In eigener Sache

Dieser Blog ist umgezogen und hat jetzt seine eigene URL.
Bitte in Zukunft www.arthurstochterkochtblog.com verwenden, Dankeschön!


29.08.11

Ein kleiner Schritt nur für die Menschheit...


...ein großer Schritt für mich. 

Was im Verborgenen bereits seit einer Weile blüht, drängt an das Licht der Öffentlichkeit. Vor einiger Zeit habe ich aus einer Vielzahl von wohlüberlegten Gründen meinen gut dotierten Job an den sprichwörtlichen Nagel gehängt und verdiene somit meine Brötchen nicht mehr mit denselben. Das hat selbst für mich, die ich stets zu großem (Über-)Mut neige, einen in jeder Hinsicht großen Kraftakt bedeutet. Aber angetrieben von vielen Überlegungen zu Sinn und Unsinn unserer heutigen Arbeitswelt und allen mit ihr einhergehenden belastenden Veränderungen, sowie der Überlegung, wo ich eigentlich in vielleicht 10 Jahren stehen möchte, wie ich auf Dauer mein Leben gestalten will und für wen ich mich warum so verausgabe, stelle ich mich nun wieder auf ganz eigene Füße. Dabei den Boden unter diesen nicht zu verlieren, wird nicht einfach werden - aber ich sehe zielstrebig und voller Elan nach vorne. 

Für diesen Blog ändert sich nichts. Der bleibt wo und wie er ist. So wie ich. Verfressen, immer auf der Suche nach dem nächsten Glas guten Weines, experimentierfreudig und manchmal von allen guten Geistern verlassen. 

Unterstützt werde ich von vielen wunderbaren Menschen, die mich auf meinem neuen Weg seit Monaten begleiten. Da sind zum einen eine Vielzahl von Kundinnen und Kunden, die mich in der letzten Zeit gebucht haben, als ich noch etwas im Verborgenen "nebenher" gewerkelt habe und durch ihre Weiterempfehlungen in hohem Maße dafür sorgten, dass ich den Mut für diesen neuen Schritt gefasst habe.

Geholfen und unterstützt haben mich auch und vor allem bei meinen Planungen:

Umsetzung und technische Betreuung
Sinn7
Ralf Diederich & Marc Haara

Entwicklung corporate identity
videa-design | simone hill
Medien für Print, Web und Messe
Gegen die Angst vor dem ersten Satz
Anke Gröner
Texte und Konzepte

Führung durch den Dschungel der Datenschutzrichtlinien und anderer verwirrender Vorschriften
Stefan Schwytz
Rechtsanwalt und Weinblogger

In einer konzertierten Aktion der letzten Tage durften eine Handvoll Menschen die Seite begutachten und mir Tipps und Ratschläge geben. Über alle habe ich gründlich nachgedacht. Manche habe ich umgesetzt, andere wohlüberlegt verworfen. Habt herzlichen Dank für Eure Unterstützung liebe Melanie, Natalie, Sandra, Heike, Alexander, Joerg und Manfred! Aber trotz all dieser Kraft, die mir von anderen gegeben wird, wäre ein solches Projekt für mich ohne die Liebe und Unterstützung meines Mannes nicht durchführbar. Niemand sonst hat solches Vertrauen in mich und vor allem so viel Geduld! 

Jetzt ist es da, mein neues Leben. Komm´ mich doch einfach mal besuchen! 
Arthurs Tochter Kocht - einfach kulinarisch



26.08.11

So sicher wie der Weihnachtsmann – Chili con carne vom Rinderhals mit Cola und Bier


Ich habe sie wieder alle beieinander. Da mag die ein oder der andere jetzt zweifeln, aber es geht hier um die Buchstaben. In den letzten Tagen sind mir so viele "N"s geschickt worden, ehrlich – bald werde ich sie wohl verkaufen können, ich weiß nämlich kaum noch wohin damit. Als Ausgleich überlege ich derzeit, einfach in jedes Wort ein doppeltes N zu setztenn. Das sieht im erstenn Momennt vielleicht einn bischenn seltsam aus, aber mann gewöhnnt sich doch ann alles. Da ich seit Tagenn inn Hamburg weile unnd auch noch einn bisschenn bleibenn werde, nehme ich sie heute Abennd mal mit ins Musical unnd gebe sie denn Löwenn zu fressenn. Denn Rest verteile ich anschließennd auf der Reeperbahnn – einn schwunnghafter Schwarz-NN-Hanndel sozusagenn. 

Das ist Quatsch. Natürlich. Und mit Quatsch ums Essen werde ich Dich und mich heute noch ein wenig beschäftigen. Gemeinsam mit meiner geschätzten und mir seit Ewigkeiten freundschaftlich verbundenen Bloggerkollegin Susa von 180° widme ich mich in loser Folge den Lügen um Speis und Trank. Heute geht es um die mir liebste aller Lebensmittellügen, Cola fräße Fleisch. Susa widmet sich derweil den verheerenden Auswirkungen der Cola in Verbindung mit Wein, denn auch diese Variante ist von einer Menge Missverständnissen geprägt, die es gerade zu rücken gilt.

Bei uns zuhause gab es früher keine Cola. Cola war Teufelszeug, so einfach. Es gab auch keine Fanta oder andere Limonaden. Mezzo Mix? Undenkbar. Dann kam das Paradies. Arthur verlegte sich auf die Getränkedosenproduktion, bzw. die Entwicklung von Maschinen zur Herstellung solcher. Arthur und seinem Team haben wir zu verdanken, dass an den Getränkedosen dieser "Abriß" an der Öffnung nicht mehr einfach nur heruntergerissen wird, sondern jetzt fein säuberlich umgeklappt unter dem Dosendeckel verschwindet. Vorbei waren die Verletzungen im Freibad, wo wir alle naselang in diese achtlos weggeworfenen Verschlüsse getreten sind und uns blutende Blessuren zuzogen. Auch dass sich die Getränkedose im allgemeinen und besonderen seit vielen Jahren nach oben ein wenig verjüngt - wer hat´s erfunden? Du ahnst es bereits. Das hat der Industrie Millionen eingespart – ach was sag ich, wahrscheinlich Billionenmilliarden. Gesehen habe ich davon bisher allerdings nichts. Und Arthur wohl auch nicht. Sagt er jedenfalls und schüttelt den Kopf, während er das hier liest. Paps, ich kann Dich sehen! :)

Lange Rede - gar kein Sinn. Jedenfalls standen bei uns zuhause im Keller zeitweise Paletten von Getränkedosen. Produktionsrückläufer oder ähnliches. Nie war ich bei Mitschülern so beliebt, wie in diesen Tagen. Aber –  meine Geschwister und ich wurden zu einer verwöhnten Bande. Wir rissen die Dosen auf, tranken einen Schluck, stellten sie ab und nach einer halben Stunde öffneten wir die nächste. Der Inhalt der vorherigen war uns mittlerweile zu abgestanden. Das hatte Folgen. Mutter streikte, Arthur schimpfte. Die Drohungen wurden schnell wahr  - es kam keine Getränkedose mehr ins Haus. Fürderhin waren wir wieder eine brave Adventistenfamilie und Cola wieder Teufelszeug. So schnell kann´s gehen und ich ahnte derzeit wohl erstmals, wie die in den Bibelstunden vielbeschworene Eva samt Adam sich bei der Vertreibung aus dem Paradies gefühlt haben mussten. 

Wohl in dieser Zeit kolportierten Freunde meiner Eltern erstmals die Geschichte vom Fleisch in der Cola. Wer kennt die nicht. Man lege ein Stück Fleisch in ein Glas - übergieße es mit Cola und spätestens nach 48 Stunden ist vom Fleisch nichts mehr da.  "Und so etwas willst Du trinken, Kind?" Ich schwankte. Die Geschichte mit dem Weihnachtsmann hatte sich schließlich ebenfalls als Mist herausgestellt. Seitdem war ich Erwachsenen und ihren Geschichten gegenüber kritisch. Aber immer kannte jemand jemanden, der in einer Zeitschrift einen hochwissenschaftlichen Beitrag zu diesem Thema geschrieben hatte und was war das Ergebnis? Alles wahr! 

So gingen die Jahre ins Land. Ich trank keine Cola mehr, meine Tochter bekam keine Cola, überhaupt - Cola war Teufelszeug. Bis neulich. Da fiel es mir wieder ein - dieses Rezept, von dem immer mal wieder hinter vorgehaltener Hand gesprochen wurde.

Chili con carne mit Cola

Ich googelte so herum und das, auf das alle immer wieder zurückkamen war eines von Witzigmann. Nun ist mir Witzigmann für vieles vertraut - aber für DAS WG-Essen meiner Jugend? In ein Chili kamen damals Hackfleisch, Bohnen, Mais, Paprika, Tomaten, Chilipulver und fertig. Serviert in Schalen auf deren Boden eine Schicht Eisbergsalat lag, darüber kam eine Lage Kartoffelchips und dann das Chili. Chön charf natürlich, da war eigentlich eh egal, was drin war. Charf musste es sein, dazu gab es Bier und fertig. Und Witzigmann sollte sich wirklich in die Niederungen dieser Küche begeben haben? Undenkbar. Nun denn, alles googeln hat nicht geholfen, ich habe das Witzigmann-Rezept nicht gefunden. Aber viele Verweise darauf. Es muss wohl mal eines in der Süddeutschen gestanden haben. Da kennt jemand jemanden, der jemanden kennt, der hat mal in der S-Bahn beim Sitznachbarn eine Ausgabe der SZ mitgelesen, da stand das drin. Und dann gibt es eine Menge Rezepte dazu im Netz. Und jedes bezieht sich auf den Meister. Nun denn, alles zusammengemischt, kräftig durchgeschüttelt, die oben schwimmenden trüben Teilchen herausgefischt, kam dieses bei mir heraus.
Ein gutes Kilo Rinderhals vom Metzger des Vertrauens in kleine Stücke schneiden. Portionsweise anbraten, salzen, pfeffern, dabei etwas mit Mehl bestäuben. Das gleiche mit Stangensellerie, Zwiebeln, Knoblauch und etwas Bauchspeck. Am Ende wieder alles zusammen in einen großen Topf geben und kräftig durchrühren. 

Dann kommt das Feintuning, die Chili. Ich verwende ca. 1,5 Schoten mit Kernen. Das ist die Grenze des für P. erträglichen. Einzelportionen würze ich für mich dann nach. Meistens sind das die Schoten, die ich im Asiamarkt kaufe. Leider haben sich die von mir auf der Terasse herangezogenen "Pfefferköpfchen" als Lachnummer herausgestellt und mein "Nymphenburger Knubbel" ist noch ein Baby.  Dann kommt etwas Tomatenmark dazu und jetzt, Achtung: Cola. Auf 1 kg Fleisch verkoche ich nach und nach ca. 300 ml. Dazu kommt schließlich auch noch Schwarzbier. Beim ersten mal habe ich zuvor eine Biervertikale gemacht, die erspare ich Dir hier. Ich habe dieses Chili mit Köstritzer, Öttinger, Duckstein und anderen probiert. Am Ende war kein geschmacklicher Unterschied zu spüren. Vom Bier ca. 0,5 l, wobei die Menge der verkochten Flüssigkeit auch immer mit der Kochhitze einhergeht. Weniger Hitze, weniger Flüssigkeit, so einfach ist das. Wichtig ist, Cola sowohl Bier immer brav einreduzieren zu lassen. Daher kleine Mengen angießen, einkochen, nachgießen. Am Ende sollte eine sehr sämige Masse im Topf entstehen (die, unter uns gesagt, schon hervorragend schmeckt)
Dann gießt Du alles mit ca. 750 ml Rinderfond auf und gehst ins Kino. Oder machst sonst was, Hauptsache, Du bringst die nächsten Stunden gut rum. Am besten lässt Du dem Chili mindestens 6 Stunden reine Schmorzeit, stellst es dann aus und lässt es ziehen. Ca. 1 Stunde vor Ende gibst Du ca. 500 g gehackte Tomaten aus der Dose dazu, 3 Dosen Kidneybohnen (abgegossen) und 2 klein geschnittene Paprikaschoten. Und nein, kein Mais, der bringt hier keinerlei geschmackliche Verbesserung sondern nur viel Stärke und Kalorien. Nachwürzen mit Salz und Pfeffer, dazu gemahlenen Kreuzkümmel. Und ja – bei uns gibt es immer noch diesen Klecks Crème fraîche dazu, ohne den geht´s nicht.
Dann wartest Du 48 Stunden und es ist nichts mehr da. Hat sich in Luft aufgelöst - versprochen! Aber es ist mitnichten die Cola, glaube mir. Die Verursacher sind oft vielfältig. Partygäste, Kinder, die eigenen Eltern, Nachbarn oder aber jemand, der mit Pe anfängt und mit Punkt aufhört. Und somit wissen wir jetzt endgültig - den Weihnachtsmann gibt es nicht, Bielefeld auch nicht und das Märchen von der Cola und dem Fleisch ist wirklich eines, probiere es aus!

Weitere Lügenmärchen hier im Blog:
Friech und Kriegen
Alles Lüge!




20.08.11

ochmal mit achdruck!

Blog-Event LXXI - Rezepte mit N (Einsendeschluss 15. September 2011)
Wie Du vielleicht gester Abed bereits bei Zorra gelese hast, fehlt mir etwas. ur eie Kleiigkeit ud so mache eier würde vielleicht sage: „Also bitte, vo was rede wir hier eigetlich?“

Aber so wie im echte Lebe,  gibt es auch im virtuelle Dige, auf die ich icht verzichte möchte.
Dazu gehört ei wizig kleier Buchstabe. Das „N“ Uschuldig kommt es daher. Fällt kaum auf we es da ist. Aber immes is Gewicht, we es fehlt. Das ist wie mit Festerputze. Das fällt auch ur auf, we Du es ICHT machst, oder?

Wusstest Du, dass dieser uscheibare Buchstabe eie Häufigkeit vo 9,78 % i deutsche Texte hat? Er ragiert demach a zweiter Positio gleich ach dem „E“ als häufigstem mit 17,39 % ud das fide ich für eie Kosoate eie starke Leistug. (Ifo: Wikipedia) Vielleicht ist Dir i der Vergageheit bei  eiem Blick i mei Rezeptregister „Im Topf“ bereits die Leere aufgefalle, die uter der Kategorie „“ herrscht. Du magst vielleicht eiwede, dass uter Q, X, Y ud Z auch ichts steht, aber dere Fehle fällt mit ihre Ateile vo 0,02 , 0,03, 0,04 ud 1,13 % i deutsche Texte icht so sehr auf.

Du siehst also, ich habe gewichtige Grüde, um i diesem Moat laut zu rufe:GEBT MIR EI “N“
atürlich köte ich z. B. aus meie verbloggte "Ricotta-Rucola-ocke" auch "ocke vo …" mache, aber das wäre ja ur der halbe Spaß. Auch mit eier ordiäre udelpfae gige ich hart is Gericht – udel sid hier Pasta – Basta. Allefalls och Spaghettii oder Salaje. Vo mir aus auch och Tortelloi.

Die Chace, mir ei Rezept zum Koche ud icht zum Backe (uss-ougat wäre wirklich zu eifach *hehe) zu schicke, erhöht atürlich das achkoche meierseits ud somit die Aufahme i mei Verzeichis ugemei. Wobei ei Backrezept iemals ie ei Ausschlußkriterium sei würde!

Ud weil auch ich bereits seit Woche auf 5 der begehrte Marmite-Abos herumsitze, diese aber die gaze Zeit aus iflatioäre Grüde icht verscheke wollte, werde sie im Rahme dieses Evets uter alle Teilehmer/ie verlost. Mit eier kleie Eischräkug. Eies behalte ich gleich selbst ud eies geht hiermit scho a Zorra, die mit eier uvergleichliche Mühe ud Arbeit jede Moat aufs eue diese tolle Evets für us Blogger ausrichtet.
Also a dieser Stelle auch och eimal: Viele Dak liebe Zorra!
Ud jetzt freue ich mich wie Bolle auf Eure Rezepte!

Blog-Event LXXI - Rezepte mit N (Einsendeschluss 15. September 2011)

18.08.11

Ultimo! Kotelett vom Jungrind, Karotten sous-vide und Spitzkohl


Fast Golda. Aber Golda ist vergeben. Für alle Zeiten. ;) Wobei es ja Leute gibt, die den Golda-Schweinebauch nur für den zweitbesten ihres Lebens halten. *hust* Dann kann so gesehen der letzte Sonntag auch wieder Golda und nicht Ultimo gewesen sein. Und wenn Du das Gefühl hast, hier etwas verpasst zu haben: Dieser Blog funktioniert streckenweise wie ein Fortsetzungsroman. Wenn Du heute also das erste mal hier bist - fang' einfach von vorne an. :)

Frau von Au war zu Gast. Adel gibt´s hier selten, außer Eugen von Heider, den Ritter 2. Grades und den einen als "Kaiserschmarrn-Gott", den anderen als furchtloser Hühnerentbeiner bekannt. Also habe ich das Tafelsilber poliert und beim Metzger d. V. ein fettes Ochsenkotelett bestellt. Fett im Sinne von groß. Und mit Fett natürlich auch. Freitagabend um kurz vor 23.00 h kam die Mail, das Kotelett sei nicht ausreichend gereift, er möchte es mir nicht verkaufen. Weil er wüsste, dass ich Gäste habe und überhaupt. Natürlich hatte er einen Alternativvorschlag, wie das so ist mit den Metzgern des Vertrauens!

1,7 kg Kotelett vom Angus-Jungrind. Fast noch ein Kalb, gerade 8 Monate alt, 3 Wochen gereift. Wenn Sie mal schauen mögen:
DAS ist gutes Fleisch! Aus der Region! Hammer! Also wer immer das liest und in der Umgebung von Mainz wohnt - dann jetzt nur noch hier: Metzgerei Walz. Schon lange der Metzger meines Vertrauens.  Diese feinen Betriebe, die mit Herzblut und Können ihr Handwerk versehen, müssen unbedingt gewürdigt werden. Immer wieder und jeden Tag aufs Neue. Da gibt es nur das, was selbst geschlachtet wurde (im letzten verbliebenen privaten Schlachthof im ganzen Rhein-Main-Taunus-Westerwald-Gebiet) und wenn weg, dann weg. Zugekauft wird nichts. Alternativvorschlag angenommen! 

Nachdem wir uns im Rahmen einer umfangreichen Weinprobe im Weingut Hemmes (davon demnächst auch mehr) gestärkt haben (kleine Info für die Geburtstagspartygäste - ich habe nochmal ein paar Flaschen des tollen Sektes abgegriffen, weil eine kleine Menge nachdegorgiert wurde. Aber jetzt ist Schluß - also wer noch welchen will, muss zu mir kommen! *gg) ging es zum gemütlichen Teil des Tages über. Es wurde gekocht. Der Adel durfte Platz nehmen und das Geschehen mit fachkundigen Bemerkungen ergänzen, sowie mit dem Herrn des Hauses charmant daherpalieren.

Während sich die Herrschaften also amüsierten, durfte die Mamsell in der Küche werkeln. Es gab:

Kotelett vom Jungrind, Karotten sous-vide und Spitzkohl

Da waren die Möhren zu schälen und zu halbieren. Emily musste bereit gestellt werden und sich auf 85° C warmlaufen. Koriandersaat, Kardamom, Macis mussten geröstet und gemörsert werden. Die gute Fassbutter von der Alm durfte mit in den Vakuumbeutel, anschließend war Emily bereit und hat 50 Minuten lang gegart.
Fehlersuche:
  1. Alles zu stramm vakuumiert - was zu 
  2. führte: Die weiter innenliegenden Möhren waren noch ein µ zu fest, also merke
  3. Möhren lockerer vakuumieren, dass sie ordentlich nebeneinander zu liegen kommen
  4. Eine Kardamomkapsel zuviel. Der Sud war ein Gedicht, aber der Kardamom einen Hauch zu vordergründig.
Das prächtige Stück Fleisch wurde dafür lediglich mit Meersalz und Tellicherripfeffer gewürzt. Zur besseren Gewürzverteilung habe ich das Fett kreuzweise angeschnitten, was der Optik vielleicht nicht so gut tat? Zur geschmacklichen Verfeinerung wird es allemal beigetragen haben. Nach dem Anbraten in meiner tollen Scholl-Pfanne kam es mit einem Fleischthermometer versehen in den Ofen. 180° C, ca. 70 Minuten. 
Ich war zuerst ein bisschen unsicher, ob ich mich eher nach dem Garpunkt von Rind- oder von Kalbfleisch richten sollte und habe mich für gut 60° C Kerntemperatur entschieden. Das war sehr weise. :) Es gab 2 Scheiben, die am Ende noch einen Hauch zu roh waren, diese durften im Fleischsud noch kurz nachziehen. 
Als weitere Beilage gab es Spitzkohl, kurz im Wok durchgeschwenkt mit ein wenig Ingwer, einem Hauch gemörserten Senfkörnern und etwas hellem Kalbsfond. Ein wönzig kleiner Schuß frischen Rahms. 
Was war das herrlich! Ich bin zugegebenermaßen verwöhnt, was gutes Fleisch angeht; aber das hier war so ziemlich das Beste, was ich je unter dem Messer hatte!
Und dieses Fett! :) Zum Glück gehen in diesem Geschmacks-Fall M. und P. nicht mit mir konform. Allerdings hatte ich mir Konkurrenz ins Haus geholt. Der Adel steht auf Fett, ich kann Dir sagen! 
Was für ein Fest! Wir haben geschlemmt, dass es eine Wonne war! Und das bringt mich darauf, im Blog eine neue Kategorie einzuführen: "Aus der Region". Ich bin so gesegnet mit tollen Produzenten, die ich mir zugegebenermaßen mit viel Geduld und Ausprobieren zusammengesucht habe, dass ich diese in loser Reihenfolge hier im Blog vorstellen werde. Für vielen Leser/innen, die ich in meiner räumlichen Umgebung habe, sicher willkommen - für die aus den übrigen 79 Ländern, in denen mein Blog gelesen wird, vielleicht etwas weniger.  Aber wer weiß, wer so alles mal zu Besuch in Rheinhessen landen wird. :)

08.08.11

Jungschweinebauch mit Entenleber, Zwetschgenmus und Kaiserschmarrn nach Sven Elverfeld


Wie Chef Hansen so schön zu sagen pflegt, fallen manchmal Weihnachten, Geburtstag und Sonntag zusammen auf einen Tag. Manchmal fallen sogar Sonntage noch auf einen Sonntag, Du verstehst? Das ist ähnlich gedoppelt wie im jüdischen Poker und so unschlagbar wie "Golda". Schließlich schlägt "Golda" sogar "Ultimo" und die Kishonfans unter uns wissen jetzt genau von welch perfider Taktik ich spreche. 

Der letzte Sonntag war sozusagen ein "Golda-Sonntag". Unschlagbar. Taktisch klug bis an die Grenze des Erlaubten, da der Chef gemeinsam mit seiner Frau an der Mosel weilte. Von dort ist der Weg ins schöne Rheinhessen nicht weit. Denn da grau alle Theorie hatten wir uns zum gemeinsamen Kochen in Echtzeit verabredet. Selbstverständlich wurde dazu eine winzige Herausforderung gewählt. Ohne despektierlich erscheinen zu wollen - ein Gericht aus "Alle meine Rezepte" von Biolek hätte uns wohl nicht zusammengeführt. Wir stürzten uns auf das von uns beiden heiß und innig geliebte aktuelle Buch von Sven Elverfeld aus dem Restaurant Aqua, über das ich an anderer Stelle schon etwas ausführlicher berichtet habe. Leider stürzten wir uns gemeinsam auf MEIN Exemplar. *hüstel*. Alex hatte den Code der Selbstschussanlage für den Schrein in dem mit 7 Zylinderschlössern gesicherten Zimmer, in dem er sein Exemplar aufbewahrt vergessen. Das war aber noch nicht alles. Die sieben Schlüssel wiederum waren an einem Bund im Schließfach seiner Bank, die sonntags geschlossen hat. tssss..... Da das Rezept über 6 Seiten geht, führte eben dies zu unnötiger Blätterei und somit zu nicht geplanter Abnutzung. P. stellte außerdem konsterniert fest, dass wir beim Blättern keine weißen Handschuhe getragen haben. Aber wie immer wenn Profis am Werk sind - das Buch war auch hinterher so gut wie neu! :)
Sven Elverfeld - Das Kochbuch
Alex hatte sich relativ spontan in das Rezept für "Jungschweinebauch mit Entenleber, Zwetschgenmus und Kaiserschmarrn", Seite 286 - 291 verguckt, was wiederum nach einem kurzen Blick meine uneingeschränkte Zustimmung fand. Die einzige winzig kleine Hürde war, dass ich keinen Kugelgrill habe um das Fleisch auf Jack-Daniels-Holzfass-Flakes vorzubereiten, das hat Alex übernommen, der dann das Fleisch tiefgekühlt und vakuumiert erst mit an die Mosel und später nach Rheinhessen nahm. Auch die Schwartenchips hat er vorbereitet, ich übernahm den Rest der Einkäufe und Vorbereitungen. Die Zu- und Vorbereitung des Fleisches kannst Du daher bei Chef Hansen nachlesen, ich konzentriere mich auf den Rest und die weinsoziologische Komponente des gemeinsamen Tuns.
Ich weiß nicht, wie Dir das geht - ich persönlich bin nicht so scharf darauf, mit anderen gemeinsam zu kochen. Insofern war es auch ein Härtetest für meine eigene Teamfähigkeit als "Bestimmer" in der Küche. Aber schon die Vorfreude auf unser "Elverfeld-Event" war so groß, dass ich alle Bedenken beiseite gewischt und über meine persönlichen Macken  charmanten Eigenarten nicht weiter nachgedacht habe. Und was soll ich sagen? Ach, habe ich ja schon. "GOLDA!"

Damit Du ein Gefühl für unsere Wirkungsstätte bekommst:
Die Küche:
Foto: Collection Rolf Heyne
Nagut. Nicht meine. Die von Sven Elverfeld. ;(
Hier haben WIR gekocht:
Aber Platz ist in der kleinsten Hütte. Sogar für Emily war wieder mal Raum und Zeit:
Sie hat für die sanfte Entspannung und Wiedererwärmung des von Alex so sorgfältig vorbereiteten Fleisches gesorgt. Auch die Schwartenchips hatte er geschnitten und getrocknet, sie wurden anschließend bei mir im Wok frittiert.
Alles Weitere wurde von uns dann gemeinsam zubereitet:

Zwetschgenmus
  • 70 g Zucker 
  • 250 g Zwetschgen (Herr Elverfeld gibt im Buch TK-Ware an, wir haben frische verwendet)
  • Das Mark von einer halben Vanillestange
  • 1/2 Zimtstange
  • 1 frisches Lorbeerblatt (bei uns ein getrocknetes)
  • 1 Sternanis
  • 20 ml Zwetschgenwasser
  • Je 1 EL Portwein und Rotweinreduktion
  • Specköl (gestrichen)
  • Alter Balsamico (30 Jahre, das muss reichen)
  • Maldon Salz
  • Pfeffermischung (Kubeben- und Szechuanpfeffer, sowie Tasmanischer Pfeffer zu gleichen Teilen. (bei uns Tellicherri, Langer Pfeffer, Szechuan, und Malabar)
Zubereitung:
Den Zucker zu einem goldgelben Karamell kochen, die Zwetschgen und die Gewürze dazugeben. Mit dem Zwetschgenwasser ablöschen und flambieren. Die Zwetschgen in dem Sud weich kochen, danach in ein Sieb abgießen und den entstandenen Fond für die Zwetschgenluft auffangen. Die Gewürze herausnehmen und die Zwetschgen in einen Mixer geben. Mit dem Portwein und der Rotweinreduktion, etwas Specköl und altem Balsamico-Essig, Salz und der Pfeffermischung abschmecken.
Zwischendurch immer mal wieder nachlesen...
und das Gelesene gemeinsam umsetzen...


Zwetschgenluft
  • 100 ml Zwetschgenfond
  • 30 ml Champagner
Unser Begrüßungs-Einstimmungssekt musste es richten, eine Flasche Champagner, die nicht mehr getrunken wird wollte ich nicht öffnen. Wer auf meiner Geburtstagsparty war, weiß, was das für ein feiner Tropfen ist. Ich bin mir im Übrigen sicher, dass DIESEN Unterschied selbst Herr Elverfeld nicht herausgeschmeckt hätte.
  • 20 ml Wasser mit Kohlensäure
  • Zwetschgenwasser
  • Vanilleessig (aus von mir selbst mit Vanilleschote aromatisiertem Weißweinessig aus dem Burgund)
  • 3 g Lecithin
Zubereitung:
Die Zutaten in ein Gefäß mit hohen Wänden geben und mit dem Zwetschgenwasser und dem Vanilleessig abschmecken. 20 ml von dem fertigen Fond für die Zwetschgenjus beiseitestellen. Das Lecithin dazugeben und mit einem Stabmixer durchmixen. (Die Lecithinmenge hat nicht ausgereicht. Wir haben weitere 1 g dazugegeben und noch etwas Gelespessa (Maltodextrin und Xantan). So wurde die Luft sehr schön, aber leider nicht schnell genug fotografiert. Bis zum Bild war die Pracht wieder etwas zusammengesunken. Allerdings finde ich, dass die Zugabe von zu vielen "Helferchen" stets auf Kosten des Geschmacks geht. Lieber weniger Luft - ist oft eh nur heiße - und dafür mehr Geschmack)

  • 100 ml Kabsjus
  • 20 ml Zwetschgenfond
  • Zwetschgenwasser
Zubereitung:
Die (wirklich die?) Kalbsjus und den Zwetschgenfond gemeinsam aufkochen und mit dem Zwetschgenwasser abschmecken.

Zwischendurch die bereits gemachten Photos begutachten und Koch- und Köchinnenwein trinken.



Entenleber
  • 1 dicke Scheibe Entenleber von ca. 90 g
  • Maldon Salz
  • frisch gemahlener weißer Pfeffer (ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass jemand aus diesem Buch kocht und noch darauf hingewiesen werden muss, dass der Pfeffer frisch gemahlen gehört.)
  • Etwas Weizenmehl
  • Etwas neutrales Pflanzenöl
  • 1 EL Zwetschgenwasser
Zubereitung:
Die Entenleber mit Salz und Pfeffer würzen und leicht mehlieren. (Ich habe NACH dem Anbraten gesalzen, sollte man das bei Leber nicht so machen, oder ist das eine weitere kitchen-legend?)
In dem Pflanzenöl goldgelb anbraten und im vorgeheizten Ofen bei180°C fertig garen. Vor dem Anrichten mit dem Zwetschgenwasser flambieren und in gleichmäßige Stücke schneiden. Nochmals mit dem Maldon salzen. Die Pfanne mit dem Bratfett für den Kaiserschmarrn beiseite stellen.


Kaiserschmarrn
  • 4 Eiweiß
  • 100 g Zucker
  • 200 ml Vollmilch
  • 120 g Weizenmehl Type 405
  • 2 Vanilleschoten (das Mark)
  • 4 Eigelb
  • 50 g weiche Butter
Zubereitung:
Das Eiweiß mit 50 g Zucker steif schlagen. 
Die Milch mit dem Mehl, 40 g Zucker und dem Vanillemark glatt rühren, dann alles 10 Minuten ruhen lassen. 
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Einen Teil der Eiweißmasse unter die Mehlmasse geben, die Eigelb dazu geben und mit einem Schneebesen unterheben. Danach den restlichen Teil des Eiweißes unterheben.
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Eine Pfanne gut erhitzen, mit weicher Butter auspinseln und die Masse hineingeben. Im vorgeheizten Ofen bei 210°C Unter- und 180°C Oberhitze etwa 20 Minuten lang backen. (Wir haben 190°C für oben und unten gewählt)
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Nach dem Backen herausnehmen und mit dem restlichen Zucker bestreuen und karamellisieren. Kurz vor dem Anrichten in Rechtecke schneiden und in dem ausgetretenen Fett der gebratenen Entenleber wenden. 
Und auch wenn ich uns sowieso permanent loben muss und von uns selbst ganz begeistert bin - dieser Kaiserschmarrn war so ziemlich die geilste süße Sache in Entenfett, die jemals in meiner Küche zubereitet wurde! (sic!)

Das Fleisch wurde im Wasserbad (Emily) 15 Minuten bei 70°C erhitzt und dann aus dem Beutel genommen. Kurz abgeflämmt und anschließend unter dem Ofengrill (Salamander) nochmals angeknuspert. An dieser Stelle möchte Herr Elverfeld geräuchertes Olivenöl zum Beträufeln. Dieses wurde von uns großzügig wegen "is´ nich" gestrichen.
Am Ende sieht es im "Aqua" dann so aus:
Photo: Collection Rolf Heyne
Bei uns anders, aber mindestens genauso schön! Und bitte überlege Dir mal, dass an so einem Teller oben mindestens 12 Menschen arbeiten. Wir waren 2 mit je 2 Händen, also schon vier. Da K. und P. mehr getrunken als gekocht haben, sahen sie uns zwischenzeitlich doppelt, so waren wir schon 8 und da sie zu zweit zuschauten kamen sie auf  16. Upppps... :)))
Und am Ende sind die Teller im besten Falle überall gleich. Nämlich leer.
Noch ein Highlight des an Highlights so überbordenden Tages. Das Dessert. Dazu möchte ich an dieser Stelle nicht  viel sagen, weil ich eigentlich viel weiter ausholen müsste. Ich habe seit einigen Wochen - um genau zu sein seit dem 9. Juli - eine Eismaschine. Und wie die den Weg zu mir gefunden hat ist so unglaublich und wunderschön, dass es eine eigene Geschichte verdient. Aber soviel kann schon einmal gesagt sein: Ich habe als Dessert ein Lavendeleis zubereitet, zu dem Alex Feigen in Pernod und Honig im Ofen gebacken hat.  Die Eismasse selbst stand seit dem Vortag durchgekühlt in Herrn Bosch, weil ich gerne die Maschine gemeinsam mit meinen Gästen einweihen wollte. Und so drückten wir gemeinsam den Knopf in den siebten Eishimmel!
Ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind!
Die schönsten Feigen von ganz Wiesbaden! Nicht nur, dass ich am Samstag wegen der Entenleber in 4 (!) Geschäften war. Ich kaufe auch nicht jede Feige, die mir so über den Weg läuft. Bei der Gelegenheit möchte ich mal gerne wissen, ob die Enten, die die vielen Brüste in den Kühltheken der Geflügelhändler spendieren, eigentlich in den Sommermonaten keine Leber haben. Ist vielleicht eine neue Züchtung. Leberlose Sommerente. 

Aber bekanntlich ist für den Genuss kein Weg zuweit und insofern hätte das Essen dieses Tages mindestens 2 Sterne im Guide Michelin verdient - was ja nichts anderes heißt, als "verdient einen Umweg". Da Herr Elverfeld noch ein Hotel nebenan hat, bekommt er 3, was dann auch nur heißt, "ist eine Reise wert" und Du musst abends nicht mehr nachhause fahren. 
Dieses Eis war - wow! Nochmals in Grossbuchstaben: WOW. Und die Feigen! So heiß, dass ich mir fast die Zunge verbrannt habe. Das mit der Hitze ist gelogen, musste ich aber schreiben; ist ein insider! :))

Dieser Tag war etwas ganz wunderbar Besonderes! Ein Treffen von 4 sich noch relativ fremden Personen, von der Geburtstagsparty mal abgesehen, auf der wir wenig Zeit füreinander hatten, gab es bisher nur virtuelle Begegnungen. Und trotzdem schwangen wir und alles um uns herum. Alex würde sagen: "groovy". Und genau so war es. Vier Personen groovten gemeinsam voller Harmonie durch den Tag. P. stellte später am Abend fest, es sei schön gewesen, Alex und mich zu beobachten. Wie die kindliche Freude und das gemeinsame Herumkaspern immer mehr der Konzentration und Stille wichen. Wie harmonische Bewegungen und Töpfe- und Tellerrücken ohne Worte sich in ein großes Ganzes fügten. Wie beim Abschmecken Gesichter in Verzückung gerieten und Augen sich beim "hmmmmm...." genussvoll schlossen. So ist das, wenn zwei Koch- und Sinnverrückte aufeinander treffen. Fortsetzung definitiv nicht ausgeschlossen. Es wird ihr nachgerade erwartungsfroh entgegengefiebert. Ich bin als nächstes für den "Altmarker Hirschkalbsrücken mit Fichtensprossenglasur, Pfifferlingen, Walnuss & Kollensellerie". Seite 348 - 353. Lieber Alex, meinst Du nicht auch wir sind bereit dafür?

Und am Ende hätte ich fast vergessen, wofür wir das alles gemacht haben. Ja gut, auch für uns. Und für Dich. Aber auch für das "Ran an den Speck Event", das Alex in diesem Monat für Zorra von 1 x umrühren bitte ausrichtet. 




Blog-Event LXX - Ran an den Speck (Einsendeschluss 15. August 2011)

05.08.11

Ab die Post!

Die Löffel sind unterwegs und sollten ihre Empfänger/innen in den nächsten Tagen wohlbehalten erreichen. Drei von ihnen sind auf dem Weg nach Österreich, zwei nach Frankreich, einer geht in die Schweiz, einer nach Luxemburg, und einer löffelt reist sogar bis nach China. Ich bin gespannt, wie lange dieser unterwegs sein wird. Und ob man ihn ins Land lässt. Vielleicht ist er auch viel zu subversiv. Gar konterrevolutionär. Reißt am Ende noch die Mauer nieder. Stiftet Frieden auf dem himmlischen Platz. Wer weiß, was alles passieren wird. Löffel for Weltfrieden und Menschenrechte, wie wäre das? Ein Löffel wiederum ist unterwegs in ein so kleines Dorf, dort gibt es noch nicht einmal Straßennamen. Ob die Post wohl regelmäßig ausgetragen wird? Ein Löffel geht in einen Ort, mit 3(!) verschiedenen doppelten(!) Konsonanten im Namen! Und er reist nicht nach Finnland.

Ich bin froh, dass Briefmarken selbstklebend sind - leider waren es die Umschläge nicht. Insofern ist es gut, dass ich viel schreibe und wenig rede - mir fehlte für das gesprochene Wort zur Zeit die Spucke. 
Sei doch so nett und gib mir hier kurz Bescheid, wenn Dein Löffel bei Dir eingetroffen ist. Die Österreicher, Schweizer und Luxemburger sollten bis zu 5 Werktage kalkulieren, wie lange es nach China dauert - nobody knows. Es bleibt spannend!




03.08.11

Vorschau auf das neue Wikio-Ranking Kochblogs August 2011

Morgen erscheint das Ranking offiziell. Friederike von Wikio ist verreist, daher heute kurz vor knapp eine kleine Vorschau. Eigentlich wollte ich Euch heute noch ein bisschen beschreiben, wie diverse Rankings überhaupt zustande kommen, welche Links und welche Eurer Seitenaufrufe wie gezählt werden. Total technisch und sterbenslangweilig. So langweilig, dass meine Posts über Wiko und die Rankings zu den meistgelesenen hier im Blog gehören. *gähn* ;))

Aber für einen Tag lohnt sich das jetzt nicht mehr. Es gibt aktuell eine tolle Zusammenfassung zu diesem Thema beim lieben Theo von gumia.de; wem das jetzt immer noch zu kompliziert ist, wartet bitte bis nächsten Monat, dann werde ich diese Geschichte noch einmal für alle verständlich aufdröseln. Natürlich immer unter Beachtung der "goldenen Regeln", die ich HIER aufgestellt habe.

Also für alle die, die das ja gar nicht interessiert (irgendwie ist dieses Ranking wie die BILD, die liest ja auch keiner)

Gastronomie:

1Kochtopf (=)
2Chili und Ciabatta (+1)
3Arthurs Tochter kocht (+1)
4rock the kitchen! (+4)
5Küchenlatein (+1)
6Vorspeisenplatte (+4)
7Würtz-Wein (-5)
8NutriCulinary (-1)
9tobias kocht! (-4)
10Weinakademie Berlin (+4)
11Chef Hansen (+13)
12FoodFreak (+8)
13Valentinas-Kochbuch.de (+12)
14CaptainCork (-2)
15foodblog: paules ki(t)chen (=)
16Mestolo (-3)
17Barbaras Spielwiese (-8)
18Bolli's Kitchen (+5)
19Winzerblog (-8)
20Schöner Tag noch! (-1)


Kochblogs:

1Kochtopf (=)
2Chili und Ciabatta (=)
3Arthurs Tochter kocht (=)
4rock the kitchen! (+3)
5Küchenlatein (=)
6NutriCulinary (=)
7tobias kocht! (-3)
8Chef Hansen (+9)
9FoodFreak (+5)
10Valentinas-Kochbuch.de (+8)
11CaptainCork (-2)
12foodblog: paules ki(t)chen (-1)
13Mestolo (-3)
14Barbaras Spielwiese (-6)
15Bolli's Kitchen (+1)
16Schöner Tag noch! (-3)
17esskultur.at (+3)
18High Foodality (-3)
19NUR DAS GUTE ZEUGS (-7)
20CorumBlog (+10)




01.08.11

Ein Löffel geht auf die Reise


"Arthurs Tochter gibt den Löffel ab!"

So lautete der Schlagruf vor zwei Wochen bei facebook. Zu meinem Geburtstag hat P. mir einen ganzen Schwung dieser Löffel machen lassen, die als kleines Geschenk für mich und meine Gäste auf der Geburtstagsparty gedacht waren. Die Freude war bei mir und allen anderen groß! Die Löffel, die die Party überlebt haben wurden von mir über facebook spontan unter dem o. g. Aufruf verschenkt. Und so reisten ca. 20 Löffel durch ganz Deutschand und ein paar sogar nach Österreich. Das hat mir und auch denen, die den Löffel bekommen haben, einen riesengroßen Spaß gemacht. Vor allem die Bilder, die mir von den Löffelempfängern geschickt wurden haben mich so gefreut, dass alsbald eine neue Idee geboren wurde:

Das Löffel-Blogevent

Ich verschenke ab heute über den Blog 30 weitere Löffel. Und dann bitte ich Dich, Deinen erhaltenen Löffel zu fotografieren. Um dem Ganzen mehr Würze zu geben, sollte das Bild eine der folgenden Kategorien erfüllen:
  1. Der Löffel muss in einer für ihn völlig untypischen verrückten Situation fotografiert werden. Losgelöst von allem, was mit Essen zu tun hat
  2. Der Löffel muss an einem weltbekannten Ort fotografiert werden. Die Definition für weltbekannt bedeutet in diesem Fall mindestens ein Eintrag bei Wikipedia
  3. Eine prominente Person muss mit dem Löffel posieren. Prominent bedeutet, allgemein bekannt. Im Zweifel entscheidet die Jury über den Grad der Prominenz :)
Das Photo muss bis zum 31.10.2011 bei mir eintreffen oder in Deinem Blog veröffentlicht sein. In jeder Kategorie wird nach dem Einsendeschluss das verrückteste, weltberühmteste, prominenteste Photo ausgewählt und ein Sieger pro Kategorie gewählt. Um mich selbst nicht der Befangenheit auszusetzen habe ich eine Eins-A-Jury für Dich zusammengestellt. Darf ich vorstellen, Frau Kapellmeister: Tusch!
Britta Binzer. Redakteurin beim ZDF, dort für "Weinthemen" verantwortlich. Weintrinkerin. Genussmensch. Frankreichfan. Hobbyfotografin. Mitglied bei "Weinfeder e. V.", dem Netzwerk für Weinjournalisten.

Ralf Bender. Ralf Bender schreibt und fotografiert als Redakteur einer Fachzeitung über Nahrungsmittelhersteller von China bis Chile, und freut sich, wenn auch die Fotos eine Geschichte erzählen.

Christian Mittermeier von der "Villa Mittermeier". Fränkisch-bodenständig,  aufrichtig, selbstbewusst und stets fröhlich  – so ist der Gastronom und Sternekoch Christian Mittermeier. Bereits mit 23 Jahren  macht er sich selbständig, ist  engagiertes  Fördermitglied der Vereinigung  Slow Food und  als passionierter Autofahrer gar nicht „slow“.

Und noch ein Tusch:
Selbstverständlich erhält jeder Sieger pro Kategorie einen Preis! Der Verlag Collection Rolf Heyne stellt für jede Kategorie ein Buch dieser süchtig machenden Reihe im Wert von je € 45,00 zur Verfügung. Und sei vorsichtig, mit dem was Du Dir wünschst, ich weiß, wovon ich rede! :)) Sammel-Sucht-Faktor³
Das heißt, wenn Dein Bild gewinnt, schreibst Du mir Deinen "Eins aus Fünf"-Buchwunsch, der von mir weitergeleitet wird. Du bekommst Dein Buch anschießend direkt vom Verlag.

Hier noch einmal alles zusammengefasst:
  • Dein Photo muss eine der drei genannten Kategorien erfüllen um am Wettbewerb teilnehmen zu können
  • Du kannst Dich für jede Kategorie mit jeweils einem Photo bewerben, eventuell gelingt Dir der Photo-Hattrick. Dann erhältst Du natürlich auch drei Bücher!
  • Bitte teile mir mit, für welche der Kategorien Du Dich mit Deinem Photo bewirbst
  • Es stehen 30 Löffel zusätzlich zur Verfügung
  • Jeder der schon einen Löffel hat, ist selbstverständlich herzlich eingeladen, sich hier zu beteiligen!  
  • Die Löffel werden weltweit von mir verschickt, allerdings übernehme ich keine Verantwortung für den rechtzeitigen Zugang bis zum 31.10.2011
  • Die Löffel stehen in der Reihenfolge der abgegebenen Kommentare oder zugegangenen Emails zur Verfügung
  • Gehen zwei oder mehr Kommentare oder mails gleichzeitig ein und es steht maximal nur noch ein Löffel zur Verfügung, entscheidet das Los
  • Deine Löffel-Postadresse sendest Du mir bitte an astrid@arthurstochterkocht.de
  • Damit Dein Löffelwunsch nicht verfällt, sendest Du mir bitte Deine Adresse spätestens 24 Stunden nach Kommentarabgabe
  • Wenn Du einen Blog hast, dann veröffentliche Dein Photo dort, ich lade es mir herunter. Bitte vergiss nicht den Link zu diesem Beitrag
  • Wenn Du keinen Blog hast, sende mir Dein Bild bitte per Mail
  • Du gestattest mir die Veröffentlichung Deiner Bilder hier im Blog und auf und in anderen Medien. (Der Hinweis muss leider sein, die Zeiten sind hart und streng)
  • Wer bereits einen Löffel erhalten hat, kann mit diesem selbstverständlich am Event teilnehmen, meldet sich aber bitte über einen Kommentar, eine mail oder einen Blogbeitrag an
  • Sollte für eine der Kategorien kein Photo eingereicht werden, verfällt der Preis in dieser Kategorie
  • Bei gleicher Höchstpunktzahl in einer Kategorie entscheidet das Los
  • Einsendeschluss für die Teilnahme am Löffel-Wettbewerb ist der 31. Oktober 2011 um 24.00 Uhr
  • Der Rechtsweg ist selbstverständlich ausgeschlossen, Ergänzungen oder Änderungen nicht!
Dieses Photo erreichte mich mittlerweile von P.
Was mich zu zwei weiteren Regeln veranlasst hat:
  • Familienangehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen
  • Die berühmte Person muss ein Mensch sein. Und sie sollte noch leben. Sorry, mein Liebling!
Ein besonderer Dank an dieser Stelle gebührt Zorra von 1x umrühren bitte, die mir diese schönen Banner gemacht hat. Vielen Dank liebe Zorra! Glücklicherweise besitzt Chef Hansen den Schwarzen Gürtel in html und hat mir gestern zwischen Schweinebauch und Lavendeleis geholfen, den Editor in einer glorreichen Schlacht zu besiegen! Vielen Dank lieber Alex auch dafür!

Und last but not least sind hier für Dich die Banner zum Mitnehmen: (Die Banner sind leider vertauscht, ich ändere das später in Ruhe..., also oberen code für das untere Bild einfügen)



Und jetzt freue ich mich auf viele verrückte,schöne und ausgefallenen Photos. Schick den Löffel in die Wüste, wohin der Pfeffer wächst oder um die ganze Welt!




Update am 1. August 2011, 12.32 Uhr
Ihr alle habt mich vollumfassend und über jedes denkbare Maß hinaus überwältigt. Das Postfach glüht und läuft immer heißer. Die Löffel sind hiermit vergeben! Von einigen habe ich noch keine Adresse bekommen. Sollten innerhalb der nächsten 24 Stunden also wieder Löffel "frei" werden, werde ich diese in der Reihenfolge der "Warteliste" verteilen. Also meldet Euch ruhig weiter an.


Wie das Leben so spielen wird, werden sicher nicht alle, die einen Löffel bekommen, auch ein Photo einsenden. Das fände ich zwar schade, aber es kommt immer mal dem einen oder der anderen etwas dazwischen. Auch in diesem Fall wird es eine kleine Nachrückliste geben. 
Nie im Leben habe ich mit diesem Ansturm gerechnet! Der helle Wahnsinn!