Selleriepüree – das Rezept für cremiges Püree ohne Kartoffeln
Dieser Artikel wurde im Oktober 2026 überarbeitet
Dieses Selleriepüree ohne Kartoffeln ist cremig, fein und schmeckt vor allem nach einem: Sellerie. Genau so soll es sein. Mit Sahne, reichlich Gutebutter, Muskat und weißem Pfeffer wird aus einer eher unscheinbaren Knolle eine ziemlich großartige Beilage zu Schmorgerichten, Fleisch, Gemüse oder allem, was nach einem weichen, aromatischen Gegenpart auf dem Teller verlangt.
Warum Selleriepüree ohne Kartoffeln?
Weil ich Sellerie auf dem Teller haben möchte. Pur, fein und cremig, mit seinem ganzen Aroma. Die Kartoffeln dürfen sich heute um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern. (Wer dennoch nicht die Finger von Kartoffeln lassen kann, findet weiter die angemessene Zubereitungsweise für ein Sellerie-Kartoffel-Püree oder ein Kartoffel-Sellerie-Püree. Des Menschen Wille ... dingens.
Zutaten für cremiges Selleriepüree
Die Mengen sind bewusst nicht in Stein gemeißelt. Sellerieknollen unterscheiden sich in Größe und Wassergehalt und beim Püree entscheidet am Ende die Konsistenz darüber, wie viel Sahne es tatsächlich braucht.
- 1 mittelgroße Knolle Sellerie
- ca. 150 ml Sahne, je nach Größe der Sellerieknolle etwas mehr
- reichlich Butter
- Salz
- frisch geriebene Muskatnuss
- weißer Muntok-Pfeffer*, König der weißen Pfeffer genannt.
- für die Zubereitung im Backofen etwas Walnussöl, Kaffeeöl oder Olivenöl
Und bevor Fragen kommen: Ja, reichlich Butter ist hier eine vollkommen ausreichende Mengenangabe.
Wer noch mehr zum Thema Pfeffer erfahren möchte, findet hier meine Gewürzkolumne auf Stern online
Bei der Sahne gilt: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Bei der Butter bin ich deutlich weniger streng. Oder, um es mit dem großartigen Kabarettisten Jochen Malmsheimer zu sagen: Gutebutter ist ein Wort.
Und nachdem wir das geklärt haben, können wir sie im Folgenden auch genau so nennen.
Selleriepüree im Topf zubereiten
Für ein besonders helles, feines Selleriepüree ist die Zubereitung im Topf meine bevorzugte Methode.
- Den Knollensellerie großzügig schälen und in möglichst gleichmäßige Würfel schneiden.
- Die Selleriewürfel in einen Topf geben und zunächst nur einen Teil der Sahne angießen.
- Den Sellerie bei kleiner bis mittlerer Hitze sanft garen. Dabei gelegentlich umrühren und nur dann weitere Sahne zugießen, wenn sie benötigt wird.
- Der Sellerie ist fertig, wenn er vollständig weich ist und sich ohne Widerstand zerdrücken lässt.
- Alles sehr fein pürieren. Bei Bedarf noch etwas Sahne zugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
- Reichlich Gutebutter unterziehen und mit Salz, frisch geriebener Muskatnuss und weißem Pfeffer abschmecken.
Sahne kann man schließlich immer noch dazugeben. Wieder herausbekommen wird schwieriger.
Gerade der weiße Pfeffer passt hervorragend, weil er das erdige, leicht süßliche Aroma des Selleries unterstützt, ohne optisch im hellen Püree herumzupunkten.
Selleriepüree aus dem Backofen – besonders aromatisch
Wenn ihr Selleriepüree macht, schaut nach Möglichkeit nach eher kleinen bis mittelgroßen Knollen. Nach meiner Erfahrung bringen sie häufig besonders viel Geschmack mit.
Für die Ofenvariante den Sellerie schälen, würfeln und mit etwas Walnussöl, Kaffeeöl oder Olivenöl vermengen. Anschließend bei 160 °C ungefähr 20 Minuten garen. Je nach Größe der Würfel kann es auch etwas länger dauern – entscheidend ist, dass der Sellerie vollständig weich ist.
Was im Ofen passieren kann, ist klar: Der Sellerie bekommt angeröstete, braune Stellen. Das macht nix, das schmeckt! Genau diese Röstaromen sind der Vorteil dieser Methode.
Den weich gegarten Sellerie anschließend mit etwas warmer Sahne sehr fein pürieren und reichlich Gutebutter unterziehen. Auch hier die Sahne lieber nach und nach zugeben, bis das Püree genau die gewünschte Konsistenz hat.
Wer allerdings ein möglichst strahlend weißes Selleriepüree auf dem Teller haben möchte, sollte die sanfte Zubereitung im Topf wählen. Röstaromen und Schneeweiß vertragen sich naturgemäß nicht besonders gut.
Selleriepüree im Thermomix oder Blender
Selleriepüree lässt sich natürlich auch im Thermomix zubereiten. Der Vorteil liegt auf der Hand: Garen und Pürieren können im selben Topf stattfinden.
Ich koche trotzdem lieber im Topf auf dem Herd. Dafür gibt es keine objektive Erklärung außer: is' halt so.
Als dieses Rezept 2016 entstanden ist, habe ich das Selleriepüree anschließend in meinem Vitamix 750 püriert. Der bekam es tatsächlich noch einen ganzen Tacken feiner als mein Thermomix. Diesen Vitamix gibt es heute so nicht mehr – und ehrlich gesagt würde ich inzwischen auch nicht mehr so viel Geld für einen Blender ausgeben.
Für den damaligen Preis meines Vitamix könnte ich mir heute gefühlt fünf Ninja Blender kaufen. Und genau zu einem solchen würde ich inzwischen greifen. Wer sein Selleriepüree wirklich sehr fein und seidig haben möchte, findet den Ninja Blender, den ich heute kaufen würde*.
Das doppelte Spülen von Topf und Blender nehme ich für ein wirklich seidiges Selleriepüree übrigens gerne in Kauf. Und wer keinen Blender besitzt, stampft* und streicht das Püree anschließend durch ein Haarsieb.
Warum ich mich mit Selleriepüree entschädigen musste
Kennt ihr. Kennt jeder. Man geht essen, entdeckt eines seiner Lieblingsgemüse/Fisch/Fleisch/what ever auf der Karte, bestellt – und: is(s)t enttäuscht. Weil man es selber anders macht, weil es einem zuhause besser schmeckt.
Passiert mir so etwas, esse ich das Bestellte weg – so es ordentlich zubereitet wurde. Und nur weil mir etwas nicht so schmeckt wie zuhause oder sonstwo, bitte, dafür kann ja erst einmal niemand etwas.
Ein Fehler, den viele Hobby-Restaurantbewerter machen: Sie verwechseln ihren persönlichen Geschmack mit Handwerk. Ob ihnen etwas geschmeckt hat oder eben nicht, steht in der öffentlichen Beurteilung einer Küche überhaupt nicht zur Debatte. Kochen ist Handwerk und wenn dieses korrekt ausgeführt wurde, kann ich gerechtfertigt keine schlechte Bewertung zur Kochleistung abgeben. Punkt.
Schlechtes Handwerk hatten wir allerdings kürzlich in einem Restaurant in Wiesbaden. Bei den zwei Hauptgerichten, die zur Wahl standen, war als Begleiter ein Selleriepüree annonciert. Für mich ganz klar Kategorie Lieblingsgemüse in Lieblingszustand, also habe ich den Gang bestellt.
Was dann aus der Küche kam, war selten geschmackslos – und insofern schon fast wieder eine Kunst. Bei genauem Betrachten – aufmerksames Lesen von Speisekarten soll ja helfen – entpuppte sich das Selleriepüree als Kartoffel-Sellerie-Püree.
Und wenn es doch Sellerie-Kartoffel-Püree sein soll?
Kartoffel-Sellerie-Püree ist eben etwas, das vielen nicht gelingt. So manchem Koch ist schon der Fehler unterlaufen, die Kartoffeln gemeinsam mit dem Sellerie zu garen und am Ende alles durcheinander zu stampfen.
Also wenn – und ich betone WENN – man schon ein Sellerie-Kartoffel-Püree macht, und ich bin ganz entschieden der Meinung, man sollte das nicht, dann gehören beide Gemüse getrennt voneinander gegart.
Die Kartoffeln werden gedämpft oder gekocht und anschließend gut ausgedampft. Der Sellerie hingegen wird sanft in Sahne gegart oder – besonders gut – im Ofen geröstet.
Und dann könnte man, ich betone KÖNNTE, die Kartoffeln sehr grob stampfen, den Sellerie fein pürieren und anschließend beides miteinander vermengen.
Kartoffeln können beim intensiven Mixen klebrig und leimig werden – und dann ist auch die schönste Sellerieknolle nicht mehr in der Lage, die Veranstaltung zu retten.
Sollte man aber nicht. Man sollte den Sellerie einfach mal alleine Püree sein lassen.
Selleriepüree vorbereiten und aufwärmen
Selleriepüree lässt sich gut vorbereiten und später vorsichtig wieder erwärmen. Dabei bei Bedarf einen kleinen Schuss Sahne oder etwas Gutebutter unterrühren, damit es wieder schön cremig wird.
Wozu passt Selleriepüree?
Selleriepüree ist für mich eine großartige Beilage zu allem, was kräftige Saucen mitbringt. Gerade zu geschmortem Rind, Ochsenbäckchen, Ochsenschwanz, Wild oder Ente funktioniert die feine, leicht süßliche Sellerienote hervorragend.
Es muss aber keineswegs immer Fleisch sein. Mit gebratenen Pilzen, karamellisiertem Radicchio, gerösteten Nüssen oder anderem Wintergemüse funktioniert Selleriepüree ebenso wunderbar.
Bei diesem Teller gab es dazu im Ofen karamellisierten Radicchio. Und die Sauce vom Ochsenschwanz, die sich noch auf dem Teller tummelte?
Ich habe ja keine Ahnung, wo die nun wieder herkam...
Dieses Selleriepüree mit karamellisiertem Radicchio war jedenfalls die richtige Entschädigung für das misslungene Handwerk vom Wochenende.
Skrei mit Chorizo-Schuppen auf cremigem Selleriepüree mit Lorbeeröl
Genießt euren Tag!
Hmmm Selleriepüree, ich habe es noch nie zubereitet, werde es aber ganz bald probieren. Ich könnte mir auch einen Hauch des Kartoffelstampfgewürz von Ingo Holland dazu vorstellen ... Du bist immer wieder eine Inspiration, danke dir sehr
AntwortenLöschenAlso das Kartoffelstampfgewürz dazu ist sicher famos, danke für den Tip! Meine Leser bringen mich oft auf die besten Ideen :D
LöschenGelesen, geteilt, gekocht und genossen! Danke für das Rezept. Das Selleriepüree kommt heuer zu Weihnachten gleich en gros auf den Tisch!
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Dani
Wie schön, das freut mich sehr!
LöschenAusprobiert und für wahnsinnig toll befunden! Selleriepüree kommt nie mehr anders auf unseren Tisch, danke!
AntwortenLöschenDas freut mich, dankeschön Annette!
Löschenoooh, das hört sich sooo lecker und nachahmenswert an! Wie hast Du denn den Radicchio gemacht? Danke und liebe Grüße von Andrea
AntwortenLöschenLiebe Andrea, wie konnte ich das nur vergessen!
LöschenIch habe es eben im Artikel noch nachgetragen, hier ist der Link für Dich:
Klick für karamellisierten Raddichio
Und wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten! :)))
LöschenBis zum letzten Winter war mir gar nicht klar, wie grandios, im Ofen gebackene Sellerie schmeckt. Ich hatte wegen eines Schreib-Auftrages mehrere Knollensellerie-Experimente veranstaltet und war von der samtigen Süße des ofengegarten Gemüses begeistert. Als Püree werde ich es nun alsbald probieren. Vielen Dank für die Zubereitungs-Tipps!
AntwortenLöschenSehr gerne, liebe Peggy. Es freut mich sehr, dass das Püree Dein Interesse geweckt hat.
LöschenIch will jetzt endlich mal einen Sellerie im Ganzen in seiner Schale garen.
Einspruch! Es spricht absolut nichts dagegen 500gr Knollensellerie mit einer grossen Kartoffel in Sahne mit ein bisschen Vollmilch im geschlossenen Topf zu garen, zu stampfen und dann ein halbes Paket Butter unterzurühren. Rein garnichts. Period. Herzkranzgefäße sind überbewertet.
AntwortenLöschen:)))
LöschenWas ist schon eine Kartoffel auf 500 g Knollensellerie. Nur mit dem halben Paket Butter enttäuscht Du mich jetzt etwas. Wieso nur ein halbes?