Nagut. Nicht meine. Die von Sven Elverfeld. ;(
Hier haben WIR gekocht:
Aber Platz ist in der kleinsten Hütte. Sogar für
Emily war wieder mal Raum und Zeit:
Sie hat für die sanfte Entspannung und Wiedererwärmung des von Alex so sorgfältig vorbereiteten Fleisches gesorgt. Auch die Schwartenchips hatte er geschnitten und getrocknet, sie wurden anschließend bei mir im Wok frittiert.
Alles Weitere wurde von uns dann gemeinsam zubereitet:
Zwetschgenmus
- 70 g Zucker
- 250 g Zwetschgen (Herr Elverfeld gibt im Buch TK-Ware an, wir haben frische verwendet)
- Das Mark von einer halben Vanillestange
- 1/2 Zimtstange
- 1 frisches Lorbeerblatt (bei uns ein getrocknetes)
- 1 Sternanis
- 20 ml Zwetschgenwasser
- Je 1 EL Portwein und Rotweinreduktion
- Specköl (gestrichen)
- Alter Balsamico (30 Jahre, das muss reichen)
- Maldon Salz
- Pfeffermischung (Kubeben- und Szechuanpfeffer, sowie Tasmanischer Pfeffer zu gleichen Teilen. (bei uns Tellicherri, Langer Pfeffer, Szechuan, und Malabar)
Zubereitung:
Den Zucker zu einem goldgelben Karamell kochen, die Zwetschgen und die Gewürze dazugeben. Mit dem Zwetschgenwasser ablöschen und flambieren. Die Zwetschgen in dem Sud weich kochen, danach in ein Sieb abgießen und den entstandenen Fond für die Zwetschgenluft auffangen. Die Gewürze herausnehmen und die Zwetschgen in einen Mixer geben. Mit dem Portwein und der Rotweinreduktion, etwas
Specköl und altem Balsamico-Essig, Salz und der Pfeffermischung abschmecken.
Zwischendurch immer mal wieder nachlesen...
und das Gelesene gemeinsam umsetzen...
Zwetschgenluft
- 100 ml Zwetschgenfond
- 30 ml Champagner
Unser Begrüßungs-Einstimmungssekt musste es richten, eine Flasche Champagner, die nicht mehr getrunken wird wollte ich nicht öffnen. Wer auf meiner Geburtstagsparty war, weiß, was das für ein feiner Tropfen ist. Ich bin mir im Übrigen sicher, dass DIESEN Unterschied selbst Herr Elverfeld nicht herausgeschmeckt hätte.
- 20 ml Wasser mit Kohlensäure
- Zwetschgenwasser
- Vanilleessig (aus von mir selbst mit Vanilleschote aromatisiertem Weißweinessig aus dem Burgund)
- 3 g Lecithin
Zubereitung:
Die Zutaten in ein Gefäß mit hohen Wänden geben und mit dem Zwetschgenwasser und dem Vanilleessig abschmecken. 20 ml von dem fertigen Fond für die Zwetschgenjus beiseitestellen. Das Lecithin dazugeben und mit einem Stabmixer durchmixen. (Die Lecithinmenge hat nicht ausgereicht. Wir haben weitere 1 g dazugegeben und noch etwas Gelespessa (Maltodextrin und Xantan). So wurde die Luft sehr schön, aber leider nicht schnell genug fotografiert. Bis zum Bild war die Pracht wieder etwas zusammengesunken. Allerdings finde ich, dass die Zugabe von zu vielen "Helferchen" stets auf Kosten des Geschmacks geht. Lieber weniger Luft - ist oft eh nur heiße - und dafür mehr Geschmack)
- 100 ml Kabsjus
- 20 ml Zwetschgenfond
- Zwetschgenwasser
Zubereitung:
Die (wirklich die?) Kalbsjus und den Zwetschgenfond gemeinsam aufkochen und mit dem Zwetschgenwasser abschmecken.
Zwischendurch die bereits gemachten Photos begutachten und Koch- und Köchinnenwein trinken.
Entenleber
- 1 dicke Scheibe Entenleber von ca. 90 g
- Maldon Salz
- frisch gemahlener weißer Pfeffer (ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass jemand aus diesem Buch kocht und noch darauf hingewiesen werden muss, dass der Pfeffer frisch gemahlen gehört.)
- Etwas Weizenmehl
- Etwas neutrales Pflanzenöl
- 1 EL Zwetschgenwasser
Zubereitung:
Die Entenleber mit Salz und Pfeffer würzen und leicht mehlieren. (Ich habe NACH dem Anbraten gesalzen, sollte man das bei Leber nicht so machen, oder ist das eine weitere kitchen-legend?)
In dem Pflanzenöl goldgelb anbraten und im vorgeheizten Ofen bei180°C fertig garen. Vor dem Anrichten mit dem Zwetschgenwasser flambieren und in gleichmäßige Stücke schneiden. Nochmals mit dem Maldon salzen. Die Pfanne mit dem Bratfett für den Kaiserschmarrn beiseite stellen.
Kaiserschmarrn
- 4 Eiweiß
- 100 g Zucker
- 200 ml Vollmilch
- 120 g Weizenmehl Type 405
- 2 Vanilleschoten (das Mark)
- 4 Eigelb
- 50 g weiche Butter
Zubereitung:
Das Eiweiß mit 50 g Zucker steif schlagen.
Die Milch mit dem Mehl, 40 g Zucker und dem Vanillemark glatt rühren, dann alles 10 Minuten ruhen lassen.
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Einen Teil der Eiweißmasse unter die Mehlmasse geben, die Eigelb dazu geben und mit einem Schneebesen unterheben. Danach den restlichen Teil des Eiweißes unterheben.
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Eine Pfanne gut erhitzen, mit weicher Butter auspinseln und die Masse hineingeben. Im vorgeheizten Ofen bei 210°C Unter- und 180°C Oberhitze etwa 20 Minuten lang backen. (Wir haben 190°C für oben und unten gewählt)
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Nach dem Backen herausnehmen und mit dem restlichen Zucker bestreuen und karamellisieren. Kurz vor dem Anrichten in Rechtecke schneiden und in dem ausgetretenen Fett der gebratenen Entenleber wenden.
Und auch wenn ich uns sowieso permanent loben muss und von uns selbst ganz begeistert bin - dieser Kaiserschmarrn war so ziemlich die geilste süße Sache in Entenfett, die jemals in meiner Küche zubereitet wurde! (sic!)
Das Fleisch wurde im Wasserbad (Emily) 15 Minuten bei 70°C erhitzt und dann aus dem Beutel genommen. Kurz abgeflämmt und anschließend unter dem Ofengrill (Salamander) nochmals angeknuspert. An dieser Stelle möchte Herr Elverfeld geräuchertes Olivenöl zum Beträufeln. Dieses wurde von uns großzügig wegen "is´ nich" gestrichen.
Am Ende sieht es im "Aqua" dann so aus:
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| Photo: Collection Rolf Heyne |
Bei uns anders, aber mindestens genauso schön! Und bitte überlege Dir mal, dass an so einem Teller oben mindestens 12 Menschen arbeiten. Wir waren 2 mit je 2 Händen, also schon vier. Da K. und P. mehr getrunken als gekocht haben, sahen sie uns zwischenzeitlich doppelt, so waren wir schon 8 und da sie zu zweit zuschauten kamen sie auf 16. Upppps... :)))
Und am Ende sind die Teller im besten Falle überall gleich. Nämlich leer.
Noch ein Highlight des an Highlights so überbordenden Tages. Das Dessert. Dazu möchte ich an dieser Stelle nicht viel sagen, weil ich eigentlich viel weiter ausholen müsste. Ich habe seit einigen Wochen - um genau zu sein seit dem 9. Juli - eine Eismaschine. Und wie die den Weg zu mir gefunden hat ist so unglaublich und wunderschön,
dass es eine eigene Geschichte verdient. Aber soviel kann schon einmal gesagt sein: Ich habe als Dessert ein Lavendeleis zubereitet, zu dem Alex Feigen in Pernod und Honig im Ofen gebacken hat. Die Eismasse selbst stand seit dem Vortag durchgekühlt in Herrn Bosch, weil ich gerne die Maschine gemeinsam mit meinen Gästen einweihen wollte. Und so drückten wir gemeinsam den Knopf in den siebten Eishimmel!
Ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind!
Die schönsten Feigen von ganz Wiesbaden! Nicht nur, dass ich am Samstag wegen der Entenleber in 4 (!) Geschäften war. Ich kaufe auch nicht jede Feige, die mir so über den Weg läuft. Bei der Gelegenheit möchte ich mal gerne wissen, ob die Enten, die die vielen Brüste in den Kühltheken der Geflügelhändler spendieren, eigentlich in den Sommermonaten keine Leber haben. Ist vielleicht eine neue Züchtung. Leberlose Sommerente.
Aber bekanntlich ist für den Genuss kein Weg zuweit und insofern hätte das Essen dieses Tages mindestens 2 Sterne im Guide Michelin verdient - was ja nichts anderes heißt, als "verdient einen Umweg". Da Herr Elverfeld noch ein Hotel nebenan hat, bekommt er 3, was dann auch nur heißt, "ist eine Reise wert" und Du musst abends nicht mehr nachhause fahren.
Dieses Eis war - wow! Nochmals in Grossbuchstaben: WOW. Und die Feigen! So heiß, dass ich mir fast die Zunge verbrannt habe. Das mit der Hitze ist gelogen, musste ich aber schreiben; ist ein insider! :))
Dieser Tag war etwas ganz wunderbar Besonderes! Ein Treffen von 4 sich noch relativ fremden Personen, von der Geburtstagsparty mal abgesehen, auf der wir wenig Zeit füreinander hatten, gab es bisher nur virtuelle Begegnungen. Und trotzdem schwangen wir und alles um uns herum. Alex würde sagen: "groovy". Und genau so war es. Vier Personen groovten gemeinsam voller Harmonie durch den Tag. P. stellte später am Abend fest, es sei schön gewesen, Alex und mich zu beobachten. Wie die kindliche Freude und das gemeinsame Herumkaspern immer mehr der Konzentration und Stille wichen. Wie harmonische Bewegungen und Töpfe- und Tellerrücken ohne Worte sich in ein großes Ganzes fügten. Wie beim Abschmecken Gesichter in Verzückung gerieten und Augen sich beim "hmmmmm...." genussvoll schlossen. So ist das, wenn zwei Koch- und Sinnverrückte aufeinander treffen. Fortsetzung definitiv nicht ausgeschlossen. Es wird ihr nachgerade erwartungsfroh entgegengefiebert. Ich bin als nächstes für den "Altmarker Hirschkalbsrücken mit Fichtensprossenglasur, Pfifferlingen, Walnuss & Kollensellerie". Seite 348 - 353. Lieber Alex, meinst Du nicht auch wir sind bereit dafür?
Und am Ende hätte ich fast vergessen, wofür wir das alles gemacht haben. Ja gut, auch für uns. Und für Dich. Aber auch für das "Ran an den Speck Event", das
Alex in diesem Monat für Zorra von
1 x umrühren bitte ausrichtet.