In eigener Sache

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03.05.11

Fleischexzesse - ICH und Vegetarier? Dass ich nicht lache!


Etwas verwirrt, ja fast besorgt konnte man vielleicht sein in den letzten Wochen. Da hält bei mir ein vegetarisches Kochbuch Einzug und in kurzer Folge werden zwei Rezepte daraus mit großer Begeisterung von mir nachgekocht. Dabei schreibt lunchforone schon vor Wochen in einem Kommentar nicht zu Unrecht und praktisch ebenso warnhinweisgebenderweise wie vorrausschauend:
“…warne am besten mal deinen Metzger vor (wie du hast keinen Stammmetzger? Ganz schnell einen suchen), dass du zukünftig "exotische" Ware benötigst. Nein, kein Krokodil oder Kobe Rind, eher so in Richtung Kalbsbäckchen oder Kabsfuß (falls er dich nur kopfschüttelnd anschaut, wird es Zeit für einen neuen Metzger).”
Und b.m. legt nach mit:
“Auch würde ich Vegetariern und trockenen Alkoholikern den Blog nicht unbedingt empfehlen
Also – Entwarnung! Auberginen-Zitronen-Risotto, Auberginen in Buttermilchsauce, alles natürlich tolle Gerichte. Nichtsdestotrotz – Fleisch ist mein Gemüse. Und so war es natürlich nicht mehr als Recht, dass ich von Stevan Paul (nutriculinary), bzw. seinem nachgerade entzückendem Nachwuchs aus der Lostrommel für eine Karte der AEG-Masterclass “Steak” gezogen wurde. Also zuckelte ich am Dienstag vergangener Woche gemütlich nach Frankfurt in die Bergström-Studios, wo dieses Event stattfinden sollte, noch nicht ansatzweise ahnend, was mich dort erwartete. Angekommen freute ich mich gleich über das erste bekannte Gesicht, Jan-Wilhelm Buhrmann von Wein? Buhrmann!, der eloquent und mit liebevoller Gastlichkeit die Weinbegleitung des Abends übernommen hatte. Das Küchenteam kam von der Villa Mittermeier, diesem Kleinod in Rothenburg ob der Tauber mit sternegekrönter Küche, deren Inhaber, Christian Mittermeier, zu meiner großen Freude selbst anwesend war. Christian steht mir stets gerne beratend zur Seite, wenn ich mir in Zubereitungsmethoden oder Würzungen unsicher bin. Dann hatte ich sozusagen noch ein “blind date” mit meinem Gewinnpartner, Thomas Baschetti, der extra aus Osnabrück angereist ist, und in seiner Freizeit Vorstandsmitglied bei slow food Osnabrück ist (oder war? Thomas, bitte korrigiere mich)
Nach den Begrüßungspräliminarien und einem Ausblick auf das, was da kommen sollte
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ein Blick in die Karte:
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Den 5 Jahre alten Iberico habe ich vor lauter Begeisterungsbegrüßungsstürmen verpasst, Du siehst ihn oben im Bilderblock, 2. Reihe, 1. Bild von links. Spätestens aber als das Tatar vom Wagyu kam, saß ich in Lichtgeschwindigkeit am Tisch!
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Währenddessen, bzw. davor und danach erzählte Wolfgang Otto von Otto Gourmet viel Wissenswertes rund um die Geschichte und Genetik einzelner Rinderrassen, über den “Samenraub” in Japan, die damit verbundene Möglichkeit der Nachzucht außerhalb der fernen Insel und die Zucht von Wagyu-Rindern in Nebraska durch Dan Morgan. Wir haben zwischen den einzelnen Gängen Fleisch-Querverkostungen durchgeführt, in denen man genau erschmecken konnte, ob sich das Rind lebenslang nur von den Wiesen Nebraskas ernährt hat, oder im letzten Jahr seines Lebens noch mit Weizen und Alfalfa zugefüttert wurde. Köstlich war beides! Aber zuerst kam die Iberico Presa-Schulter, Presa bedeutet, dass das Schwein in seiner Mastphase 70 % seines Futters aus Eicheln bestritten hat. Wenn man weiß, dass ein einziges Iberico-Schwein pro Tag die Eichelmenge eines Baumes fressen kann, dann wird klar, dass es nicht genug Eicheln auf der iberischen Halbinsel gibt, um alle Schweine auf diese Art zu ernähren. “Presa” ist also die höchste Qualitätsstufe!
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Nach der Schulter und den folgenden Fleischquerverkostungen hatte ich natürlich so richtig Hunger und war froh, als endlich der Hauptgang kam:
Irisches Hereford, US-Hereford, US-Wagyu-Beef mit jungem Gemüse (Spargelspitzen und sautierte Radieschen)
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Dazu gab es Wein vom Kap und auch wieder nicht. “Tauberhase” ist die Firma von Christian Mittermeier (btw. beziehe ich daher – über Manufaktum – meinen Verjus), d. h. der “Kaphase” ist sozusagen ein Wein aus Rothenburg, der in Südafrika hergestellt wird. Christian kauft die Trauben, stellt die Fässer und alles andere, lässt vinifizieren und mit dem Ertrag daraus lädt er jedes Jahr zwei Kochauszubildende aus Afrika in die Villa Mittermeier ein, wo er ihnen Kost, Logis und natürlich die Ausbildungsvergütung plus die Kosten für Hin- und Rückflüge stellt. Also immer schön viel trinken für den guten Zweck! Smiley 
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Zum Glück gab es Nachschlag von Wein und vor allem vom Fleisch, denn glaub mal nicht, ich wäre nach den bisher gegessenen ca. 750 g Fleisch schon satt gewesen! Erwartet hätte ich natürlich zum Dessert mal mindestens eine Wagyu-Crème Brûlée, allein- ich wurde enttäuscht. Kein Fleisch zum Nachtisch. Dafür gab es gebratene Ananas in Kokosnuss-Sabayon mit Batida de coco. Naja gut, hat ja auch was… Zwinkerndes Smiley
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Alles in allem habe ich an diesem Abend wohl ein knappes Kilo Fleisch verdrückt (ehrlich, das ist wirklich nicht übertrieben), dafür war ich aber auch 3 Tage satt. Zwei Tage danach habe ich gar nichts gegessen, am dritten Tag nur Salat. Pur. Interessanterweise war ich aber einfach nur satt. Nicht überfressen. Satt und glücklich, ich Raubtier. Viel Interessantes habe ich erfahren an diesem Abend. Also glaub mal nicht, ich hätte nur gegessen und getrunken, nein gelernt habe ich auch etwas. Vieles ist notiert, manches hat sich eingeprägt. Was mir z. B. ganz spontan im Gedächnis blieb, ist die Tatsache, dass ein deutscher Rinderzüchter vom Schlachthof im Schnitt € 1.800,00 für sein Tier bekommt, ein Züchter-Freak wie Dan Morgen allein € 5.000,00 nur Futterkosten pro Tier in den letzten 15 Monaten investiert. Die erworbene Genetik ist da noch gar nicht berücksichtigt,  Mittlerweile gibt es einen kleinen Zusammenschluss von ca. 10 Züchtern in Deuschland, die Wagyu züchten. Allerdings ist das hier bei uns sehr teuer, allein schon weil das Land so teuer ist. Diese unendlichen Weiten gibt es halt nur im Weltraum oder in den Staaten. Dazu kommt der Preis für ein Zuchttier, der locker bei bis zu € 200.000,00 liegen kann. Damit ich aber immer noch zwischendurch alles nachlesen kann, was ich vielleicht vergesse, habe ich noch ein wunderbares Abschiedsgeschenk bekommen:
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In dieses Buch haben mir Christian Mittermeier und Wolfgang Otto so schöne Widmungen geschrieben, die behalte ich mal einfach für mich! Zwinkerndes Smiley

Einen mittleren Herzinfarkt habe ich aber gerade noch bekommen. Dieser Beitrag war endlich fertig, da stöbere ich so durchs Netz und durch you tube, lande in einem Video über Dan Morgen und musste feststellen, dass er der unglaublich nette und reizende Mensch war, mit dem ich mich auf der letzten Chefsache so nett und lange und humorvoll unterhalten habe. Im Nachhinein habe ich mich die ganze Zeit geärgert, dass ich mir den Namen nicht behalten habe. Wir haben zusammen gegessen (natürlich vom Grill! *gg), zusammen getrunken und ich hatte ihm von meiner Bloggerei erzählt, für die er sich sehr interessiert hat. Alles auf englisch, bzw. wie ich heute weiß, Nebraska-Amerikanisch, so dass es kein Wunder ist, dass ich einiges nicht verstanden habe. Jesses, wie klein ist die Welt! *himmelhilf, mei Nervve!

Aber ich habe auch noch etwas für DICH: einige Ausführungen dieses Abends habe ich gefilmt und so kannst Du noch ein paar Informationen (von denen ich denke, dass sie interessant für Dich sein können) hier nachsehen:
Zu Anfang: die richtige Temperatur und das Braten und Würzen
Hereford aus Irland
Roastbeef und Trockenreife
Warum Ribeye statt Filet?
Cuts in deutschen und US-Steakhäusern
Was heißt eigentlich Wagyu und warum?

Und nur mal so als Idee für den nächsten Einkauf beim Metzger des Vertrauens: Frag ihn doch einfach mal, was das eigentlich für eine Rinderrasse ist, die er dort in der Theke liegen hat. Er wird Dir das sicher sagen können, die Supermarktfleischfachverkäuferin hinter der Theke, vor der Du noch eine Nummer ziehen musst, weil Du selbst nur eine bist, wohl eher nicht. Und ob irgendjemand weiß, was in den begasten Vakuumverpackungen für € 2,49/kg ist außer, dass es sich um eine gequälte Kreatur handelt?
Also, wer kann oder auch will sich schon mehrmals die Woche Wagyu von Dan Morgan leisten? Aber weniger Fleisch als vielleicht gewohnt und dafür das gute, örtliche, ehemals glückliche Rindviech mit Weidenhaltung- von dem Dein Metzger noch weiß, von welchem Bauern es stammt und auf welcher Wiese es fraß, das wäre doch mal wieder eine Überlegung wert, oder? Oder den Einkauf bei kleinen Zuchtbetrieben, die sich um die Erhaltung von Charolais-Rindern oder Mangalitza-Schweinen kümmern. 

Erhalten durch Aufessen, aber nicht zuviel auf einmal!
Zwinkerndes SmileyLass mir in jedem Fall etwas übrig!

Kommentare:

Bolli's Kitchen hat gesagt…

ich möchte gar nicht so ein Importfleisch essen, sondern lieber mein Simmerthaler Rind oder das Salers oder Aquitaine-Rind, finde, das ist alles so eine Masche und Mode.

lunchforone hat gesagt…

Darf man es überhaupt wagen zu schreiben, dass Frau z.B. Wagyu ganz nett fand, aber es jetzt nicht so der Renner war?
Könnte allerding auch an der japanischen Variante gelegen habe. Sonst kann ich Bolli nur zustimmen, lokales Fleisch schmeckt immer noch am besten, mit dem richtigen Mass an Ressourcenverbrauch für die Aufzucht.

Arthurs Tochter hat gesagt…

jetzt werden schon meine eigenen Kommentare verschluckt, *aufreg

@Bolli & Lunchforone:
Auch ich möchte kein Importfleisch essen. Ich möchte saftiges, geschacksintensives gutes Fleisch aus meiner Umgebung. Auch möchte ich keine Lammkeule, die um die halbe Welt zu mir gereist ist. Aber leider haben die Deutschen in ihrem Fleischmager- und Mengenwahn es geschafft, den Tieren das letzte bisschen Fett und Geschmack herauszuzüchten. Vor allem beim Schweinefleisch erleben wir das doch immer wieder. Blass, wässrig, im besten Falle noch geschmacksneutral liegt es vor uns in den Kühltheken.

Vielleicht verführt einmal gegessenes amerikanisches "Traumfleisch" auch die Verbraucher hier, wieder mehr Güte und mehr Geschmack einzufordern. Vielleicht schaffen es einfach mehr Leute nur mal nachzufragen, wo ihr Fleisch eigentlich herkommt. Vielleicht schaffen es mehr Menschen endlich den Weg des "weniger is(s)t mehr" zu gehen. Der Schlachter/Metzger m. V. bezieht sein Rindfleisch aus dem Hunrück, da kann man noch Wiese schmecke. Es ist aber auch um einiges teurer, als das no-name-Rind an der Fleischtheke im Supermarkt. Daher gibt es Fleisch bei uns einfach seltener, auch wenn hier im Blog immer ein anderer Eindruck entsteht. :)

Und sicher kann man kein Wagyu mögen und das auch laut sagen! ;)
Es ist das marmorierteste Fleisch überhaupt und sicher nicht jederfraus Sache. ;)

Alex [Chef Hansen] hat gesagt…

Hach, schön :) Ich kann mich hier nicht beschweren, alles in toller Qualität zu kriegen. Aber das weiß ich auch erst, seit ich angefangen habe nachzufragen. Und wenn ich keine Antwort gekriegt habe - woanders nachfragen. Und das "Mehr" an Lebensfreude durch gutes Fleisch (allg. Lebensmittel) ersetzt mindestens einen Urlaub/Jahr und das "gesparte" Geld kann man dann ja in Lebensmittel investieren ;)

Julia hat gesagt…

Raubtier gefällt mir! Dass ich niemals Vegetarier werden könnte, hat der beste Ehemann der Welt (bEdW) spätestens festgestellt, als ich bei der Tiger-Fütterung im Münchner Tierpark Hellabrunn ziemlich gierig auf die riesigen Fleischbrocken geschaut habe, die den Tigern in den Käfig geworfen wurden. Aber immerhin hab ich es ihnen nicht weggenommen :)

lautleise hat gesagt…

Uns genügt die kleine Landmetzgerei in Straßenhaus, dort bekommen wir immer allerbeste Qualität von Tieren, die in der hiesigen Umgebung aufgewachsen sind und deren Halter der Metzger persönlich kennt. Man muss sich nur darum bemühen und dem Metzger die gebührende Wertschätzung entgegenbringen. Dass das Fleisch einen anderen Preis erfordert, versteht sich doch von selbst. Und die anreisende Kundschaft weiss das auch.

Heike hat gesagt…

Danke für den ausführlichen Bericht.
Ich bin neidisch ;)

Einen guten Metzger hab ich zum Glück. Wenn ich aber Fett am Kotelett will, muss ich das vorher bestellen. Fett ist bei den meisten leider nicht mehr erwünscht...

Arthurs Tochter hat gesagt…

@Alex:
genau so gehts. Fragen, weiter fragen, zur Not wechseln und weiterfragen. Irgendwann ist das von Erfolg gekrönt!

@Julia:
war das vor oder nachdem ihr geheiratet habt? :))


@Lautleise:
Glückwunsch! Dann hast Du den Metzger Deines Vertrauens gefunden! :)
Leider ist es damit in vielen Fällen aber noch nicht getan. Der Umgang, bzw. die Reifung, die dem Fleisch zugestanden wird ist oft ein weiteres Problem. Frag doch mal nach, wie lange er abhängt.

@Heike:
Man muss auch "jönne könne", gell? :)))
Aber da sind wir ja beide ganz groß drin! :)
Dass Fett ein wunderbarer Geschmacksträger ist, haben viele vergessen. Lieber die Industriemagerscheiße aus der Plastikflasche! Wie Nils, der nette Koch, in einem der Filme beschreibt- lieber mal vorher ein Stück Fett abschneiden, auslassen und darin braten.

concuore hat gesagt…

Sehr schöner Bericht, tolle Fotos und Filme. Hab' gar nicht mitbekommen, wie fleißig Du warst!

Ehemaliger Conviviumsleiter von Slow Food Osnabrück ist wohl die richtige Bezeichnung seit Ende März, "Vorstand" klingt zu groß für mich, dass dürfen gerne die Gewählten des Gesamtvereins für sich beanspruchen.

lautleise hat gesagt…

*Lach*
Liebe Astrid, ich werde ihn das bestimmt nicht fragen, wie lange er abhängt...
Aber mal ohne Quatsch: Das ist es ja, worauf ein wirklich guter Metzger Wert legt - die Zeit der Reifung gehört einfach dazu.
Heute geniessen wir Spargel (Niederwerth) mit luftgetrocknetem Schinken. Auf den Spargel (Bratschlauch) kommt ein Hauch von frischem Parmesan. Seufz...

Arthurs Tochter hat gesagt…

@Concuore:
Jetzt stell mal Dein Licht nicht so unter´s Steak, ähh, Scheffel! :)
Du hast ja auch noch viel tollere Bilder gemacht als ich. Dafür habe ich wohl mehr gegessen als Du! *gg

Kannst Du nicht einen Backlink von Deinem Beitrag hierher setzen. Ich habe ja immer keine Ahnung, wie das geht.

@Lautleise:
*grins
doch, bitte mach das. Mir zuliebe, frag ihn! :))
Wie war denn der Spargel aus dem Bratschlauch? Überzeugt? Ich musste jetzt darauf verzichten, weil ich keinen Schlauch mehr hatte. Dafür habe ich mir einen so endgeilen Spargelfond gekocht mit weißem Portwein und darin den Spargel gedämpft. War auch ne Wucht!

lautleise hat gesagt…

AusmBratschlauchDerHammer.
Wirklich überzeugt, aber der Spargel selbst war schon ein Gedicht.

*lach* Ich werde ihn fragen, ähm, eher noch seine Frau...

365 Tage hat gesagt…

Also, wie gesagt, ein Artikel wie deiner ist für mich der reinste Foodporno - ich verschlinge ihn mit Genuss, aber so viel Fleisch kann ich mir nicht mal vorstellen, geschweige denn essen. Ich habe aber einen sehr guten "local" Metzger.

Andreas hat gesagt…

Das beste Fleisch, gab es nach meinem dafür halten in Latein-America... Argentinien war wirklich der Knaller.

Mike hat gesagt…

Wie hier schon angedeutet, ist das Abhängen des Fleisches das große Problem. Da kann das Grundprodukt richtig gut sein, wenn ihm aber nur sieben Tage Reifezeit gegönnt werden, dann ist das (Brat-/Grill-) Ergebnis suboptimal. Die wenigsten Metzger haben die Kapazität, Fleisch bei der richtigen Temperatur und Luftfeuchte 20-30 Tage zu lagern. Ein hiesiger Metzger führte mich mal durch sein Kühlhaus und zeigte mir einen Rinderrücken, den er 90! Tage reifen ließ. Das äußere Fett muss dann zwar zum Großteil abgeschnitten werden, aber das Fleisch wäre so zart und aromatisch, man hätte nichts besseres bis dato gegessen. Und für wen hat er das gemacht? Natürlich nur für sich selbst.
Die oben erwähnte Reifezeit von 20 bis 30 Tagen fände ich optimal, aber der Gewichtsverlust ist immens, und das Fleisch dann für den "normalen" Verbraucher zu teuer. Wobei wir wieder beim Thema wären: lieber weniger, dafür besseres Fleisch!

Afra Evenaar hat gesagt…

Neid, einfach nur gesunder, gut ausgekosteter Neid.

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