Brioche! Gebacken in Gusseisen und die zwei weltbesten Vatertagsgeschenke

Brioche - die buttrige Verführung

Brioche - aufgeschnitten auf Holzbrett | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul

Hattet ihr am 5. Mai heiß-kalte Füße? An dem Tag ist nämlich die Hölle zugefroren. Ich habe gebacken. Was zu den Dingen gehört, die ich, ebenso wie Knöpfe annähen oder Blusen bügeln, zu vermeiden versuche, wann immer es geht. Einfach wird es mir dadurch gemacht, dass ich ausgezeichnete Quellen für gutes Brot habe und den ganzen Süßkram eh nicht esse. Nur für die geliebte Brioche habe ich eben so eine Quelle nicht, also backe ich sie manchmal ganz selten höchstens einmal im Jahr selbst. Meine Backausstattung ist daher sehr ähem... wie war das Wort? Übersichtlich. Genau. Einige Jahre lang hatte ich eine klassische französische Briocheform aus dem Manufaktum-Katalog auf meinem Wunschzettel, aber da das wohl keiner glauben konnte, habe ich sie nie bekommen und mittlerweile ist sie nicht mehr im Sortiment. Also habe ich in den letzten Jahren die Brioche stets in einer sehr alten, sehr verbeulten, sehr dünnen und instabilen Form aus ollem Blech gebacken. Seit einiger Zeit habe ich aber eine tolle Kastenform aus Gusseisen, die natürlich zum Backen von z. B. Brot prädestiniert ist, aber eben auch zum Schmoren von kleineren Portionen Ochsenbacke oder Hochrippe geeignet, was mich bisher noch ein bisschen mehr gereizt hat...

Briocheteig nach dem 3. Gehen in der Gusseisenform vor dem Backen | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul

Getoastete Brioche-Scheiben mit Butter, Salz und Honig  | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul


Beste Vatertagsgeschenke

Aber Christi Himmelfahrt stand vor der Tür, der Liebste hatte eine anstrengende Woche hinter sich und sich zum Frühstück für den Feiertag angemeldet. Und das war dann praktisch mein Geschenk an ihn und ein Dankeschön dafür, dass er der beste Papa der Welt ist. Wobei er vom Kind zum Vatertag einen Star Trek Flaschenöffner* bekommen hat, und ein bisschen habe ich die Vermutung, dass Miriam damit noch einen Tacken mehr Begeisterung ausgelöst hat als ich mit meiner Brioche, aber egal. Der gute Wille zählt. Wenn Sie also mal schauen mögen:

Star Trek Flaschenöffner



Rezept für Brioche

Das Rezept für die Brioche stammt von irgendwo bei Brigitte-online, dort habe ich es vor ewigen Zeiten entdeckt und seitdem immer genau so gebacken, ohne auch nur ein Fitzelchen zu ändern., wie z. B. auch hier für meinen Supperclub zu Entenleber-Paté mit Portwein-Kardamom-Gelee. Was mir aber aufgefallen ist, als ich mir Bilder von anderen Brioches im Internet angesehen habe - so eine Brioche wird wohl vor dem Backen noch mit Eigelb bestrichen für den Glanz. Darauf hätte ich ja auch selbst kommen können, das hat ja schon meine Mutter vor dem Backen ihrer sonntäglichen Hefezöpfe so gehalten, beim nächsten Mal werde ich das ebenfalls machen.

Briochteig in der Gusseisenform vor dem Backen  | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul


Brioche aufgeschnitten und getoastet mit Butter, Salz und Honig auf Räder-Holzbrett | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul

  • 500 g Mehl (Type 550) 
  • 1 EL feines Meersalz hier: 1 gestrichener Esslöffel, völlig ausreichend
  • 1/2 Würfel frische Hefe (21 g) geht auch: 1 Tütchen Trockenhefe
  • 60 g Zucker
  • 6 Eier 
  • 250 g weiche Butter
Mehl und Salz in eine Schüssel sieben. So wird der Teig später luftiger. Hefe zerbröckeln und mit dem Zucker verrühren. Dabei löst sich die Hefe auf und wird flüssig. Alternativ: Trockenhefe mit dem Zucker verrühren. Eier verquirlen  und mit der flüssigen Hefe (oder dem Zucker/Trockenhefe-Gemisch) zum Teig geben. Alles zusammen mit den Knethaken des Handrührers oder in der Küchenmaschine gut verkneten. Die Butter in Würfeln nach und nach unterkneten, bis ein glatter Teig entstanden ist.

Den Teig mit einem feuchten Geschirrtuch abdecken, damit die Teigoberfläche nicht austrocknet und bröckelig wird. Im Kühlschrank über Nacht gehen lassen. Die lange Gehzeit ist nötig, damit sich die Hefe gut entwickeln kann und den Teig lockert.

Am nächsten Tag den Teig kurz durchkneten und in eine andere, wärmere Schüssel geben. Abgedeckt etwa zwei weitere Stunden gehen lassen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig halbieren und zu zwei länglichen Teigsträngen ziehen. Nebeneinander auf das Backpapier legen, und dabei etwas drehen, damit es leicht gezwirbelt aussieht. Genug Abstand zwischen den Brioches lassen, damit sie Platz zum Aufgehen haben. Abgedeckt nochmals etwa eine Stunde gehen lassen. (Hier: Komplette Teigmenge in eine Kastenform gegeben, weiter wie im Rezept) Den Backofen auf 180 Grad, Umluft 160 Grad, Gas Stufe 3 vorheizen. Die Brioches auf der unteren Schiene des Backofens etwa 45 Minuten backen. Sollte der Teig zu dunkel werden, mit einem Stück Backpapier abdecken. (Was bei mir jedesmal nötig ist!)

Heiße Brioches auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Exkurs: Die erste Scheibe lauwarm mit einem Stück französischer Salzbutter essen. Alleine! Vor dem Servieren toasten oder in Butter in der Pfanne goldbraun anrösten. Wobei auf die Butter auch verzichtet werden kann, eine Brioche ist ja praktisch Butter herself. 

Briochteig in der Gusseisenform vor dem Backen  | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul

Brioche frisch aus dem Ofen | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul

Frisch gebackene Brioche! | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul

Backen in der Gusseisenform

Ich habe mir zwar im Vorfeld gedacht, dass das Ergebnis gut sein würde - wie könnte es auch nicht wenigstens 3 Tacken besser sein als aus der Weißblechform, aber dass es dann sooo gut sein würde, hat sogar mich überrascht! Noch nie war meine Brioche so gleichmäßig goldbraun gebacken, rundherum ein buttriger Traum! Auch im Inneren war sie noch luftiger und fluffiger als sonst - also ich backe nur noch in Gusseisen, vielleicht wage ich mich demnächst an eine eckige Sahnetorte! Scherz.

Also wenn ihr noch auf der Suche nach der perfekten Form für Brot, Brioche und die nächste kleinere Portion Ochsenbacken seid, bitteschön, hier ist sie* und das sogar für erfreulich kleines Geld!

Brioche aufgeschnitten und getoastet mit Butter, Salz und Honig auf Räder-Holzbrett | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul

Briochteig in der Gusseisenform vor dem Backen  | Arthurs Tochter kocht von Astrid Paul

Serviceteil

Wie isst man eine Brioche? Zum Beispiel mit Butter und Salz. Oder Gänseleberpaté. Dazu trinkt man dann ein Glas Sauternes. Sie schmeckt aber auch mit Butter und Honig. Oder Culatello (am Wochenende aufopferungsvoll getestet) Ansonsten beißt man einfach nur hinein!

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In eine frisch gebackene Brioche beißen: Unbezahlbar!

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Arthurs Tochter

Kommentare :

  1. Die Kastenform ist übrigens ein "Dutch Oven" und kann auch mit glühenden Kohlen im Freien verwendet werden.

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    1. I know, aber nicht für Hefeteig ;) Da sollt dann nämlich kein Deckel mit Kohlen auf der Form liegen. Für die Feuerstelle nehme ich eh lieber den echten Dutch Oven in Rund, so wie ich ihn hier für das Peposo notturno auch verwendet habe:
      http://www.arthurstochterkochtblog.com/2014/12/peposo-notturno-aus-dem.html

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  2. Es gibt ein geniales Rezept von Jean-Claude Bourgeuil. Er macht den Briocheteig im Thermomix. Ich mache das auch nur noch so. Das Ergebnis ist sensationell. In der Muffinform bekommt man sehr schöne kleine Brioches hin, so für die Fois gras ...

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    1. Oh! Vielen Dank für den Tip! Hast Du einen Link dazu oder magst Du es mir mal hier in den Kommentar schreiben? Ich würde mich freuen!

      Kleine Brioches für fois gras... hmmm...
      Anfang des Jahres war ich in Berlin Kreuzberg in so einem kleinen alternativen Café frühstücken, die hatten auch diese kleinen Brioches aus der Muffinform. Leider nicht sooo gut, aber die Idee zählt ja auch :)

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  3. Mit Brioche zum Frühstück könnte man mich definitiv glücklich machen, nächstes Mal werd ich dein Rezept nehmen, hab gerade gesehen, dass meines eine krasse Menge Hefe beinhaltet. Meistens lasse ich den Teig eh über Nacht im Kühlschrank gehen, damit es am Morgen schnell geht. Deine Form finde ich sehr schön, die hätte ich doch auch sehr gerne. Brioche mag ich aber lieber in der gerippten Form mit Kugel oben drauf. Der größte Spaß ist für mich die Kugel abzurupfen Butter drauf und zur Zeit am liebsten Holunderblütengelee dazu. Aber ich sehe dich schon mit den Augen rollen und zur Leberpastete greifen.

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    1. Nein, gar nicht! Holunderblütengelee ist doch 'ne Wucht, ernsthaft!
      :D

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  4. Es ist wirklich gefährlich hier zu lesen. Jetzt juckt es mich in den Fingern, mir auch eine Kastenform zu kaufen. Dabei tummeln sich hier schon mind. zwei (aber eben nicht aus Gußeisen ;) ) und die Küche ist schon gut befüllt.

    Der Brioche-Teig wird auf jeden Fall ausprobiert, sieht ja extremst lecker aus.

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    1. Also den Gedanken, wie gut gefüllt meine Küche ist, den denke ich gar nicht. Nie!

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Danke für Deinen Kommentar, der schnell freigeschaltet wird, so er höflich und respektvoll ist und nicht anonym abgegeben wurde. Mein Blog ist kein Diskussionsforum für anonyme Netz-Misanthropen, sondern ein Geschenk an meine Leserinnen und Leser.

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