Herings. Im ausgenommenen Zustand weist der Matjes einen Fettgehalt von immerhin 18 % sowie einen ernährunsphysiologisch sehr günstigen Gehalt von Jod und Selen auf. Offiziell beginnt die alljährliche Matjessaison am 31. Mai und geht bis Anfang Juli. 
Das ist ein praktischer Zeitraum, so könnt ihr nämlich locker auf die unsägliche Maischolle verzichten, der Genuss der guten, fetten Scholle schließt sich dann nahtlos ab Juli/August an die Matjessaison an.
Anfang der 70er Jahre wurden Lebensmittelkontrolleure erstmals auf Nematoden, natürliche Parasiten des Herings, aufmerksam. Eigentlich stellen diese mit dem Entfernen der Innereien keine Gefahr für den Verzehr mehr dar, allerdings können in wenigen Fällen diese Würmer auch in das Fischfleisch gelangen und auf den Menschen übertragen werden. Aus diesem Grund erließ die niederländische Regierung ein Gesetz, nachdem der „Hollands Nieuwe“ auf mindestens -45°C tiefgefroren werden muss. Durch das Tiefkühlen werden Nematoden abgetötet und gleichzeitig steht so der Matjes den Verbrauchern das ganze Jahr über zur Verfügung. Also wisst ihr jetzt: Selbst wenn euer Fischhändler in der nächsten Zeit das Schild „Frische neue Matjes“ aus dem Fenster hängt, handelt es sich in jedem Fall um tiefgekühlten und wieder aufgetauten Fisch.

Matjes und ich, das ist die ganz große Liebe!

Schippern der Liebste und ich nicht gerade mit dem Boot über die Brandenburger oder Mecklenburgische Seenplatte, findet man uns im Urlaub gerne in Holland. Spazierfaul wie ich bin, (ich finde "schlendern" doof, entweder ich gehe von A nach B und das dann bitte zügig oder ich dauerlaufe. Aber spazierengehen? Bitte ohne mich!) locken mich in Zandvoort, praktisch unser niederländischer Zweitwohnsitz, zum Spazierengehen am Strand lediglich die Fischbuden. Ansonsten liege ich einfach faul in der Sonne herum. Aber mit dem Versprechen auf Matjes am Strand bekommst Du mich Kilometer um Kilometer... Der Matjes ist für mich wie die Möhre für den Esel, störrisch folge ich der Verheißung. 
Boudewijn's Visservice am Strand von Zandvoort, Niederlande | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul

Immer den Mund voll... Matjes! | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul

Gespräche zum Matjes unter Fachleuten... | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul

Happenpappen

Wisst ihr, was ein Happenpappen ist? In meiner Familie war er das Synonym für eine Kleinigkeit zwischendurch. Ein schneller Teller oder ein Cracker mit Frischkäse, ein Stück Brot mit Leberwurst, so etwas in der Art. Erst sehr viel später - als es endlich dieses Internet gab - habe ich durch Zufall gelesen, dass Happenpappen durchaus auch anders interpretiert wird. In der Mehrzahl sogar genau umgekehrt, nämlich mit “viel zwischendurch”, und keinesfalls wenig. Gemeinsam bleibt beiden Interpretationen das “Zwischendurch”, über die  Größe eues persönlichen Happenpappen entscheidet ihr schließlich alleine und vielleicht gebt ihr dem Wort auch eine gänzlich neue Bedeutung. Der heutige Happenpappen hier im Blog ist mengenmäßig eh erweiterbar, ganz so, wie ihr es wünscht. Hübscher sieht so ein Teller immer aus, weniger darauf ist, aber den Nachschlag sieht ja niemand. Und was eignet sich besser als Happenpappen als ein Matjes? Eben. Höchstens noch zwei Matjes. Oder drei oder vier oder...

Für einen frischen Dip zum Matjes mische ich gerne einen Quark mit 40% Fettgehalt hälftig mit Joghurt mit 3, besser 10 %. Ihr könnt natürlich gerne von beiden die Magerversionen verwenden, (iiiihhhhh!) zumal der Matjes immerhin (pfff...) einen Fettgehalt von ca. 18% mit auf den Teller bringt. Aber ihr wisst auch: Fett ist ein Geschmacksträger und wie fast überall macht auch hier die Menge das Gift. Legt also einfach morgen einen Obsttag ein. Oder noch 'nen Matjestag, Fisch ist soooo gesund! Matjesjesjesjes!

Selbermachen

Verrührt den Quark mit dem Joghurt, mixt anschließend knackige Radieschen im Blitzhacker des ESGE-Zauberstabes, beste Investition ever(!), verlinke ich euch im Serviceteil. Mixt nur kurz, die Radieschen sollten noch ein wenig stückig sein. Würzt dann mit Salz (sparsam!) und Pfeffer, Schnittlauch gibt frische Schärfe, etwas Zitronensaft die nötige Säure. Perfekt dazu ist das Salatgewürz von Ingo Holland!

Serviceteil



Habt einen tollen Tag!

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Arthurs Tochter

Kommentare :

  1. ja toll- ich werd Ausschau halten. Fisch ist ja hier eine Herausforderung, ich muß weit laufen (sic) für ordentliche Qualitäten. Meist nehm ich dann das Auto...

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    1. Ohne Strand macht das Laufen auch nicht halb so viel Spaß!

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  2. Hmm, da läuft mir ja das Wasser im Mund zusammen :) Nächste Woche fahren wir in ein Hotel Schlanders, aber danach werde ich meine Familie ebenfalls mit einem tollen Essen verzaubern
    Susi

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