Mein erstes Ma(h)l


Blog-Event LXXIX - Das erste Ma(h)l (Einsendeschluss 15. Juli 2012)

das, was zu Beginn so unverfänglich einfach klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als echte Herausforderung. Vom ersten Ma(h) möchtest Du wissen. Es gibt ein paar erste Male ohne h, von denen könnte ich Dir erzählen. Mein erstes Paar Spangenschuhe, die ich so geliebt habe in ihrem verblassten Hellrosa. Meine erste Zigarette, die ich, genau wie den ersten Kuss, von einem Adventistenjungen auf einer adventistisch organisierten Freizeit bekam. Da soll noch mal einer sagen, Religion schütze vor irgendwas. Die Jungs waren übrigens zwei verschiedene, nur dass Du es weißt, Arthur! :) Der erste Joint, geraucht im umgebauten VW-Bus, direkt vor unserer Haustür damals, gereicht von einem - klar - Adventistenjungen. Mein erstes Alkoholgelage, ganz unchristlich auf dem Internat - noch so ein Hort des Beschützseins sollte man meinen - es gab Rum mit Cola und dann war die Cola leer und es gab Rum. In den rührten wir Zucker, damit er besser schmeckte, er wirkte auch besser! Im Anschluß daran bemalten wir den Gang mit Seyfried-Comics in Lebensgröße. Die Schuldigen wurden nie gefunden, der Vorfall ist verjährt, die Schule übernahm die Renovierungskosten.

Meine erste Flasche Wein habe ich bereits vor Jahren literarisch verarbeitet; damals noch Mitglied  bei Chefkoch habe ich sie erzählt, die Geschichte, in der ich mit nicht viel mehr als einem Stringtanga bekleidet mitten in Wiesbaden auf der Schwalbacher Straße in die Kanalisation stieg. Zur Belustigung vieler Zuschauer und später der Leserscharen. Die ein oder der andere mag sich daran erinnern... Von vielen ersten kulinarischen Malen berichte ich in meinem Buch, also auch die schon erzählt und überwunden. Und nun, liebe Nata? Was soll ich Dir berichten?

Die Saucen sind gekocht, die Fische entschuppt, die Flaschen getrunken und der Geschichten alle erzählt. Ich könnte eine ganz ganz große Ausnahme machen und Dir etwas vorstellen, das ich kürzlich für einen Auftrag zubereitet, bzw. zur Probe gekocht habe. Eine Ausnahme deswegen, weil ich Berufliches und Privates nicht vermische und weder Menschen noch Photos von einem in das andere hole. Hier im Blog stets nur private Alltagsküche. Also gibt es hier und heute nur Bilder vom Probekochen und nicht vom Event an sich. Ich kann aber soviel verraten, dass die Dinger sich bei mir und meinen Gästen zum "hotseller" entwickelt haben und ich jetzt ständig vor mich oder die anderen hinburger...

Mini-Spieß-Burger


 Das Rezept für ca. 16 kleine Burger:

  • 4 - 5 Tomaten
  • 1 kleine Salatgurke
  • 1 Kopf Salat (Kopfsalat oder Eisberg)
  • 3 kleine Zwiebeln
  • 100 ml Milch
  • 1 altbackenes Brötchen (bei mir stets Toast, bzw. Weißbrot ohne Rinde)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1/2 halbe frische Chilischote
  • 2 Stängel glatte Petersilie
  • 2 EL Butter
  • 400 gem. Hackfleisch
  • 1 Ei
  • 1 TL Senf
  • Salz und Pfeffer
  • 80 g Butterschmalz
  • 1 Eiweiß
  • 8 Sandwichbrotscheiben (Tramezzini
  • Ca. 4 EL weiße Sesamsaat
  • 100 g Mayonnaise
  1.  Die Tomaten und die Gurke waschen und in Scheiben scheiden. Gurkenscheiben nochmals halbieren. Salat putzen, waschen, trocken tupfen oder schleudern. Blätter klein zupfen. 2 Zwiebeln schälen und in möglichst dünne Ringe schneiden. 
  2. Aus Hackfleisch, Ei, dem in Milch eingeweichtem Tramezzini und den Gewürzen eine Masse kneten und daraus kleine, platte Frikadellen braten. 
  3. Das Eiweiß verquirlen. Aus jeder Brotscheibe mit einem Metallring je 4 kleine Kreise ausstechen. Die Hälfte mit Eiweiß bestreichen, mit Sesam bestreuen und im Butterschmalz in einer Pfanne goldbraun anbraten (im Backofen auf Backpapier knusprig Farbe nehmen lassen)
  4. Die Brotscheiben ohne Sesam mit der gebräunten Seite auf die Arbeitsfläche legen. Auf die helle Seite jeweils etwas Mayonnaise streichen. Darauf jeweils etwas Salat, je1 Tomaten- und Gurkenscheibe, wie einige Zwiebelringe legen. die gebratenen Frikadellen daraufsetzen und alles mit der Sesam-Brotscheibe belegen. Jeden Mini-Burger mit einem kleinen Holzspieß durchbohren, damit er zusammenhält. 


Das Rezept ist entnommen dem Buch 



Einfach Beeindruckend von Andras Neubauer
Erschienen bei GU
ISBN 978-3-8338-1735-9
€ 16,99
Für mich perfekter Ideengeber für bodenständige, schnelle und gleichzeitig schöne Kleinigkeiten!

Meine liebe Nata, ich hoffe sehr, dass Du hier einige erste Ma(h)le erfahren hast! Vielleicht könntest Du mal nachsehen, wann ich das erste Mal bei Dir kommentiert habe? Das interessiert mich ja jetzt wirklich. Und als nächstes erstes Mal gibt´s bei mir doppelt frittierte Pommes nach Nata, was sagst Du dazu?

Herzlichst, Deine Astrid


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Arthurs Tochter

Kommentare :

  1. Als bereitwilliger Zuhörer mag ich gut erzählte Geschichten. Und noch mehr mag ich, wenn jemand wirklich etwas von sich Preis gibt.

    Bei dir bekomme ich beides PLUS Häppchen - mehr Kurzweile geht nicht :)

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  2. Dieses erste Mahl gefällt mir sehr gut. Ich finde Mini-Burger sowieso eine klasse Idee.
    Das Kochbuch hab ich auch in meinem Besitz...ich muss gleich mal schauen, was für Ideen daraus noch aufgreifenswert sind.

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  3. Ich find die Mini-Burger herzallerliebst, da geht das Mädchen mal wieder mit mir durch ;-)
    Und schöne Geschichten zum ersten "Mal", schade, das es heute immer weniger davon gibt...

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  4. Die ersten Ma(h)le werden vielleicht weniger. Aber kulinarisch versuche ich immer wieder Neuland zu betreten. Sei es die Backerei (oh man!)oder Rote Bete essen ohne Kotzgeräusche zu machen. Jedes erste Mal ist eine Bereicherung. Und Deine Mini-Burger haben ja GottSeiDank das Licht der Welt erblickt. Die werden sicherlich Furore machen - innerhalb und außerhalb der Foodblogger-Szene :)

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  5. Ich möchte bitte das mit dem Tanga und er Kanalisation nochmal hören.......

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  6. Stringtanga? Kanalisation? Mit Wein? Oder ohne?
    Hier tun sich buchseitenfüllende Abgründe auf. :D
    (Nein, natürlich kenne ich die Geschichte auch nicht.)

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  7. JA! Das ist genau die Art Erzählkino, die ich haben wollte, - danke!

    Dass die Frikadellenhäppchen ein Riesenrenner waren, kann ich mir denken. Das ist genau die Nahrung, die auf jeder Party als erstes weg ist.

    Und jetzt mal ran, an die Pommes! Wie Du weißt, kommt es nur auf zwei Dinge an: Gute Kartoffeln und gutes Öl.

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  8. Das ist ja sowas von schön spießig - die Spieß-Burger meine ich - ganz im Gegensatz zu den nicht gerade als spießig zu bezeichnenden Geschichten ähm... räusper.... ich mag Beides, Spieß-Burger und Deine (Spieß-)Geschichten und bitte erzähle doch nochmal die Tange-Kanalisations-Spieß-Geschichte ;-)

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  9. nächste woche hab ich das haus voll besuch und brauchte noch eine zündende idee...danke. vor allem spieß-bu(e)rger....und der rest der geschichte, wie immer lesenswert :)

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Danke für Deinen Kommentar, der schnell freigeschaltet wird, so er höflich und respektvoll ist und nicht anonym abgegeben wurde. Mein Blog ist kein Diskussionsforum für anonyme Netz-Misanthropen, sondern ein Geschenk an meine Leserinnen und Leser.

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