In eigener Sache

Dieser Blog ist umgezogen und hat jetzt seine eigene URL.
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25.02.13

Das Beste vom Feste sind stets die Reste!

Sauce von der irischen Ochsenbacke mit Polenta und Blumenkohl-mie de pain-Bröseln

Ich traue mich kaum noch,  hier ein Posting über Ochsen- oder Kalbsbäckchen zu veröffentlichen. Man möchte meinen, dazu sei alles gesagt (vielleicht nur noch nicht von allen), Rezepte dazu gibt es hier im Blog jedenfalls in scheinbar ausreichender Menge. Lediglich an einer F. A. Q. - Liste arbeite ich noch. Daher erzähle ich Dir hier und heute auch nicht von der irischen Ochsenbacke der letzten Woche, die in einer herrlichen Sauce mit Birnenbalsamico daherkam.

Und was nur sehr selten vorkommt: Es war am Ende noch Sauce übrig. Erst habe ich überlegt, sie einzufrieren, aber was soll ich auf schlechte andere Zeiten warten, wer weiß denn schon, was morgen is(s)t...
Daher gab es Polenta, die ich aufgrund der vorhandenen Saucenmenge ein wenig fester zubereitet habe als sonst, und obenauf sanft und langsam(!) in Butter goldgelb geröstete Blumenkohl-mie de pain-Brösel. Danke an Arthur für die Erinnerung daran, er kredenzte mir letzte Woche köstliche Brösel zu Kartoffelpüree!



Das Ganze war am Ende so köstlich, dass ich das Fleisch gar nicht mehr vermisst habe, auch wenn mich jedes noch in der Sauce schwimmende Stückchen wahrlich entzückte. 

Und das war es auch schon für heute. Wenn ich nämlich die Umfrage rechts richtig deute, ist als nächste Buchvorstellung "Indien" dran und das hat immerhin 816 prall gefüllte Seiten. D. h., ich habe keine Zeit für mehr! Komm gut in die neue Woche!


20.02.13

"...typisch Gewx! Band I - meine Klassiker" von Manfred Kuscher


Wenn Blogger Bücher schreiben, finde ich das per se erst einmal toll. Mittlerweile genießen sie (die Blogger) ein relativ großes Maß an medialer Aufmerksamkeit und der Gedanke Blogger macht Buch klingt nicht mehr halb so abseitig, wie noch vor ein paar Jahren. Wenn aber jemand weit ab allem Social Media fundierten Backgrounds, in diesem Fall ein überaus ambitionierter Hobbykoch, ein Buch schreibt, - dann kann das entweder mit einem hohen Maß an Hybris oder aber mit großem Mut in Verbindung gebracht werden. Wahrscheinlich braucht es eine gesunde Mischung aus beidem.

Manfred Kuscher sind wohl beide Eigenschaften nicht fremd. Und mit diesen im Gepäck hat er bereits vor zwei Jahren sein erstes Kochbuch konzipiert - da lag sein heutiger Blog noch in weiter Ferne. Medial sozialisiert in Europas größtem Kochforum haut er dort seit Jahren kulinarischen Kleingeistern virtuell auf die Finger, und fordert immer wieder, dass man/frau sich doch bitte ein bisschen anstrengen möge, bei der Zusammenstellung von Zutaten und Menüplänen. Vom kulinarischen Standpunkt aus betrachtet ist mir bisher kaum ein unnachgiebigerer Mensch begegnet als Manfred Kuscher.

Persönlich begegnet bin ich ihm erstmals im September 2009 bei einem von ihm organisierten und geleiteten Workshop für die molekulare Küche, von dem ich hier im Blog berichtet habe. Passenderweise fand dieser aufregende und lehrreiche Tag in den ehrwürdigen Hallen einer Staudengärtnerei statt, gleich neben Manfreds Versuchsacker gelegen. Im Hauptberuf ist er Dipl. Ing. für Gartengestaltung und sein Hauptaugenmerk liegt auf der Kultivierung schon lange vergessener Pflanzen. Das Beste, was diesen widerfahren kann, ist, von ihm angebaut, gepflückt und zubereitet zu werden.
Bei seinem letzten Workshop war ich leider nicht dabei, aber die Bilder dazu habe ich mit großer Begeisterung angesehen:









Sämtliche Foodpictures: Chris Schwemmer
www.genusslandschaften.net
Im Buch finden sich so wunderbare Rezepte wie:
Gezwetschge Knofelbeignets
Blutwurstpudding & Brombeerchutney
Saiblingfilet auf Safrangraupen und Blutampfer
Schweineknöchla-Crepinette
dazu unzählige wunderbare Desserts.

Es ist - und das gefällt mir am meisten - einfach und schlüssig aufgebaut. Jeder einzelne Zubereitungsschritt ist in kurzen aber völlig ausreichenden Schritten beschrieben, und zwar in der Reihenfolge, wie diese Schritte in der Praxis ablaufen. Fast blind könnte man Manfreds Rezepte nachkochen und sich dabei ganz auf seine Anleitungen verlassen. Im Anhang findet sich eine Auflistung und Erklärung der verwendeten Zutaten wie z. B. Calamansi Balsam, essbare Chrysanthemenblätter, Himmelsschlüssel (essbare Primel) und Wiener Griesler. Der Schwerpunkt seiner Rezepte liegt auf außergewöhnlichen Pflanzen und Kräutern, die aber mit ein bisschen Engagement und einer guten Gärtnerei in der Nähe oder dem Internet, ohne Probleme zu beschaffen sind. Im Zweifelsfall einfach eine Mail an Manfred schreiben. 

Anlässlich dieses Artikels hat Manfred mir ein kleines Interview gegeben:


Erzähl doch mal kurz, wann und wo Du geboren wurdest. Bist Du ein waschechter Franke? Was verbindet Dich mit Deiner Heimat und was bedeutet der Begriff „Heimat“ für Dich? 
Ich bin ein Jahrgang ´56 und Waage, wenn das wen interessieren sollte. Meine Heimatstadt ist die Goldschlägerstadt Schwabach in Mittelfranken. Das bedeudet ich bin derzeit emigriet nach Oberfranken, genau enommen nach dem schönen Forchheim.

Was zeichnet den Franken aus?
Man sagt den Franken ja nach, dass sie ein besonderer Schlag Menschen sind, maulfaul, manchal etwas ruppig im Umgang mit den Mitmenschen, oft direkt und mit einer gehörigen Portion Humor versehen, der nicht jedem sofort zugänglich ist - ich glaube so gesehen bin ich durchaus typisch.

Du bist im Hauptberuf Gärtner? Hast Du dafür ein Studium absolviert? Wenn ja, wie lange?
Ich bin gelernter Gärtner, das ist richtig. Über den 2. Bildungsweg habe ich nachgeholt, wozu ich zuvor zu faul und zu stur war - übrigens auch ein Wesenszug der Franken - und habe Landespflege studiert, das Studium selbst hat 4 Jahre gedauert.

War die Leidenschaft zum Essen vor der Leidenschaft zum Kochen da, und wenn ja: wie hast Du sie ausgelebt?
Das Kochen war ganz früh eine wichtige Sache für mich, es stand auch der Beruf des Kochs zur Diskussion. Wir haben bereits als Kids in der Hauptschule eine komplette Jungesklasse in Hauswirtschaft durchgesetzt, wo nur gekocht wurde. Später mit eigenem Haushalt kam dann auch das Kochen und mit zunehmenden Alter und Interesse dann auch ein (hoffentlich) steigendes Niveau.

Bist Du ein „Allesesser“ oder gibt es etwas, das Du nicht anrührst? Wenn ja, warum?
Es gibt wenige Sachen die ich prinzipiell nicht anrühre: lebende Tiere (z. B. Austern oder wie es momentan modern ist Garnelen), einige Innereien, wie Herz und Hirn, das wiederum hat was mit meiner Kindheit zu tun. Ansonsten bin ich offen für alles.

Ich selbst habe Dich unter dem Synonym Gwexhauskoch ca. 2005 im Chefkoch erst virtuell und später auch persönlich kennengelernt. Seit wann bist Du bei ck Mitglied und warum?
Warum?! Eigentlich ganz einfach - ich habe ein Rezept gesucht, Tom kha gai, und es hat mir gefallen. Zu der Zeit habe ich mich schon länger geärgert, dass ich vieles gekocht habe, natürlich immer eigene Rezepte, aber niemals was notiert habe. Durch das Aufschreiben der Rezepte, habe ich mich in dieser Hinsicht diszipliniert, denn ich wollte die Rezepte für meine Kinder sammeln - ein Buch, eine Broschüre damit war schon damals meine Vorstellung.

Du giltst dort vielen als streng und unnachgiebig, siehst Du das auch so? Woher kommt Dein Anspruch?
Ja, bin ich und das ganz bewusst. Ich habe keinen Anspruch, ich habe eine klare Meinung und die vertrete ich - im Internet und im realen Leben.

Mittlerweile kochst Du viel auf kleinen aber auch auf sehr großen Veranstaltungen mit mehreren hundert Gästen, teilweise unter der Ägide namhafter (Sterne)Köche. Wie kam es dazu?
Die kleinen Veranstaltungen sind ja meine eigenen Events, Kochkurse bzw. auch als Rent a Cook.
Die haben sich aus dem Kontakt zu Profiköchen entwickelt, welche ich zum Teil im CK kennen gelernt habe. Dazu habe ich viele, viele Ideen - manchmal zu viele rund um meine Interessen Kochen, Kräuter, usw. Dass ich bei einigen "Größen" mit mischen kann - da aber als Hiwi - kommt daher, dass ich eine Versuchspflanzung hatte und auf die Leute zugegangen bin, ihnen meine Produkte angeboten habe. Im Gegenzug habe ich darum gebeten, in deren Küchen mit machen zu dürfen.

Ist das noch Hobby oder mittlerweile viel mehr?
Zum überwiegenden Teil ist es noch Hobby, wenn ich auch gewerblich organisiert bin. 

Siehst Du Dich selbst eher als kochenden Gärtner oder als gärtnernden Koch?
Momentan als kochenden Gärtner - was die Zukunft bringt , wer weiß? 

Mit welcher Pflanze arbeitest Du am liebsten und warum?
Ach da gibt es viele und das ändert sich laufend! Unter den Kräutern liebe ich derzeit Süßdolde und Winter-Estragon besonders, bei den Gemüsen sind es Artischocken, beim Obst derzeit Schwarze Maulbeeren, beim Fleisch Taube, beim Fisch grade Makrelen.
Ich mag immer das gerade was aktuell ist und wozu mir derzeit Rezepte einfallen.

Mittlerweile bist Du nicht mehr nur bei ck aktiv, sondern schreibst auch Deinen eigenen Blog. Seit wann und warum kam es dazu? 
Den Blog gibt es seit etwa einem Jahr, wenn ich mich nicht irre und ganz ehrlich gesagt, es ist ein wenig Selbstdarstellung *grins*.

Welcher Koch hat Dich am meisten inspiriert?
Viele - ich lese sehr viele Kochbücher und ich habe viele Kontakte, zu Profis und zu Amateuren. In meinem Leben habe ich gelernt, dass man von jedem was lernen kann, sicher von Leuten die das Kochen professionell machen andere Dinge als von anderen.
Tief beeindruckt haben mich Andre Köthe vom Essigbrätlein, mein Lehrherr" Klaus Feiler, von gleichnamigen Hotel in der Fränkischen Schweiz, mein Freund Konstantin Möhring und Bücher wie "Noma", "Quay" und "Eleven Madison Park" um nur einige wenige zu nennen.

Bist Du ein „Sterneesser“? Unternimmst Du gezielte Restaurantreisen?
Ich ehe gerne in Sterneresto, hier in der Gegen und wenns klappt in der Schweiz - größere Reisen mache ich nicht deswegen.

Gibt es eine Grenze, die Du bereit bist, in einem Restaurant für ein Menü zu bezahlen?
Ja, wenn mein Bauchgefühl "nein" sagt - das ist unabhängig von der Summe selber.
Das was ich bislang bezahlt habe, habe ich immer als gerechtfertigt gesehen.

Was bedeuteten Dir die Begriffe „Spitzengastronomie“ und „Avantgarde“?
Spitzengastronomie gibt es für mich breit gefächert, das kann nach meinem Verständnis auch der Gasthof nebenan sein, der eine einfache aber sehr gute Küche hat.
Avantgarde sind für mich die Künstler unter den Köchen. Das sind die die in Sachen Ästhetik und in Sachen Technik neue Wege gehen. Das bewundere ich sehr!

Erkläre bitte den Begriff der molekularen Küche für einen Laien verständlich mit EINEM Satz.
Kochen ohne das Korsett des Herkömmlichen, mit dem Wissen was chemisch und physikalisch genau passiert, auf der Suche nach dem Neuen und Anderen.

Inwieweit hat diese Küche Dich beeinflusst?
Sehr stark, weil es eine sehr kreative Küche ist ohne Grenzen und ohne Scheuklappen -das passt zu mir.

Siehst Du sie am Ende?
Unter diesem Namen - ja! Aber in Wirklichkeit ist sie in nahezu allen gehobenen Küchen zu Hause.

Wohin zieht in Deinen Augen die kulinarische Trendkarawane derzeit?
Eindeutig die autochthone Küche, wenn ich meinen Begriff dafür verwenden darf!
Regional, jahreszeitlich, ästhetisch.

Welches Kochbuch ist aktuell Dein Liebstes und hast Du einen all-time-favorite?
Eleven Madison Park und nein, die wechseln immer wieder.

Wieviele Kochbücher hast Du? Hast Du ein festes monatliches Kochbuchbudget?
Ich habe keine Ahnung - es sind viele, so viele dass ich mir immer wieder vornehme auszumisten, wenn ich dann da drann gehe, stelle ich alle wieder ins Regal. Nein, es gibt kein festes Budget.

Welches war Dein letzter Kauf?
"L´Air du Tepms" - ein Hammerbuch(!) und Fäviken.

Welches war Dein eindrücklichstes Restaurant- bzw. Esserlebnis, und warum?
Im Essigbrätlein - Köthe kocht unaufgeregt aufregend, ohne große Show mit extrem viel Geschmack - ich habe tagelang gegrübelt was mich an dem Essen so fasziniert hat.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, ein Buch (oder Bücher) zu Deinen Rezepten zu veröffentlichen?
Ich wollte ein Buch für meine Kinder schrieben - das zweite dann für mein Ego. 

Hast Du mit dem Selbstverlegen aus der Not eine Tugend gemacht oder war das ein bewusster Entschluss?
Das habe ich bewusst so entschieden, denn ich wollte so lernen wie man ein Buch macht. Mit allem Drum und Dran - den Fotos, den Layout, eben alles.

Träumst Du von einem Kochbuch in einem etablierten Verlagshaus? 
Träumen nicht - schön wäre es natürlich!

Hattest Du Berührungen mit Verlegern und wie hast Du diese erlebt?
Nein, bislang nicht, ich habe auch noch keinen Kontakt gesucht. Vielleicht kommt das ja noch.

Wie lange hast Du an Deinem ersten Buch gearbeitet? 
Das erste, war eine reine Fingerübung, das dauerte etwa 3 Monate. Ich habe es nicht veröffentlicht, weil es meinen Ansprüchen am Ende nicht gerecht wurde. Am Zweiten habe ich länger gearbeitet, so über einen Zeitraum von etwa 4 Monaten. 

Wann ist es erschienen?
Das zweite Buch habe ich anfang 2012 veröffentlicht.

An welche Leser_innen richtet es sich, welche Zielgruppe sprichst Du an?
Meine Zielgruppe sind neugierige Amateure, die auch mal "schräge" Kombis/Zutaten usw. ausprobieren wollen. Rein handwerklich gesehen sind meine Rezepte sehr einfach nach zu machen, das ist mir auch wichtig.

Hat diese sich in der Realität als eine andere herausgestellt?
Ich bemerke mit etwas Stolz, dass das Buch auch gut von Profis gekauft wird.

Gibt es aktuelle Koch- und/oder Buch-Pläne, von denen Du erzählen möchtest?
Gerne, im Frühjahr kommt mein nächstes Buch heraus, Arbeitstitel "...neues vom Gwex"!
Darinnen zeige ich neue Gerichte, solche die noch nicht so im Internet zu finden sind, außer vielleicht in meinem Blog. Derzeit wird auch an einem Fingerfoodbuch gearbeitet. Dazu habe ich zu Mitarbeit im Internet aufgerufen und es steht eine tolle Gruppe von sehr kompetenten Leuten bereit, mir bei der Umsetzung zu helfen, was ich mit vorgenommen habe - abgefahrene und gwexische Fingerfoods zu zeigen - aber alles will ich noch nicht verraten. Ich habe noch 2-3 weitere Titel, die irgendwann kommen, aber da ist es noch zu früh um darüber zu reden.

Wenn Du für den ganzen Rest Deines Lebens nur noch drei Gerichte essen dürftest, welche wären das?
Linsensuppe, Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat, Döner.

Vielen Dank, lieber Manfred, für das Interview und die vielen köstlichen Rezepte, mit denen Du viele Menschen seit Jahren begeisterst!

Manfreds Buch ist für ambitionierte Hobbyköche praktisch state of the art und selbst von manchem Profi wünsche ich mir manchmal so viel Kreativität, Mut und Stringenz.
Kaufen, Marsch Marsch!

...typisch Gewx! Band I - meine Klassiker
Erschienen im Eigenverlag
Broschiert, 190 Seiten
€ 21,95 inklusive Porto innerhalb D, Inselzuschlag bitte erfragen
Zu bestellen bei
Manfred Kuscher
inkraut@freenet.de
Blog: 100°C
Homepage: Inkraut - kulinarische Sonderkulturen


Disclaimer:
Diese Buch wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Nur mir selbst und meinen Leserinnen und Lesern bin ich in meiner Meinung verpflichtet, egal, ob ich für ein Buch bezahlt habe, oder nicht. Verrisse veröffentliche ich selten, (es sei denn, als Warnung vor dem Kauf) da ich im Fall eines völlig misslungenen Werkes lieber Kontakt mit dem Verlag und/oder dem Autor(en) aufnehme und das Buch in der Regel zurückschicke. Allerdings erhält längst nicht jedes Werk meine "Kaufen, Marsch Marsch"-Empfehlung. 

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18.02.13

Ich glaub', es hackt!


+++Aus aktuellem Anlass+++Wir unterbrechen das laufende Programm+++Aus aktuellem Anlass+++

Skandal, schreien alle. Pferdefleisch in der Lasagne (und wer weiß, wo sonst noch). You will get what you pay for, folgt im Nachsatz. Du blöder Verbraucher, Du! Du denkst, Du könntest für € zweikommairgendwas  tatsächlich erwarten, Rindfleisch zu bekommen? So. Können wir jetzt alle mal für einen Moment durchatmen und ein wenig über unser Lamentieren nachdenken. 

Merkst Du was? Verbraucher, das sind wir alle, Du und ich und die dahinten auch. Und wir werden gerade ziemlich an der Nase herumgeführt. Denn wer hat den blöden Schuh in dieser Diskussion an? Du und ich und die dahinten auch. Wir alle haben nämlich wirklich die Idee, für € zweikommairgendwas ein anständiges Produkt zu erhalten. Haben wir? Nun, in diesem Blog wird unermüdlich darauf hingewiesen, dass Anstand und Lasagne für € zweikommairgendwas nicht miteinander zu vereinbaren sind. Fast gebetsmühlenartig appeliere ich hier an Deine Moral und Deinen gesunden Menschenverstand. ABER: Das alles sind Nebelkerzen im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion.

Du gehst also in den Supermarkt d. V. und kaufst ein Fertigprodukt. Schlimm genug, aber darüber rede ich heute mal nicht. Der Hersteller verspricht Dir, für € zweikommairgendwas eine Lasagne mit Rindfleisch. Und verdammte Hacke, Du hast absolutes Recht darauf, dass die Winzigkeit des im Produkt enthaltenen Fleisches dann auch vom Rind stammt. Sei es aus Qualzucht, dreimal auf qualvollen Tiertrasporten halb durch Europa gekarrt worden sein zum Abschluß seines jämmerlichen Lebens, all das spielt hier und heute überhaupt keine Rolle. Du bezahlst für Rindfleisch. Du hast ein Recht darauf. Wie der Hersteller das anstellt, so ein Fertigessen überhaupt für diesen Preis kostendeckend und im Idealfall gewinnmaximierend anzubieten – that´s not your problem. Angebot -------->Angebotsannahme ----------->Vertrag. So läuft das. Das heißt, spätestens an der Kasse, wenn Du bezahlt hast, hast Du das Recht auf das Dir versprochene Produkt. 

Und wenn Du keine Kohle hast, am Ende noch von staatlichen Leistungen abhängig bist - bitte lass Dich in der aktuellen Diskussion nicht zum Buhmann machen. Das bist nämlich nicht Du. Mit Dir gehe ich hart genug ins Gericht (schließlich sollst Du ja auf keinen Fall auch bei noch so wenig Geld diesen Scheiß kaufen), aber die Verbrecher (jawoll!) sitzen woanders. Ich weiß nicht, ob in Rumänien, in Frankreich oder irgendwo auf dem Weg dazwischen. Tatsache ist, sie haben Dir ein Produkt versprochen, haben es kalkuliert, Du bezahlst dafür und Du hast es zu bekommen. Punkt. 

Disclaimer:
So billig kommst Du mir nicht davon. Du glaubst ja bitte nicht im Ernst, für € zweikommarigendwas auch nur ansatzweise ein anständiges Gericht mit Fleisch(!) erhalten zu können. Schlecht müsste Dir werden, wenn Du auch nur ein winziges Bisschen darüber nachdenkst, wie das möglich sein kann. Wer da leidet, bzw. gelitten hat. Die gequälten Tiere, die unter Sklavenbedingungen arbeitenden Menschen in der Produktionskette. Und am Ende auch noch Du. Du bist, was Du isst und you will get, what you pay for!


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14.02.13

Fastenbrechen und Wünsch Dir was!


Ich melde mich zurück aus meiner kleinen alljährlichen Fastenpause im Februar. Da kein Fasten ist, wie das andere, war auch in diesem Jahr alles anders als sonst. Ich habe mich über die Tage gequält wie noch nie. Nicht, dass ich Hunger gehabt hätte - aber es war, als würde mir die Kraft für mich selbst fehlen. Daher habe ich bereits nach 12 Tagen mit dem geliebten Apfel das Fasten gebrochen. Ist nicht schlimm, 12 Tage sind ja auch gut, aber ich bin halt etwas von mir selbst verwöhnt...

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, in dieser vielen Zeit, die frau durch das Nichtkochen, Nichteinkaufen, Nicht_überlegen_was_koche_ich_heute_morgen_überhaupt spart, meine imaginäre Rezensionsliste abzuarbeiten und Dir viele viele Bücher vorzustellen. Aber ziemlich schnell habe ich bemerkt, dass ich auch dringend eine kleine Internetpause benötigt habe. Daher die Stille im Blog und nur wenige spärliche Meldungen auf meiner fanpage.

Aber jetzt geht es gestärkt weiter, während um mich herum sich alle quälen mit dem Gedanken, auf was sie jetzt in der offiziell begonnenen Fastenzeit alles verzichten müssen-wollen-können, genieße ich wieder die Verlockungen auf allen Ebenen, treffe mich heute Abend mit Simone, Barbara und Uwe in Frankfurt bei Fissler und lasse mich von Sternekoch Björn Frantzén aus Schweden verwöhnen. 

Nichtsdestotrotz werde ich in der nächsten Zeit einige Bücher besprechen. Der Blog zwingt mich dann praktisch dazu, endlich selbst einen Blick in das ein oder andere zu werfen, das hier bereits seit Wochen unbeachtet herumliegt, mir fehlte einfach wie so oft die Zeit. Das Buch, mit dem ich beginnen werde, gilt als gesetzt, es ist das eines von mir sehr bewunderten Bloggerkollegen - mehr wird noch nicht verraten. Aber mit welchem ich weitermache - das darfst Du entscheiden.
Dieses ist eine relativ willkürliche Auswahl der letzten Neuzugänge, aber irgendwo muss ich ja anfangen :)
In der sidebar (also rechts im Blog, wo das ganze Gedöns herumhängt) kannst Du jetzt für Deinen Favoriten abstimmen. Ich bespreche die Bücher dann in der Reihenfolge der Stimmen, die sie haben :) Das Ende der Umfrage ist erreicht mit der Besprechnung des letzten Buches, d. h. ich werde die Laufzeit immer wieder anpassen und Du kannst bis zum Schluß für Deine(n) Favoriten abstimmen. 

Auf gehts!