Tschüss Juli! Die Lieblinge des Monats: Lieblingslinks, Lieblingsessen, Lieblingsblog und mehr...

...und danke für den Fisch! 

Monatsrückblick Juli 2016: ...und danke für den Fisch! | Arthurs Tochter Kocht von Astrid Paul

Prolog

Voller Höhen und Tiefen war der vergangene Monat. So viel Freude, Trauer und Schmerz kam geballt auf mich zu, ich weiß gar nicht richtig, wo ich beginnen soll... Als die ersten Mails ankamen mit Sätzen wie Astrid, es tut mir so leid oder Astrid, ich bedaure Deinen Verlust, da wurde mir ganz schummrig. Wer war gestorben, wer konnte mir so nah sein und doch so öffentlich, dass meine Leser mir schrieben. Mit Herzklopfen schmiss ich Spiegel online an. Wolfram Siebeck. Mein großes Vorbild, meine Inspiration für so vieles. Immer, wenn mir in den vergangen Jahren jemand gesagt hat (was manchmal nicht als Kompliment gedacht war), Du hast 'ne Schreibe wie Siebeck und Du bist genau so unnachgiebig, Astrid, dann ist mein Herz gehüpft vor Freude. Seit Jahren hatte ich mir vorgenommen, ihn zu bekochen und ein leitender Redakteur der Zeit sah sich berufen, das in die Wege zu leiten. Weil er überzeugt war, das würde ein toller Abend werden für alle Beteiligten und wie konnte ich dem widersprechen - allein - dazu ist es nun nicht mehr gekommen. 

Garry Marshall ist ebenfalls gestorben. Der Regisseur, der uns die schlüpfrigen kleinen Scheißerchen serviert und mit Pretty Woman wohl so etwas wie das Aschenputtel-Märchen meiner Generation geschaffen hat

Mit Michael Cimino ist ein weiterer Regisseur unter den Verstorbenen. Sein Heaven's Gate brachte United Artists den Ruin, erst (zu) spät hat das Feuilleton bemerkt, welches weitere Meisterwerk er nach dem mit 5 Oscars prämierten Die durch die Hölle gehen geschaffen hat.

Meine Gesundheit hat im Juli noch stärker gestreikt als befürchtet. Zur Zeit kann ich mich keine 2 Stunden mehr auf den Beinen halten, sonst gehe ich um vor Schmerzen. Diese schlimmen Schmerzen, die Schwindel und Übelkeit hervorrufen. Schmerzen, die die Konzentrationsfähigkeit gegen 0 fahren und die stets versuchen, einem die Lebensfreude zu rauben. Das Medikament, das ich mir jetzt wöchentlich spritze, benötigt - wenn es überhaupt wirkt, die Quote liegt bei ca. 40% - locker bis zu 6 Monate bis zum Eintritt einer Wirkung, listet aber so entzückende Nebenwirkungen wie "vermehrtes Auftreten bestimmter Krebsarten" auf. Tja. Vielleicht bin ich also in einem Jahr wieder ganz bewegungsfähig, muss mir aber die Schädeldecke bestrahlen lassen. Noch dazu: Irgendwo kommt von unten Grundwasser in meine Wohnung, so dass mir seit 4 Wochen der Schimmel leise die Wände hochkriecht und jetzt fast alle Innenwände im alten Tonstudio auf-, bzw. in der unteren Hälfte abgerissen werden müssen. Wohnen ist dort also erst einmal bis voraussichtlich September ausgeschlossen. Macht ja nix, FARROW & BALL freuen sich. Und so kichere ich derzeit nur noch irre vor mich hin. Läuft bei mir.

Um nicht vollends durchzudrehen und Körper und Geist etwas zu beruhigen, faste ich seit letztem Montag, also heute den 8. Tag. Meinem Gehirn hilft das allemal. Frau Meike schrieb (in anderem Zusammenhang):
Meine Gedanken sind oft wie die drei Stooges, die zeitgleich versuchen, durch eine Tür zu gehen, und sich dabei im Türrahmen verkeilen.
Ich weiß bei vielem nicht, wovon sie schreibt, weil ich mit dem Phänomen der Hypersensibilität in meinem Umfeld noch nie zu tun hatte, aber das Gefühl der drei Stooges im Kopf, das kenne ich nur zu gut, und in diesen Tagen ist es vorherrschend. Und Fasten bringt mich runter. Es sorgt zuverlässig dafür, dass meine Gedankenknoten sich entwirren, ähnlich meinen ausgiebigen Läufen durch die Weinberge, zu denen ich derzeit nicht in der Lage bin. Und wenn ihr noch ein wenig Vergnügliches über das Fasten lesen möchtet, empfehle ich euch meinen Artikel Vom Entsäuern & Kacken, eh einer der meistgelesenen in diesem Jahr.

Urlaub


Ich habe 17 Matjes gezählt. Alle von mir gegessen in 10 Tagen Domburg. Könnte sein, dass meine Schilddrüse, ebenso irre kichernd wie ich, inzwischen ausgezogen ist. Mindestens wird sie im Großhirn einen Versetzungsantrag gestellt haben und auf gepackten Koffern sitzen. Aber ehrlich, bei dem oben Beschriebenen scheiße ich doch auf Morbus Basedow, zumal auch ein bisschen Hashimoto mitdrängelt und so lange die zwei sich nicht einig geworden sind, ob sie mich jetzt über- oder unterfunktionieren wollen - bitte. Esse ich im Urlaub in Domburg Matjes. Apropos Essen. Es gab davon im Juli nicht viel im Blog, also schon, aber nicht in Rezeptform. Backhähnchen Karl May habe ich euch serviert, der Rest meiner Nahrungsaufnahme spielte sich auswärts ab und die letzte Juliwoche war es dann ja eh vorbei mit essen. Prima, kann mir auch nichts hochkommen, wenn ich Nachrichten lese oder höre. Es hat alles sein Gutes, man muss nur genau hinsehen. 

Film & Fernsehen

Vorgestellt habe ich euch die für's Netz produzierte Hochglanz-Mini-Serie Tasteology, zu deren Premiere ich in London war. Ich empfehle euch auch an dieser Stelle die einzelnen Episoden noch einmal sehr, meine Artikel zur Premiere und den Episoden I und II und über was ich mit einem Harvard-Professor für Experimental-Psychologie gesprochen habe, findet ihr hier und hier.

Ich habe mir die auf 4 Stunden angelegte Serie Madoff mit Richard Dreyfuss in der Hauptrolle angesehen. Jesus! Wie schlecht! War Richard Dreyfuss nicht mal ein richtig guter Schauspieler? Ja, ok. Das Drehbuch war auf Gala-Niveau, da kann man nicht so einfach gegen anspielen, aber warum er dabei wie die Karikatur eines Schauspielers wirken musste, bleibt mir ein Rätsel. Ich habe mich also geopfert, ihr müsst diesen Mist nicht auch noch ansehen. Freuen wir uns lieber auf The Wizard of Lies von Barry Levinson mit Robert de Niro und Michelle Pfeiffer, der in diesem Jahr erscheint.

Wie ein Schlag traf mich im Juli die Erkenntnis, dass der Mann an meiner Seite noch nie Spiel mir das Lied vom Tod gesehen hat. Wie er damit seit 20 Jahren durchkommen konnte, ist mir ein Rätsel. Also habe ich ihn zum xten Mal gesehen und er zum ersten. Ich glaube, er hat sich hinterher nicht so richtig getraut, mir zu sagen, wie gut^^ er ihn fand. Pffff... Ein Drama ist es doch, wenn man diese Klassiker der Filmgeschichte nicht kennt, wie will man sonst Spaß an so vielen anderen Filmen haben, die nur so mit Zitaten um sich schmeißen??? Wie kann einem Tukur im Wiesbadener Tatort gefallen, wenn man Spiel mir das Lied vom Tod nicht kennt? Oder auch Der Schuh des Manitu. Ich mein', genau da geht's doch los, bei diesen Banalitäten, oder?

Mit Referenzen an die Filme der 80er gespickt ist die Netflix-Serie Stranger Things. Ansehen, marsch marsch! Diese Serie macht so richtig Spaß, vor allem weil sie ein Wiedersehen mit Winona Ryder bringt, die eine stets am Rande des Nervenzusammenbruchs stehende Mutter spielt, deren Sohn unter sehr mysteriösen, poltergeistähnlichen Umständen verschwunden ist. Nicht ist mehr übrig von Zeit der Unschuld* und dem Blick aus Rehaugen.

Lieblingsessen

Matjes bei Melis Seafood.

Lieblingslinks

Christian Buggisch hat einen Link mit uns geteilt, über den ein DATEV-Algorithmus Zahlen visualisieren kann. Das funktioniert auch mit dem eigenen Leben. Oder der Firma. Arthurs Tochter Kocht sieht übrigens so aus:
Algoritmus Arthurs Tochter Kocht by DATEV | Arthurs Tochter Kocht von Astrid Paul

Bringt nix, macht aber Spaß. Nette Prokrastination, wenn man eigentlich mal den Keller aufräumen sollte. 

Als am 21. Juli die Nachricht, dass Ente Erna verschwunden sei, über den Ticker lief, fiel mir auf, dass in diesem Sommer noch etwas fehlte. Das Sommer-Problemtier 2016. Da musste doch noch etwas kommen. War auch so. Nur 4 Tage später tauchte
Problemstorch Ronny [auf und] attackiert Nerven und Autos von Dorfbewohnern
Wie beruhigend könnte es sein, würde in Deutschland alles so verlässlich funktionieren wie das Sommerloch.

Petra hat dicke Eier! Mitten in der Stadt baut sie einen Hühnerstall und setzt alte Hühnerrassen rein. Die legen jetzt dunkelbraune und grüne Eier. Mich frisst der Neid. Bei Frau Landleben, die schon länger dabei ist, gibt's sogar schon Küken! Macht ihr alle nur so weiter, ich bin nur sooo kurz davor, mir einen Esel zu kaufen, sooo kurz!

Im Blog von Joachim Wissler habe ich dieses Video über die Gefängnisküche von Alcatraz entdeckt. Frühere Insassen und Köche kommentieren alte Aufnahmen. Es gab Grilled Frankfurter! Das Ansehen lohnt sich sehr!




Und weil ich anhand der Zugriffszahlen auf diesen Blog erkenne, wie gerne ihr Reiseberichte lest: Nehmt dies. Und das. Urlaub auf Malta. Nicht ganz so freundlich-heiter wie bei mir, zugegeben. Dafür saukomisch und böse.

Lieblingsblog

Ach... Fällt in diesem Monat aus. Ich habe im vergangenen Monat so viele Blogs so schnell wieder zugeklappt, dass ich keinen gefunden habe - außer den immer verlässlichen - den ich besonders mochte. Also so ganz besonders, so ins Herz schließen-besonders mochte. Überall begegnete ich Sätzen wie eigentlich will/kann ich ja gar nichts schreiben bei dem Terror/Angst/Krieg/Irgendwas und sofort kam irgendeine Tellerbelanglosigkeit im Schatten von hübsch dekorierten Grubenhandtüchern daher, dass ich dachte, Du willst nicht? Warum lässt Du es dann nicht einfach bleiben? Und wer nicht schrieb, dass er/sie eigentlich gar nicht schreiben kann (tja...) oder will, begrüßte mich mit einem 50er-Jahre-Hausfrau-fröhlichem Hallo ihr Lieben. Überhaupt greift das Hallo ihr Lieben in Blogs um sich wie eine Pest, da lobe ich mir Dame Ednas Hello possums! Also habe ich lieber schnell noch einen Matjes gegessen.

Pläne für August

Fighting against Schimmel. Das muss reichen. Könnte also sein, dass das hier ein Homedesign-Handwerker-Blog wird.

...geht irre kichernd ab.




Print Friendly Version of this page Print Get a PDF version of this webpage PDF

Arthurs Tochter

Kommentare :

  1. Astrid, Liebe, was ist da los? Also, Du schreibst das – aber... nicht, dass Du dafür in den Arm genommen wirst. Nicht nur virtuell, sondern vermutlich auch ganz viel und ganz intensiv in echt. Trotzdem probieren wir das mit dem Virtuellen jetzt mal: Achtung, eins, zwei, drei – ...! Der Rest find't sich. Immer.

    AntwortenLöschen
  2. Auch ich rätsele jetzt besorgt und nehme Dich mal virtuell und hoffentlich irgendwie wohltuend in meine Arme.

    AntwortenLöschen
  3. Liebes Milchmädchen, liebe Uschi,
    das wird schon! Ich habe mich bekanntlich noch nie unterkriegen lassen. Jedenfalls nicht viel länger als für einen Tag :)
    Und habe den Liebsten, Miriam, Arthur und tolle Freunde - eigentlich bin ich also ein sehr gesegneter Mensch.

    AntwortenLöschen
  4. Wunderbar leicht und ironisch geschrieben - gut, dass du dich nicht runterziehen lässt. Glück brauchst du schon bei der Schimmelbekämpfung und Laaaangmütigkeit. Ich drück die Daumen und Dich - you made my Frühstückspause und hast mir die Laune gehoben. Danke!

    AntwortenLöschen
  5. Ach, Frau Astrid, da tropft aber ganz schön viel Kagge raus aus deinen Zeilen. Ich schicke eine Extraportion Kraft und drücke alle Daumen, dass der August besser wird.

    Hallo Ihr Lieben. My ass. Mal davon abgesehen, dass es "Hallo, Ihr Lieben" heißen müsste, pflege ich nach dieser Anrede stets, {apfel+q} zu drücken. Überhaupt geht mir die glitzerperlenundrosazuckerbekleisterte Sprache vieler Blogs gerade hochgradig auf den Senkel.

    Mit Problemtieren kenn ich mich aus. Das letzte lag gestern in meinem Backofen und wollte und wollte nicht weich werden. Ich glaub, ich nenne es Rind Rüdiger.

    Schönen August.
    Conny

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank für Dein virtuelles Kraftpaket und danke, dass Du mich mit Rind Rüdiger so zum Lachen gebracht hast! :) :) :)

      Löschen
  6. Hallo Astrid,

    ich liebe Deine klare Sprache! Und ich schließe mich Conny an: Hallo ihr Lieben - my ass! Schön, dass es noch Blogs außerhalb des mainstream gibt.

    AntwortenLöschen
  7. Wieder so schön geschrieben. Und vieles so wahr. Aber was am wichtigsten ist: Ganz viel Kraft für Dich! Du schaffst das alles schon!

    AntwortenLöschen
  8. Zunächst natürlich viel Kraft für Dich und alles Gute für Deine Gesundheit! Fies, wenn alles so geballt kommt. Dennoch muss ich Yvonne Recht geben. Dein Text ist wunderbar leicht geschrieben und ich mag die feine Ironie, die sich wie eine Melodie durch die Zeilen zieht.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. OH! Dankeschön!
      Ich danke Gott, dass er mir eine so gehörige Portion Sarkasmus in die Wiege gelegt hat.

      Löschen
  9. Ach Astrid... gute Besserung wünsche ich dir, das hört sich ja schrecklich an! pass auf dich auf. Es ist trotzdem - wie immer - schön, dich zu lesen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke liebe Britta. Ja, im Moment ist das auch alles etwas... ja, schrecklich. Aber ich lasse mich nicht unterkriegen. Vielleicht fahre ich einfach mal in Reha und dann wird das hier auch noch ein Kur-Blog und ich generiere eine weitere Zielgruppe. Ich sag ja, hat alles sein Gutes ;)

      Löschen
  10. Ich hörte neulich in nem Garten-Blog-Video "Hallo meine Mäuse..." MÄUSE???? Nichtmal mein Mann darf mich Mäuschen nennen!!!! Aber so reduzieren sich ganz automatisch die Blogs im Reader und mir bleibt mehr Zeit für die übrig bleibenden. Auch gut.
    Dir, liebe Astrid (komisch der Name, ich rede eigentlich immer von dir als Arthurs Tochter...)schicke ich nen Schwung Kraft rüber. Als Schmerzpatient kenne ich das Auf und AB. Und das Trotzdem! mit der gewissen Bockigkeit zum Leben.
    Liebe Grüße von Bastel

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. chrchrchr...
      Vielleicht meinte er/sie wirklich nur die Schädlinge im Garten? ;)
      Ich danke Dir sehr. Bockigkeit - ja das trifft es ganz gut. Ich danke Gott für meine Sturheit!

      Löschen
  11. Ach Mensch...Schmerzen sind bäh und Schimmel ist ein Arschloch - und wenn beide gemeinsam auftreten, grenzt das an Sabotage.Was würden wir nur machen, liebe Astrid, wenn wir nicht genau wüßten, dass am Ende alles gut wird ?
    Dass dieses Ende nicht mehr lange auf sich warten lassen möge, das wünsche ich Dir !
    1000 hugs , Thomas.

    AntwortenLöschen
  12. Ich mach mir auch langsam große Sorgen liebe Astrid!
    Alles Liebe und Gute für Dich.
    Alice

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mach das nicht, du Liebe! Es wird alles wieder gut, ganz bestimmt. Danke für Deine lieben Worte!

      Löschen

Danke für Deinen Kommentar, der schnell freigeschaltet wird, so er höflich und respektvoll ist und nicht anonym abgegeben wurde. Mein Blog ist kein Diskussionsforum für anonyme Netz-Misanthropen, sondern ein Geschenk an meine Leserinnen und Leser.

Instagram