Manchmal ist das Wiederkommen schwerer als das Weggehen; das merke ich gerade in diesen Tagen. Fast war es einfacher (nur fast, wirklich!), den letzten Post zu schreiben, als jetzt diesen. Wie soll ich hier weitermachen, nach dieser Fülle von Herzensbekundungen? Auch noch einmal an dieser Stelle sei mein großer Dank in die Worte gefasst, die mir noch bleiben – ein großer Teil fehlt. Ich sehe staunend mit eigentümlichem Gefühl voller Wärme im Körper vor mehr als 60 Kommentaren, die so liebevoll und aufbauend, so voller Sorge und Ermutigung sind. Dazu kommen eine große Anzahl von Mails und Päckchen mit aufbauenden, teils sprudelnden Inhalten, die als reale Kraftpakete hier eingetroffen sind. Beschwingt und frei nach dem Motto Alkohol löst zwar keine Probleme, aber das tut Milch ja auch nicht.
In den nächsten Tagen werde ich viel aufarbeiten. Da sind eine Menge Menschen, die schon lange auf mich warten, und so viele sind in den letzten Tagen hinzu gekommen. Ich arbeite mich von hinten nach vorne durch, jeder kommt dran, aber es geht nicht alles gleichzeitig. Meine Kräfte sind begrenzt, ich muss und möchte haushalten mit mir. Aber wenn doch jetzt das Hindernis des Wiederkommens bewältigt ist, dann ist es wohl am besten, ich bleibe da und mache einfach weiter. Nicht wie vorher – es wird sich so einiges ändern; im Leben wie im Blog. Im letzteren wahrscheinlich nicht so offensichtlich, aber sicher spürbar – für den, der spüren will.
Für den Wiedereinstieg in die (Blogger-)Normalität zeige ich Dir heute, was hier bei mir so wächst derzeit. Das Hegen und Pflegen, das Pflanzen und Gießen, das Pflücken und Essen bereitet mir eine solche Lust und Befriedigung, jedes Kraut umwirbt meine Nase, jeder Sonnenstrahl auf der Terrasse streichelt mir die Seele. Das tut so gut! Bei einigen anderen gab es in den letzten Wochen schon Einblicke, ich habe ja manchmal Blogs gelesen, nicht immer den Reader mit 800 ungelesenen Einträgen einfach weggelöscht, nicht alles ist spurlos an mir vorbeigegangen im Netz, dem ich über einen Monat nur so spärliche Besuche abgestattet habe.
Wenn ich richtig erinnere, dann hat Eline im Küchentanz
hier berichtet, die Turbohausfrau
dort, Peggy sucht
stets das ganze Jahr und wer hat und hier jetzt fehlt, der gebe mir bitte Bescheid und wird dann schnellstens eingefügt.
Hiermit nachgetragen:
Britta von Kamafoodra
Suse von Hundertachtziggrad°
Vielleicht hat ja noch die ein oder der andere Lust, uns allen einen Blick in Töpfe und Kübel zu gönnen, dann können wir eine feine kleine Blogger-Küchenbalkon- und Terrassenkräuter-Show veranstalten. Hier kommen einige von den meinen:

Ringelblumen, so fein gelb strahlend. Heilend für die Haut, färbend für Butter und Eis. Die jungen Blätter schmecken lecker im Salat.
Meine Schokoladenblumen, herrlich duftend. Ich arbeite bereits an meiner ersten Zartbitter-Plantage und werde dann groß ins Tafelgeschäft einsteigen...
Gefülltes Kapkörbchen. Blume, nicht Kraut. Einen neue Züchtung, die die Kelche bei Regen nicht schließt. Die Ärmste. Dafür gerade in diesem Sommer (*hust*) stets schön anzusehen. Bereits in ihrer zweiten Blüte. Wun_der_schön!
Oleander. Steht bei uns in ehemals riesengroß, erfroren und heruntergestutzt, in mittel und in klein.
Lavendel. Hier auf dem Bild als Gewürzstämmchen, es gibt ihn auch bei uns noch als Schopflavendel; dieser bildet gerade nach der ersten Blüte und dem Rückschnitt die neuen Knospen aus. Ich denke, Ende dieser Woche ist er soweit.
Kapuzinerkresse überall. Entgegen meiner Anweisung blüht sie viel in Rot-Orange und Gelb, also genau die Farben, die es bei mir eigentlich nicht gibt.
Ein Blick auf einen der Blauregen, der uns fast die Tür zum Schlafzimmer zuwuchert.
Koriander in der Blüte.
Thaibasilikum in der Blüte.
Wasabi-Rucola in der Blüte.
Robustes Freilandbasilikum in der Blüte. Köstlich und kräftig im Geschmack, ganz anders als seine Hybriden-Verwandten aus dem Supermarkt. Denen btw. ein Aufenhalt im Freiland (keine pralle Sonne über den ganzen Tag, regelmäßiges, aber maßvolles Gießen) sehr gut tut. Sie entwickeln dann binnen 2 Wochen einen kräftigeren Geschmack.

Der Knüller! Parakresse! Wissenschaftlicher Name Spilanthes oleracea. "Parakresse (nach der nordbrasilianischen Provinz Para wie Paranuss) ist ein beliebtes Salatgemüse in Südamerika. Die Parakresse hat mit den anderen Kressen nur den Namen gemein - sie ist scharf auf andere Art. Die flüchtigen Isothiocyanate der gewöhnlichen Kressen bewirken eine rasche Schärfe in Mund und Rachen, die sich bis in die Nase ausdehnt und auch rasch wieder vergeht; dagegen entwickelt sich die Schärfe der Parakresse langsamer und bleibt auf Mund und Rachen beschränkt, wo sie zunächst ein eigenartiges, kitzelndes und kribbelndes Gefühl und danach eine gewisse Taubheit und Speichelfluss hervorruft. Indios im Amazonasgebiet würzen fade Maniok-Gerichte mit dieser scharfen Pflanze nach. In Europa ist Parakresse als Gewürz noch weitgehend unbekannt..." Quelle:
Gesundheit & Wellness. Ich serviere sie gerne pur, lasse das Zerkauen aber von einem Schluck Sekt oder Champagner begleiten. Sensationelles Mundgefühl!

Wer errät, was das ist?
Lorbeer. Als kleines Pflänzchen gekauft, mittlerweile sicher 60 cm hoch.
Zitronenmelisse.
Mein Dschingis Khan! Richtiger Name Jiaogulan. Jiaogulan ist eine Heilpflanze aus China, genauer gesagt aus der südlichen Bergregion Zentralchinas. Die Bewohner dieser Gegend erreichen ein hohes Alter und werden oftmals an die 100 Jahre alt. Jiaogulan gehört zu ihrer täglichen Nahrung und die Menschen dort nennen das Kraut 'Xiancao', was soviel wie Kraut der Unsterblichkeit bedeutet. Jiaogulan spricht sich Dschiau-gu-lan, vorne mit weichem 'dsch', wie bei Dschingis Khan. Quelle:
http://jiaogulan.gartenrot.com/
Der (ehemals) Kleine entwickelt sich prächtig und rankt uns hier nach und nach alles ein. Die Blätter sehen aus wie, na? :)

Tusch! Seines Zeichens von hohem Adel. Der Nymphenburger Knubbel. Eine Chilisorte mit Chärfegrad acht. Also chön charf. Letzen Sommer fast um diese Zeit von
Bushcook mitgebracht, zog er hier ein. Verbrachte den Winter blätterabschmeißend im Treppenhaus, zögerte dann lange, wächst aber jetzt aufrecht, dicht und mit Blättern von unglaublich dunklem satten Grün. Seit 1 Woche bildet er Knospen aus - yeah! Das Umtopfen in Terrakotta mit guter Erde und der Zugabe von Hornmehl hat ihm sichtbar gut getan.
Französischer Estragon. Der im Gegensatz zum Russischen Estragon nicht frosthart ist! (Notiz für mich: Im Winter reinholen!)
Majoran. Oregano gibts auch. Nicht auf dem Bild.
Rosmarin. Gibts in vielen Ausführungen. Mindestens immer drei am Start. Der Verbrauch ist fast höher, als die Pflanzen nachwachsen können. Rosmarin wächst langsam, blüht fein hellblau, stirbt manchmal ohne Vorwarnung und Erklärung. Im Vordergrund aber Ananassalbei.
Drei unserer jungen Reben.
Die vierte, nur 3 Wochen Vorsprung im Kübel trägt mindestens für 2 Flaschen Wein!
Hier siehst Du ein wenig, wie sie herumwuchert.
Thymian in der Blüte. Zitronentymian gibt es auch, ist aber nicht auf dem Bild. Dieser blüht gelb, wie auch sonst.
Ein riesengroßer Löwenzahn, zu Füßen des Flieders.
Blick aus dem Schlafzimmer.
Blick aus dem Wohnzimmer.
Blick aus dem Arbeitszimmer von oben herunter auf die Dachterrasse. Durchs Dach verdeckt und daher nicht sichtbar Tisch, Stühle, Bank, Pergola.
Auf dem Küchenbalkon die Rubinette.
Die ersten Früchte des Jahres 2012. Es wird eine dürftige Ernte, leider gab es kaum Bienen zur Blütezeit. Derzeit hat der Baum seine zweite Blüte, bildet aber aus diesen keine Äpfelchen mehr.
Das waren drei kleine Töpfchen Neujahres-Klee, den es alljährlich in den Supermärkten gibt. Herausgepflanzt zu Füßen des Apfelbaumes wuchert er uns in diesem Jahr alles ein.
Ansonsten nur weiße Petunien und Männertreu, also auch hier ein festes Farbschema. :)
Brunnenkresse, die in der großen Emaille-Wanne prächtig gedeiht, ihre Blüte war herzallerliebst!
Nicht im Bild: Mojito-Minze, passend im weißen Emaille-Eimer mit blauem Rand. :)
Dann gibt es noch einen Balkon an M.s ehemaligem Zimmer, direkt über dem Küchenbalkon. Da geht nix zurzeit. Außer ein rosefarbener Rhododendron, dessen Blüte aber vorbei ist, und der nun etwas langweilig aussieht. Aber der Blick von dort in den gegenüberliegenden Rheingau ist wunderschön.
Zum Schluß zwei Rätsel:
Was ist auf Bild Nr. 14 und aus welcher dieser vielen Pflanzen habe ich Eis gemacht.
Chef Hansen weiß es und sagt jetzt mal bitte kein Wort! Zu gewinnen gibts nix. :)
Ich wünsche Dir und mir einen wunderbaren Start in die neue Woche!