Schmetterlinge im Bauch in der Pfanne – Gefüllte Schmetterlingsteaks vom Kalbsrücken in Cognacsauce mit gebackenen Tomaten


Liebe Leserin und lieber Leser,
wenn Du heute das erste mal in meinen Blog schaust, dann bitte ich Dich von Herzen, erst einmal diesen Link anzuklicken. Nicht nur ich, sondern ganz viele ganz besondere Menschen haben sich Gedanken gemacht, wie man Dir hier den Einstieg erleichtern kann. Du sollst nicht hilflos herumirren, auf der Suche nach einer Löffelwage, die Dir das Mikrogewicht einer Dinkelsemmel anzeigt. Alles das gibt es hier nämlich nicht. Keine Löffelwaage (die ist zwar im Küchenequipment - natürlich! - findet aber kaum praktische Verwendung), Dinkel nur unter Protest und Semmeln nur gekauft, denn, wie Du auch feststellen wirst, gebacken wird hier kaum.

Und so wurde extra für DICH ein kleiner, ach was sag ich, ein großer Leitfaden gestrickt, an dem Du Dich festhalten kannst, wenn Du hier herumschaust. Sollte Dir das Fadenende doch mal aus den Fingern gleiten- kein Problem, melde Dich kurz per mail oder Kommentar, es wird Dir schnell geholfen. Einige persönliche Willkommensgrüße, die in den letzten Tagen für Dich geschrieben wurden, füge ich Dir hier ein.


Lieber Leser, der Du Dich hierher verirrt hast!

Erstmal herzlichen Glückwunsch, Du hast Arthurs Tochter gefunden. Du findest hier alles, wunderbare Rezepte genial fotografiert (ich krieg das nie so hin und ich hab mir schon extra ne neue Kamera gekauft), die abenteuerlichsten Geschichten, die können gar nicht erfunden sein, sowas kann sich keiner ausdenken, die müssen alle ganz ganz wahr sein.

Wenn Du allerdings ein ernsthaftes Rezept-Blog erwartest, so mit "Man nehme" und 824,7 g ideologisch einwandfreies Vollkornmehl auf 17,58 g handgeschöpfte Bäckerhefe - vergiss es; Arthurs Tochter schöpft aus dem Vollen und mit schlafwandlerischer Sicherheit verwandelt sich das anfängliche Chaos in eine wunderbare harmonische und immer kreative Küchenschöpfung.

Das musst Du mögen, da musst Du Dir schon ein wenig Zeit für mitbringen. Wenn Dir das zuviel ist, Dein Pech, dann geh zu Schöner-Kochen oder Muttis-Kochstudio, wenn Du Dich in Geschichten verlieren kannst, mit einem guten Essen träumen, nimm die Maus und klick hier einfach mal rum.

Dann gibt's bei Dir halt heute mal nur Stullen, weil Du die Zeit vergessen hast - ist doch auch mal lecker und so'n Brot backt sich doch ganz von allein.

Deine susa
31. März 20

Sie schreibt ein Food Blog und sie ist wirklich so.



Astrid Paul beschreibt ihr täglich Brot im Plauderton, ganz wie sie mit der besten Freundin reden würde. Da werden Hühner vor laufender Kamera entbeint, Haushaltsgeräte liebevoll getauft und in die Familie eingeführt. Da wird gekocht, geschlemmt und vor allen Dingen erzählt.

Astrid Paul führt ihr Tagebuch im Internet unter dem Namen "Arthurs Tochter". Tatsächlich kommt Arthur gelegentlich in den Erzählungen vor, denn auch den Vater gibt es im richtigen Leben. Er fliegt mit Astrid in einer Propellermaschine in die Ukraine und kommt ansonsten gelegentlich zum Essen vorbei.

Essen bedeutet bei Astrid mal Ente mit Pflaumenwein und mal Kalbsbäckchen im Rosmarinjus. Oder etwas ganz anderes, denn man kann nie wissen, was Astrid morgen einfallen wird. Aber man kann es lesen, im Blog, jeden Tag.
Dieser Blog handelt von sehr gelungenen Kochsessions mit sehr gelungenen Fotos und sehr gelungenen Texten. Er platzt förmlich vor Witz und Lebensfreude (wie die Kohlroulade :) Verleitet zum Nachkochen, zum Lachen und zum täglichen Lesen, auch wenn man dafür wirklich nicht das mindeste Bisschen Zeit hat und sich später dafür wie blöd abhetzen muss. Aber es lohnt sich. Hier findet man einfach alles. Auch Fehlversuche. (Die muss man dann schon nicht mehr selbst machen.) Vor allem aber kocht hier jemand mit Verstand und Begeisterung - davon kann man als Leser nur profitieren.


Aber nicht dass Du denkst, hier würde nur geredet. Gekocht wird hier! Und mit großer Wonne gegessen. Jedenfalls meistens. :) Zur Zeit wird hier im Blog gefastet (heute den 18. Tag, Du hast es also bald überstanden) Das hält mich natürlich nicht davon ab, trotzdem zu kochen, denn die Familie leidet Hunger und mir macht die fastende Kocherei nichts aus. Meistens beschränke ich mich in diesen Tagen allerdings auf Gerichte, die sich mit verbundenen Augen aus dem Ärmel schütteln lassen, so wie dieses hier:

Gefüllter Kalbsrücken in Cognacsauce mit gebackenen Tomaten:
Du lässt Dir vom Metzger schöne Schmetterlings-Steaks vom Kalbsrücken schneiden.
Die klappst Du Dir zuhause auf und salzt und pfefferst sie.
Dann belegst Du sie mit einem kräftigen rohen Schinken. Nimm keinen Schwarzwälder, der ist zu salzig und dominant (mein Fall ist er eh nicht). Nimm einen guten Landschinken von Deinem Lieblingsmetzger. Wenn Du in oder um Mainz herum wohnst, dann nimm diesen: Jambon de Mayence. Ehrlich, ich mag Serrano und Parma und Pata Negra auch, sogar sehr gerne. Aber warum in die Ferne schweifen...
Dann plünderst Du die Salbeipflanze, die Du vor 2 Wochen nach draußen gestellt hast. Hast Du noch nicht? Dann aber hurtig! Mein Salbei ist sogar winterhart, der bleibt das ganze Jahr draußen stehen. 

Beleg Dir das Fleisch mit einigen Blättern. Je nach Größe zwischen 5 und 8. Manche mögen Salbei gar nicht, dann geht das auch wunderbar mit Rosmarin. Oder Ruccola. Oder in diesen Wochen auch mit Bärlauch!
Dann klappst Du das ganze zusammen und verschließt es mit 2 Zahnstochern. Die Zahnstocher ziehst Du vorher mal kurz durch neutrales Öl, dann sind sie schön flutschig und lassen sich nach dem Braten besser herausziehen. 
Und jetzt brätst Du sie an. Da noch eine Sauce gezogen wird, nimm Butterschmalz und kein Olivenöl. Von beiden Seiten anbräunen lassen, dabei immer die obenliegende Seite mit dem Bratenfett begießen, in dem Du nebenbei noch ein paar Salbeiblättchen mitbrätst. Anschließend mit einem ordentlichen Schluck Cognac ablöschen. Kurz einreduzieren lassen. Dann nimmst Du die Steaks heraus und stellst sie kurz warm, bzw. deckst sie mit Alufolie ab. In die Pfanne kommt jetzt ein halber Becher Sahne (und probier mal, auf carrageenfreie umzusteigen, Deine Gesundheit und Geschmacksnerven werden es Dir danken und das kräftige Schütteln ist gut für die Oberarmmuskulatur)

Jetzt lässt Du alles sämig einkochen, eventuell noch etwas eiskalte Butter zur Bindung einmontieren, dann legst Du das Fleisch wieder herein und lässt es kurz durchziehen. Alles in allem brauchst Du dafür keine 20 Minuten, inklusive braten. 
Bei uns gab es dazu ein paar ganz einfache Ofentomaten. Die kamen aus holländischem Bioanbau und haben mich mit ihrem Duft total verführt. Nach so langer Fastenzeit bin ich für solche Sachen sehr sehr anfällig!
Du teilst die Tomaten in der Waagerechten, schneidest an der Unterseite eine dünne Scheibe ab, damit sie gerade hält. Dann legst Du sie auf ein mit Backpapier ausgelegtes Ofenblech, begießt sie mit fruchtigem Olivenöl und würzt sie mit grobem Meersalz und Pfeffer aus der Mühle.
Bei 160° C Umluft ca. 25 Minuten backen lassen, dann mit gehobeltem Parmesan bestreuen.
Hitzte erhöhen und nochmal ca. 5 Minuten weiterbacken. 
Das Fleisch aus der Pfanne nehmen und in Tranchen schneiden. 

Dann, in meinem Fall, schaust Du den Lieben beim Essen zu, wirst bald ohnmächtig vom Duft und denkst so wirres Zeugs wie: morgen hör ich auf, morgen hör ich auf, morgen hör ich auf, morgen hör ich auf, morgen hör ich auf, morgen hör ich auf...

Mit 30 Minuten Zubereitungszeit ist das auch noch 
Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

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Arthurs Tochter

Kommentare :

  1. Großartig! Und wahnsinnig! Wahnsinnig gut!

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  2. Guten Morgen AT,

    hatte vorgestern einen sehr guten und überraschenden Nachtisch.

    Kennst Du diese Kombination? Vanilleeis, mit Kürbiskernöl und gerösteten Kürbiskernen... hmmmmmm...

    Grüßle
    Tanja

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  3. O.K., das ist ein überdimensionales Saltimbocca! Sollte ich auch wieder einmal machen:)

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  4. Frau Kampi:
    oh! Danke! :)

    @Tanja:
    ja, das liebe ich auch. Fein ist es auch, wenn Du Dir die Kürbiskerne grob hackst, anbrätst und dann nochmal karamellisierst.

    @TFaK:
    Ja, aber viel viel saftiger!

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  5. Boah, und ich hab gedacht, nach den Eichhörnchen schmeißt sie jetzt Schmetterlinge in den Topf ... o.o

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  6. Also Schmetterlinge gehören ganz klar frittiert!

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  7. Oh, wie bin ich froh, wenn das mit dem Fasten endlich vorbei ist. Ich habe so viel Mitleid, dass ich es kaum ertragen kann.

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  8. ricetta saportita e molto golosa!

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  9. toll sieht das aus! ich liebe salbei, zum essen und im garten. den obschon ich absolut kein flair dafür habe kommt der das ganze jahr hindurch :)

    Grüssli
    Irene

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  10. Sollten dir mal die Ideen ausgehen, welche Tiere du verkochen könntest, Monty Python hätten da noch weitere Vorschläge: http://www.youtube.com/watch?v=Dy6uLfermPU
    xD

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  11. @Nata:
    Das ehrt Dich, ist aber unnötig. Mir geht´s echt gut!

    @Lucy:
    Grazie!

    @Irene:
    Ah, noch eine Salbeiliebhaberin! :)

    @Turbohausfrau:
    Ganz großartig, vielen Dank! Wobei das Frösche verkochen in Frankreich ja schon ein alter Hut sein soll. Ich dachte demnächst mal an einen gefüllten Kolibri. Altes Amazonas-Rezept.

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  12. Allein die Tomaten sind bestimmt ein Gedicht. :)

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  13. Als ich die Ofentür geöffnet habe, hat der Duft mich fast umgerissen. Das kann NICHT NUR etwas mit dem 17. Fastentag zu tun gehabt haben. :)

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  14. Klasse! Das Rezept und dass Du diese Fastensache immer noch durchhaeltst. Kolibris kommen im Mai zu uns, falls Du dann noch interessiert bist.....

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  15. Yep, das ist die ideale Ummantelung für den Bärlauch,der da seiner Verarbeitung harrt. Jetzt kann ich nur noch an Fleisch denken. Wie du das machst, ist mir echt ein Rätsel.

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  16. Super, ich liebe Salbei und werde die Schmetterlinge am Wochenden fliegen lassen:-)

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  17. @Kitchen Roach:
    Das möchte ich um nichts versäumen, bitte gib mir unbedingt nochmal Bescheid, wenn es so weit ist!

    @Sophie:
    Essen wird überbewertet! :)

    @Veronica:
    Dann wünsche ich Dir guten Flug! :)
    Gib mal Bescheid, wie es Dir geschmeckt hat. :)

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