Gefüllter Freilandhahn mit Maronen


Leider habe ich nicht Elines Bezugsquellen für Geflügel und kann keine Oden darauf schreiben, aber ich habe Daniel und seinen Hühnerhof, und das ist auch schon was! Samstags ist Daniel mit einigen seiner am Vortag geschlachteten Hähnchen auf dem Wochenmarkt und dann muss die Köchin sich eilen, darf nicht verschlafen, sonst bekommt sie keines der Prachtexemplare mehr ab, denn vorbestellt hat sie natürlich nicht.

Zur Zeit gibt es sogar Suppenhühner bei Daniel, 2 davon habe ich für nächste Woche bestellt, das sind dann die Hennen, die uns das ganze letzte Jahr mit ihren leckeren Eiern erfreut haben. Zur Zeit gibt es auf dem Hof die Eier der Junghühner, das Dotter ist 2 g leichter, die Eier sind insgesamt etwas kleiner aber wahnsinnig schmackhaft. P. freut sich, jetzt "Jungfrauenhuhn-Eier" essen zu können und gibt damit im Freundeskreis gerne an. Dass er damit vielfaches Kopfschütteln erntet, nimmt er gerne in Kauf. ;)

Am letzten Samstag hatte ich Glück, ein Hahn war noch da, der brachte auch gleich mal 2,7 kg auf die Waage, also ausreichend für die nächsten 2 Tage.


 
Die Leber ist immer noch mit dabei und so habe ich aus ihr, einer Handvoll eingeweichter, getrockneter Steinpilze, einer Birne, etwas Staudensellerie, einem kleinen in Milch eingeweichtem Brötchen vom Vortag und Majoran eine leckere Füllung bereitet. Ein Rezept hatte ich nicht, das Ganze war wieder ein typischer Fall von Eigenkreation. Ich muss zugeben, dass der Majoran vielleicht ein winziges bisschen überdosiert war, es war ca. ein gestrichener Teelöffel, aber sehr intensiv. Da mein frischer nicht mehr viel hermacht, habe ich getrockneten genommen. Die Birne hätte noch weicher sein dürfen, sie hat im Ofen viel ihrer Festigkeit behalten, war geschmacklich in dieser Kombination aber klasse.


Diese Masse kam dann ins Hähnchen...


das anschließend gut verschnürt wurde und mit Salz und Pfeffer eingerieben.



Ich habe es kurz in der Pfanne angebraten und dann bei 180°C 2 Stunden und 45 Minuten im Ofen gehabt. Dabei habe ich es immer wieder mit Pilzfond, dem Einweichwasser der Steinpilze und Weißwein begossen.
In der Fettpfanne hatte ich Staudensellerei und Möhren, die am Ende der Bratzeit herausgesiebt und zu einem leckeren Püree verarbeitet wurden.


 In einem Teil des dann entfetteten Bratenfond habe ich Maronen glasiert, diese mit altem Balsamico und Honig abgeschmeckt und zum Huhn, dem Püree und der Füllung gereicht. (Das Loch im Hühnerschlegel stammt vom Bratenthermometer)
Für Gäste hätte ich wohl nicht das Püree dazu gemacht, damit mit der Füllung nicht zu viel weiche Konsistenzen auf dem Teller sind, aber geschmacklich war es perfekt. Zwar musste ich mir hinterher am Tisch Klagen anhören, warum es denn keine Rosmarinkartoffeln dazu geben würde (denn die passen ja immer und zu allem *gg*), aber dafür schlich P. den ganzen Abend durch die Wohnung und dachte, es sei schon Weihnachten, ob der herrlichen Düfte.

 

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Arthurs Tochter

Kommentare :

  1. Guht sieht er aus, der Gockel. Ist leider gar nicht einfach an vernünftige Flattermänner dranzukommen.

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  2. Na und ob das was ist - schöner Gockel! 2,7 kg - das könnte ja schon fast ein Kapaun sein?
    Und so schön bridiert - dafür bin ich immer zu faul.
    Wenn H. diesen gefüllten Hahn sehen könnte ....
    Hab übrigens gerade 11 Perlhühner geholt und den Enten und Gänsen mitgeteilt, dass sie als nächstes dran sind ;-) Nein, die Hühner sind nicht für mich allein, da gibt es mehrere Abnehmer.

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  3. Die armen Gänse! Aber bei mir ist im November auch die erste "reif".
    Und Deine ganzen Perlhühner? Die sind sicher für die Nachbarschaft, in die Cherry Blossom und ich so gerne ziehen würden! Möööönsch, haben die es wieder gut!

    Ich glaube, der Daniel läßt den Hähnen alles dran ;)
    Ich habe mal vor ein paar Jahren einen Kapaun auf dem Wiesbadener Wochenmarkt erstanden (was ich draus gemacht habe, steht hier:
    Kapaun
    Ich kann mich aber noch erinnern, dass der Verkäufer ein unglaubliches "Gewese" drum gemacht hat, dass er ihn nur den besten Kunden anbieten würde etc., denn eigentlich sei das in Deutschland gar nicht erlaubt.

    Vielleicht weiß da jemand was zu? Darf man in DE Hähnchen kastrieren oder nicht?

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  4. Toll!

    Das macht Lust, wieder mal ein Huhn zu braten, auch wenn der Hühnerduft ja bekanntermaßen zäh ist und sich nicht so schnell wieder aus der Wohnung vertreiben lässt.

    Bei uns in Münster auf dem Markt muss man zum Glück nicht früh aufstehen, es gibt auch um 12 noch genug gute Hühner bei Maria Büning!

    Grüße!
    Martin

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  5. Du glückliche mit dem Hühnerhof! Solche Bezugsquellen gibt es viel zu wenige! Wunderbar zubereitet!

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  6. Ah ein tolles Gericht.. Ich rieche es förmlich. Habe heute schon an Dich gedacht auf dem Markt. Da lag nämlich auch so ein schönes frisches Biohuhn mit 2,5 Kilo herum.

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