Zu gut für die Tonne! Rettet das Pausenbrot!

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Den Berg von Pausenbroten, die ich in meinem bisherigen Leben geschmiert habe, möchte ich gerne auf einem Berg sehen. Ohne zu übertreiben - die müsste mir erst einmal jemand nachschmierenmachen. Als ich P. kennenlernte, hatte er gerade sein Studium begonnen. Ich bekochte seine damalige WG mit ordentlichem Gulasch, strich TK-Fertigpasta vom Speisezettel – und schmierte Pausenbrote für die Zeit zwischen den Vorlesungen, die nicht besucht wurden. Kommilitonen staunten neidvoll, mutmaßten, er wohne noch zuhause. Unsere Tochter kam in die Schule – ich schmierte Pausenbrote bis zum Abitur. Derweil gab es bei P. das erste Staatsexamen, es folgten Repititorien – ich schmierte immer weiter. Unsere Tochter jobbte kurz nach dem Abitur in einem Computerladen – ich schmierte Brote. P. schloss das Studium ab, trat ins Berufsleben ein – ich schmierte und schmierte. Die "Kleene" ist mittlerweile ausgezogen und zu weit weg, um dass ich sie weiter mit Pausenbroten versorgen könnte. Sie bedauert das sehr, ich bin ganz schön erleichtert; derweil schmiere ich für P. noch heute
Bildnachweis: https://www.zugutfuerdietonne.de/index.php?id=48

Aus diesem und einer Vielzahl von anderen Gründen, aus denen ich mich immer wieder für den sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln stark mache, unterstütze ich von Herzen die Kampagne "Rettet das Pausenbrot" des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Dessen Presseerklärung zur Kampagne füge ich hier ein. Oder Du folgst dem Direktlink: Pressemitteilung "Zu gut für die Tonne"
Rettet das Pausenbrot! 
Pausenbrot ist zu schade zum Wegwerfen. Seit über elf Jahren engagiert sich das Netzwerk Bio-Brotbox für ein gesundes Pausenbrot. In diesem Jahr ist auch die Initiative Zu gut für die Tonne! dabei. Erstmals werden in über 60.000 Brotboxen auch Zu gut für die Tonne!-Aufkleber verteilt. Mit dem traurigen Apfel wollen wir Eltern und Erstklässler zum Nachdenken über den Umgang mit unseren Lebensmitteln anregen. Denn verschmähte Pausenbrote landen schnell mal im Müll – und damit auf dem Lebensmittel-Abfallberg. 6,6 Millionen Tonnen Nahrungsmittel werfen die Menschen in deutschen Haushalten jedes Jahr weg. Zwei Drittel davon wäre vermeidbar. Die Initiative Zu gut für die Tonne! gibt zum Schulstart Tipps für gesunde und abwechslungsreiche Pausensnacks - damit sie im Magen und nicht in der Tonne landen. 
Vorbild sein und aufklären 
Der erste Schritt: Kinder müssen lernen, dass Lebensmittel wertvoll sind und nicht in den Müll gehören. Dazu brauchen sie Vorbilder, reden allein reicht nicht. Das heißt für Eltern: Reste verwerten, statt sie wegzuwerfen. Nudeln und Kartoffeln vom Vortag bringen auch Abwechslung in den Pausen-Speiseplan, wenn man sie mit Dressing, Würstchen und Gemüseresten zu Salaten mischt.
Klug planen 
Übrig bleibt meist, was nicht schmeckt oder zu viel ist. Eltern können Reste vermeiden, indem sie mit den Kindern besprechen, was und wie viel diese mitnehmen wollen. Zwei oder drei Alternativen machen die Entscheidung leichter. Wird der Snack gemeinsam vorbereitet, schmeckt er gleich zweimal so gut. Wichtig dabei: Das Pausenbrot muss zum Wetter passen. Frischwurst zum Beispiel wird an heißen Tagen durch Milchsäurebakterien schmierig, Mayonnaise darf wegen der Salmonellengefahr nicht aufs Brot. Eine gute Figur bei Hitze machen Äpfel, Bananen, Gemüse-Sticks und Trockenfrüchte. Wer morgens wenig Zeit zum Broteschmieren hat, kann den Belag auch am Vorabend zubereiten. In Cellophan eingeschlagen lässt sich im Kühlschrank zum Beispiel ein Mix aus Frischkäse, Kräutern und geraspelter Möhre aufbewahren. Morgens kommt die Mischung schnell zwischen die Brotscheiben. Ein Salatblatt verhindert, dass das Sandwich durchweicht. Fertig geschmierte Pausenbrote lassen sich sogar in Folie gewickelt einfrieren. So halten sie bis zu zwei Wochen und können jederzeit aufgetaut werden. 
Richtig verpacken 
Zermatschtes Marmeladebrot mit Leberwurstgeschmack mag keiner. Genauso wenig durchgeweichte Salzstangen mit labberigen Gemüse-Sticks. Süßes und Salziges, Knackiges und Saftiges sollten Eltern deshalb in getrennten Behältern mitgeben: Knabbereien und Knäckebrot mögen es trocken, Gemüse-Sticks sind in Plastikboxen vor dem Austrocknen geschützt. Bröckelnde Brote bleiben mit ein wenig Cellophan umwickelt ganz. Alle Boxen sollten gut schließen und eventuell mit einem Gummiband fixiert sein. Sonst landen Joghurt, Brot und Co. schnell zwischen den Schulbüchern. 
Pausenbrotreste verwerten 
Das Pausenbrot bleibt doch einmal ungegessen? Einfach nachfragen, was nicht geschmeckt hat und die Reste weiterverwerten. Pausensnacks eignen sich noch am selben Tag als kleine Zwischenmahlzeit. Kleingeschnitten wird ein Brot auf Spießchen eine leckere Salatbeilage – mit oder ohne Dip. Ein übrig gebliebener, verschlossener Joghurt lässt sich bei mäßigen Temperaturen im Klassenzimmer auch noch am nächsten Tag essen. 
Unter www.zugutfuerdietonne.de finden interessierte Eltern und Schulkinder Tipps zu Lebensmittellagerung und -haltbarkeit, Fakten zur Lebensmittelverschwendung sowie Rezepte für beste Reste.
Für unterwegs: 
Rezepte für beste Reste sowie einen interaktiven Einkaufsplaner enthält die App Zu gut für die Tonne!. Sie ist gratis im AppStore und bei GooglePlay erhältlich: www.zugutfuerdietonne.de/app
Veranstaltungshinweise 
Unter www.bio.brotbox.de finden Sie die Termine für die diesjährigen Aktionen. Fleißige Helferinnen und Helfer für das Packen der Boxen werden immer gesucht. 
Am 31. August findet der Aktionstag „Hamburg rettet Obst“ von Zu gut für die Tonne! statt. Hinter der Veranstaltung gegen Lebensmittelverschwendung stehen das Bundesverbraucherministerium, Slow Food Deutschland e.V. und der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. 
Initiative Zu gut für die Tonne!
Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, werfen wir weg. Pro Person und Jahr sind das rund 82 Kilogramm Lebensmittelabfall. Rund zwei Drittel davon wäre vermeidbar. Wie sich Lebensmittelabfälle reduzieren lassen, zeigt die Initiative Zu gut für die Tonne! des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Akteure aus Industrie, Handel, Gastronomie und Landwirtschaft sowie Verbraucherverbände, Kirchen und NGOs unterstützen die Initiative. Unter www.zugutfuerdietonne.de finden sich Tipps zu Lebensmittellagerung und -haltbarkeit, Fakten zur Lebensmittelverschwendung sowie Rezepte für beste Reste. 
Zu gut für die Tonne!
Eine Initiative des BMELV
Steffen Ortwein
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung  
Deichmanns Aue 29, 53179 Bonn
Telefon: +49 (0)228 996845- 7340
E-Mail: kontakt@zugutfuerdietonne.de
Weitere Presseinformationen und Bildmaterial unter: https://www.zugutfuerdietonne.de/presse/

Motiv Apfel © BMELV:
https://www.zugutfuerdietonne.de/uploads/media/Postkarte-Apfel_03.jpg

Was DU dagegen tun kannst:



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Arthurs Tochter

Kommentare :

  1. Toller Blogbeitrag, den ich voll und ganz unterstreiche!

    Danke auch für die vielen Tipps (z.B. fertige geschmierte Brote einfrieren etc), denn heute schmiere ich jeden Morgen mehr Brote für den Mitgenießer als ich es früher jemals für meine 3 Kinder getan habe (sie fanden jegliche Art von Pausenbrot meist 'uncool' :-( )

    Ich gebe dir da uneingeschränkt recht: es wird viel zu viel weggeworfen!

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  2. Warum schmieren Mütter denn die Pausenbrote bis in die Unendlichkeit für ihre Kinder? Selbst, wenn diese längst in der Lage wären, selber kreativ zu werden und sich ihre Brotdosen nach eigenem Geschmack zu füllen? Bei uns ist es ab einem bestimmten Alter meiner Kinder für sie ein Vergnügen, sich aus dem Kühlschrank morgens das herauszusuchen, was sie essen mögen - und es auch selber zu richten. Sehr phantasievoll ist dabei meine Älteste, Sophie, die sich jeden Tag von meinem Selbstgebackenen, Früchte oder Gemüse, Joghurt und kaltes klares Wasser mitnimmt. Die anderen tun es ihr nach und so kommt fast nie etwas ungegessen zurück. Bei uns haben die Brotdosen drei Fächer - da kann man in jedes Fach etwas anderes einschichten. Die Kinder anzuleiten, sich selber kreativ und variantenreich ans eigene Essen zu machen, sollte unsere Aufgabe als Mutter sein. Viele Grüsse aus dem kühler gewordenen Kraichgau, Yushka

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  3. Liebe Eva, ich gebe Dir recht! Es wird zuviel weggeworfen und daher kann frau gar nicht oft genug solche Initiativen unterstützen.

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  4. Liebe Yushka,
    das eine schließt ja das andere überhaupt nicht aus :) Bei uns war es morgens vom zeitlichen Ablauf immer besser, wenn ich mich ums Schmieren gekümmert habe. Wobei das "Brot schmieren" ja auch nur als Synonym für "Pausensnack" in jeglicher Hinsicht steht.
    Dass man Kinder zum Selbstun und -denken anleiten sollte, versteht sich ja von selbst. Das können sie aber mittags oder abends auch noch erledigen ;)

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  5. Es versteht sich von selbst... Hm. Ich würde das ja gerne bestätigen, aber ich kenne sehr viele Leute, besonders Mütter, die damit grosse Schwierigkeiten haben. Sie tun alles für ihre Kinder. Die Kinder lassen sich bedienen von vorne bis hinten und bleiben bis Ultimo total unselbständig. Und das habe ich exemplarisch auch bei einigen meiner Bekannten beim Brote Schmieren bemerkt. Diese Mütter beschweren sich bei anderen Müttern, wie ärgerlich sie doch über das wiedergebrachte Brot sind, ziehen aber keinerlei Konsequenz, sondern schmieren immer weiter. Und beschweren sich über nicht in die Küche gebrachte Dosen. Dann lass es doch, die Dose zu holen, merke ich an. Nein, dann hätte doch das Kind kein Brot! Ja, sag ich, dann hätte es eben keins! Es würde vielleicht draus lernen? Nein! Unmöglich! Ich habe damit vor einiger Zeit regelrechten Ärger ausgelöst und stand am Ende selber als Rabenmutter da, die ihren Kindern kein Brot macht... ;)

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  6. Wirklich ein tolles Posting, welches zum Nachdenken anregt.

    LG

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  7. Oh je, so etwas geht natürlich gar nicht. Da sind es die Mütter aber echt selbst schuld!

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  8. Mein Sohn liebt seine Pausenbrote - aber er isst sie NIE in der Schule.... jeden Nachmittag macht er sich einen Tee oder Kakao und setzt sich mit seinem Brot zu mir, um über die Schule zu erzählen. Ich habe ihn schon öfter gefragt, ob ich überhaupt noch ein Brot/Snack machen soll und er besteht weiter darauf, denn es könnte ja doch mal sein, das er in der Schule Hunger bekommt.... und so bleibt das Pausenbrot bei Muttern auf dem heimischen Sofa wohl weiterhin fester Bestandteil des Tagesablaufs.... aber Hauptsache, es landet nicht in der Tonne, oder?
    Liebe Grüße
    Trudi

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  9. Liebe Trudi, das ist ein wunderbares Ritual!

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  10. Danke für den Hinweis auf die großartige Kampagne.

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  11. Ich musste sehr schmunzeln über Deinen Beitrag und Dein Brote-schmier-Durchhalte-Vermögen … ich streike da doch ab und an - wir haben da ehrlich gesagt noch nicht so den Dreh raus, aber wir arbeiten daran und weggeschmissen wird zum Glück nur selten - da der Hund die letzten Reste gerne nimmt. Aber ich weiß von vielen, das es ein leidiges Dauerthema ist. Deshalb Danke an dieser Stelle für Deinen Beitrag zum Nachdenken und Diskutieren - werde meinen Kindern von der Aktion erzählen ;-)

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Danke für Deinen Kommentar, der schnell freigeschaltet wird, so er höflich und respektvoll ist und nicht anonym abgegeben wurde. Mein Blog ist kein Diskussionsforum für anonyme Netz-Misanthropen, sondern ein Geschenk an meine Leserinnen und Leser.

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