In eigener Sache

Dieser Blog ist umgezogen und hat jetzt seine eigene URL.
Bitte in Zukunft www.arthurstochterkochtblog.com verwenden, Dankeschön!


31.07.12

An: Integra Presseservice (offener Brief)



Sehr geehrte Damen und Herren, 

am Freitag, den 28.07., der als bisher heißester Tag des Jahres gilt, in der bisher heißesten Woche dieses Sommers, erhielt ich von Ihnen unaufgefordert ein Paket Käse. Nun: Lassen Sie es mich für Sie und andere Agenturen noch einmal höflich formulieren: Ich möchte das nicht. 

Ich mache Ihnen nicht zum Vorwurf, dass Sie mein Buch nicht gelesen haben. Denn dort erzähle ich auf den Seiten 52 bis 54 locker und leicht auf meine zuvorkommende Art von einer Agentur, die in der heißesten Woche des Sommers 2011 ein Käsepaket an  Blogger geschickt hat. Ich berichte davon, welche Ungemach es bereiten kann, wenn man nach einem abgekämpften Tag von der Arbeit nach Hause kommt, um dann eine Benachrichtigung vorzufinden, die einen vielleicht zur Fahrt an die Packstation, zum Klingeln beim Nachbarn, oder aber – wenn es ganz doof läuft – sogar dazu veranlasst, sich einen Tag Urlaub zu nehmen, um eben diese Paketsendung (nochmal: die man selbst nicht bestellt hat!) von der Post abzuholen, die leider natürlich NICHT während der eigenen Arbeitszeiten geöffnet hat. Insofern hatte ich am letzten Freitag fast noch Glück, denn Ihr Paket wurde von wem auch immer angenommen und wartete auf mich vor der Tür meiner Wohnung. Zwar war mein Mann zuhause und schwört bei allem was ihm heilig ist (und sie kennen meinen Mann nicht, das ist 'ne Menge!), dass niemand geklingelt habe. Sei's drum - Sie können ja nichts für Ihre Paketversender. 

In meinem Buch steht in diesem Zusammenhang auch, dass man mir mit einem Blumenkohlabo beim örtlichen Gemüsebauern oder einer Flasche Granato von Foradori eine sehr viel größere Freude machen könnte, als mit in der Hitze zerflossenem Käse, und sei er auch noch so englisch, wie in Ihrem Fall. 
Was da nicht steht, sind folgende Fragen an Sie: Waren Sie und/oder Ihre Mitarbeiter_innen besoffen? Wie kommt man auf eine solch skurille Idee? Was sagt  eigentlich Ihr Auftraggeber zur Art und Weise der Verwendung seines Budgets? Warum sollte ich mich über ungeforderten, in der Hitze zerflossenen Käse freuen? Noch einmal: Ich möchte das nicht!

Mit freundlichem Gruß
Astrid Paul

p. s. Der beigefügte Kühlakku hatte 25°C.



27.07.12

Ein schöner Rücken kann entzücken...



...aber ein schöner Bauch tut es auch. 


Von vorne:
Es ist heiß in Deutschland. Mörderheiß. Für den gestrigen Tag hatte das hessische Dingensministerium eine Hitzewarnung herausgegeben. Alte, Kranke, Kinder und gutaussehende junge Bloggerinnen (Ha!) sollten sich vor körperlichen Anstrengungen im Freien hüten. Vorsichtshalber habe ich (in Rheinland-Pfalz, aber RheinHESSEN lebend) die Warnung auf  "im Haushalt, am Rechner, am Bügelbrett, an der Waschmaschine, am Überall" ausgeweitet. Sicher ist sicher. Und wem ist schon damit gedient, wenn ich bebügelt aber leblos hier herumhänge. Ebend.

Ich finde Wüstenvölker toll. Wenn ich dort Mann sein könnte! Die sind ja doof dort, die Männer. ICH würde die Frauen nicht verhüllen, geht´s noch? Bei den Temperaturen würde ich Bikinis vorschreiben. *hechel* Aber gut, ansonsten finde ich diese langen Gewänder, die nicht auf verschwitzter Haut kleben ganz famos. Die Sache mit den Frauen und deren Rechten haben sie dort nicht begriffen, aber mit der richtigen Bekleidung bei hohen Temperaturen kennen sie sich aus. Noch etwas weiter im Osten (das andere Osten. Das rechts. Hast Du´s?) machen sie es richtig. Alle haben wenig an und dazu essen sie noch scharf. Na also. Geht doch. Schwitz einfach raus, was Dich quält. Chili Dir einen sozusagen. P. und ich fahren in drückender Schwüle zum Thailänder nach Mainz. Die machen ihre Currypasten selbst, bereiten jedes Gericht frisch zu, können Mononatriumglutamat nicht buchstabieren und nicht bis E621 zählen. Wenn wir so ein bis zweimal im Jahr beim hiesigen Chinesen essen vor lauter politisch inkorrekter Entengier und höflich um die Zubereitung "ohne Glutamat, bitte" bitten, dann sehe ich sie immer im Geiste vor mir, die Köche an ihren rauchenden Woks, sich kaputtlachend über die Langnasen an Tisch 23 mit der Bestellung für 2 x 53 mit ein bisschen 7... Und sehe dann die Küche in einem Nebel aus Geschmacksverstärkern versinken...mit gehässigem *har har har* werfen sie eine Handvoll extra hinein, und opfern unser Vertrauen auf dem Altar des Herrn Ikeda...

Weil aber immer nach Mainz fahren doof ist und teuer und umständlich und ich diesen ab_so_lut famosen Blaustahl-Wok habe, der auch auf Induktion die Worscht vom Teller zieht, wie der Mainzer sagt, (wir erinnern uns) koche ich auch gerne selbst asiatisch. Jetzt ist ja das, was außerhalb Asiens als asiatisch bekannt ist, nicht unbedingt das, wovon der herkömmliche Asiate in seinem ganzen Leben schon einmal etwas gehört hätte. Von davon träumen ganz zu schweigen. Vom Chop Suey z. B. behaupten einige, es wäre in San Francisco erfunden worden, aber auch das ist ja wieder etwas völlig anderes...Wenn Amerikaner ein asiatisches Gericht erfinden können, dann darf ja wohl auch ein Australier ein asiatisches Kochbuch schreiben! Bill Granger, kochender Autodidakt (sehr sympatisch!), Weltenbummler, über Jahre in Japan-Lebender, Restaurantbesitzer, (auch in London), TV-Koch, bei den Australiern Kultstatus genießend, hat genau das getan. Nach Bills Küche, das hier bei mir ein Schattendasein führt, weil es etwas zu behäbig und gewöhnlich daherkommt, aber keinesfalls schlecht für den Alltag ist, erschien 2011 im Lieblingsverlag

Nachdem es jetzt sicher seit fast einem Jahr hier tatenlos herumsteht, hat mich der letzte Besuch beim Thailänder wieder daran erinnert. Seitdem koche ich mich in den letzten zwei Wochen mit wachsender Begeisterung von vorne bis hinten durch dieses Buch. Vor dem Asialaden des Vertrauens (Yuan Fa in Wiesbaden mit Dependance in Mainz) rollen sie mir mittlerweile den roten Teppich aus, automatisch bekomme ich die einzige der deutschen Sprache in Ansätzen mächtige Mitarbeiterin der ganzen Firma an die Seite gestellt und gestern konnte doch tatsächlich P. einfach nur den von mir geschriebenen Einkaufszettel im Eingang abgeben und alles wurde ihm freundlich zusammengetragen. Das nenne ich mal hinaufgewokt

Gekocht UND fotografiert (Hallo? Hier leben normale Menschen, wir fotografieren nicht ALLES, was wir essen!) habe ich in den letzten Tagen:
Fleischbällchen mit Tamarinde (im Buch S. 156)

Seeteufel aus dem Pergament mit Kartoffelfächer und Limettenbutter (im Buch S. 85)
und 
Gegrillte Schweinerippchen auf Char Sui Art (im Buch S. 145)
Die Rezepte gibt es hier im Blog nach und nach, mit den Scheinerippchen fange ich an. Und gleich am Anfang geht es auch schon los. Bill Granger spricht von SchweineRIPPCHEN, gibt in der Zutatenliste dann aber SchweineBAUCH an. Jetzt ist das verwendete Teil vom Schwein etwas das Gleiche, sozusagen einmal die Knochen mit ein bisschen was drumherum und das andere mal das Drumherum ohne die Knochen. Richtig ist es sicher nicht, ich vermute  einen Übersetzungsfehler, da es sich bei dem Buch um ein Lizenzprodukt handelt. Was Char Sui bedeutet, erklärt das Buch leider nicht, ich hoffe nur, es heißt nicht soviel wie gesottener Hund, dafür war es nämlich wirklich zu köstlich. 

Gegrillte Schweinerippchen auf Char Sui Art für 4 - 6 Personen
  • 4 Knoblauchzehen, geschält und mit dem stumpfen Messerrücken zerquetscht
  • 125 ml Sojasauce
  • 100 ml Hoisinsauce (s. "nachgeklöppelt")
  • 1 EL Honig
  • 1 EL Sesamöl
  • 1 TL chinesisches Fünf-Gewürze-Pulver (aus der Mühle)
  • 1 EL Sesamöl (helles, das Buch äußert sich da nicht weiter zu)
  • 1 kg Schweinebauch ohne Knochen (vom Schwäbisch-Hällischem)


Alle Zutaten verrühren und den Schweinebauch  dazugeben. Gut darin schwenken. 10 Minuten lang marinieren lassen (das ist Kappes! Am besten über Nacht. In 10 Minuten passiert da gar nichts. Du kannst ca. 1 cm "Durchdringung" mit Marinade in 12 Stunden rechnen, wenn es schneller gehen soll, die Fleischteile am besten infusionieren. Ich habe knapp 6 Stunden mariniert und mehr wäre noch besser gewesen.)

Den Backofen auf 160°C vorheizen Ein tiefes Backblech mit Alufolie auskleiden (ich habe eine Silikonmatte hineingelegt, überhaupt versuche ich, Alufolie zu vermeiden, wo es nur geht), ein Gitter darauf legen und 1 cm Wasser auf das Blech gießen (also einen Zentimeter hoch! *g) Das Schweinefleisch auf dem Gitter platzieren und 1 Stunde garen, alle 15 Minuten mit der Marinade einpinseln. Die Rippchen nach der Hälfte der Garzeit umdrehen. Vor dem Servieren in Stücke teilen. (Ich habe den Schweinebauch bereits beim Marinieren in Stücke geschnitten, das bietet der Marinade mehr Oberfläche und verkürzt natürlich auch die Garzeit. Alles in allem war das Fleisch bei mir ca. 45 Minuten im Ofen, die letzten 5 habe ich mit 300°C den Grill zugeschaltet.) 

Als Beilage gab es Chinakohl mit Ingwer, kurz und knackig durch den Wok geschwenkt.
*Nachgeklöppelt habe ich wie erwähnt die Hoisin-Sauce. Sie war in der rheinhessischen Provinz nicht erhältlich und der rote Teppich vor dem Asiamarkt kann noch so locken, für eine einzige Zutat fahre ich nicht 15 km einfache Strecke. Was also tun? Hoisinsauce besteht traditionell aus Zucker, fermentierten Sojabohnen, Süßkartoffeln, Knoblauch und nochmals Zucker. Viel Zucker. Und E260 (Essigsäure). Hoisinsauce ist schwer, schwarz, klebrig und pikant-süß. Ich habe als Ersatz Pflaumenmus mit dicker dunkler Sojasauce verrührt (während ich für den Rest der Marinade die helle Sojasauce verwendet habe) und war damit sehr zufrieden. Mittlerweile hat zwar für "Notfälle" ein Glas Hoisin-Sauce hier Einzug gehalten, aber wenn sie nicht unbedingt sein muss, würde ich immer wieder auf die beschriebene Variante zurückkommen. 

Das Buch EASY ASIA – einfach asiatisch kochen hält, was es verspricht. Es ist ein einfaches Kochen, das dort beschrieben wird, mit wenigen Zutaten zu gutem Ergebnis kommen ist erklärtes Ziel. 
Foto mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Zur Einführung gibt Bill Granger Tips für die Bevorratung von einigen asiatischen Zutaten, wobei ich ihm beim Dashi-Pulver energisch widerspreche. Er schreibt: Mal im Ernst. Das Leben ist zu kurz, um diese Brühe aus Bonito und Kombu von Grund auf selbst zuzubereiten. Also gut, das gilt jedenfalls für mich. Befolgen Sie den Rat japanischer Hobbyköche und erleichtern Sie sich das Leben, indem Sie lösliches Pulver verwenden. Wenn Du Dir dann aber die Inhaltsstoffe auf einer Dashi-Pulver-Packung durchliest, möchtest Du es wahrscheinlich genausowenig verwenden, wie ich. Dashi Zutaten nach Packungsangabe: Glukose, Geschmacksverstärker (E621, E627, E635), Salz, Fischpulver (Bonito) 10 %, Fischextrakt (Bonito) 10 %, 10 % Hefeextrakt. Ein Rezept zur eigenen Zubereitung bekommst Du also demnächst hier von mir. 
Foto mit freundicher Genehmigung des Verlages
Ansonsten hat mich bisher jedes Rezept aus dem Buch überzeugt. Sie sind frisch und frei von Huldigungen an sogenannte "Vorschriften"; erzählen schon in ihren Beschreibugen von der herrlichen Leichtigkeit des Seins bzw. der asiatisch inspirierten Küche. Bei dem ein oder anderen habe ich Modifizierungen vorgenommen, sei es das Übergrillen der o. g. Rippchen, die keine sind; bei den Hackbällchen würde ich beim nächsten Mal die Hitze reduzieren, Kleinigkeiten. Diese erfährst Du dann demnächst hier im asiatischen Koch-Versuchslabor Deines Vertrauens. :)








23.07.12

An die Blogger


Du bloggst nicht? Und schon gar nicht bei googles blogspot? Dann geh oder bleib, aber ich habe Dich gewarnt, es könnte laaaaaaaangweilig werden heute!

Liebe Blogger, die Ihr blogspot.com nutzt: (Für die "wp"ler habe ich auch noch was...)

Viele von Euch haben noch nicht gemerkt, dass vor einiger Zeit die Sicherheitsabfrage für Kommentare im Blog geändert wurde. Google war da schon immer etwas kryptisch veranlangt, aber jetzt ist es ganz ganz schlimm geworden. Wenn man Glück hat, sieht es derzeit so aus, aber glaubt mir: Es geht auch noch sehr viel unentzifferbarer!
Das Kommentieren in den Blogs macht (mir) so keinen Spaß mehr, es nervt und kostet Zeit. Auch wenn ich als Tip mal so weitergebe, dass die Eingabe eines der captchas reicht. ;) Das habt ihr aber nicht von mir! Der Spamfilter von Blogspot funktioniert ziemlich gut, bei mir fischt er täglich unzählige heraus. Da sich Spam erstaunlicherweise oft in den älteren Postings konzentriert, ist es völlig ausreichend, ein Kommentar-Captcha beispielsweise erst für Postings, älter als 14 Tage oder so zu einzustellen. Und wenn Ihr sowieso eine Kommentarmoderation eingestellt habt - Ihr Lieben, dass ist wie jemand, der seine Hose mit Gürtel UND Hosenträgern sichert. Völlig überflüssig und den Kommentator_innen das Leben erschwerend!

Und an die WP-Blogger eine Bitte: 
WENN ich schon anklicke, dass ich bei weiteren Kommentaren benachrichtigt werden möchte, dann braucht ihr mir dafür nicht nochmal extra eine Mail schicken, in der ich genau DAS noch einmal gefragt werde, samt Link mit neuem Tab, in dem ich bestätigen muss, dass ich diese Benachrichtigung möchte. Ich weiß durch unzählige wp-Blogs, dass das auch ganz geschmeidig ohne diesen Sermon geht. 

Puh! Danke!



16.07.12

Tarte Tatin "Surprise" von Yotam Ottolenghi



Heute mal wieder ein Rezept aus einem der unter deutschen Foodbloggern kontroverst diskutierten Kochbücher in 2011. Aber ich kann bei jedem weiteren nachgekochten Rezept aus diesem Buch nur immer wieder gebetsmühlenartig daherdeklinieren don't jugde a book by its cover! Und im Gegensatz zu dem von mir nie besprochenen, sondern direkt an den Verlag zurückgemeldeten Buch "Meta Kocht", stinkt der wattierte Einband von Ottolenghis Genussvoll vegetrarisch (im Original Plenty) wenigstens nicht.

Eigentlich war mein Ziel, als nächstes ein Gericht aus diesem Buch nachzukochen, welches im selbigen nicht durch ein Photo geadelt wurde. Frau Neudecker kann ohne Bildvorgabe kaum kochen - behauptet sie jedenfalls immer, um dann doch das Gegenteil zu beweisen. Vielleicht schreibt sie aber auch nur so humorig, dass es einem am Ende ganz egal ist, ob sie jetzt eigentlich noch etwas Essbares fabriziert hat, oder nicht. Das liegt sicher auch an ihrem Mann, Gero von Randow, der eines meiner liebste Genussbücher geschrieben hat:  Schon haufenfach verschenkt und immer wieder selbst zur Hand genommen und niemals mehr habe ich seitdem mein Sauerkraut anders gemacht! Genießen: Eine Ausschweifung Wenn Du neben dem Kochen auch noch Zeit für mathematische Phänomene hast, erklärt er Dir en passant auch noch Das Ziegenproblem: Denken in Wahrscheinlichkeiten.Wenn das nicht gelingt, kannst Du am Ende immer noch eine Ziege kulinarisch verarbeiten, aber ich schweife mal wieder ab...

Also Frau Neudecker braucht Bilder. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob bei ihr alles oder nichts wirklich am nicht vorhandenen Photo liegt. Das von ihr nachgekochte Rezept für Weißkohlpäckchen hat mich persönlich von Anfang an nicht angemacht; ich mag es einfach nicht, Nudeln mit Reis zu mischen, das ist für mich völlig örgs. Aber Geschmäcker sind verschieden. Diese Tarte wiederum war mal wieder ein echtes vegetarisches highlight in der hiesigen Alltagsküche! Kein Wo ist das Fleisch kam über den gegenüberliegenden Teller gehaucht, nur wohlige Seufzer und glücklich Blicke. Also es gibt zwar im Buch ein Bild, aber hier ist meins.
Wohl drei bis viermal habe ich über das Bild im Buch (S. 23), das dem obigen übrigens sehr ähnlich ist, hinweggeblättert, in der tiefen Überzeugung, es würde sich um eine Tarte mit Möhren handeln, so herrlich orange kommt sie daher. Aber es sind lediglich aufs Köstlichste karamellisierte kleine Kartoffeln, die hier so genüsslich hervorleuchten. Ich habe mich eng an das Rezept gehalten, nur dass ich zur Herstellung des Karamells Ziegenbutter verwendet habe, was ich hiermit nachdrücklich weiterempfehle! Ich gebe das Rezept im Orignial wieder, weise aber ebenfalls mit Nachdruck darauf hin, dass die angegebenen Mengen auf gar keinen Fall für 4 Personen ausreichend sind. Erfahrungsgemäß kommt man bei den Ottolenghi-Rezepten ganz gut hin, wenn man die Personenzahl halbiert oder die Mengen verdoppelt. Wobei mein Verdacht eh in die Richtung geht, dass er alle diese Gerichte eher als Beilagen zu einem ordentlichen Steak rechnet.

Tarte Tatin Surprise

Für 4 Personen
  • 200 g Kirschtomaten
  • 2 El Olivenöl, plus mehr zum Beträufeln der Tomaten und zum Einfetten der Backform
  • Salz und schwarzen Pfeffer
  • 500 g kleine Kartoffeln (ungeschält)
  • 1 große Zwiebel in dünne Scheiben geschnitten
  • 40 g Zucker
  • 10 g Butter (Ziegenbutter)
  • 3 Zweige Oregano
  • 150 g Ziegenhartkäse in Scheiben
  • 1 Stück fertig ausgerollter Blätterteig von etwa 25 cm Durchmesser
Den Backofen auf 130°C vorheizen. Die Tomaten halbieren und mit der Schnittseite nach oben auf ein Backblech setzen. Mit etwas Olivenöl beträufeln und mit Salz und Pfeffer bestreuen. Im Backofen 45 Minuten trocknen lassen.

In der Zwischenzeit die Kartoffeln 25 Minuten in kochendem Salzwasser garen, abgießen und abkühlen lassen Von den Kartoffeln an beiden Enden ein kleines Stück abschneiden, den Rest in 2 cm dicke Scheiben schneiden.

Die Zwiebelscheiben mit etwas Salz etwa 10 Minuten in dem Öl goldbraun braten.

Sobald der Belag vorbereitet ist, eine Backform von 22 cm Durchmesser mit Öl einpinseln und mit Backpapier auslegen. In einem kleinen Topf den Zucker mit der Butter bei hoher Temperatur erhitzen, dabei mit eine Kochlöffel ständig rühren, bis ein nicht zu dunkler Karamell entsteht. Den Karamell vorsichtig in die Backform gießen und die Form so kippen, dass sich der Karamell gleichmäßig auf dem Boden verteilt. Die Oreganoblättchen von den Zweigen streifen, zerzupfen und auf den Karamell streuen.

Die Kartoffelscheiben dicht an dicht in den Karamell setzen. Zwiebel und Tomaten behutsam in die Lücken stecken und alles großzügig mit Salz und Pfeffer würzen. Die Ziegenkäsescheiben gleichmäßig auf den Kartoffeln verteilen. Den Blätterteig auf die Tartefüllung legen und den Teigrand vorsichtig zwischen Backform und Füllung stecken. (Nach diesem Schritt kann die Tarte für 24 Stunden im Kühlschrank aufbewahrt werden.)

Den Backofen auf 200°C vorheizen. Die Tarte 25 Minuten backen, dann die Temperatur auf 180°C senken und den Kuchen weitere 15 Minuten backen, bis der Teig knusprig ist. Aus dem Ofen nehmen und 2 Minuten ruhen lassen.

Einen umgedrehten Teller fest auf die Backform drücken und beides zusammen vorsichtig, aber energisch (was mir an dieser Stelle besonders gut gefällt) wenden, dann die Backform anheben und entfernen. Die Tarte Tatin heiß oder warm servieren. 


Weitere Ottolenghi-Rezepte hier im Blog: (Klick auf die Bildunterschrift führt zum Rezept)

Zitronen-Auberginen-Risotto. Hinweis für Frau Neudecker: Im Buch ohne Bild!  :)
Auberginen in Buttermilchsauce
Pilz-Käse-Lasagne 
Vegetarisch, Yeah! Hier! Yeah! Geht doch!

Affilate-Links zu den erwähnten Büchern:












13.07.12

Mein erstes Ma(h)l


Blog-Event LXXIX - Das erste Ma(h)l (Einsendeschluss 15. Juli 2012)

das, was zu Beginn so unverfänglich einfach klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als echte Herausforderung. Vom ersten Ma(h) möchtest Du wissen. Es gibt ein paar erste Male ohne h, von denen könnte ich Dir erzählen. Mein erstes Paar Spangenschuhe, die ich so geliebt habe in ihrem verblassten Hellrosa. Meine erste Zigarette, die ich, genau wie den ersten Kuss, von einem Adventistenjungen auf einer adventistisch organisierten Freizeit bekam. Da soll noch mal einer sagen, Religion schütze vor irgendwas. Die Jungs waren übrigens zwei verschiedene, nur dass Du es weißt, Arthur! :) Der erste Joint, geraucht im umgebauten VW-Bus, direkt vor unserer Haustür damals, gereicht von einem - klar - Adventistenjungen. Mein erstes Alkoholgelage, ganz unchristlich auf dem Internat - noch so ein Hort des Beschützseins sollte man meinen - es gab Rum mit Cola und dann war die Cola leer und es gab Rum. In den rührten wir Zucker, damit er besser schmeckte, er wirkte auch besser! Im Anschluß daran bemalten wir den Gang mit Seyfried-Comics in Lebensgröße. Die Schuldigen wurden nie gefunden, der Vorfall ist verjährt, die Schule übernahm die Renovierungskosten.

Meine erste Flasche Wein habe ich bereits vor Jahren literarisch verarbeitet; damals noch Mitglied  bei Chefkoch habe ich sie erzählt, die Geschichte, in der ich mit nicht viel mehr als einem Stringtanga bekleidet mitten in Wiesbaden auf der Schwalbacher Straße in die Kanalisation stieg. Zur Belustigung vieler Zuschauer und später der Leserscharen. Die ein oder der andere mag sich daran erinnern... Von vielen ersten kulinarischen Malen berichte ich in meinem Buch, also auch die schon erzählt und überwunden. Und nun, liebe Nata? Was soll ich Dir berichten?

Die Saucen sind gekocht, die Fische entschuppt, die Flaschen getrunken und der Geschichten alle erzählt. Ich könnte eine ganz ganz große Ausnahme machen und Dir etwas vorstellen, das ich kürzlich für einen Auftrag zubereitet, bzw. zur Probe gekocht habe. Eine Ausnahme deswegen, weil ich Berufliches und Privates nicht vermische und weder Menschen noch Photos von einem in das andere hole. Hier im Blog stets nur private Alltagsküche. Also gibt es hier und heute nur Bilder vom Probekochen und nicht vom Event an sich. Ich kann aber soviel verraten, dass die Dinger sich bei mir und meinen Gästen zum "hotseller" entwickelt haben und ich jetzt ständig vor mich oder die anderen hinburger...

Mini-Spieß-Burger


 Das Rezept für ca. 16 kleine Burger:

  • 4 - 5 Tomaten
  • 1 kleine Salatgurke
  • 1 Kopf Salat (Kopfsalat oder Eisberg)
  • 3 kleine Zwiebeln
  • 100 ml Milch
  • 1 altbackenes Brötchen (bei mir stets Toast, bzw. Weißbrot ohne Rinde)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1/2 halbe frische Chilischote
  • 2 Stängel glatte Petersilie
  • 2 EL Butter
  • 400 gem. Hackfleisch
  • 1 Ei
  • 1 TL Senf
  • Salz und Pfeffer
  • 80 g Butterschmalz
  • 1 Eiweiß
  • 8 Sandwichbrotscheiben (Tramezzini
  • Ca. 4 EL weiße Sesamsaat
  • 100 g Mayonnaise
  1.  Die Tomaten und die Gurke waschen und in Scheiben scheiden. Gurkenscheiben nochmals halbieren. Salat putzen, waschen, trocken tupfen oder schleudern. Blätter klein zupfen. 2 Zwiebeln schälen und in möglichst dünne Ringe schneiden. 
  2. Aus Hackfleisch, Ei, dem in Milch eingeweichtem Tramezzini und den Gewürzen eine Masse kneten und daraus kleine, platte Frikadellen braten. 
  3. Das Eiweiß verquirlen. Aus jeder Brotscheibe mit einem Metallring je 4 kleine Kreise ausstechen. Die Hälfte mit Eiweiß bestreichen, mit Sesam bestreuen und im Butterschmalz in einer Pfanne goldbraun anbraten (im Backofen auf Backpapier knusprig Farbe nehmen lassen)
  4. Die Brotscheiben ohne Sesam mit der gebräunten Seite auf die Arbeitsfläche legen. Auf die helle Seite jeweils etwas Mayonnaise streichen. Darauf jeweils etwas Salat, je1 Tomaten- und Gurkenscheibe, wie einige Zwiebelringe legen. die gebratenen Frikadellen daraufsetzen und alles mit der Sesam-Brotscheibe belegen. Jeden Mini-Burger mit einem kleinen Holzspieß durchbohren, damit er zusammenhält. 


Das Rezept ist entnommen dem Buch 



Einfach Beeindruckend von Andras Neubauer
Erschienen bei GU
ISBN 978-3-8338-1735-9
€ 16,99
Für mich perfekter Ideengeber für bodenständige, schnelle und gleichzeitig schöne Kleinigkeiten!

Meine liebe Nata, ich hoffe sehr, dass Du hier einige erste Ma(h)le erfahren hast! Vielleicht könntest Du mal nachsehen, wann ich das erste Mal bei Dir kommentiert habe? Das interessiert mich ja jetzt wirklich. Und als nächstes erstes Mal gibt´s bei mir doppelt frittierte Pommes nach Nata, was sagst Du dazu?

Herzlichst, Deine Astrid


09.07.12

Mir wächst'n Eis. Oder auch "Des Rätsels Lösung"


Ich hab's ja versprochen, im heutigen Beitrag kommen der Rätsels Lösungen. Aber ich muss doch ganz schnell noch etwas nachtragen; es hat nämlich Beschwerden gegeben. Der Ysop fühlt sich zurückgesetzt und die Olivenbäumchen auch. Und die Erdbeere! Die hat mir echt die Hölle heiß gemacht in den letzten Tagen. *seufz* Lauter Sensibelchen hier... P. übrigens auch, das ist nämlich seine. Ich darf sie gießen, pflegen etc. und aufgrund seiner Allergie auch die Früchte essen, bzw. die Nüsse. Die Nüsse? Ja, Erdbeeren sind KEINE BEEREN! Strenggenommen sind Erdbeeren Sammelnussfrüchte. So wie Brombeeren und Himbeeren Sammelsteinfrüchte sind. Aber das ist ja wieder was völlig anderes und das hier ist alles, aber sicher kein Botanikblog. 

Also darf ich vorstellen?
Ysop, seines Zeichens mit leichter Schärfe, frischem Tabakanflug am Gaumen; er ersetzt mir das Bohnenkraut, das ich häufig als langweilig empfinde. 

Olive. Zwei kleine Bäumchen, die auch immer brav Früchte ausbilden nach der Blüte, leider reifen die Oliven in diesem Klima nicht aus. Noch ein paar Jährchen vielleicht, und die Klimaverschiebung tut ihr übriges. Die Weine werden schließlich auch von Jahr zu Jahr fetter...
Und die Erdbeere. Lang rankend, wunderbar süß! Mindestens 6 Früchte getragen in diesem Sommer! :)
Für den Nymphenburger Knubbel kann ich ein update vermelden, er hat die Blüten geöffnet. Wunderbar weiß, in die Spitzen ins Lila verlaufend. Ich halte alles fest in Bild und Ton und werde zur Ernte berichten. Auf dem Dachboden hängen 5 Schoten Chili Pepper zum Trocknen, auch davon werde ich noch berichten. Dass ich mal einen Chili-Post plane, hätte ich mir niemals träumen lassen! Ein Update hat es auch im letzten Beitrag gegeben, Suse von Hundertachtizggrad° und Britta von Kamafoodra wurden nachgetragen, die beide ebenfalls wunderbare Blicke in in ihre Kübel gewähren. Wenn es noch mehr werden, fasse ich noch einmal alle in einem extra Beitrag zusammen.

Aber genug vorangestellt, Du willst jetzt wissen, was los war, oder? Da wäre als erstes die Pflanze. Du erinnerst Dich? 

Vorgeschlagen wurden Kichererbse, Chilikraut, Pimpinelle, Puylinsen, Weinraute, Zitronenverbene und immer und immer wieder Pimpinelle. Und es ist: Traaahraaaahhhhh und Tusch, Herr Kapellmeister:



KICHERERBSE!
Die, so am Rande bemerkt, dringend in einen größeren Topf muss in den nächsten Tagen. Somit war Heike am schnellsten mit der richtigen Lösung zur Hand! 

Jetzt zum Eis. Am häufigsten wurde auf Lavendeleis getippt. Das gibt es aber schon im Blog (Rezept hier), ich habe damit sogar meine tolle Eismaschine von Cortina eingeweiht, die ich genau heute vor einem Jahr von so vielen tollen Menschen samt Eis-Rezepte-Buch geschenkt bekommen habe. Und jetzt wo hier noch der Paco Jet steht, komme ich aus dem Eisen und Sorbetisieren eh nicht mehr raus. Weißt Du noch, was das hier ist?
Ananas-Salbei
Noch'n Tusch! Ananas-Salbei!
Und während ich aus Ananas selbst lieber ein Sorbet zimmere, hat der Ananassalbei das Zeug zur süchtig machenden cremigen Sommer-Verführung. Perfekt zur gegrillen Ananas (kein Photo), basierend auf dem Rezept für das legendäre Basilikumeis. Es reicht völlig, das Basilikum gegen den Salbei zu tauschen.
  • 25 g Blätter vom Ananas-Salbei oder ca. 3 Hand voll
  • 150 g Zucker
  • 500 ml Sahne
  • 250 ml Milch
  • 5 große Eigelb (Ich habe 6 Größe M verwendet)
  • Die fein geriebene Schale einer Zitrone
  • 1 Prise Salz
Die Salbeiblätter, Zucker und 250 ml der Sahne im Mixer oder mit einem Pürierstab so fein wie möglich zerkleinern. Dabei muss man allerdings aufpassen, dass man die Sahne nicht schon steif schlägt, also besser mit kleinen Umdrehungen starten. (Ich habe anders als angegeben, den Salbei in etwas Milch zerkleinert, dann besteht die Gefahr des frühzeitigen Steifwerdens der Sahne nicht!) Die Hälfte dieser Masse zusammen mit der restlichen Sahne in eine Schüssel füllen. (Ich habe die Hälfte durch ein kleines Sieb laufen lassen, damit ich nur ein paar Blattstückchen als Einsprengsel im fertigen Eis hatte).

Die andere Hälfte der Salbeimmasse mit der Milch und dem Salz in einem Topf erwärmen. Eigelbe schaumig schlagen und die warme Basilikummasse langsam zu den Eigelb geben. Dabei weiterschlagen. Die warme Eimasse nun wieder zurück in den Topf füllen, die Zitronenschale dazugeben und vorsichtig auf 77 - 79 Grad erhitzen. Dabei ständig rühren und großzügig über den Topfboden fahren.

Durch ein Sieb (um die Zitronenschale heraus zu filtern) zu der übrigen Salbeimasse aus dem ersten Schritt geben, zügig abkühlen lassen und über Nacht im Kühlschrank durchkühlen lassen. Dann in der Eismaschine frieren.
Eis vom Ananassalbei, Arthurs Tochter Kocht
Und wenn man das unendliche Glück hat wie ich, noch Tage später für die Tochter durch den Paco Jet jagen. Dann schnell ein Foto machen, bevor alles in der genussvollen Versenkung entschwindet. Für ein Foto mit gebratener Ananas, einer Mandelhippe, vielleicht einem Klecks Crème Fraîche, ein paar frischen Salbeiblättern gar, ist da nun wirklich keine Zeit mehr!

Ich wünsche Dir einen tollen Start in die neue Woche und bereite Dich schon einmal leise auf einen ganzen Sack voll toller Geschenke vor, die Dich hier im nächsten Beitrag erwarten. Du hast es verdient, ihr alle habt das! Danke, dass ihr da draußen seid und dass es Euch gibt!





08.07.12

Ganz schön teuer: The Amazing Spider-Man


Puhhh, ich bin bekennender Kino-Fan. Leider fehlt viel Zeit aber die Leidenschaft ist ungebrochen, wie Du vielen meiner Beiträge entnehmen kannst. Aber heute dachte ich mir so, da fehlt doch sicher nicht nur Zeit, sondern oft auch das Geld. Wir waren zu dritt im Kino. CineStar Mainz.
The Amazing Spider-Man. 
3D. 
3 Personen. 
Nachmittagsvorstellung. 
€ 44,00
Hallo? Geht's noch? Who in the hell soll das bezahlen? € 13,00 pro Karte. € 1,00 pro Brille. € 2,00 fürs kinoeigene Parkhaus. Wie macht das eine Familie mit 3 Kindern, so wie wir früher eine waren? Dafür dreckige Toiletten, unfreundliche Mitarbeiter; also alles so, wie man es so gerne hat. 

Ach ja. Der Film. Nettes Popcorn-Kino. Ohne Popcorn, wir waren pleite. Dafür mit Rhys Ifans, den ich liebe seit Notting Hill, Martin Sheen (eh immer großartig) und einer selbst in so kleinen Rollen stets nölig auftretenden Sally Field. Dafür gab es mit Andrew Garfield einen mir bis dato völlig unbekannten Hauptdarsteller. Der Spiderman für die Justin-Bieber-Generation. Wuschelkopf, schlaksig, linkisch, hübsch. Ich steh da mehr auf Männer wie den Polizeichef, völlig unter seinen Möglichkeiten gespielt von Dennis Leary. Dafür waren die Trailer von Batman The Dark Knight Rises


und Prometheus wieder großartig.





02.07.12

Blühendes Leben!



Manchmal ist das Wiederkommen schwerer als das Weggehen; das merke ich gerade in diesen Tagen. Fast war es einfacher (nur fast, wirklich!), den letzten Post zu schreiben, als jetzt diesen. Wie soll ich hier weitermachen, nach dieser Fülle von Herzensbekundungen? Auch noch einmal an dieser Stelle sei mein großer Dank in die Worte gefasst, die mir noch bleiben – ein großer Teil fehlt. Ich sehe staunend mit eigentümlichem Gefühl voller Wärme im Körper vor mehr als 60 Kommentaren, die so liebevoll und aufbauend, so voller Sorge und Ermutigung sind. Dazu kommen eine große Anzahl von Mails und Päckchen mit aufbauenden, teils sprudelnden Inhalten, die als reale Kraftpakete hier eingetroffen sind. Beschwingt und frei nach dem Motto Alkohol löst zwar keine Probleme, aber das tut Milch ja auch nicht

In den nächsten Tagen werde ich viel aufarbeiten. Da sind eine Menge Menschen, die schon lange auf mich warten, und so viele sind in den letzten Tagen hinzu gekommen. Ich arbeite mich von hinten nach vorne durch, jeder kommt dran, aber es geht nicht alles gleichzeitig. Meine Kräfte sind begrenzt, ich muss und möchte haushalten mit mir. Aber wenn doch jetzt das Hindernis des Wiederkommens bewältigt ist, dann ist es wohl am besten, ich bleibe da und mache einfach weiter. Nicht wie vorher – es wird sich so einiges ändern; im Leben wie im Blog. Im letzteren wahrscheinlich nicht so offensichtlich, aber sicher spürbar – für den, der spüren will.

Für den Wiedereinstieg in die (Blogger-)Normalität zeige ich Dir heute, was hier bei mir so wächst derzeit. Das Hegen und Pflegen, das Pflanzen und Gießen, das Pflücken und Essen bereitet mir eine solche Lust und Befriedigung, jedes Kraut umwirbt meine Nase, jeder Sonnenstrahl auf der Terrasse streichelt mir die Seele. Das tut so gut! Bei einigen anderen gab es in den letzten Wochen schon Einblicke, ich habe ja manchmal Blogs gelesen, nicht immer den Reader mit 800 ungelesenen Einträgen einfach weggelöscht, nicht alles ist spurlos an mir vorbeigegangen im Netz, dem ich über einen Monat nur so spärliche Besuche abgestattet habe.

Wenn ich richtig erinnere, dann hat Eline im Küchentanz hier berichtet, die Turbohausfrau dort, Peggy sucht stets das ganze Jahr und wer hat und hier jetzt fehlt, der gebe mir bitte Bescheid und wird dann schnellstens eingefügt.

Hiermit nachgetragen:
Britta von Kamafoodra
Suse von Hundertachtziggrad°

Vielleicht hat ja noch die ein oder der andere Lust, uns allen einen Blick in Töpfe und Kübel zu gönnen, dann können wir eine feine kleine Blogger-Küchenbalkon- und Terrassenkräuter-Show veranstalten. Hier kommen einige von den meinen: 
Ringelblumen, so fein gelb strahlend. Heilend für die Haut, färbend für Butter und Eis. Die jungen Blätter schmecken lecker im Salat.
Meine Schokoladenblumen, herrlich duftend. Ich arbeite bereits an meiner ersten Zartbitter-Plantage und werde dann groß ins Tafelgeschäft einsteigen...
Gefülltes Kapkörbchen. Blume, nicht Kraut. Einen neue Züchtung, die die Kelche bei Regen nicht schließt. Die Ärmste. Dafür gerade in diesem Sommer (*hust*) stets schön anzusehen. Bereits in ihrer zweiten Blüte. Wun_der_schön!
Oleander. Steht bei uns in ehemals riesengroß, erfroren und heruntergestutzt, in mittel und in klein. 

Lavendel. Hier auf dem Bild als Gewürzstämmchen, es gibt ihn auch bei uns noch als Schopflavendel; dieser bildet gerade nach der ersten Blüte und dem Rückschnitt die neuen Knospen aus. Ich denke, Ende dieser Woche ist er soweit. 
Kapuzinerkresse überall. Entgegen meiner Anweisung blüht sie viel in Rot-Orange und Gelb, also genau die Farben, die es bei mir eigentlich nicht gibt. 
Ein Blick auf einen der Blauregen, der uns fast die Tür zum Schlafzimmer zuwuchert.
Koriander in der Blüte.
Thaibasilikum in der Blüte.
Wasabi-Rucola in der Blüte.
Robustes Freilandbasilikum in der Blüte. Köstlich und kräftig im Geschmack, ganz anders als seine Hybriden-Verwandten aus dem Supermarkt. Denen btw. ein Aufenhalt im Freiland (keine pralle Sonne über den ganzen Tag, regelmäßiges, aber maßvolles Gießen) sehr gut tut. Sie entwickeln dann binnen 2 Wochen einen kräftigeren Geschmack. 
Der Knüller! Parakresse! Wissenschaftlicher Name Spilanthes oleracea. "Parakresse (nach der nordbrasilianischen Provinz Para wie Paranuss) ist ein be­liebtes Salatgemüse in Südamerika. Die Parakresse hat mit den anderen Kressen nur den Namen gemein - sie ist scharf auf andere Art. Die flüchtigen Isothiocyanate der gewöhnlichen Kressen be­wirken eine rasche Schärfe in Mund und Rachen, die sich bis in die Nase aus­dehnt und auch rasch wieder vergeht; dagegen entwickelt sich die Schärfe der Parakresse langsamer und bleibt auf Mund und Rachen beschränkt, wo sie zunächst ein eigenartiges, kitzelndes und kribbelndes Ge­fühl und danach eine gewisse Taubheit und Speichelfluss hervorruft. Indios im Amazonasgebiet würzen fade Maniok-Gerichte mit dieser scharfen Pflanze nach. In Europa ist Parakresse als Gewürz noch weitgehend unbekannt..." Quelle: Gesundheit & Wellness. Ich serviere sie gerne pur, lasse das Zerkauen aber von einem Schluck Sekt oder Champagner begleiten. Sensationelles Mundgefühl! 
Wer errät, was das ist?

Lorbeer. Als kleines Pflänzchen gekauft, mittlerweile sicher 60 cm hoch. 
Zitronenmelisse.
Mein Dschingis Khan! Richtiger Name Jiaogulan. Jiaogulan ist eine Heilpflanze aus China, genauer gesagt aus der südlichen Bergregion Zentralchinas. Die Bewohner dieser Gegend erreichen ein hohes Alter und werden oftmals an die 100 Jahre alt. Jiaogulan gehört zu ihrer täglichen Nahrung und die Menschen dort nennen das Kraut 'Xiancao', was soviel wie Kraut der Unsterblichkeit bedeutet. Jiaogulan spricht sich Dschiau-gu-lan, vorne mit weichem 'dsch', wie bei Dschingis Khan. Quelle: http://jiaogulan.gartenrot.com/
Der (ehemals) Kleine entwickelt sich prächtig und rankt uns hier nach und nach alles ein. Die Blätter sehen aus wie, na? :)
Tusch! Seines Zeichens von hohem Adel. Der Nymphenburger Knubbel. Eine Chilisorte mit Chärfegrad acht. Also chön charf. Letzen Sommer fast um diese Zeit von Bushcook mitgebracht, zog er hier ein. Verbrachte den Winter blätterabschmeißend im Treppenhaus, zögerte dann lange, wächst aber jetzt aufrecht, dicht und mit Blättern von unglaublich dunklem satten Grün. Seit 1 Woche bildet er Knospen aus - yeah! Das Umtopfen in Terrakotta mit guter Erde und der Zugabe von Hornmehl hat ihm sichtbar gut getan. 

Französischer Estragon. Der im Gegensatz zum Russischen Estragon nicht frosthart ist! (Notiz für mich: Im Winter reinholen!)
Majoran. Oregano gibts auch. Nicht auf dem Bild.
Rosmarin. Gibts in vielen Ausführungen. Mindestens immer drei am Start. Der Verbrauch ist fast höher, als die Pflanzen nachwachsen können. Rosmarin wächst langsam, blüht fein hellblau, stirbt manchmal ohne Vorwarnung und Erklärung. Im Vordergrund aber Ananassalbei.
Drei unserer jungen Reben.
Die vierte, nur 3 Wochen Vorsprung im Kübel trägt mindestens für 2 Flaschen Wein!
Hier siehst Du ein wenig, wie sie herumwuchert.
Thymian in der Blüte. Zitronentymian gibt es auch, ist aber nicht auf dem Bild. Dieser blüht gelb, wie auch sonst. 
Ein riesengroßer Löwenzahn, zu Füßen des Flieders.
Blick aus dem Schlafzimmer.
Blick aus dem Wohnzimmer.
Blick aus dem Arbeitszimmer von oben herunter auf die Dachterrasse. Durchs Dach verdeckt und daher nicht sichtbar Tisch, Stühle, Bank, Pergola. 
Auf dem Küchenbalkon die Rubinette.
Die ersten Früchte des Jahres 2012. Es wird eine dürftige Ernte, leider gab es kaum Bienen zur Blütezeit. Derzeit hat der Baum seine zweite Blüte, bildet aber aus diesen keine Äpfelchen mehr. 
Das waren drei kleine Töpfchen Neujahres-Klee, den es alljährlich in den Supermärkten gibt. Herausgepflanzt zu Füßen des Apfelbaumes wuchert er uns in diesem Jahr alles ein.

Ansonsten nur weiße Petunien und Männertreu, also auch hier ein festes Farbschema. :) 
Brunnenkresse, die in der großen Emaille-Wanne prächtig gedeiht, ihre Blüte war herzallerliebst!
Nicht im Bild: Mojito-Minze, passend im weißen Emaille-Eimer mit blauem Rand. :)
Dann gibt es noch einen Balkon an M.s ehemaligem Zimmer, direkt über dem Küchenbalkon. Da geht nix zurzeit. Außer ein rosefarbener Rhododendron, dessen Blüte aber vorbei ist, und der nun etwas langweilig aussieht. Aber der Blick von dort in den gegenüberliegenden Rheingau ist wunderschön.

Zum Schluß zwei Rätsel:
Was ist auf Bild Nr. 14 und aus welcher dieser vielen Pflanzen habe ich Eis gemacht. Chef Hansen weiß es und sagt jetzt mal bitte kein Wort! Zu gewinnen gibts nix. :)

Ich wünsche Dir und mir einen wunderbaren Start in die neue Woche!