Kontemplation und Gong Yi Cha



Wie angekündigt, nehme ich mich in den nächsten Tagen etwas zurück. Das betrifft nicht nur den Blog (ich schreibe trotzdem, nur sind vielleicht die Abstände ein bisschen größer) sondern meinen kompletten Alltag. Seit Montag faste ich mal wieder, heute ist also bereits der fünfte Tag. Da ich Dich im letzten Jahr ausgiebig an dieser Reise zu mir selbst - genau das bedeutet Fasten für mich - habe teilnehmen lassen, brauche ich heuer nicht wieder von vorne anfangen und Dir von meinen Beweggründen berichten, die ändern sich seit Jahren nicht. Du kannst hier im Blog unter dem Schlagwort "Fasten" alles dazu nachlesen, jede Albernheit und jede Fastenträumerei samt folgenden Kopfschmerzen und Rezepten zur Eichhörnchenzubereitung ist dort verzeichnet. Unter "Zur Zeit nicht" findest Du den Einstieg und alle Fragen, die mir zu Beginn immer und immer wieder gestellt werden. 

Was ist dieses Mal anders? 
Kein Fasten gleicht dem anderen. Nicht jedesmal plätschert alles so beschwingt und lustig vor sich hin, wie im März 2011. Die Kälte macht mir zu schaffen. Die Wege in den Weinbergen sind vereist, durch die Belüftungsöffnungen meiner Laufschuhe pfeift der kalte Wind, ich schwächel ein bisschen herum. Mag nicht laufen, mag kein Yoga, will "auffn Arm". Heute am fünften Tag macht sich endlich die ersehnte Energie breit, die Kopfschmerzen sind verflogen und ich fühle mich federleicht und glücklich. Und ich koche nicht, bisher. Unsere Tochter ist kürzlich ausgezogen (großes Wehklagen meinerseits!!!) und P. gibt mir alle Zeit und Ruhe, die ich brauche nach einem sehr anstrengenden und aufregenden Jahr. Aber während ich gestern so die Teebeutel durch die Kanne zog, sie dabei immer wieder hoch und runter ließ, da dachte ich: Was machst Du hier eigentlich? Ich tunkte! Ich tunkte Teebeutel. Jetzt ist das wahrscheinlich nicht unbedingt das, was meine liebe Freundin Heike von Au mit ihrem Tunkevent gemeint hat, aber der Tee und ich, wir nehmen einfach trotzdem teil. 

Weil aber so´n blöder Teebeutel, oder auch seine lose Verwandtschaft (Achtung, Wortwitz) nicht die Worscht vom sprichwörtlichen Teller zieht, habe ich lieber ein paar Bilder von einer schönen Teerose gemacht. Ich habe den Tee nicht gemocht, aber die Blüte im Glas war wunderschön. Teerosen oder auch Teeblumen werden in China Gong Yi Cha genannt, von Hand aus Blättern von grünem Tee  und verschiedenen Blüten zusammengebunden und sind nicht zu verwechseln mit der "Rose von Jericho". Diese kann immer wieder eintrocknen und im Wasser aufgehen (wie ich finde, weniger spektakulär das Teil, als es klingt), die Teeblumen sind nur einige Male zu verwenden, so man halt grünen Tee auch mehrmals aufgießen möchte.  Gong Yi Cha heißt übersetzt soviel wie Kunst-Tee, was aber nicht auf eventuelle Künstlichkeit der verwendeten Rohstoffe hinweisen soll, sondern die kunstvolle Art der Bindung beschreibt. 
Und so kann ich trotz Fastens an einem Foodblogger-Event teilnehmen, was mir Mut macht, auch noch irgendetwas Blaues für Uwe hinzubekommen. ;)

Tunken für Heike, ausgerichtet von Zorra
Blog-Event LXXIV - Tunken (Einsendeschluss 15. Februar 2012)



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Arthurs Tochter

Kommentare :

  1. Ich finde dein jährliches Fasten echt bewundernswert. Halt weiter durch *anfeuer* :)

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  2. Auch ich finde es äußerst bewundernswert.
    Was der Körper so alles zu tun vermag, das man ihm gar nicht so zutraut, wenn man ihm im "normalen" Alltag betrachtet.
    Wenn ich von Deinem Fasten lese, von den Distanzen des ironman, anderen Höchstleistungen,...

    Alles Gute und liebe Grüßle aus dem Schwabenländle,
    Tanja

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  3. Ich tunke mit dir, meine Liebe. Fenchel heut :)

    Ich faste ja auch grad, wenn auch aus anderen Gründen und nicht komplett. Aber auch da ist erstaunlich, wie wenig man tatsächlich braucht, wenn man sich und vor allem den Magen erstmal darauf eingestellt hat.

    Denke viel an dich :)

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  4. Hut ab - ich habe es bisher nur ein einziges Mal geschafft und seit dem nie wieder versucht. Quält mich zu arg :)

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  5. Was für rin Zufall. In den Genuss einer Teerose kam ich vor kurzem auch. Eine Geschmacksexplosion war das nicht. Aber so schön anzusehen :)

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  6. Was für rin Zufall. In den Genuss einer Teerose kam ich vor kurzem auch. Eine Geschmacksexplosion war das nicht. Aber so schön anzusehen :)

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  7. Danke liebe Franzi! Anfeuern ist gut, mir ist elend kalt.

    Liebe Tanja, wenn jemand weiß, was ein Körper zu leisten vermag unter großen Belastungen weiß wohl keiner so wie Du! Mein Fasten ist ein Witz!

    Wenn es mich quälen würde, lieber Richard, könnte ich es sicher auch nicht. Bei mir sind nur die ersten drei Tage schlimm. Der Rest entschädigt dann aber für alles.

    Heike, Du Liebe! Wir sehen uns bald, ich werde das Geplante alles passend für Dich verschieben! ;)

    Liebe Sarah, ich bin beruhigt, dass es nicht nur mir so geht. :)

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  8. Viel Erfolg beim Fasten! Aber du machst das sicher gut. :)

    Ist deine Teerose mit pinkfarbigen Fäden zusammengehalten? Das schaut ja schrill aus. Ich mag Teerosen ganz gern, wie ich generell grünen Tee liebe, aber mit Pink dran kenne ich die Rosen gar nicht.

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  9. Danke liebe Turbohausfrau!
    Nein, das Pinke waren auch Blütenblätter, ich weiß aber nicht, wovon. Eigentlich mag ich grünen Tee ganz gerne, aber auch da gibt es ja gewaltige Unterschiede. Dieser hier hat mir nicht geschmeckt. Aber die Optik: 1 A

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  10. Ach Mensch, Astrid, find das echt toll, wie Du das durchziehst! Letztes Jahr habe ich mir auch schon gedacht "das machste jetzt auch mal", dann aber immer wieder vor mir hergeschoben. Allerdings lege ich ab und zu mal einen Fastentag ein, an dem ich nur Tee trinke. Das ist für mich zumindest mal besser als nix. Gutes Durchhalten Dir!

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  11. Hut ab vor so viel Disziplin, ich scheitere regelmäßig an solchen Aktionen. Und wenn ich nur eine Katalog mit irgendwelchen neuen Produkten zugeschickt bekomme, ist es schon geschehen. Tiefe Verbeugung!

    Könnten die Blüten eventuell Amarathblüten sein? Ich glaube, mich dunkel an sowas zu erinnern.

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  12. Liebe Christina, red Dich nicht raus. Du willst ja nur Pizza essen! :)

    Lieber SL, ich weiß es nicht, dafür fehlen mir die botanischen Kenntnisse. Und nicht soviel verbeugen, das geht auf den Rücken! :)

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  13. "ich will auffn Arm" war der einzige Satz in deiner Fastengeschichte, mit dem ich mich identifizieren kann.

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  14. Das ist doch wenigstens Etwas, liebe Inge! :)

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Danke für Deinen Kommentar, der schnell freigeschaltet wird, so er höflich und respektvoll ist und nicht anonym abgegeben wurde. Mein Blog ist kein Diskussionsforum für anonyme Netz-Misanthropen, sondern ein Geschenk an meine Leserinnen und Leser.

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