INSPIRED BY ICELAND | Tag 2: Reitausflug, Blue Lagoon, Eldhús [Pressereise]




Aus dem zweiten Tag hätte man aufgrund der Ereignisdichte auch 3 machen können, wenn ich noch meine Fassungslosigkeit dazu addiere, dann mehr. Eigendlich braucht man in Island nach einem einzigen Ausflug oder Erlebnis immer einen Tag Pause im Hotelzimmer, um die Eindrücke zu verarbeiten...

2004 trat die Band Metallica in Reykjavik auf. Die örtliche Konzerthalle fasst 15000 Zuschauer. Die Isländer quetschten sich mit 18.000 hinein. Das waren 6 % der Gesamtbevölkerung!

Morgens nach dem Frühstück holte Nathan und mich dieser kleine Bus ab
und spuckte uns nach 40 Minuten Fahrt am gefühlten Ende der Welt wieder aus

Íshestar ehf in Hafnarfjörður, die über 200 Islandpony auf dieser schönen Farm halten und Ausritte mit diesen anbieten. 
Aber erst einmal umziehen, bzw. alles überziehen, was die Kleiderkammer hergibt. Die Sonne schien, aber es war bitterkalt.



Todesmutig suchte ich mir auf Nachfrage, ob ich denn reiten könne, ein "munteres" Pony aus. :) Aber erst einmal ging es zum Aufwärmen für Ross und Reiter im langsamen Zottelschritt in die verschneiten Lavafelder...
Dabei ritten wir langsam aber allmählich aus der Sonne heraus und in einen Blizzard hinein. Naja, also wenigstens gefühlt...
Die Luft wurde immer kälter, windiger, es schneite. Schnee und Eis standen waagerecht in der klirrenden Luft. Irgendwann konnte ich das Telefon zum Bildermachen gar nicht mehr herausholen und war froh, dass ich die große Kamera in der Sattelkammer zurückgelassen hatte. Wir stiegen ab, gurteten nach und kauerten uns hinter die Ponys, ich deckte mich dabei etwas mit der Mähne des meinen zu. Kuschelige Einigkeit von Tier und Mensch, eng aneinander geschmiegt. Dampfende Wärme in isländischer Kälte. Schnauben. Ausgesehen habe ich in meinem Reiter-Overall, Ausführung Winter ein bisschen wie eine Kreuzung aus Monchichi und Michelinmann.
Wieder zurück in Reykjavik haute ich mir den dicksten Burger der Stadt rein, word! Aber auch den besten. Meine Güte, war der lecker. Hat umgerechnet aber auch € 8,50 gekostet und das in einer Bude, die Dir noch nicht einmal einen Sitzplatz bietet. Egal. Ich glaube allerdings, einen Teil von ihm trage ich immer noch mit mir herum.


Ich schlenderte anschließend durch die Stadt, machte Bilder und eine Turmbesuch auf der "Alienkirche" (gibt´s in Teil 3) und packte dann meine Badesachen zusammen. Es ging weiter zur Blue Lagoon. Ich hatte mir natürlich im Internet Bilder von diesem seltsamen ja was, Schwimmbad? Wellnesstempel? Lagune? angesehen. Also bitte, Lagunen haben doch Palmen, oder etwa nicht? Und Brooke Shields.
Diese nicht. Das blauste Wasser der Welt. Dampfend. Salzig. Dich tragend, wenn Du mit geschlossenen Augen auf dem Rücken liegend durch die Elfenwelt schwebst. Ich war betrunken vor Glück.




Dieses kleine Häuschen hinten im Bild, an dem sich links die Menschen im Wasser tummeln, das ist eine kleine Bar. Du schwimmst heran, lässt Dir Sekt, Wein, Bier oder etwas sehr seltsames Blaues, das aussieht wie gepresster Schlumpf, servieren und nimmst Deine Drinks, ohne nur ein einziges Mal das Wasser zu verlassen. Und ich schwöre Dir, Du WILLST dieses Wasser nicht mehr verlassen. Deine Füße graben sich in den feinen Lavasand des Bodens, die aufsteigenden Dämpfe lassen die Lavamaske besser einwirken, die Du im Gesicht hast. Du siehst ziemlich dämlich aus, was aber nichts macht, weil die eine Hälfte der Gäste lecker betrunken ist und die andere genauso aussieht wie Du.

Beim Hinausgehen ein Blick in das Lava Restaurant, das an die Lagune angeschlossen ist. Spektakulärer Blick, in der Dunkelheit ist die Lagune indirekt beleuchtet und dampft vor sich hin. Wer da keinen Fensterplatz hat, ist gestraft.
Küchenchef ist  Viktor Örn Andrésson, der als einer der besten Köche Islands gilt und Mitglied im Köche-Nationalteam ist. Viktor würde uns an diesem Abend im Eldhús bekochen und ich war gespannt wie ein Flitzebogen, wo es  stehen würde, Das hatte mir niemand verraten, egal wieviel ich quengelte. Das Eldhús fuhr nun den 10. Tag durch Island, war jedesmal an einem anderen Ort und ich wusste nicht, wo Nathan mich hinbringen würde. In der Lobby trafen wir zwei weitere Gäste des heutigen Abends, zwei reizende Engländerinnen, die Flug, Übernachtung und das Abendessen im Eldhús in einem Preisausschreiben gewonnen haben! Killerpreisausschreiben! So eines ist MIR noch nicht begegnet! Eine der beiden sah übrigens aus wie Shirley Bassey, was mich den ganzen Abend völligst irritierte. Wir fuhren gemeinsam in einem dieser riesigen Autos, in die Du nur unter Zuhilfenahme einer Leiter kommst und mit denen alle Isländer herumfahren. Du erkennst die Touristen hier an den Autos mit den kleineren Reifen. Alles unter einem Meter Reifen-Durchschnitt fährt kein Isländer! Und nur 10 Minuten später hielten wir schon wieder an. Ich stieg aus. Spektakulärer Blick.




Und da stand es. War einfach da. Mit Blick auf die Lagunenausläufer. Das Eldhús. Ich musste mich anstrengen, nicht in Ohnmacht zu fallen. Oder zu kreischen. Sowas Mädchenhaftes zu tun. Völlig auszuflippen. Wahrscheinlich WAR die andere Frau Shirley Bassey! Mich würde nichts mehr wundern an diesem Tag.


Wir wurden von Heimir Jónasson emfangen, dem Butler des Eldhús. Heimir hat einige Jahre bei Wiesbaden gelebt und mich gleich über den Rheingau und den Wein ausgefragt, da war ich kaum angekommen. Lieber Heimir, das nächste Mal habe ich für Dich etwas im Gepäck!

In der Mini-Küche werkelte Victor bereits an der Vorspeise herum. Einiges an diesem Abend wurde im Restaurant Lava zubereitet und dann von ihm im Häuschen angerichtet, in einer solchen Küche lassen sich auf 2 Platten keine 3*-Teller anrichten, geschmeckt hat aber alles genau so. Mindestens. Wenn nicht mehr.



Zwischendurch ein Blick aus dem Fenster...

Wir aßen als Vorspeise Lachs, Jakobsmuscheln, Roastbeef und habbichvergessen. Dazu dampfte blaues Lagunenwasser über unser Essen. Spektakulär.





Rinderfilet. Mein Gott, was für eines! Salzig, erdig, grasig. Ich habe solches Fleisch noch nie zuvor gegessen.





Für hungrige Saucenmäuler kam der Topf auf den Tisch.

Zwischendurch mal raus, noch ein Photo machen. Könnte sein, dass ich noch nicht genug habe...


Dessertvorbereitungen

Eine Menge Quatschbilder, später am Abend besuchte uns noch Magnea Guðmundsdóttir, die PR-Direktorin der Blauen Lagune und brachte mir Gutscheine für meinen nächsten Eintritt. € 30,00 pP. Ich musste fast weinen. Der Gutschein läuft im Mai ab, in diesem Mai. Also wenn Du noch mal schnell... sag Bescheid!


Dessert



Nochmal raus, dieses Licht!


Guck doch mal, dieses Licht!


Siehst Du´s?


Oh mein Gott!


Da steht es, das Eldhús, was soll ich noch sagen...

Während ich das hier schreibe und die Bilder ansehe, bekomme ich Sehnsucht...
Island, Du bist seltsam. Seltsam schön. Ganz wunderbar.

Tag 1, Anreise, Reykjavik, Restaurant Dill
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Arthurs Tochter

Kommentare :

  1. Macht noch mehr Lust!

    Sowas von Schade aber auch, dass wir nur im Winter die Möglichkeit zu reisen haben. Vor Winter im allgemeinen und dem auf Island insbesonders habe ich Respekt. Ich bin ja eher der warme Sonnentyp.
    Und *chapeau*: bei der Eiszeit reiten! Was das angeht ist meine Schmerzgrenze ziemlich nieder: REITEN!! Im Notfall auf nem Pony ;O)

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  2. Wie wunderschön! Wie allerköstlichst das Essen aussieht und das "Draußen" sowieso. Und Du in Deinem Reit-Blaumann siehst ein bisschen aus, als müsstest Du gleich das Pony reparieren! ;-)

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  3. Liebe AT, guten Morgen,

    da bekomme ich auch Lust hin zufahren. War noch nie dort. Wenn ich das sehen, dann möchte ich das auch einmal mit eigenen Augen sehen. Vielen Dank für Deine wunderbaren und inspirierenden Beiträge.

    Liebe Grüße aus dem Schwabenländle.
    Tanja

    PS: Sehr gut, dass jeder Reiter einen Helm aufhatte! Wenn man bedenkt, wie leicht man sich den Kopf (beim Reiten, Fahrradfahren, Skifahren, ...) stoßen kann und was für Folgen daraus erwachsen können (Du erinnerst Dich? Mein Reitunfall letztes Jahr), dann ist es prima die Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, die man treffen kann und dann die Dinge trotzdem alle zu machen. Wenn dann etwas passiert, dann kann man sich sagen, man hat sein bestes gegeben, um sich zu schützen. Dann liegt es einfach nicht mehr in der eigenen Macht.

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  4. Komplett sprachlos: diese Landschaft, diese Farben: ICH WILL DA HIN! Danke fürs Zeigen.

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  5. Schnick Schnack Schnuck:
    Du willst nicht mehr aufwachen!

    Micha:
    Ich war ebenfalls immer so "mediterran" was Urlaube angeht. Über den Darß und Dänemark habe ich mich an den Norden herangetastet. Jetzt kann ich nicht mehr genug davon bekommen!

    Christina:
    Pony reparieren!!!! You made my day!

    Tanja Du Liebe, ich habe mich sehr genau an Deinen schweren Unfall erinnert und als ich den Helm aufgesetzt habe, musste ich sehr an Dich denken! Drück Dich!

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  6. Ach Micha, ich möchte unbedingt auch einmal im Sommer nach Island. Das muss eine komplett andere Insel sein. Grün grün grün.

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  7. Island schön und gut, das Licht und die Elfen okay, aber kann mir mal einer sagen, wieso mir nicht jemand so eine Lagune mit Gesichtsmaske und Bar vor die Haustür baut? Hä?

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  8. Astrid, wie erholt Du aussiehst! Fernweh! Das Licht ist ein Traum, allein deswegen würde ich dorthin Reisen. Schade, dass ich mein Urlaubspensum für dieses Jahr schon aufgebraucht habe ...

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  9. Liebe Astrid,
    ich bearbeite den Mitkoch jetzt schon ernsthaft, denn ich will wirklich dort hin. Vor allem die Lagune hat es mir angetan, ich stelle mir die Kälte draußen und dazu das warme, dampfende Wasser ganz toll vor. Vielleicht schaff ich es bis nächstes Jahr. Ich weiß nur noch nicht, ob ich im Frühling oder im Sommer dort hin soll ;)

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  10. Einfach nur ein Traum. Ich bin sprachlos. Ich musste es in mehreren Etappen anschauen. An einem Stück war es gar nicht auszuhalten...

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  11. Nata, ich arbeite dran, wirklich. Also jedenfalls hier für mich. Direkt hinter dem Haus. Du bist herzlich eingeladen!

    Ariane, echt? Erholt? Muss am Licht liegen :)

    Liebe Küchenschabe, ich denke, man muss Island einmal in jeder Jahreszeit gesehen haben. Der Winter (die Ausläufer dessen) ist spektakulär

    Preißndirndl,ich will auch wieder! So schnell wie möglich. Leider teuer :(

    Ach Frau Kampi, mir wurde gestern beim Schreiben und Bilder aussuchen auch wieder ganz komisch zumute. So träumerisch, ich kenne mich so gar nicht.

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  12. Wenn der Isländer im Zottelschritt geht, nennt man das "Tölken" und es ist die bequemste Gangart für Pferd und Reiter. Bin schon ganze Tage in Island rumgetölkt und war abends kein bisschen müde davon. Nur mein Essen war leider nicht ganz so wie von Dir beschrieben - um nicht zu sagen, eher nicht gut. Aber der Hunger hats schließlich auch reingetrieben :) Schöne Fotos, wirklich!

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  13. Sorry, hab gerade gesehen, dass ich Töl"k" statt Töl"t" geschrieben habe.
    'türlich falsch.

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  14. Hi Conny, zu Beginn war wirklich nur der Zottelgang, getöltet sind wir erst später. Und das ist ja gar nicht zottelig, mehr so Schaukelstuhl :)

    Aber auch ein ordentlicher Galopp ist mit Isländern fein zu bewältigen, selbst wenn man so wie ich sicher fast 10 Jahre nicht mehr ordentlich geritten ist. Ist dann wohl auch wie Fahrradfahren, man verlernt es nie.

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  15. um dieses licht richtig gut sehen zu können, wären noch ein paar fotos hilfreich ;-)

    ich frag' mich bei so abgelegenen mini-restaurants mit ganz eigenem, schrägen konzept (womöglich auch noch mit ablaufdatum) aber auch immer, wie viel vom euphorischen erlebnis die anreise, das wissen um die exklusivität etc. ausmachen. stichwort fäviken (war vor zwei wochen dort).

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  16. Toll,toll,toll,! Aber Island PFERDE sind keine Ponys. Wie bist du denn an diese Einladung ins Eldhus gekommen?, beneide dich!

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  17. Oh Gott, das Fleisch. DAS FLEISCH! Das musst Du bei YouPorn einstellen, so schweinisch sexy sieht das aus. Ich will das jetzt haben. SOFORT!

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  18. Katha, ich guck mal noch nach ein paar Bildern für Dich. Habe vorsichtshalber in den 4 Tage über 500 gemacht. :)

    Exklusivität steigert natürlich immer besondere Empfindungen. Hier kam aber wohl viel mehr als das zusammen. Die Einzigartigkeit des Landes insgesamt macht schon einen Burger zum nie dagewesenen Erlebnis. Und abgesehen davon war das Essen wirklich wahnsinnig gut.

    Ulla, Du hast ja so recht! :))) es sind Pferde aber der Name Pony steht ihnen viel besser. Ich finde, da steckt mehr Zotteligkeit im Wort. ;)

    Julia!!!

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  19. Wenn Du wüßtest, wie sehr ich Steini und Reynir in meiner Islandpferdezeit um ihre Overalls beneidet habe. Und Du machst einfach ... Am liebsten würd ich jetzt in das Bild mit den Hottehüs hineinkriechen oder so ... *irr kicher*

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  20. Mein Gott, Schätzken,

    das Licht (ich seh's!), das Essen (ich schmeck's!) und wie Du darüber schreibst, mir kommen ehrlich die Tränen!

    Reinhold

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  21. "Das blauste Wasser der Welt. Dampfend. Salzig. Dich tragend, wenn Du mit geschlossenen Augen auf dem Rücken liegend durch die Elfenwelt schwebst. Ich war betrunken vor Glück."

    Diese zauberhaft poetisch-dahinschmelzenden Worte lassen mich Sehnen und Träumen vom eisigen land. hab großen Dank für einen wundervollen Einblick in Deinen Aufenthalt dort!

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Danke für Deinen Kommentar, der schnell freigeschaltet wird, so er höflich und respektvoll ist und nicht anonym abgegeben wurde. Mein Blog ist kein Diskussionsforum für anonyme Netz-Misanthropen, sondern ein Geschenk an meine Leserinnen und Leser.

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