Ein halber Fred - Lachsseite mit Fenchel und Orangen-Olivenöl



Eigentlich wollte ich zu Ostern nicht kochen. Ich glaube auch, ich kann´s gar nicht mehr. Zumindest vermuten das P. und unsere Tochter. Aber es war wirklich nur der Zeitmangel in den letzten Wochen. Wir haben selten so viel Sushi zu uns genommen. Das einzige fast food, das wir akzeptieren. (vom must have, dem Hamburger Royal TS auf Urlaubsreisen mal abgesehen)
Am Ostersonntag habe ich seit 4,5 Wochen den ersten Tag nicht gearbeitet. Aber so ist das mit Gastronomie und Dienstleistung... Und diesen ersten freien Tag nach so langer Zeit wollte ich mitnichten in der Küche stehen. Meine Idee war, entweder P. oder auch ein Taxi nach Mainz in die Buddah-Bar zu schicken. Es gibt Situationen, in denen bin ich an Dekadenz kaum zu überbieten. Gerade bei der Verlinkung habe ich gesehen, dass sie mittlerweile auch ins Haus liefern. Hätte ich das gewusst... muss mal nach den Lieferkosten in die rheinhessische Provinz fragen...

Aber dann fiel mir ein halber Fred fast vor die Füße. Den konnte ich nicht ignorieren und zum Einfrieren war er allemal zu schade... Irgendwann in den letzten 2 Wochen gab es auch mal schnell schnell 2 Saiblinge bei uns, die ich mit Fenchel gefüllt hatte.
In der Folie gegart, waren die zwei in 20 Minuten bei 160° C im Ofen schnell zubereitet. Ich glaube, so´n Saibling schwimmt nicht tief  in seinem Bach herum, deshalb habe ich den beiden als Ausgleich dieses Salz spendiert:
Aber meine Salzverkostungen der letzten Zeit sind ein anderes Thema und einen weiteren Post wert...
Inspiriert von der Schnelligkeit und Einfachheit, diese Tierchen zuzubereiten, machte ich mich beim halben Fred ganz ähnlich ans Werk:
So schaute er aus, ca. 1 kg schwer.
Bekam von mir eine sanfte Abreibung mit einer feinen Gewürzmischung aus der Mühle, bestehend aus Meersalz, Norialge, Pfeffer, Meeressalat, Zwiebeln, Chili, Koriander, Mohn, Zitronengras und Kombualge. 
What in the hell is Meeressalat? Egal. 
Obenauf bekam er eine Packung aus Fenchelscheiben, und einen Aufguss mit Oliven-Orangenöl
Wenn man es nicht vergisst, kann man auch noch das dafür feingehackte Fenchelgrün obenaufgeben.
Wie gesagt, wenn man dran denkt, ansonsten dekoriert man damit den fertigen Fisch. :)
In ordentlich Alufolie verpackt kam er dann in den Ofen. Schräg, denn in der Breite passte er gar nicht hinein. Mit seinem dicken Ende, bzw. Anfang nach Hinten. 180°C, 25 Minuten. Ich packe ihn aus - da war noch gar nicht viel passiert...
Also noch mal knapp 20 Minuten drauf. Währendessen die Frage nach der Beilage. 
Da Cecco musste es richten. 
Die Sauce:
In einer Kasserolle Abschnitte des Fenchels, 1 Stück Zwiebel und 2 Knoblauchzehen in Olivenöl angeröstet. Mit Noilly Prat abgelöscht. Geflügelfond und Sahne im Wechsel angegossen und eine feine Sauce gezogen. Der Hauch Lakritzpulver, den ich in der Kombination mit Fenchel so liebe, durfte nicht fehlen. 
Die Sauce abgesiebt und die Pasta darin geschwenkt.
Das war ein Gedicht!
So kam er aus der Folie. Saftig. Duftend. Fenchel noch bissfest, Fred innen glasig.
Müdes Osterherz, was willst Du mehr!
Und heute Abend esse ich
  1. Bärlauchcrèmesüppchen
  2. Törtchen vom Bachsaibling und Ketakaviar mit kleinem Salatbouquet und Limettencrème
  3. Flugentenbrust mit grünem Spargel und Schupfnudeln
  4. Involtini vom Weidelamm mit Speckbohnen-Quiche, Rosmarinpolenta und Thymianjus
  5. Mousse von weißer und dunkler Valrhonaschokolade mit Zwergorangenragout und Mandelhippe 
Und das beste daran ist - nichts davon koche ich selbst! :))) Gibts alles bei unseren Freunden hier.
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Arthurs Tochter

Kommentare :

  1. Superb, ich hatte schon Entzugserscheinungen. ;-)

    Martin "BerlinKitchen"

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  2. Phantastisch !!!! für mich war es eine Augenweide Deine Fotos anzusehen, wie muß es dann erst Euren Gaumen ergangen sein :-)
    ... vermißt hatte ich dich auch schon, schön von dir zu lesen !
    Für Heute Abend wünsche ich dir einen entspannten Genuß und Freude an dem erlesenen Menue

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  3. Wirklich sehr schön anzusehen. Für so ein saftiges Stück Lachs kann ich mich sowieso immer wieder begeistern. Dieser sahnige Fenchel macht sich aber auch sehr gut darauf.

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  4. Wenn man so viel arbeitet, dann darf man sich auch mal so richtig verwöhnene lassen, ob nun selbst gekocht oder durch andere.
    Der Lachs sieht toll aus und das Menü klingt fein.
    Frohe Ostern nachträglich...und schön, dass du mal wieder was von dir hören äh lesen lässt.

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  5. aber dass mir das nicht zur Dauereinrichtung wird, das auswärtsessen !

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  6. Fremdessen ist schön, wenn man bis zum Hals in Arbeit steckt!

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  7. So hätte ichs auch handhaben sollen, denn wenns schief geht, dann richtig!

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  8. Cool, mag ich! Ein Rezept, daß sich so langsam selbst entwickelt...

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  9. Schön wieder von Dir zu lesen! Und dann gleich so ein feiner Lachs. Allerdings: Ich habe eine schreckliche Fenchelphobie. Kalt im Salat geht´s, aber wehe, wenn er warm wird. Schon fast alles versucht um mich zu kurieren ... :-(

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  10. Hieß der eigentlich nicht Karl? Egal wie, er sieht sehr gelungen aus.

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  11. Ach, AT, da kommste ganz schnell wieder rein ins Kochen. Das ist wie mit dem Radfahren...;).

    Der Lachs ist doch schon ein feiner Ansatz :)!

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  12. Die Verschiebung in den Faulsäcke-Ordner konnte gerade noch einmal vermieden werden.

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  13. @Martin und Karin: Schön, wenn man vermisst wird!

    @Nata: da war gar keine Sahne am Fenchel :)

    @Suse: das "Menu" habe ich mir selbst vorab aus der Karte zusammengestellt. War alles ganz köstlich. Vor allem die Involtini vom Lamm müssen unbedingt nachgekocht werden!

    @lamiacucina & Eline: zur Zeit ist das Auswärtsessen der Garant für regelmäßige gepflegte Nahrungsaufnahme. Sonst bin ich bald wieder bei meinem "fast convenience-Huhn". ;)

    @Schnick: ich muss Deine Katastrophe noch nachlesen

    @Claus: ja, immer wieder spannend, wenn man vorne nicht weiß, was hinten rauskommt. ;)

    @Christina: meine Vorliebe für Fenchel hat sich auch erst im Laufe der letzten Jahre entwickelt. Ich habe mit Tee angefangen :)

    @Linda: in den Kommentaren hatte ich mich korriegiert. Er hieß Fred und nicht Karl oder Kurt. :)

    @Toni: :) dann hoffe ich mal das beste!

    @Fressack: *Stein vom Herzen fall*

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  14. tolle Idee mit dem Öl. Wusste nicht, daß es das gibt.

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  15. EIn richtiges Frühlingslachs. Wenn ich zu meinem Lachs allerdings so eine emotionale Beziehung aufgebaut hätte, dass ich ihn "Fred" nennte, könnte ich ihn nicht in de Ofne schieben, geschweige denn verzehren.

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  16. @tobias: Das schöne ist, es wird gemeinsam mit den Orangen gepresst und nicht nachträglich aromatisiert.

    @mipi: doch doch, das geht schon. Ich kenn da nix. Aber wegen "Schnuffi" und all seiner Nachfolger esse ich bis heute kein Kaninchen.

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Danke für Deinen Kommentar, der schnell freigeschaltet wird, so er höflich und respektvoll ist und nicht anonym abgegeben wurde. Mein Blog ist kein Diskussionsforum für anonyme Netz-Misanthropen, sondern ein Geschenk an meine Leserinnen und Leser.

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