Wild am Sonntag [Reise]

Achtung: 
Begeisterungstaumelposting!

Das Besondere an Paradiesen ist: Es gibt nicht viele. Ich wage gar zu behaupten: Jeder Mensch hat wohl nur eines. Über die Grenzen dieses Blogs hinaus ist bekannt: Das Spielweg-Romantikhotel der Familie Fuchs ist das meine und immer wenn mein Akku leer ist, tanke ich dort Kraft und Energie. Vor allen anderen Hotels, die ich bisher besucht habe, vermag kein anderes, mich in dieser Kürze aus der Zeit zu nehmen. Mein Mobiltelefon hat keinen Empfang, das Wlan ist schnurrig und kapituliert vor ihm und dem iPad gleichermaßen. Es bleibt also nur die Entspannung, das feine Essen und der gute Wein. Ich habe eben kurz in meinen eigenen Aufzeichnungen gestöbert und im Posting aus dem Juli 2011 sowie in meinem Buch schrieb ich bereits: "Unfassbare Glückseligkeit! Im Minutentakt von Seele und Leib herabpurzelnde Anspannung. ... Wenn Du also einmal einen unfassbar schönen Ort zum seelischen Entknittern suchst, einen Ort, der Dich warm gefangen nimmt in seiner Schönheit und Ruhe- dann fahre in den Südschwarzwald ins "Spielweg"..."



Gleich wenn Du hineingehst nimmt der Geist des Spielwegs Dich gefangen. Du atmest 150 Jahre Geschichte und fühlst Dich umarmt von der Herzlichkeit eines jeden Einzelnen. Fast fühle ich mich schon wie ein Stammgast, war ich wohl bisher sechs oder sieben mal schon dort, aber sei gewiss: Dieses Gefühl hast Du bereits beim ersten Besuch. Oft begrüßen Josefine Fuchs, die Grand Dame des Hauses, und Sabine Fuchs, dessen gute Seele, die Gäste persönlich, während Wildkoch und wilder Koch in Personalunion Karl-Josef Fuchs in Küche und Forst das Regiment führt. 

B
eim letzten Besuch vor zwei Wochen ließen wir uns nach der Ankunft nachmittags auf der Terrasse nieder und starteten den noch frühstückslosen Tag mit Hirschleberpaté, Flädlesuppe und einer Flasche Brut rosé vom Weingut Waßmer. Weil es durchaus möglich ist, sich durchs Essen weiteren Appetit zu holen, teilten wir uns anschließend einen Elsässer Wurstsalat, der so fein ausbalanciert war zwischen Säure, Frucht und Schärfe, dass ich mich im Inneren in strengem Tonfall sofort selbst zum Üben in die Küche beorderte.; unterstützt von P.s tiefem Seufzer und seiner Bemerkung, dass dies der beste Wurstsalat sei, den er je gegessen habe. 

Dann kam Karl-Josef, sah uns am Salat und war entsetzt. Wie wir essen konnten, eine Stunde vor Küchenöffnung. Als P. anhub um zu sagen, dies sei bereits der zweite Gang, trat ich ihn unter dem Tisch vors Schienbein. Kurz zuvor fragte er mich schon, ob wir denn wirklich das große Menü essen wollten am Abend, nach dieser Nachmittagsvöllerei. Nach einem Blick in meine Augen und meiner Bemerkung, ich ließe mir doch nicht das Menü entgehen, nur weil er hier wieder mal so ein kleiner Nimmersatt gewesen sei, knickte er ein und die Sache war erledigt. Allerdings fragte Karl-Josef, ob wir normal essen wollten, oder "ob er uns was brutzeln solle". Wenn ein Koch diesen Kalibers Dir so eine Frage stellt, dann tust Du am besten so, als hättest Du noch keinen einzigen Gedanken an das Essen am Abend verschwendet, als hättest Du noch nicht in die Karte gesehen, als könntest Du sowieso gar überhaupt nicht lesen. Ganz cool sagst Du "etwas brutzeln" sei voll ok und ergibst Dich freudig in Dein Schicksal. 

Wir gingen also im Prinzip vom Essen zum Essen, nur kurz unterbrochen durch einen kleinen winzigen Spaziergang ums Hotel, damit wir uns selbst nicht zu hedonistisch vorkamen.
Kaum am Tisch stellte der liebenswürdige Herr Müller schwungvoll eine Flasche Wasser bereit mit den Worten: "Das werden sie brauchen, es ist eine Menge Wein ausgesucht". Und in diesem Moment wussten wir: Karl-Josef und Team begannen das Rundum-Verwöhnprogramm aufzufahren.
Herr Müller

Wir begannen mit
Gänseleber mit Schokolade, schwarze Nüsse, Kakao, warme Brioche
Es folgte die von mir so geliebte Bienenwabe, (hier auch im Blog im Juli 2011 nachgekocht)
Bienenwabe, Frischkäse, Schwarzwälder Schinken
Dann:
Gebratene Blutwurst, Kalbsbries, Spargelsauce, Kartoffelstampf
Als Krönung:
Wildschweinkarree, Rehfilet, Schupfnudeln, Wildjus, feines Gemüse, getrocknete Trauben
Leer:
leer

Abschluss I.
Käse aus der Spielweg-Käserei
Abschluss II:
Ganz viel mit Erdbeere
Wir tranken vom WG Waßmer: Müller-Thurgau (die von mir persönlich unterschätzteste Rebsorte ever, aber ich gelobe Besserung), Weißburgunder 2012, Pinot Noir (Jahrgang vergessen) und Grauburgunder 2012 vom WG Hiss. Und viel. Und lachten viel. Und erzählten viel. Bis in die Nacht und bis Karl-Josef den anderen Gästen Rechnung tragen musste, die in diesen Tagen zum Großteil Galeristen aus Amerika waren, es lief die ART Basel, und wo soll man als New Yorker Galerist und Besucher der ART Basel schon wohnen, wenn nicht im Münstertal; im Spielweg; im Paradies. 

P. und ich gingen beschwingt und glücklich mit einer Flasche Wein zum "Absacken" in unser Zimmer im "Haus am Bach" und hörtem dem Rauschen des Bergbachs "Neumagen" zu, das uns eine Stunde später in einen tiefen Schlaf rauschte. 

Wer Karl-Josefs wilde Küche einmal selbst erleben möchte, und sich von der überwältigenden Atmosphäre des Hause gefangen lassen nehmen möchte, dem sei eine Reservierung unbedingt empfohlen! Wenn Du aber noch ein bis zwei faule Ausreden zur Hand hast, warum Du nicht innerhalb der nächsten vier Wochen selbst hinfahren kannst, kannst Du am 29. Juni interaktiv mit Karl-Josef Fuchs grillen. Weitere Informationen gibt es hier: http://www.badische-zeitung.de/suedbaden-feiert-die-interaktive-bz-grillparty

Keine Zeit zum Reisen UND zum Grillen? Dann koche Dir seine fantastischen Wildgerichte einfach selbst mal nach. Seine Wildkochbücher sind "state of the art", zur Zeit arbeitet er an einem weiteren, das im Herbst erscheinen wird. Sehr empfehlen kann ich auch die Kochkurse, ich persönlich habe bereits 2011 gemeinsam mit Chef Hansen den Wurstkurs besucht, (nur noch wenige freie Plätze für den 6. Oktober!), war mit Heike, Bushi und Chef Hansen beim Kurs "Wir zerlegen & kochen & verspeisen ein Hinterwälderrind" und bin im Oktober noch einmal zum Wursten dort, zu einem Termin außer der Reihe, den er exklusiv für Blogger anbietet. Wenn ich mich nicht täusche, war Chef Hansen auch beim "Wildgrillkurs" dort, aber da musst Du ihn mal selbst fragen. 

Morgen gehts hier dann weiter mit Wellness. Erst P. und ich und dann wellnessen die Wildschweine...
Bericht von unserem ersten Besuch 2011 -------> ohmmmmm.....

Romantik-Hotel Spielweg                                              
Spielweg 61                                                                  
D-79244 Münstertal
Telefon: +49 (0) 76 36/7 09-0
Telefax: +49 (0) 76 36/7 09 66
E-Mail: fuchs@spielweg.com
Internet: www.spielweg.com

Hinfahren, essen, schlafen, glücklich sein, Marsch Marsch!

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Arthurs Tochter

Kommentare :

  1. Respekt! Nach der Gänseleber hätte ich vermutlich aufgegeben...

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  2. ach ich habe einfach den größten Teil der Brioche liegen lassen, dann ging's :)

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  3. Ich war nur zweimal dort und unterschreibe bei: "Dieses Gefühl hast Du bereits beim ersten Besuch."

    Um "Wild grillen" am 28. kämpfe ich noch, aber ich werde es definitiv irgendwann gemacht haben :-)

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  4. Vielleicht könnte Karl-Josef mal an einem verlängertem Wochenende mit uns alle Kurse am Stück durchziehen :)

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  5. Ich würde auch total gerne mal die rechte Hälfte eines Hinterwälder Rindes zerlegen und zubereiten ;-)

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  6. Die hat inzwischen bestimmt Zorro gefressen!

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  7. Auch ich unterschreibe das so wie du es geschrieben hast. Ich war erst einmal dort, aber dann zum "Wurstkurs". Mamma mia was für ein Genuss!!

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  8. Es freut mich sehr, liebe Freundin, dass es Dir dort auch so gefällt. Ich glaube fast, nach meinen ganzen Schwärmereien bei Facebook, hier im Blog und auch im Buch ist KJF mit dem Spielweg mittlerweile eine "feste Bank" unter Bloggern und Bloglesern :)
    Und findest Du auch, dass eine Frau in einer Tracht niemals eleganter und schöner aussehen könnte als Josefine Fuchs? Ich bin immer ganz schüchtern, wenn ich sie sehe.

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  9. Ich hab' dann mal gebuhuuucht! ;) Nächste Woche sind wir dort - zwar nur für eine Nacht, aber nach diesem herrlichen Bericht freu' ich mich erst recht wie Bolle!

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  10. Immer immer immer wieder wenn du von Karl-Joseph und seinem Spielweg schreibst hab ich den ungestümen Drang sofort losfahren zu wollen. So gerne wäre ich mal da und würde genau diese Atmosphäre einsaugen wollen...
    Ich weiß, eines Tages bin ich da!
    (ich wünschte, mir würde Tracht auch so gut stehen)

    Liebe Grüße, Sandra

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Danke für Deinen Kommentar, der schnell freigeschaltet wird, so er höflich und respektvoll ist und nicht anonym abgegeben wurde. Mein Blog ist kein Diskussionsforum für anonyme Netz-Misanthropen, sondern ein Geschenk an meine Leserinnen und Leser.

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