Nachgefragt Nr. 2 | Julia Richter



Heute mit Julia Richter von German Abendbrot

  1. Wenn Du morgens nach dem Aufstehen in den Spiegel schaust – wen siehst Du? Eine etwas blassere Version meiner selbst. Ansonsten bin ich glücklicherweise nie zu verknittert.

  2. Wie alt bist Du? 38

  3. Wie alt fühlst Du Dich heute? So, wie ich mit 20 dachte, dass man sich mit 38 fühlt…

  4. Welcher Deiner Füße ist größer als der andere? Beide gleich. Ich bin insgesamt ziemlich „symetrisch“. Mach‘ mal den Test mit einem doppelten Spiegelbild und schau, ob Du anders aussiehst als Dein gewohntes Spiegelbild.

  5. Kommst Du mit Deiner Zunge bis an die Nasenspitze? Nee, ich glaube, meine Nase ist zu kurz. Oder meine Zunge. Oder beides.

  6. Beschreibe Dich mit 3 Worten: Das ist wirklich die schwierigste von allen Fragen, weißt Du das? Also: Liebe, Laufen, Lebensmittel . Dieses Dreigestirn macht mich glücklich! (Komischerweise haben weder Job noch Arbeit ein L irgendwo )

  7. Wen würdest Du beim Sex beobachten, wenn Du unsichtbar wärst? Oh, das meiste wäre doch zu desillusionierend. Ich glaube, ich passe.

  8. Was bringt Dich zum Weinen? Hollywoodschnulzen mit dramatischen Sterbeszenen (Ben Hur! Gladiator!), zuletzt habe ich bei dem Buch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ geheult wie ein Schlosshund!

  9. Welches ist Deine erste Kindheitserinnerung? Ein Sommerurlaub in Dänemark mit Eltern, Schwester und Großeltern. Ich war 4 ½ und kann mich noch ganz genau an das pieksende Seegras, den Geruch, die glatten Steine am Strand, das Holzhaus und vieles mehr erinnern. Scheinbar hat mich das nachhaltig beeindruckt. Aus diesem Urlaub stammt auch das Familienrezept für Rote Grütze, das ich neulich verbloggt habe. Ein wunderschöner Sommer.
  10. Welches ist die schönste Erinnerung, die Du hast? Wenn ich beim Zahnarzt sitze und versuche, mir eine schöne Erinnerung vorzustellen, denke ich immer zuerst an das erste gemeinsame Schnorcheln mit meinem Mann (aka bEdW) auf den Malediven. Wir waren beide überwältigt von der Schönheit, Farbenvielfalt und dem tiefen Frieden unter Wasser. Dieses Aha-Erlebnis gehört sicherlich mit vielen anderen zu den schönsten Erinnerungen in meinem Leben.

  11. Was war das Dümmste, das Du jemals getan hast? Kein Auslandssemester eingelegt zu haben. Überhaupt nicht mal für eine Weile im Ausland gelebt zu haben (Bayern zählt doch nicht, oder?), bedaure ich sehr.

  12. Wenn Du für einen Tag die Welt regieren könntest – was würdest Du ihr geben, und was ihr nehmen? Weltfrieden…blabla…ausreichend Essen für alle…blabla…aber gleich danach würde ich Toleranz-Tabletten verteilen, damit niemand mehr auf die haarsträubende Idee kommt, andere Menschen wegen Geschlecht, Hautfarbe, Religion oder sonstwas schlechter zu behandeln. Dieses „Mein-Sandförmchen-ist-aber-besser-als-Deines“ geht mir nämlich sowas von auf den Sack! Also gibt’s Tabletten dagegen.

  13. Glaubst Du an einen Gott? Nein. Ich halte Gott für eine menschgeschaffene (für viele sicherlich hilfreiche) Erfindung, da unser Hirn einfach doch noch nicht groß genug ist um die Welt in all ihrer Komplexität zu erfassen.

  14. Wenn Du wiedergeboren würdest,  wer oder was möchtest Du gerne sein? Oh, als Hauskatze bei liebevollen Menschen kann man es ganz wunderbar aushalten. Falls das nicht klappt, bitte als Maus in einem französischen Käseladen – in einer Welt ohne Katzen!

  15. Es heißt, jeder Mensch habe einen Tick. Welches ist Deiner? Oh je, das müssen andere beantworten. Ich glaube, einer meiner Ticks ist, dass ich immer alles in a)… b)… und so weiter gliedere beim Sprechen. Das fällt mir schon selber auf.

  16. Wenn Du für einen Tag ein Mann  sein könntest  - was würdest Du tun? Im Stehen pinklen. Und zwar ständig. Weil das so toll ist. Ich würde literweise trinken, nur, um im Stehen pinkeln zu können. Und ich würde mich nass im Gesicht rasieren, um zu kapieren, warum das immer so ein Akt ist. Und ich würde eine Frau abschleppen, um mal die andere Seite kennenzulernen. Natürlich wäre ich als Mann superattraktiv, so dass das mit dem Abschleppen kein Problem wäre.

  17. Welche Stelle an Deinem Körper ist am schönsten? Meine Füße.

  18. Wer oder was bereitet Dir Herzklopfen? Auch nach 8 Jahren Ehe immer noch mein Mann, der  ganz wunderbar ist.

  19. Welche 5 Lebensmittel, die nie ausgehen würden,  würdest Du auf die berühmte einsame Insel mitnehmen? Spaghetti, Dosentomaten (Dosenöffner nicht zu vergessen!), Pecorino, Olivenöl, Brot. Und dann würde ich heimlich eine Kartoffel als 6. Lebensmittel mit auf die Insel schmuggeln und Kartoffeln pflanzen. Damit könnte ich mich eine Weile über Wasser halten, bis ich gelernt habe, mir Fische zu fangen und Wild zu erlegen.

  20. Was würdest Du werden, wenn Du Dich noch einmal entscheiden könntest? Buchhändler

  21. Mit wem würdest Du gerne einen Abend verbringen und mit wem eine ganze Nacht? Bei unserer momentanen Arbeitsauslastung fände ich es schon verlockend, einen ganzen gemeinsamen Abend mit meinem Mann verbringen zu können. Aber darauf zielst Du wohl nicht ab? Einen Abend würde ich gerne mal mit Jodie Foster verbringen. Ich halte sie für eine sehr intelligente, interessante Frau. Die Nacht dann lieber mit Kate Winslet, haha. Oder mit dem Sean Connery von vor 30 Jahren…

  22. An welches Ende des Regenbogens würdest Du laufen, um den Goldtopf zu finden? Ich sitze schon als lachender grüngekleideter Kobold am Ende des Regenbogens und mein Gold ist der Riesling im Rheingau…

  23. Wann hast Du Deinen letzten Liebesbrief geschrieben und an wen? Als wir noch in zwei getrennten Münchner Wohnungen im gleichen Haus gelebt haben, bekam der bEdW immer ein Briefchen unter den Scheibenwischer geklemmt oder ins Auto gelegt. Das ist nun aber auch schon ein paar Jahre her. Ich sollte mir mal wieder was ausdenken in dieser Art…

  24. Kannst Du etwas auswendig? Ich war schon in der Schule grottig im Auswendiglernen und bekam dadurch echt Ärger. Ein Rätsel, wie manche Menschen eine ganze Shakespeare-Tragödie im Kopf behalten. Immerhin kann ich den Text von The Who’s „Pinball Wizard“ mitsingen…

  25. Was soll von Dir bleiben, wenn Du nicht mehr lebst? Gar nichts. Wir sind nichts als Staub und nicht mal ein Wimpernschlag in der Zeit. Der Mensch nimmt sich viel zu wichtig. Deshalb gibt es auch so viele Probleme auf diesem Erdball. Im Idealfall erinnert sich jemand an mich. Aber auch das ist dann nach einer Generation vorbei…

  26. Seit wann bist Du im Internet aktiv? Eine Emailadresse, ein (mittlerweile ungenutztes) Amazon-Konto besitze ich seit 1998 – also seit 15 Jahren. Meinen ersten Twitter-Account habe ich vor ca. 6 Jahren angelegt, den aktuellen habe ich seit ca. 5 Jahren. Mein Blog ist jetzt 3.

  27. Wieviel Zeit verbringst Du täglich online? Stunden! Das hat aber auch mit meinem Job in der PR-Branche zu tun. Rede ich mir zumindest ein ;-)

  28. Warum schreibst Du ins Internet? Aus dem gleichen Grund, weshalb ich vermutlich Journalist geworden und in der Kommunikationsbranche gelandet bin: Weil ich wohl die absurde Idee habe, dass jemand interessieren könnte, was ich von mir gebe.

  29. Wer oder was inspiriert Dich? (Koch)Bücher, ein Spaziergang über den Wiesbadener Wochenmarkt, das glitzernde Wasser im Rhein, lange Läufe am Morgen…

  30. Was macht Deinen Blog anders, warum sollte er gelesen werden? Ich hoffe, dass die Bodenständigkeit meiner Gerichte nicht als Dilettantismus aufgefasst wird. Ich versuche zu zeigen, dass man auch als berufstätiger Mensch mit wenig Zeit und keinem Nerv für stundenlanges Rumgetue (Frostings und kleine Marzipanblütenblätte rauf Cupcakes!!) trotzdem wunderbar vielseitig essen kann. Meine Kategorie „Schnell & lecker“ ist mittlerweile die größte im Blog. Dabei gibt es immer frische Zutaten, viel Abwechslung, auch mal was Exotisches – aber alles ist so schnell zubereitet wie die Lieferung einer Pizza dauert. Oder schneller. Ich feile bewusst nicht an supertollen Fotografien herum. Denn ich will meinen Lesern zeigen, was sie wirklich aufm Teller haben und dass es nicht darum geht, ein Fotostudio in der Küche zu haben, sondern ein gutes Essen im Magen. Natürlich bewundere ich auch all diese wunderschön fotografierten Super-Blogs. Aber das bin nicht ich. Und das können andere besser. Lange Rede, kurzer Sinn: Beim German Abendbrot kommen aus allen Ecken der Welt unverfälschte, gut nachkochbare, schmackhafte, frische Sachen auf den Tisch. Wer im Leben noch andere Interessen hat außer kochen, der findet bei mir Anregungen für Nachkochbares nach Feierabend ebenso wie das große indische Menü, wenn am Wochenende mal etwas mehr Muße ist…

  31. Du hattest mal so schöne Aufkleber für Restaurants, die Du getestet hast, was ist daraus geworden? Ach, ganz ehrlich? Ich habe die Bekanntheit von Foodblogs im Allgemeinen überschätzt. Die meisten Leute haben mich – wenn ich es persönlich überreicht habe – angeschaut wie ein Auto. Wir Blogger denken immer, dass alle Welt sich im Internet so bewegt wie wir. Aber viele Laden- oder Restaurant-Besitzer haben nicht den blassesten Schimmer, was Blogs sind, und dass sich Menschen über diese auch über Restaurants usw. informieren. Da ist ein (gekauftes) Ranking bei Tripadvisor, MarcoPolo oder Feinschmecker halt doch nachvollziehbarer. Manche Läden haben das Bapperl aufgeklebt, bei vielen weiß ich es gar nicht, bei vielen wird es wohl irgendwo in der Ablage P gelandet sein.

  32. Woher kommt Deine Leidenschaft für indische Küche? Sicherlich von einem meiner vorherigen Leben. Anders kann ich mir dieses Faible nicht erklären. Meine Freundin M. nahm mich zu Studienzeiten zu meinem ersten „Inder“ mit: Ins India Curry House im Frankfurter Bahnhofsviertel. Resposaltische, Blechnäpfe, Turbane – und das köstlichste Essen, das ich bis dato gegessen hatte. Diese Aromen, die Vielfalt, die Farben... Mich beeindruckt auch heute noch, wie einfachste Zutaten (Reis, Linsen, Brot, Kichererbsen…) durch Gewürze plötzlich zu so etwas phantastisch Leckerem werden. Die indische Küche ist für mich pure Magie. Und ich war BESTIMMT in einem früheren Leben Koch bei einem Maharadscha – oder wenigstens ein Affe im Palast, der immer Küchenabfälle genascht hat.   

  33. Woher kommt der Name Deines Blogs? Eigentlich sollte das German Abendbrot unsere Münchner Weinproben flankieren und ein Supper-Club für Touristen werden, denen wir demonstrieren wollten, wie „der Deutsche“ so isst – inklusive all der exotischen Einflüsse in unserer Küche. Daraus ist dann aber doch das Blog geworden und den Namen habe ich beibehalten. Ich finde nämlich immer noch, dass „The real German Abendbrot“ mit Schnittchen, Gewürzgurken und Malzbier eine tolle Tradition ist, die mich auch sehr an meine Kindheit erinnert und die es in anderen Ländern so nicht gibt.

  34. Ich weiß, dass Du zwischendurch mit der Bloggerei gehadert hast. Magst Du erzählen, warum und ob diese Zeit vorbei ist? Mir wird das Bloggen zwischendrin immer mal zuviel. Das liegt vor allem an einem sehr intensiven Job, der mir phasenweise wenig Zeit für Inspiration, Kochen und Bloggen lässt. In diesen Phasen bin ich froh, wenn überhaupt mal was Warmes auf dem Tisch steht. Und gerne esse ich dann auch Sachen, die ich kenne und mag – und die schon verbloggt sind. Raum für Neues braucht eben auch Muße, Kreativität und etwas freie Zeit. Ich finde es – und die Reaktionen meiner Leser geben mir recht – nur authentisch, wenn ich zwischendrin immer mal eine Pause mache und sage wie’s ist: Kinners, ich hab grad keine Lust zu kochen. Aus die Maus! Aber witzigerweise kommen immer dann, wenn ich mir diese Pause nehme, die besten Einfälle, neue Ideen, neue Gerichte oder Weine. Deshalb habe ich meinen Rhythmus von 2 Posts pro Woche auch beibehalten. Das hat einige Leser irritiert. Ich habe ihnen aber erklärt: Ich poste zwar nicht weniger, mache mich aber insgesamt nicht so verrückt, lasse Fotos Fotos sein, beschreibe auch einfach mal kurz einen leckeren Wein oder poste ein schmackhaftes Käsebrot.

  35. Du hast auch schon in München gelebt, kommst aber aus Hessen, oder? Wo ist Deine kulinarische Heimat? Unbedingt in Hessen! Ich bin bin Handkäs, Äppelwoi, Quetschekuchen und Grie Soß aufgewachsen. Das bekommt auch keiner mehr aus mir raus. Aber die bayerische Küche kann sehr schmackhaft sein! Obazda, Schweinsbraten, Kasspatzen, Semmelknödel mit Reherl (Pfifferlinge!) usw. sind echte Highlights. Und ich vermisse furchtbar die Biergartenkultur: Picknickkorb packen, hinradeln, kalte Maß zapfen, Platz suchen, Tischdecke ausbreiten, Brotzeit machen! Herrlich. Und jeder gibt was ab, prostet den Nachbarn zu… Herrlich! Ich bin sehr glücklich, dass ich zwei Heimaten (lustig, dass es eigentlich kein Plural von Heimat gibt!),  mit Düsseldorf sogar drei, habe und mich in Hessen, München und D’dorf zuhause fühle.

  36. Was ärgert Dich so richtig an anderen Bloggern? Intoleranz gegenüber Andersessern, -kochern, -fotografierern oder sonstwas. Jeder hat eine andere Motivation für’s Bloggen, wir haben unterschiedliche Koch-Levels, unterschiedliche Interessen und Fähigkeiten. Aber das berechtigt nicht dazu, anderen zu sagen, wie scheiße ihre Fotos, ihr Essen oder sonstwas ist. Das finde ich immer schrecklich arrogant und nervig. Ich sehe auch Blogs, bei denen mir der Appetit vergeht. Aber die besuche ich dann halt nicht mehr. So einfach ist das im Internet nämlich! Ich weigere mich beispielsweise, obwohl es mich interessieren würde, in meiner Küche mit Tageslichtlampe, Folien und dem ganzen Kram rumzumachen. Klar wären die Fotos dann schöner. Aber ich habe a) keine Zeit und b) will ich das Essen essen, wenn es noch warm und frisch ist. (Ha! Hier ist der a)… b)…-Tick!)

  37. Was ärgert Dich am Internet im Allgemeinen? Ebenso: Dieses permanente „Das hast Du falsch gemacht, falsch gelesen, falsch gedacht.“ Konstruktive Kritik finde ich gut. Und Anregungen sind ja auch gewollt. Aber, Himmelhergottsakra, lasst doch jeden nach seiner Facon (Fassong, wie der Hesse mit Betonung auf der 1. Silbe sagt!) glücklich sein!

  38. Welche Erfindung hättest Du gerne gemacht? Toleranz-Tabletten *kicher* Die wichtigste Erfindung ist m.E. die des Buchdrucks mit beweglichen Lettern. Ohne sie würde ich jetzt hier nicht sitzen und schreiben. Aber clever waren auch die Jungs, die den Cronut erfunden haben, diese Mischung aus Croissant und Donut, die aktuell in New York sogar wie auf dem Schwarzmarkt gehandelt und weiterverkauft wird. Aus Sch***e Geld machen. Das würd‘ ich gerne können!

  39. Welches Nahrungs-/Genussmittel gehört verboten? Fleisch aus nicht tiergerechter Haltung. Zigaretten. Und diese ekligen Pizzastücke von Ditsch mit Currywurst(!)-Belag. Das geht doch echt überhaupt nicht!!

  40. Welches ist der schlechteste Blog, den Du jemals gesehen hast? Keine Ahnung, die merke ich mir nicht. Und wer bin ich, darüber zu urteilen? (*wirfteinetoleranztabletteein*)

  41. Wieviel Geld gibst Du im Monat für Lebensmittel aus? (Bei mehreren Personen im Haushalt bitte pro Person gerechnet. Bitte verrate dann dazu, mit wievielen Menschen Du zusammenlebst und welche das sind) Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung. Wir haben zwar eine Art Haushaltskasse, aus der bezahlen wir aber auch Putzmittel und den ganzen Kram. Dann läuft vieles nebenher: Weinbestellungen, mal über den Markt schlendern usw. Interessante Frage, deshalb werde ich das im September mal beobachten.

  42. Wann warst Du das letzte Mal so betrunken, dass Du Dich übergeben musstest? Oh Gott, bei meinem schwachen Magen geht das schnell. Dummerweise macht mir die Säure von Getränken zu schaffen, BEVOR ich richtig besoffen bin. Einen Vollrausch habe ich also eher selten. Auf der letzten Wiesbadener Weinwoche war zumindest ein sehr verkaterter Samstag dabei…

  43. Was würdest Du normalerweise auf keinen Fall tun, für sehr viel Geld aber vielleicht doch? Ha, ich könnte jetzt sagen, dass als PR-Mensch die Hemmschwelle da naturgemäß nicht so hoch liegt. Aber ich würde beispielsweise für Geld nicht meine politische Gesinnung verraten oder für Waffen Werbung machen. Ich würde eventuell für SEHR viel Geld noch mal eine Zigarette rauchen. Aber das müsste sich dann nach 8 Jahren Abstinenz wirklich sehr lohnen. Mach mir doch mal ein Angebot ;-)

  44. Würdest Du Ratte essen? Ohne Not sicherlich nicht. Es gibt aber in Indien eine Kaste, die sich fast ausschließlich von Feldratten ernährt. Diese Ratten sind eher wie Hamster, die sich im Acker einbuddeln, nicht wie Kanalratten, die unseren Müll fressen. Mei, wer weiß, was uns entgeht?

  45. Würdest Du einen Menschen essen oder lieber verhungern? Ich glaube, dass der Mensch in Situationen kommen kann, in denen er so sehr um sein Leben kämpft, dass antrainierte Moralvorstellungen außer Kraft gesetzt werden. Ich denke nicht, dass ich in einer lebensbedrohlichen Situation lieber verhungern würde. Ich würde um mein Leben kämpfen und vermutlich hinterher an dieser Schuld (Achtung, Wortspiel!) zu knabbern haben…

  46. Was bedeutet Dir Glück? Mit einem Menschen meine Leben zu teilen, den ich uneingeschränkt liebe und der mich so nimmt, wie ich bin. Dass wir beide gesund sind und unser Leben genießen können. Dass wir in einem friedlichen, demokratischen Land leben, in dem Essen, ärztliche Versorgung, Bildung zugänglich sind (zumindest für einen Großteil der Bevölkerung). Dass ich zur Schule, zur Uni gehen durfte und heute arbeiten darf, obwohl ich eine Frau bin… Weniger pathetisch: Ein Tomatenbrot und ein Glas Wein!

  47. Warum machst Du hier mit? Weil ich Deinen Blog sehr mag, Du kluge Fragen stellst, die mich selbst zum Nachdenken bringen und weil… siehe Frage 28.

  48. Welche ganz wichtige Frage habe ich vergessen, Dir zu stellen? Was ich tue, wenn ich viel zu viel gegessen habe und kurz vorm Platzen bin. Ingwer hilft da nämlich ungemein. Ob kandiert, als Tee, roh oder notfalls als Ingwerplätzchen: Wer nach der Weihnachtsgans glaubt, dass er gleich explodiert, kann sich damit retten. Oder mit den kleinen bunten Gewürzen, die man beim Inder oft nach dem Essen bekommt: Fenchelsamen (Verdauung!), Rosenblätter (Atem), Zuckerperlen (Geschmack) – diese Mischungen gibt es auch im Asialaden. Wir hatten in Indien immer welche in der Handtasche. Und das war gut so!

  49. Was möchtest Du mich fragen? Wo wärst Du heute, was würdest Du (beruflich) machen, wenn es dieses Internet nicht gäbe? Und was ist Dein Plan B, falls jemand morgen das Internet verbieten würde.
    Meine Antwort: Das ist eine hundsgemeine Frage, denn ein Leben ohne Internet kann ich mir gar nicht vorstellen. Wenn es ES nicht gäbe - ich hätt's erfunden. Das heißt, ich würde sofort ein neues erfinden, wenn's jemand verbieten würde :) Oder dahin auswandern, wo es das Netz noch gibt. Beruflich würde ich wahrscheinlich genau das gleiche tun - nur mühsamer und mit weniger Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Aber ich würde kochen und kochen und kochen. Und darüber schreiben.

  50. Bitte nenne Deine Online-Profile:

Vielen Dank liebe Julia! Mir ist das Herz lachend weit geworden, als ich Deine Antworten gelesen habe. Und wie schön, dass ich Dich jetzt noch ein bisschen besser kennenlernen durfte. Wir müssen so manches beim nächsten gemeinsamen Essen vertiefen! 



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Arthurs Tochter

Kommentare :

  1. Das war auch für mich sehr interessant. Ich danke Dir und freue mich aufs Vertiefen :)

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  2. Liebe Astrid, Liebe Julia,

    vielen Dank für dieses tolle Interview, dass hat mir definitiv den Start in den Tag erleichtert! :-) ich freue mich auf die Fortsetzung!

    Da haste Dir mal wieder was tolles einfallen lassen Astrid! Rampensau wollte ich jetzt ned schon wieder schreiben ^^

    Liebe Grüße
    Alice

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  3. Ich mag diese Serie sehr, sehr gerne. Jetzt schon, nach nur 2 Beiträgen. Toleranztablette...klasse.

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  4. danke! mir gefällt die Idee ebenfalls ausgezeichnet und habe beim lesen kur alles andere vergessen, so solls sein :) freu mich auf die Fortzsetzungen! obwohl frau (gerade?) und mit viel! Toleranztabletten.... das nehm ich mal so mit.
    Liebs Grüessli
    irene

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  5. Sehr schönes Interview!

    Ich mag Interviews mit interessanten Leuten grundsätzlich.

    In vielen der Antworten habe ich mich dann auch sehr wiedergefunden.

    Freue mich schon jetzt auf weitere Frage/Antwort-Runden.

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  6. Coole Frau, coole Fragen - Julia fand ich ja schon immer super, jetzt noch ein bisschen mehr!

    Was muss man nochmal tun um interviewt zu werden ;-)

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  7. Tolle Antworten Julia! Und das Indien Bild, ach da möchte ich doch wieder zurück!

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  8. Ein sehr erfrischendes Interview. Mehr davon!

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  9. Danke an alle, dass euch diese Reihe (bisher ja nur kurz, aber beständig wachsend) so gut gefällt. Alles steht und fällt natürlich mit dem Antwortgeber. Thorsten hat erfrischend begonnen und Julia hat die Staffel wunderbar souverän übernommen. Ich bin selbst gespannt auf die nächsten!

    Lieber Kiezneurotiker, vielen Dank für den Kommentar und damit für meine persönliche Blogentdeckung des Tages! :)

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  10. Och Sebastian. Müde? Dann geh doch weiterschlafen und nöl nicht ;)

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  11. Eine Runde Toleranztabletten für Sebastian!

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  12. Vor lauter Urlaub gerade erst zum Lesen gekommen - einfach toll!

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Danke für Deinen Kommentar, der schnell freigeschaltet wird, so er höflich und respektvoll ist und nicht anonym abgegeben wurde. Mein Blog ist kein Diskussionsforum für anonyme Netz-Misanthropen, sondern ein Geschenk an meine Leserinnen und Leser.

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