Outtakes 2016

Gar nicht mal so gut!*


Outtakes 

Es geht hier gar nicht sooo viel daneben. Vor allem auf die Menge von Essen gesehen, die ich an 365 Tagen im Jahr so raushaue. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die mich stören; manchmal ist die Würzung nicht ausgereift, manchmal gehen die Fotos daneben. Manchmal weiß ich einfach auch nicht... Aber seht selbst, was ich in 2016 als Gar nicht mal so gut* bezeichnet habe. 

Angebrannte Semmelknödel mit Pfifferlingen und Yauthli

Yauthli ist eine Gewürztagetes-Art, die ich selbst anpflanze. Ihre zarten Blattspitzen erinnern an Estragon und können wie eben dieser eingesetzt werden. Den Azteken war Yauthli heilig - getrocknet und zu Pulver gemahlen, wurde er im Rahmen religiöser Riten den Opfern ins Gesicht geblasen, bevor man diese als Brandopfer darbrachte. Der Geschmack war gut, aber beim Anbraten der Semmelknödel ist mir erst die Butter verbrannt und dann wurde das ganze Gericht auch noch angerichtet wie ein Schlamassel und so schlecht fotografiert wie nur möglich. Ich hätte den Teller also gleich einem azetekischen Hohepriester ins Gesicht schleudern können!
Angebrannte Semmelknödel mit Pfifferlingen und Yauthli (outtakes 2016) | Arthurs Tochter Kocht von Astrid Paul

Flammendes Inferno

Zur Erheiterung meiner Leser habe ich das zwar verbloggt, aber ein verbrannter Flammkuchen gehört hier natürlich unbedingt rein! Mit einer Prise Yauthli wäre er ein schickes Brandopfer geworden!

verbrannter Flammkuchen aus Dinkel [outtakes 2016] | Arthurs Tochter Kocht von Astrid Paul

Lachs und zweifacher Rosenkohl

Schwefelige (kohlartige) Aromastoffe passen hervorragend zu Krustentieren. Vielleicht hat mich das auf die Idee gebracht, Rosenkohl mit Lachs zu kombinieren. Okeee, der Lachs ist kein Krustentier aber Sardellen zu Rosenkohl oder Wirsing sind schließlich auch so sehr die Wucht, dass mir die Kombination als nachgerade zwingend gut erschien. Sagen wir so: es hat geschmeckt und auf dem Teller waren ein Hauch Harmonie und Spannung gleichermaßen spürbar. Dennoch - von Ausgereiftsein kann man nicht sprechen. Wird also wiederholt und wiederholt und wiederholt, bis Würzung und Texturen passen. Dann stelle ich euch das ganze Gericht vor: Confierter Lachs mit zweierlei Rosenkohl (als Püree und gebratenen)

Confierter Lachs mit zweierlei Rosenkohl (als Püree und gebratenen) [Outtakes 2016] | Arthurs Tochter kocht. von Astrid Paul

Matjes mit Apfel, Pink Grapefruit, Gurke und Radieschen in Joghurtsauce

Das war richtig, richtig lecker! (Lecker ist immer noch ein beliebtes Wort in diesem Blog!) Aber das Foto ist furchtbar! Und außerdem habe ich nur eines gemacht, warum, weiß ich selbst nicht. Jedenfalls reicht mir ein einziges und dann noch misslungenes Bild nicht für einen Blogartikel. Wird im Sommer wiederholt, dann in schön!

Matjes mit Apfel, Pink Grapefruit, Gurke und Radieschen in Joghurtsauce (Outtakes 2016) | Arthurs Tochter Kocht von Astrid Paul


Herbstgemüse aus dem Wok

Inspiriert von meinen Bohnen mit Rindfleisch im Asia-Style wünschte P. sich Herbstgemüse vom samstäglichen Markteinkauf aus dem Wok. Nichts leichter als das? Chrchrchr... Sollte man denken... Hat geschmeckt wie alte Socke. Nie mehr wieder! Viel zu viel faulig-feuchtes Erd-Aroma, trotz des Ingwers. Das misslungenste Gericht des Jahres 2016!





Jetzt ihr!

Was ist euch in 2016 kulinarisch so richtig daneben gegangen? Vom Milchüberkochen bis zur missratenen Motivtorte - alles ist erlaubt! Also los, outet euch! 




*hierbei handelt es sich um ein Filmzitat. Wer weiß ohne zu googlen, woher?

  Genießt euren Tag!

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Arthurs Tochter Kocht – food, wine, travel, love

Kommentare :

  1. Liebe Astrid, soso - es passiert Dir also auch… sympathisch. Ehrlich gesagt, ohne den Kommentar ist Dein Foto von dem angebrannten Semmelknödel-Schlamassel doch ganz appetitlich. Bisschen verschwommen vielleicht ;-), aber verschmäht hätt ich`s nicht…

    Ich hab bestimmt schon wesentlich Schlimmeres verbockt, aber ganz gewiss war mein Versuch einer Vollkorn-Teig-Pizza letztes Jahr ein ziemliches Desaster. Eigentlich gelang mir Pizza bis dato doch ziemlich gut, bis mir dieser Vollkorn-Teig den Garaus gemacht hat! Während die Ecken im Ofen immer dunkler wurden und leichter Rauch im Ofen den Blick auf unseren Fernseh-Snack versperrte, war die Pizza mittig leider immer noch schrecklich wabbelig und daran hat sich auch nichts geändert, egal, wie ich die Garzeit noch verlängert oder die Höhe der Einschub-Leiste verändert habe. Außen extrem angekokelt, innen labberig - ganz schlimm. Vorerst traue ich mich nur noch an 00-(Auszugs-)Mehl ran…

    Was mich nicht mehr loslässt… ich habe 18 Jahre in einem Café gearbeitet und während eines sehr eisigen Winters haben wir Glühwein verkauft und BBQ. Unser Koch hatte draußen am Grill eine echte Fuchs-Mütze mit Pfoten auf dem Kopf gegen die Kälte - geliehen von seiner Mutter. Und die fing nach kurzer Zeit Feuer… also die Mütze! Ohjeh, nach den Fotos muss ich gleich mal suchen…

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    1. Liebe Nikki,
      Vollkornteige scheinen es in sich zu haben! 2 Kommentare nach Deinem hat auch jemand davon geschrieben - und mein Vollkornflammkuchen spricht ja ebenfalls für sich :)

      Ich möchte selbstverständlich ein Foto der brennenden Mütze sehen, klar ne? :D

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  2. Da hab's ich noch nicht geschafft, meinen Senf zu Deinem Opus magnum abzulassen – da kommt die schon mit Outtakes! Aber bei Outtakes, weißte, ne, werd' ich schwach. Null Impulskontrolle.
    Meine Outtakes kennste ja schon – bei den ganz großen Katastrophen habe ich allerdings auf den Fotoaufwand verzichtet. Impulskontrolle.

    Ich herze Dich!

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    1. Als Miriam ca. 6 Jahre alt war, habe ich mein Wohnzimmer gestrichen, in einem ganz sonnigen Orange. Das Kind kommt rein, und steht auf einmal - frag nicht, wie sie das gemacht hat - mit einem Bein im 10 l-Farbeimer. Und obwohl sie sofort entsetzt das Gesicht verzogen hat, habe ich schnell gerufen "keine Bewegung" und den Fotoapparat geholt. Das hat sie mir damals sehr übel genommen, aber heute lachen wir über eines der besten Dias aller Zeiten :)
      Du siehst also - was kleinere Katastrophen angeht, bin ich sehr geistesgegenwärtig :D

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  3. Oh, richtig daneben gegangen ist ein Brioche, das nur nach Hefe geschmeckt hat. Und mein selbst angesetzter Sauerteig - er will nicht so wie ich will. Habs bis jetzt nicht hinbekommen, bleibe aber dran ;-) Ach ja, und die Scones mit Vollkornmehl - wurden gegessen, hatten aber mit Scones nichts zu tun...

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  4. Du wirst lachen, aber mir ist neulich wirklich die Milch übergekocht. Was für eine Sauerei!

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  5. Man sollte nie, wenn man gezuckerte Kondensmilch in der Dose kochen will (Kindheitserinnerung, das Zeug schmeckt eklig göttlich), einen zu kleinen Topf nehmen, viel zu wenig Wasser rein machen und sich ablenkende andere Arbeit außerhalb der Küche vornehmen. Ich habe alle 3 Fehler zusammen getan.
    Das Ergebnis war eine Explosion mit anschließender Sprenkelung der gesamten Küche, inkl. Fußboden und Decke, mit einem Liter braunem klebrigen Zeug. Ich finde selbst heute, Monate nach dem "Ereignis", immer noch braune Flecken an Stellen, bei denen ich nicht verstehe, wie es auch noch dahin gespritzt haben könnte.
    Liebe Grüße von Bastel

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    1. Bitte verzeih mir, dass ich sehr herzlich lachen musste! :D
      Klasse Geschichte - also für Zuhörer ;)

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  6. Ich les mich grad rückwärts durch bis zum Jahresrückblick. Also erstma Outtakes kommentieren. Hachja. Wo fang ich an? Eier pochieren. Immer und immer und immer wieder. Mit Essig, mit Swirl, mit Liebe, mit gutem Zureden probiert. Und was is? Nix is. Dreckseier. Auch gern genommen: Leberpaté aus diesen vermaledeiten Silikonhalbkugeln wieder auskriegen. Verdammte Axt. Einfetten, anfrieren, rausschneiden. Irgendwas blieb immer hängen. Aber das Portweingelee, mit dem die Paté abschloss, das ging immer gut raus. Achja. Zu viel Purple Curry im Joghurt fühlt sich auf der Zunge an, als hätte man groben Betonstaub reingerührt. Fies. Dann war da noch die erste Mayonnaise meines Lebens, die ums Verrecken nicht emulgieren wollte. Fünf Anläufe später... ging´s mit Gewalt und unter zuhilfenahme (<- ach herrje, schreibt man das überhaupt so) der Kitchenaid dann doch. Zu guter Letzt. Die Weihnachtsgans. Die war auch nach über 6 Stunden im Ofen noch zäh. Blödes Viech.

    Fröhliche Katastrophengrüße
    Conny

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Danke für Deinen Kommentar, der schnell freigeschaltet wird, so er höflich und respektvoll ist und nicht anonym abgegeben wurde. Mein Blog ist kein Diskussionsforum für anonyme Netz-Misanthropen, sondern ein Geschenk an meine Leserinnen und Leser.

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