In eigener Sache

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28.12.11

Ruhe-Essen | Forellenmousse, Salicornes, Rote Bete | Gefüllter Kalbsschwanz mit Steinpilzsemmel, Rotweinschalotten | Lebkuchen-Spekulatius-Eis mit Portweinpflaumen



Weihnachten ist bei uns in der Familie Ruhezeit. Mit Staunen verfolge ich die Streß- und Menüplanungen anderer für die Feiertage. Da reiht sich Kapaun an Filet an Giraffenhals in 27 Gängen. Für uns steht in diesen Tagen die Zeit so still wie die Welt. Fast zaghaft versuchen wir den Zauber dieser ruhigen Tage auch noch zwischen den Jahren zu bewahren. Sind leise, ganz auf uns konzentriert, nichts soll auf uns aufmerksam machen. Wir möchten die Welt nicht aus ihrer Ruhe reißen, in fast kindlicher Anmutung das Motto befolgend: Sehen wir sie nicht, sieht sie uns auch nicht. 

Heilig Abend gibt es stets Raclette, auch das einfach und  klassisch. Guter Käse, feines Bündner Fleisch, etwas Hähnchenbrust für die Grillplatte. Feldsalat, nur wenig noch drum herum. Reduziert und ruhig wie wir selbst. Am 1. Weihnachtstag die Reste des Heiligen Abends. Kalte Küche. Jeder ist uns willkommen in diesen Tagen, so er nur die Ruhe einhält. Wir verlassen das Haus nicht mehr, sämtliche Familienbesuche mit bis unter das Autodach gepackten Geschenken und aufblasbaren, sich selbst illuminierenden Weihnachtsbäumen für die Terrasse gehören der Vergangenheit an. Ich schreibe keine Weihnachtskarten, keine Mails, nichts. In den Tagen vor Weihnachten fehlt mir dazu die Zeit, danach die Lust. Gequält schreiben möchte ich nicht. Meine "Schiffsmeldungen" kommen zwischen den Jahren. Menschen, die mich kennen, wissen das und sind mir nicht gram. In diesen besonderen Tagen gehöre ich nur mir. Und meinen Lieben zuerst. 

Und wenn wie jedes Jahr am 26. P.s Eltern zum Essen kommen, bleibt alles so, wie es ist. Bodenständig und ruhig. Das spiegelt sich im Essen wieder, das nicht über 3 Gänge hinausgeht. Ich habe vor 4 Jahren mit fünf begonnen, dann auf vier reduziert und bin bei dreien geblieben. Ideale Größe für perfekte Vorbereitungen und einen ruhigen genussvollen Abend. Übersättigtes Stöhnen gehört der Vergangenheit an.

Und ich, die immer und immer online ist, ja geradezu online lebt, macht in diesen Tagen Internetferien. Kaum eine Meldung von mir dringt nach draußen, Status gibt es in diesen Tagen nicht. Und es gäbe diesen Post nicht, wenn ich es nicht gestern Abend in portweinsaumseliger Laune versprochen hätte. 

  • Die Rote Bete kochen, auskühlen lassen, im Kühlschrank zwischenlagern, damit sie möglichst fest bleibt. In dünne Scheiben hobeln (Käsehobel geht gut). Vinaigrette rühren aus Olivenöl, Vanille-Essig, Hibiskus-Salz, Gewürzmischung Lion Poivre. Die Scheiben mit der Vinaigrette einpinseln und über mehrere Stunden marinieren
  • Gemüsefond mit Sahnemeerrettich und Wasabi mischen. Etwas Crème Fraîche dazugeben. Abschmecken und nach Bedarf Gelatine unterheben. Im Isi-Whip lauwarm stellen. (Nicht über Nacht, die Masse wird zu fest, um sie noch ausspritzen zu können).
  • Im Muffinblech aus frischem  Strudel- oder Filoteig Körbchen backen. Farce aus geräucherten Forellen und Sahne mixen. Abschmecken mit Macis, weißem Pfeffer, Meersalz, Jasminblüte.  Gelatine in etwas warmem Zitronensaft auflösen und unter die Farce heben. Einen Tag durchziehen lassen
  • Salicornes waschen und kurz in Butter sautieren


  • Den Kalbsschwanz schmoren. Er braucht weniger Zeit als sein Pendant vom Ochsen, aber Du auch mehr Menge, da er kürzer ist. Das Fleisch ist insgesamt zarter und feiner. Zubereiten lässt sich das Gericht mit Ochsenschwanz (Ochsenschlepp) aber genau so. für 4 Personen habe ich zwei Kalbsschwänze verwendet, die 5 Päckchen ergeben haben. Die kleineren Fleischstücke habe ich für ein Ragout aufbewahrt
  • Das Fleisch von den Knochen fieseln, dabei schöne große Stücke auslösen
  • Aus Weißbrot, Rosmarin, Eiern, Milch und getrockneten Steinpilzen eine Semmelknödel-Masse zubereiten. 
  • Stücke vom Schweinenetz auf feuchter Fläche ausbreiten. Einen Steinpilz-Kloß in die Mitte setzen und Fleischstücke drumherum setzen. Mit dem Netz fest verschließen
  • Die Fleischpäckchen in einer Pfanne rundherum anbraten. Anschließend für weitere 15 Minuten im Backofen bei ca. 180° C weiterschmoren
  • Aus dem entfetteten Bratenfond die Sauce ziehen
  • Schalotten schälen. Butter und Puderzucker mit Knoblauch leicht karamellisieren. Die Schalotten kurz im Karamell schwenken. Mit Rotwein aufgießen. In einem Tee-Ei frischen Oregano mitziehen lassen. 2 Lorbeerblätter dazugeben. Die Schalotten knackig-weich ziehen lassen. Mit altem Balsamico abschmecken. Die Sauce eventuell mit etwas Stärke oder Pfeilwurzmehl binden
  • Karotten glasieren
Perfektes Reste-Essen am nächsten Tag


  • Mandelhippen backen
  • Eis-Grundmasse herstellen. (Wie z. B. hier) Sahne durch Mascarpone ersetzen. Mit Orangenzesten und Lebkuchengewürz aufkochen. Ca. 3 Lebkuchen ohne Oblaten fein hacken und mit unter die Masse rühren. Nach Geschmack Spekulatius dazu geben. Über Nacht kalt stellen. In der Eismaschine gefrieren lassen
  • Portweinpflaumen nach Siebeck. Getrocknete Pflaumen mit Portwein aufgießen. Zimtstange und Nelken dazu geben. Ca. 10 Minuten köcheln lassen. Mit Rotwein aufgießen und Vorgang wiederholen
Dazu gab es gute Weine, Weiß- und Grauburgunder Dreistern vom WG Kiefer in Eichstätten am Kaiserstuhl, natürlich den Weihnachtsamarone, (Masi Costasera, 2005) der alljährlich auf den Tisch kommt, getreu dem Motto "mir doch egal, was es zu essen gibt, Hauptsache, ich kann Amarone dazu trinken" und zum Dessert ein LBV 1999 von Niepoort

Und jetzt ist die Ruhe wieder da. Ich wünsche Dir und Deinen Lieben von ganzem Herzen ebenso noch einige Tage der Stille und des Innehaltens, verbunden mit einem furiosen Start in das neue Jahr. Hier gibt´s in diesem Jahr auch keinen Rückblick, ich schaue nur nach vorne. Am 2. Januar geht es im Blog mit einem für mich sehr spannenden Projekt weiter. Bis dahin denke immer daran:

"Pfannkuchen ist stärker!"
Gero von Randow




19.12.11

Brief an den Weihnachtsmann




Lieber Weihnachtmann,

ich weiß nicht, was los ist. In diesem Jahr bin ich unweihnachtlicher als sonst. Dabei habe ich Weihnachten so unheimlich gern. Wie Du weißt, backe ich nicht, aber es gibt so viele Düfte, die mir diese wunderschöne Zeit des Jahres trotz alledem heraufbeschwören können. Gebrannte Mandeln auf dem Weihnachtsmarkt, das frisch geschlagene Tannengrün in der Wohnung, der Duft des Kerzenwachses am Baum und auch der Käseduft vom Raclette am Heiligen Abend. All das ist Weihnachten für mich.  

Das allerschönste Weihnachtsgeschenk aber, das ist für mich Zeit. Zeit, einmal innehalten zu können. Wieder aufmerksam sein zu können, für die Menschen, die mich lieben und die mich das ganze Jahr mit ihren Kräften tragen. Und ich frage mich immer öfter, wie das alles wohl ein Weihnachtmann macht, in diesen immer hektischer werdenden Zeiten. Weihnachten 2.0, wie geht das? Lebst Du noch am Nordpol? Oder ist es Dir dort mittlerweile viel zu eng geworden? Du musst doch inzwischen eine Vielzahl von Mitarbeiterinnen haben, machen das alles noch Engel oder hast Du bereits in Himmels-Callcenter nach Indien ausgesourct? Wie erreichen Dich die Wunschzettel? Legen die Kinder diese Briefe an Dich noch auf die Fensterbank und wer holt sie dann dort ab? Ich weiß, dass das in Deutschland vielerortens noch so gemacht wird, aber allein im dienstältesten Weihnachtspostamt der Welt, in Indiana, landen jedes Jahr über eine halbe Million Emails an Dich.  Wie lange wirst Du die „Brief-Bastion Deutschland“ noch halten können? Und wer beantwortet das alles? Wie groß ist Deine Rentier-Schlitten-Flotte mittlerweile? Hast Du einen Fuhrparkmanager? Werden Rentiere und Schlitten geleast? Hast Du eine Dienstschlittenregelung für Privatfahrten? Wie hältst Du es mit Arbeitszeitgesetzen? Was machst Du im Krankheitsfall, gibt es Lohnfortzahlung für Engel? Haben Engel Gewerkschaften? Und wer putzt am Ende der Weihnachtszeit den ganzen Glitter eigentlich wieder weg?

Wer macht die vielen Geschenke? Und wo? Bist Du Gründungsmitglied von Amazon? Heimlicher Aufsichtsratsvorsitzender gar? Wer bereitet alles versandfertig vor? Allein der Frankfurter Flughafen hat ein Gepäcknetz von ca. 75 km, über die die Gepäckstücke der Reisenden verteilt werden. Weltweit gehen im Jahr immerhin rund 33 Millionen Gepäckstücke auf den Flughäfen verloren. Wie läuft das so bei Dir? Hast Du eine offizielle Reklamationsquote? Wie gehst Du überhaupt mit Kundenreklamationen um? Und wie stellst Du sicher, dass das neutrale Paket mit FSK 18 nicht den kleinen Kurt von nebenan erwischt? Eigentlich ist es kein Wunder, dass Du ab dem 25. Dezember eines jeden Jahres wieder monatelang Ruhe benötigst. Bis der Osterhase spätestens ab Ende Februar wieder auf der Matte steht und quengelt. Was ist dran an der viel kolportierten Geschichte von Deinen Schokoladenausverkäufen zu 2 Ct/100 g, die der Osterhase günstig erwirbt und in neuer Form und Verpackung dem Wirtschaftskreislauf zuführt? Hast Du 2 Cent-Shops, wo der Hase und seine Mitarbeiter einkaufen können? Verkaufst Du dort auch „Gutes aus dem Vorjahr“ zum halben Preis?

Ich stelle mir das Weihnachtsmanndasein nicht einfach vor in der heutigen Zeit! Und ich kann verstehen, dass Du Dich in diesem kleinen Bloggerdorf jedes Jahr besonders wohlfühlst. Das war aber auch eine besonders tolle Idee von Dir, vor Jahren diesen Adventskalender in Europas größtem Kochforum, Unterabteilung Wein, zu gründen. Mit der Verbohrt-und Dummheit der Betreiber und so mancher User konntest Du ja nicht rechnen, das nimmt Dir keiner übel. Dass so mancher jetzt umgezogen ist, um sich hier im Dorf nieder zu lassen – Du weißt ja am allerbesten, wie das läuft mit der Globalisierung und so. Wer bleibt heutzutage noch länger als unbedingt nötig an ein und demselben Ort? Manchmal ist es auch einfacher zu gehen, als sich an verschiedenen Dingen oder virtuellen Menschen aufzureiben. Und hier ist es ja auch wirklich nett geworden in den letzten zwei Jahren. Ich weiß auch, es gibt hier so etwas wie die Schlossallee und die Badstraße und das Gras auf der anderen Seite des Zaunes ist immer etwas grüner, aber so insgesamt gibt es hier eine ziemlich nette Nachbarschaft. OK, so Stinkstiefel, mein Gott, die gibt´s doch überall. Du kennst das ja auch, da entpuppen sich oft erst nach vielen Jahren kleine güldne Engel zu pechschwarzen, was willst Du da machen? Die boykottieren halt die gemeinsamen Straßenfeste und Grillabende, aber lass sie. Da machst Du nix, der Osterhase nix, da könnte noch nicht einmal der Chef selbst beschwichtigend eingreifen. Die Menschen sind wie sie sind, mal netter und mal weniger, mal verbohrt und mal weltoffen. Es geht den Menschen halt wie den Engeln.

Ich war ja selbst mal neu hier. Habe mir ein kleines Reihenendhaus zugelegt und mich langsam und fleißig in der Nachbarschaft bekannt gemacht. Aber ich war doch lange ein bisschen einsam. Bis dann das leer stehende Haus neben dem meinen auf einmal mit Leben gefüllt wurde. Erst waren es nur zwei unglaublich nette junge Frauen, die dort einzogen. Die eine echt heiß, guck mal genauer hin das nächste Mal, sie trägt Lederröcke auf eine Art und Weise, da muss doch auch ein Weihnachtsmann ins Schwitzen kommen! Ihre Freundin war mir auch gleich sympathisch, sie kommt wie ich selbst auch aus dem Norden, die würde Dir gefallen! Norddeutsche Schnodderschnüss am hübschen Leib und dabei unglaublich herzlich und offen. Ich habe immer ein bisschen überlegt, was die zwei wohl so alleine mit dem großen Haus wollen, eine Zeitlang hatte ich das Gefühl, sie kommen mit der vielen Arbeit gar nicht mehr nach. Die Zwei sind Ingenieurinnen, Du kannst Dir also vorstellen, WIE akkurat da die Rasenkanten aussehen. Es gibt auch keine runden Wege, alles exakt in diversen Winkeln, hinter denen sich jeweils eine mathematische Formel verbirgt, ich kann Dir sagen, jeder Besuch war auch immer ein kleines bisschen Demütigung in Sachen Mathematik. Kein Grillabend ohne Geodreieck!

Damit das Haus nicht verwahrlost in den Zeiten, in denen sie nicht zuhause sein können, haben Sie sich neulich einen Praktikanten eingestellt. Der verrichtet jetzt einfache Tätigkeiten, wie Rasenkantenstechen, Wein kühl stellen und die Schminkspiegel halten. Vieles muss man ihm noch beibringen, aber er ist für jede Schandtat bereit. Mir selbst hat er schon mitten in der Nacht auf einem dunklen Parkplatz in Rheinhessen Wurstdärme zum Wässern überreicht, Du musst also bei ihm wirklich mit allem rechnen. Weil er einen Hang zum Alkohol hat und die Weinkellerverwaltung unter seiner Ägide mehr unter dem Motto „Verwalten durch Austrinken“ stand, und außerdem auch noch Platz in der Einliegerwohnung war, haben die zwei jungen Frauen sich noch eine Sommeliere ins Haus geholt. Und JETZT kommst: Du kennst sie nämlich auch! Rate mal! Du kommst nicht drauf? Es sei Dir verziehen, Du hast ja auch wirklich viel um die Ohren. Es ist Susa, der Du vor Jahren die Betreuung des Adventskalenders im Kochforum, Unterabteilung Wein, übergeben hast! Ja, gell? Ich fand das auch sensationell! Und wie klein die Welt doch ist, da ziehst Du fast bis ans Ende der Welt und triffst trotzdem immer wieder alte Bekannte! Schön ist das, ich mag das sehr, weil ich ja so ein Familientier bin. Ich bin so gerne umgeben von netten Menschen, mit denen mich bereits einiges verbindet. Die wissen bereits so vieles von mir, wir haben zu fünft schon eine Menge erlebt. Denen konnte ich ohne rot zu werden die  Geschichte von meinem  Abtauchen in die Kanalisation, mit nicht viel mehr als einem Stringtanga bekleidet, erzählen. Die wissen auch, wie ich vor Jahren Bukowski-like dem Alkohol verfallen bin auf der Suche nach einer Weihnachtsgeschichte. Sogar bei der Einweihung meiner neuen Küche haben sie mir unter die Arme gegriffen. So etwas verbindet. Da musst Du Deine eigenen Verrücktheiten nicht mehr viel erklären, solche Nachbarn nehmen Dich einfach so, wie Du bist.

Und weil ich persönlich politisch eine so links stehende Vergangenheit habe, bin ich natürlich hoch erfreut, so eine Art Kolchose mit Genussanspruch neben mir zu haben. Wenn mir mal ein Tässchen demi glace ausgeht, brauche ich nur nebenan an die Tür zu klopfen, einer ist immer zuhause. Bei Fragen zu Weinen aus dem Bordeaux gehe ich immer erst mal nach nebenan, bevor ich so jemand unpersönlichen wie Google frage. Ich leihe mir dort mal einen Fleischwolf oder einen Wurstdarm und manchmal treffen wir uns auch einfach nur ganz entspannt zum Feiern.

Ich weiß ja nicht, wie Du das machst, lieber Weihnachtsmann. Ich weiß, dass Du Dir mit dem Hasen nicht so grün bist und der Weg zur Niederlassung für Seniorenweihnachtsmänner ist immer fast eine Tagesreise. Ich kann Dir nur von Herzen wünschen, dass Du so nette Nachbarn hast wie ich! Und jetzt wünsche ich Dir viel Kraft für die letzten Tage Deiner heißesten Zeit im Jahr! Wenn Du zwischendurch mal auftanken möchtest, komm ruhig vorbei, Du bist stets willkommen. Wir holen uns aus der Kolchose einen Wein, der Praktikant hat super Connections zu leichtbekleideten Tänzerinnen, die können auch mal keine Engel sein, wenn Du verstehst, was ich meine. Also wenn Du mal so richtig entspannen möchtest, klingel hier oder nebenan, ganz egal, Gastfreundschaft ist Dir immer gewiss.

Und ganz zum Schluss: Bitte werde nicht so globalisiert, wie alles um uns herum. Bitte beantworte weiterhin viele Kinderbriefe noch schriftlich, bitte lass das Christkind beim Stollenbacken mal wieder den Himmel rot malen und wenn es irgendwie geht, dann gibt mir bitte mein Weihnachtsgefühl zurück, es ist mir irgendwo abhanden gekommen und ich kann es nicht wiederfinden. Ich nehme auch gerne ein ganz Neues!

Mit vielen fröhlichen Weihnachtsgrüßen
Deine AT





06.12.11

Kulinarischer Adventskalender Türchen VI | Marzipan-Bratapfel-Eis in der Mandelhippe


Kulinarischer Adventskalender 2011 - Türchen 6
Nikolaus!

Zwar wollte ich eigentlich heute mit Ingwer weitermachen, aber ich bleibe zumindest beim Eis! Für Zorras kulinarischen Adventskalender darf ich heute das 6. Türchen bestücken. Ich bin das erste Mal mit dabei und darauf auch angemessen stolz! Es ist der Wahnsinn, mit wieviel Liebe und Engagement Zorra gerade dieses Event alljährlich ausrichtet. 

Ein Bratapfeleis zu machen lag mir schon lange auf der Zunge, ich lieeeebe Bratäpfel frisch aus dem Backrohr und lasse dazu sogar eine Vanillesauce zu, mit der Du mich sonst bis ans Ende der Welt jagen kannst. Seit 4 Jahren steht auf unserem Küchenbalkon eine Rubinette im Kübel. Voller Stolz trüge sie jedes Jahr weit über hundert Äpfel wenn wir sie ließen. Der kleine Baum, unter dessen Schatten so manche(r) von Euch schon gesessen hat, ist gar nicht stark genug für diese Anzahl von Äpfeln. Und so schneiden wir alljährlich ca. 30 % des Fruchtstandes heraus. Das was bleibt, wird jedes Jahr um so schöner, je kräftiger unser Apfelbäumchen wird. 

Bei Micha von grain de sel las ich schon vor einiger Zeit von einem Apfelmus aus dem Ofen, das sich durch den austretenden Fruchtzucker selbst karamellisiert. Ich war sofort fasziniert von dieser Idee! Mit diesem tollen Mus habe ich übrigens auch meine schöne Tajine eingeweiht. Ob sie sich das hätte träumen lassen, so fern ab jeder Orientalistik? 
In mein Backapfelmus kamen Zimtrinde, Macis und Nelken. Im Ofen hatte ich es ca. 7 Stunden, trotzdem ist es nicht ganz so dunkel geworden wie bei Micha. Vielleicht liegt es am Topf oder auch einfach an der Apfelsorte. Jedenfalls hat mich schon der Duft über Stunden verrückt gemacht! Selbst an Weihnachten duftet es bei uns nicht so nach Weihnachten, wie es das an diesem Tag tat. Übrigens habe ich das gleiche auch noch einmal mit Birnen probiert, da habe ich Vanille und Safran dazu gegeben. Diesen Kompott gab es über einem "Death By Chocolate-Brownie", aber das ist ja wieder eine andere Geschichte der Völlerei. 
Das Backapfelmus habe ich anschließend tiefgefroren. 
Ein Marzipaneis zu machen ist kinderleicht, bei mir war es das folgende Rezept, wobei ich auf fertige Marzipanrohmasse zurück gegriffen habe:

Marzipaneis (Menge ergibt einen Liter)
  • 0,5 l Vollmilch
  • 0,25 l Schlagsahne
  • 6 Eigelb
  • 120 g Zucker, ich verwende für die Eiszubereitung stets den feinen Backzucker
  • 100 g Marzipan-Rohmasse 
  • 1 Vanilleschote 
Die Eier trennen. Die Vanilleschote auskratzen, Vanille mit Schote, der Milch und der Sahne in einen Topf geben. Das Marzipan zerkleinern und zusammen mit der Sahne-Milch einmal aufkochen lassen. Den Topf von der Hitze nehmen  und die Flüssigkeit 10 Minuten ziehen lassen. Die Eigelb mit dem Zucker schaumig schlagen, ich mache das immer im Blender auf der Rührstufe. Die warme Sahne-Milch-Mischung durch ein Sieb zu den Eigelb geben und dick aufschlagen. Entweder über einem Wasserbad oder warm im Blender. Wichtig ist, dass die Masse nicht mehr heiß ist! Über nacht im Kühlschrank abkühlen und durchziehen lassen. In der Eismaschine cremig gefrieren. Das Backapfelmusunter die Eismasse ziehen.

Aus einem kleinen Teil des Mus habe ich unter Zugabe von Calvados ein Sorbet gerührt, das war eine schöne Ergänzung. 
Hippen nach einem Rezept von Lea Linster

Ich habe in diesem Fall die Mandeln gegen Haselnüsse ausgetauscht, mit Mandeln werden die Hippen schöner.

Für 40-50 Stück
  • 200 g Mandelblättchen 
  • 185 g Zucker
  • 30 g Mehl, gesiebt
  • 4 Eiweiß (110 g), leicht verquirlt
  • 40 g Butter, geschmolzen
Mandelblättchen, Zucker und Mehl in einer Schüssel vermischen. Eiweiß zugeben, unterrühren und zum Schluss die Butter hinzufügen und alles gut vermengen. Den Teig bedeckt mindestens anderthalb Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. 

Backofen auf 180°C vorheizen. Mit einem Löffel jeweils walnussgroße Teighäufchen mit genügend Abstand auf mit Backpapier ausgelegte Backbleche setzen. Die Häufchen mit einer Gabel zu 2 mm dünnen Talern plattdrücken. Die Gabel dafür immer wieder in Milch tauchen, damit der Teig nicht an ihr kleben bleibt. Zusätzlich sorgt die Milch auch für einen schönen Glanz. Die Hippen im vorgeheizten Backofen auf mittlerer Einschubleiste in 8 - 10 Minuten gerade hellbraun backen (jeweils immer nur ein Backblech in den Backofen schieben). Aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen, aber noch heiß mit einer Palette vom Blech lösen und in eine Hippenform legen oder ersatzweise auf einem Nudelholz abkühlen lassen. Sobald sie erstarrt sind, auf einem Kuchengitter vollkommen auskühlen lassen. Restliche Hippen genauso backen.
Die fertigen Hippen halten sich luftdicht verschlossen bis zu 6 Tagen. (Das hat bei mir noch nie geklappt, die werden immer vorher weggefuttert)

Hier sind die Hippen nach Originalrezept mit meinem Ziegenkäseparfait. Mit Mandeln werden sie nicht so dunkel, was mir persönlich noch besser gefällt. Geschmacklich sind beide toll!

Ich wünsche Dir und Deinen Lieben einen lustigen und schönen Nikolaustag!




01.12.11

Vorschau auf das neue Wikio-Ranking Kochblogs Dezember 2011


Wiko heißt jetzt ebuzzing. Aber das ist wie bei Raider und Twix, es ändert sich ansonsten nix. Immer noch genauso unwichtig, uninteressant und unspektakulär. Und wie jeden Monat natürlich auch völlig ungelesen. (ich muss sehr grinsen, während ich das hier schreibe!)

Kurze Privatnachricht an MatthiasH.: Es sind die Links, nicht die Klicks! :)))

Here we go:

1 Kochtopf (=)
2 Arthurs Tochter kocht (=)
3 Chili und Ciabatta (=)
4 Chef Hansen (+2)
5 Alice im kulinarischem Wunderland (+10)
6 Küchenlatein (-2)
7 High Foodality (+30)
8 Heikes Blog (=)
9 NutriCulinary (-4)
10 rock the kitchen! (-3)
11 Schöner Tag noch! (+5)
12 esskultur.at (-2)
13 tobias kocht! (+12)
14 bushcooks kitchen (=)
15 Bolli's Kitchen (-6)
16 Pi mal Butter (-3)
17 Sammelhamster (+1)
18 Wo geht's zum Gemüseregal? (-7)
19 Valentinas-Kochbuch.de (+4)
20 Barbaras Spielwiese (-8)

Ebenso fast auf dem Weg zur Gewohnheit: Die nettesten Suchanfragen, die über google im vergangenen Monat in diesen Blog führten:
  • "geburstag con motorradd mit busen"  ähmmmm, ok. Und sonst so?
  • "Antons Tochter kocht" Das mag sein, aber nicht hier
  • "Blogspot kochen nackt" Hier nicht. Jedenfalls nur unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Frag doch mal bei Antons Tochter nach
  • "fernsehfilm über ein frau die mit 86 noch yoga macht" Könnte passieren, aber ich bin noch nicht 86 und ob das dann noch jemand sehen will? 
Im Übrigen wurde in der gesamten Dauer dieses Blogs laut der hauseigenen Blogstatistiken 6286 mal nach "Arthurs Tochter Kocht" gesucht. Na also. Geht doch!