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10.12.09

Von der Ausnahme - Gâteau Berbelle

Es gibt eine ziemlich eherne Regel in meiner Küche. Es wird nicht gebacken. Jedenfalls nicht von mir. Wenn also jemand von Euch gerne mal... dann stehe ich dem natürlich nicht im Wege. ;)
Ich weiß nicht, woher diese "Abneigung" rührt. Und interessanterweise habe ich lieber gebacken, als ich noch weniger ambitioniert gekocht habe. Ich erkläre es mir damit, dass ich beim Backen keinen Einfluß mehr auf den eigentlichen Prozeß nehmen kann. Wo ich doch das Rühren, Abschmecken, Naschen, Wenden und Begießen auf dem Herd so liebe. Wenn der Teig einmal gerührt ist, in seiner Form ruht und dann in den Ofen geschoben wird - das macht mich ganz nervös. Dieses Warten darauf, ob es auch was geworden ist -  ist der Teig durch? Klebt er am Ende noch? Ist er "schlierig" oder trocken? Saftig? Fällt alles auseinander, wenn ich das "Kunstwerk" aus der Form hebe? Nee nee, das ist nichts für mich. Und ich verneige mich tief vor allen Backkünstlerinnen und -künstlern, die gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit die Blogs mit Weihnachtsgebäck füllen. Meine letzten Kekse habe ich vor etlichen Jahren gebacken, als unsere Tochter noch klein war. Da wurde ausgestochen und mit Zuckerguß bestrichen, dass es eine Freude war. Mit Kindern macht einfach vieles mehr Spaß.
Auch habe ich als Weihnachtsgeschenk für P. mal ein Mahjongspiel "eingebacken". D. h. es wurde mit Backpapier eingeschlagen, dieses rundherum mit Kouvertüre bestrichen, in die dann selbst gebackene Kekse gedrückt wurden. Mit Zuckerguß stand dann noch "Merry Christmas" darauf. Leider gibt es davon nur ein Dia, so dass ich es Euch hier nicht zeigen kann.

Jetzt zur Ausnahme.
Es gibt da einen winzig kleinen Kuchen, der gelingt sogar mir. Und geht so schnell und unkompliziert, dass ich ihn gerne mal als Dessert mache. Eigentlich ist er eine gebackene Mousse, so ähnlich ist er in der Zubereitung. Wie mein Lieblings-Mousse-Rezept stammt auch dieses von Wolfram Siebeck. 
Und als am ersten Advent bei meiner Schwester ein "Geschwister-Adventskaffeetrinken" stattfand und sie selbst den komplizierten Teil übernahm, nämlich für meinen Bruder eine Rotweinkuchen zu backen, der wohl außer Rotwein nicht mehr vieles Andere enthält, was man so geläufig zum Backen benötigt ;) (Allergie! Allergie!) und doch noch am Ende fantastisch geschmeckt hat - was mache dann ich? Den einzigen Kuchen, den zu Backen mich nicht an den Rand eines Nervenzusammenbruchs bringt.Und der besser wird, wenn man ihn noch 2 Tage durchziehen lässt, also habe ich gleich 2 gemacht. Muss sich ja lohnen! ;)

Rezept für eine Gâteau Berbelle für eine 18 cm Form:
  • 100 g feine Schokolade, mindestens 70, besser 80 %
  • 140 g Butter
  • 120 g Zucker
  • 90 g Mehl
  • 1 Msp. Backpulver
  • 3 Eier
  • 3 EL weißer Rum
  • 2 EL Mandeln, Plättchen oder Stifte
  • Salz
  • Sahne zum Bestreichen
Butter und Eier sollten Zimmertemperatur haben. Die Eigelb mit der Butter, dem Rum und dem Zucker schaumig aufschlagen. Die Schokolade schmelzen, in die Eigelb-Butter gießen und gründlich verrühren. Mehl und Backpulver dazugeben und zu einem glatten Teig rühren.
Die Eiweiß mit einer Prise Salz sehr steif schlagen, davon erst 2 EL glatt unter den Teig rühren, den Rest vorsichtig unterheben, möglichst ohne den Schnee zu zerstören.
Eine kleine Springform oder einen Tortenring mit 18 cm Durchmesser ausbuttern und den Teig einfüllen. Bei 180° C auf der mittleren Schiene ca. 15 Minuten backen
dann die Mandeln aufstreuen und weitere 20 Minuten backen lassen.
Auskühlen, in eine Alufolie wickeln und mindestens 24 Stunden durchziehen lassen.
Vor dem Servieren mit leicht angeschlagener Sahne bestreichen.
Mit einem Gläschen Portwein der perfekte Genuß für den 1. Advent! Und es war wieder sooo einfach, vielleicht werde ich mutig und back uns doch noch ein paar Kekse...

Kommentare:

Claus hat gesagt…

Da bin ich ganz bei dir, außer Pizza, Flammkuchen und Brot back ich auch nix. Vor allem vor Weihnachten nicht...

Tin hat gesagt…

Hallo,

jaaaa, das kenne ich, und Du wirst lachen: Ich habe als Jugendliche wie eine Weltmeisterin gebacken, jedes Wochenende Kuchen und Torten, zu Weihnachten 25 Sorten Plätzchen, Basler Leckerlie und solche Scherze, Lebkuchen-Fachwerkhäuser, etc. pp. ... und beschränke mich inzwischen auf fette Schokoladentörtchen und alle Jahre mal einen Käse- oder Apfelkuchen.
Dafür verbringe ich aber ganze Vormittage im Frischeparadies oder der Kleinmarkthalle und den anschließenden Nachmittag in der Küche ;-).

Lieben Gruß auf die ebsch Seit ;-)
Tin

Arthurs Tochter hat gesagt…

@Claus, und hat das bei Dir die gleichen Gründe? Oder warum bist Du ein Backverweigerer?

Hi Tin,
schön, Dich hier zu lesen! Und was heißt überhaupt "ebsch Seit"! Frechheit! ;)
Diese kleinen fetten Schokotörtchen mit flüssigem Kern, die backe ich auch gerne. Fällt aber wie die Berbelle für mich eigentlich mehr unter "Dessert". Und diese ausufernden Besuche auf Märkten oder in Frischehallen liebe ich auch sehr. Es gibt viel mehr zu schnuppern und anzufassen, zu erriechen und zu erschmecken schon im Vorfeld. Was riecht denn schon lecker an einem Kilo Mehl? ;)

linda hat gesagt…

Du sprichst mir aus der Seele. Als ich noch zu Hause wohnte, habe ich leidenschaftlich Kuchen und Torten gebacken. Später habe ich mich auch auf "Ausstecherle" mit den Kindern beschränkt. Für Geburtstage habe ich inzwischen ein paar Rezepte, die mir fast immer gelingen. Aber ansonsten ist mir dieses genaue Abwiegen und auf die richtigte Temperatur achten, damit es gelingen soll, einfach lästig.

Tin hat gesagt…

@Arthurstochter: Einspruch! Richtig gutes Mehl riecht auch richtig gut, und in einer richtig guten Mühle riecht es durchaus nett. Die Hofbräuhaus-Mühle in München ist ein echter Geheimtipp, drin war ich leider noch nicht, aber die haben tolle Mehle - auch im Onlineshop ;-).
Frag mal Sefferl ...

Eline hat gesagt…

Hallo Tin! Ich finde auch, dass gutes Mehl gut riecht. Trotzdem backe ich auch sehr wenig und wenn, dann meist Herzhaftes. Wir mögen einfach nicht viel Süsses. Das Backen selbst finde ich aber schon angenehm.

Arthurs Tochter hat gesagt…

Sicher habt Ihr Recht, gutes Mehl duftet auch gut. Ich meinte das nur ein bisschen "ketzterisch". Der Duft von frischem Salat, leckerem Gemüse oder auch einem Schmorbraten ist mir einfach noch lieber. ;)
Aber auf der Seite der Mühle stöbere ich gleich mal...

Eline hat gesagt…

Dein Schokokuchen ist aber schon sehr attraktiv, sogar für mich, weil durchgebacken - ich mag diese Flüssigkern-Dinger nicht.

Buntköchin hat gesagt…

Ich finde das eigentlich ganz schön, wenn was im Backofen vor sich hin schmurgelt und dann die Spannung, bis es endlich raus darf. Ich mag das! Dein Kuchen sieht richtig schön schokoladig aus.

Hannes hat gesagt…

Stimmt, auf die Qualität, ( u. a. Mehl ) kommt es an. Das sieht für eine nicht so gerne backende sehr sehr gut aus!

Isi hat gesagt…

Ich bin mit dem Backen etwas mutiger geworden. Ich backe so 2-3 Kuchen im Jahr. Na, deine könnt ich mir auch vorstellen, sie schaut sehr gut aus. Frisch gemahlenes Mehl rieche ich auch gerne, das mag ich, seit ich als Studentin im Ökoladen gejobbt habe :-)

lamiacucina hat gesagt…

Mehr als 2-3 mal einen Kuchen pro Jahr braucht der Mensch auch nicht. Deiner sieht schön Cakehaft aus.

Arthurs Tochter hat gesagt…

@Eline, ja durchgebacken und schön saftig-schokoladig. Aber gar nicht so sehr süß. Das mögen wir nicht.

@Hannes, merci!

@Isi, so auf 2 - 3 Kuchen im Jahr komme ich auch. Ist halt immer der gleiche. ;)

@Lamiacucina, Du hast Recht, ist eher ein Cake, da gar nicht so hoch, wie er auf dem Bild wirkt. Nur etwa 2 Daumen.

mjahr hat gesagt…

Das war ja wohl der Understatement-Post des Monats. Ich backe ja auch nicht so gerne ()außer Weihnachtskekse :)), aus denselben Gründen, aber meine Ergebnisse sehen dann auch nicht so aus wie dieser Kuchen...

Anonym hat gesagt…

Ach ja, der gute alte Siebeck. Seine Kolumnen in der ZEIT haben mich zum Kochen gebracht!

Martin "BerlinKitchen"

Schnick Schnack Schnuck hat gesagt…

Ich habe es auch lieber deftig, habe aber meinen mir selbst auferlegten Backbann schließlich mit einer Zitronentarte gebrochen. Da lässt sich während des Prozesses auch noch einiges umändern. Ich mag das.

Cherry Blossom hat gesagt…

AT ich habe jahrelang das Backen meiner Mutter oder Schwester überlassen - ich fand es lecker aber zu langweilig weil ich am Prozess ab der Ofentür nicht mehr beteiligt war udn das risiko so hoch das es nix wird - einfach icht mein Metier - ABER dann entwickelten wir allergien und ich habe mit meinem Sohn das Backen entdeckt - es macht Spass und ich werde immer mutiger - jetzt wird wöchentlich gebacken - besonders Brot...

Dein Kuchen sieht köstlich locker und lecker schokoladig aus!! toll das er nicht so süß ist ich könnte mir dazu lecker beschwipste Früchte vorstellen ;-)

mestolo hat gesagt…

Ab und zu eine Ausnahme ist doch schön - da haben wir alle was davon ;) Sieht toll aus!

Nicole hat gesagt…

Der Kuchen kam vorhin aus dem Ofen. 24 Stunden konnte ich jetzt nicht mit dem Probieren warten. Der Teig ist ja echt der Oberhammer. So eine feine Konsistenz hatte ich noch nie, obwohl ich schon einige Tartes au Chocolat und den Devils Food Cake getestet habe. Der hier ist noch eine Spur feiner. Der wird ins Standardrepertoire aufgenommen.
Ein Ministück gabs heute mit frischem Grünteeeis. War ne schöne Kombi. Der Rest weilt jetzt unter eine Alufolienhaube.

Arthurs Tochter hat gesagt…

Und liebe Nicole? Hat er die Alufolie überlebt? :)

Nicole hat gesagt…

Die eine Nacht hat er wirklich noch ein bißchen Ruhe gehabt in seinem Folienbett. Morgens gabs aber dann gleich ein Stück zum Frühstück und beim Mädelsabend wurde der Rest als Dessert vertilgt. Danach gabs nur glückliche Gesichter. =)

Arthurs Tochter hat gesagt…

Sehr schön! So soll das sein! :)

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