In eigener Sache

Dieser Blog ist umgezogen und hat jetzt seine eigene URL.
Bitte in Zukunft www.arthurstochterkochtblog.com verwenden, Dankeschön!


25.06.10

In eigener Sache...

...und doch völlig altruistisch schicke ich Dich wieder weg.
HIERHIN!
Natürlich freue ich mich wenn Du wiederkommst!

Liebe Grüße!
AT

19.06.10

As time goes by...Hähnchenkeule mit Salbei und Serranoschinken in Scherry-Fino-Rahm, Tomatenpolenta


Einige wissen es. Meine dritte große Liebe gehört Filmen und daraus stammenden Zitaten.
Setz mich mit ´nem anderen Filmfreak an einen Tisch, stell uns ne Flasche Wein hin und frag nach einem Lieblingszitat. Kannst mich dann  später wieder abholen und ich habe mich nicht eine Minute gelangweilt, versprochen!
Zum Beispiel:
"Taxi, folgen sie dem Affen"
Einfach aber immer wieder gut.

Oder gestern kurz erlebt:
"Dito"
Da bekomme ich als mögliche Vorschläge Casablanca, Pretty Woman oder Crocodile Dundee!
Crocodile Dundee!!! Hallo! Also wirklich, grummelgrummel...

Ein anderes Lieblingszitat von mir:
"Ein edler Tropfen. Er ist etwas hart im Ansatz, aber er ragt weit in den Hals hinein. Tja, immerhin muss man bedenken: im normalen Haushalt, in normalen Flaschen kann man mit solch einem Wein schnell per Du werden."

Wer es weiß, bekommt hier den nächsten Post gewidmet, versprochen!

As time goes by...
früher, als ich mehr Zeit, weniger Verantwortung, kein Kind und kein Rind besaß, ging ich ca. 4 x in der Woche ins Kino. Da konnte man in Koblenz im Atelier (?) noch rauchen. Durch die Dunstschwaden hindurch jagte ich Nazs mit Indie oder schmiss mich für die Rocky Horror Picture Show in Netzstrump und rote Glitzerpumps. Wenn ich weniger Zeit hatte, ging ich halt 3 mal an einem Tag. Fing bei der 15.00 Uhr Vorstellung an, nahm noch die in der Mitte und stellte mich herauskommend an der Schlange zur Abendkasse gleich wieder an.

Auch hier im Blog vergeht die Zeit. Jetzt bin ich schon fast ein Jahr dabei! Angefangen habe ich relativ planlos. Dabei sein ist alles! Wer jetzt in´s Seufzen kommt,  Eline  ist schuld!
Wenn ich mir die ersten Post so anschaue, waren sie ein reines "Rezeptehineinstellen", was nichts mit dem zu tun hatte, was ich heute hier so treibe. Eigentlich zum Gähnen. Aber es waren Rezepte dabei, die haben es schon verdient, etwas beachtet zu werden, schließlich können sie nichts dafür, dass ich so planlos begonnen habe. Daher werde ich einfach - wenn es gerade passt, alte Beiträge in die neuen einbinden.

Vor 3 Tagen gab es dies hier:
Zubereitung:
 Salbeipflanze auf der Terrasse plündern.
Vom der Hühnerkeule die Haut leicht lösen, Salbei drunterschieben.
Sparsam salzen, pfeffern. Mit Serranoschinken umwickeln.
Hintereinander in einem großen Bräter langsam (sehr langsam! Sicher 30 Minuten mindestens!) in Butter und Olivenöl anbraten. Bei mehr Keulen, als der Bräter fassen kann, die angebratenen im Ofen warmhalten (50°C)
Zusammen mit einem ordentlichen Schuß Sherry fino flambieren.
Mit Geflügelfond aufgießen und sehr sanft schmoren lassen.
Wenn die Keulen gar sind, herausnehmen, den Sud mit Sahne einreduzieren, mit etwas Pfeilwurzmehl binden.
Abschmecken.
Als Beilage eine schlotzige Polenta mit getrockneten Tomaten und Pinienkernen zubereiten.

11. Juli 2009:
Gleiches Prinzip
Mit viel Weißwein im Ofen geschmort -wird auch fein!
Dazu gab es Pasta.  Zum Rezept.

Meine ersten beiden Lieben? Da könnt Ihr noch ein wenig rätseln... ist aber leichter als das Zitat!

17.06.10

Emily und ich!



Puhhh, jetzt isses raus!
Hat Spaß gemacht und ich habe erst dran geglaubt, als mit Hermes mein Belegexemplar ins Haus geliefert wurde.
Meine Expertenrolle hierbei habe ich persönlich vielleicht ein wenig anders definiert als erwartet, aber davon später mehr. 
Wie alles begann - hier nochmal zum Ein- oder Nachlesen.
Wer hätte das alles gedacht? Ich am allerwenigsten!

15.06.10

Völlig überrollt - Orientalische Hirse/Hackbällchen/Schafsjoghurt mit schwarzem Sesam und Minze/Papadam Lijjat/Kümmel



Da sitze ich vor ein paar Tagen so gemütlich vor dem Laptop vor mich hin und will einfach nicht viel tun.
Wie in diesem berühmten animierten Sketch von Loriot:
Hermann sitzt in seinem Sessel einfach so vor sich hin und sie trötet ihm aus der Küche immer neue Vorschläge zum Zeitvertreib entgegen. Aber er will einfach nur da sitzen und überhaupt nichts tun
Viel mehr hatte auch ich nicht vor - als ich unbarmherzig aus meinen Tag- und Laptopträumereien gerissen wurde. Das kleine offene fb-Fenster blinkte. Da wollte jemand chatten! Nicht nur, dass ich fb eh kaum begreife, gechattet habe ich dort noch nie. Sowas mache ich in der Regel grundsätzlich heimlich, die Familie soll das gar nicht mitbekommen. Meine Tochter kommt sonst mit so Bemerkungen wie: "am Ende fängst Du noch an zu twittern!" Ich? Niemals! *hüstel
Vor Twitter bewahrt mich einfach die Begrenzung der Zeichen auf unter dreitausend. 
Gut - für einen Mann würde das natürlich reichen, bekanntermaßen braucht der gemeine (Ehe)mann nicht mehr als zweitausend Wörter pro Tag, da wird er froh sein, wenn twitter nicht mehr viel Gezwitscher von ihm erfordert. Ich wette ziemlich viel darauf, dass twitter von einem Mann erfunden wurde. Niemals würde eine Frau auf die Idee kommen, einen Kommunikationskanal einzurichten, auf dem man sich mit 146  Zeichen mitteilt.
Mich kostet es unglaublich viel Mühe, mich kurz zu fassen.
Du bist gerade hautnah dabei!
Also zurück.

Die "Jemand" im Chat war Susanne, die mich allen Ernstes fragte, was sie abends kochen könne, ihr seien gerade die Ideen ausgegangen. Dazu gab sie mir noch 3 Minuten Zeit. Die Hälfte war schon rum, bis ich die technischen Abläufe begriffen hatte. Die zweite Hälfte war vorbei, bis ich gelesen hatte, was sie wollte. Die dritte Hälfte brauchte ich zum Begreifen und Nachdenken, warum sie das nun gerade mich fragt. Ihr seht, ich bin schon im Minus. 
Ausgezählt von jemandem, den ich gar nicht kannte. So schnell kann es gehen in der schönen neuen Welt. 
Nachdem ich das Vakuum in meinem Gehirn mit einem Schluck Wein verdrängt hatte, schrieb ich ihr kurz entschlossen einfach, was ich selbst für den Abend geplant hatte.
Besagte Hackbällchen mit Hirse, die so außerordentlich gut gelangen, dass ich sie gerne beim 9. Mediterranen Koch-Event von Tobias einreiche, an dem mal wieder teilzunehmen ich fest versprochen hatte.
Hirse mit getrockneten, kleingeschnittenen Tomaten mischen, mit kochend heißer Gemüse- oder Kalbsbrühe übergießen und quellen lassen. Kräftig mit einer Harissa-Mischung (mein derzeitiger Favorit ist die "Marrakesch" Gewürzmischung aus der Mühle von Easy-Gourmet, würzen. Dazu eine ordentliche Prise Aci pul biber.
Das Hackfleisch (Lamm und Rind) mit einem Eigelb, etwas eingeweichtem Baguette vom Vortag, Pfeffer, Meersalz, Koriander, Chili, Knoblauch und in Olivenöl glasig gebratener Schalotte vermischen.
Den Schafsjoghurt mit etwas (Kuh)-Milch glatt und geschmeidig rühren, mit Salz und Pfeffer würzen. In einer Pfanne sehr langsam mit kleiner Hitze schwarzen Sesam rösten und unter den Joghurt heben. Fein geschnittene Minze dazu geben.
Aus dem Hackfleisch Bällchen in Eisportionierer-Größe rollen und in der Pfanne in Olivenöl langsam braten.

Papadam kaufe ich fertig im Asialaden, da kenne ich nix. Die sind gut und praktisch. Eine Scheibe auf einen Teller in die Mikrowelle legen, ca. 1,5 Minuten bei 600 W. Oder aber in der Pfanne in Öl aufbacken. Dauert länger, ist fettiger und kein bisschen besser.
Das Abendessen des Kochplattentellers, bzw. von Susanne hätte ich gerne ebenfalls verlinkt, aber Du findest es nur bei fb, nicht in ihrem Blog. Es sei denn, ich habe es übersehen, dann bitte ich um Korrektur durch das Kommando. 
Aber den schönen Sketch mit Hermann möchte ich Dir nicht vorenthalten!
Gepasst zum Event hätte natürlich auch vortrefflich dieses hier:

12.06.10

Osso disco intervertebrale (oder so) - Bandscheibe in Rotwein


Dass das hier kein reiner Rezeptblog ist, dürfte sich mittlerweile rumgesprochen haben.
Hier kann ich machen, was ich will. Mach ich sonst auch - fragt mal P., der seufzt Euch was, aber an dieser meiner Stelle erst recht. Und kochen muss ich schon mal gar nicht.
Gut, ich koche manchmal vor Wut. Oder ich schmore so vor mich hin, und keiner kommt, alles schon dagewesen, aber das ist ein anderes Thema...

Eines meiner schönsten Erlebnisse in der letzten Zeit war aber, dass ich gekocht wurde. Jawoll, das geht!
Und Susanne, die Marderfrau-Kommandantin hat dem Post dann seinen (deutschen) Titel gegeben.
Wieviel liebevolle Gehässigkeit dahinter steckt, kann nur sie selbst beurteilen. Ich persönlich bin schon froh, dass die Yogastunden der Vergangenheit mich in die Lage versetzen, meine müden Knochen im Topf versenken zu lassen.
Das ganze war eine Riesengaudi, die sehr spontan in der Restaurantküche des Weinhauses und Restaurants "Hahnenhof" in Mainz stattgefunden hat, welches von guten Freunden mit viel Liebe und Herzlichkeit geführt wird.

Und Ihr wollt jetzt kein Rezept, oder?
Doch?
Also:
Gute Freunde!
Großer Topf!
Feiner Wein!
Biegsame Knochen!
Mordsmäßig viel Spaß und Gute Laune!
Zwei starke Arme, die Euch aus dem Topf wieder herauszerren!
Und ein bisschen Zeit, das ganze mit Musik zu unterlegen.

Maestro! La carne! La musica!

Und wehe! Wehe ich höre hier jemanden fragen, wie alt denn so eine Bandscheibe sein muss und wie lange abgehangen!
Steigt erst mal selber rein!
:))

06.06.10

BW011 22 - Spanferkelkeule mit Meerrettichpfirsichen



Ein Mensch, nichts wissend von "Mormone"
schaut deshalb nach im Lexikone
Und hätt es dort auch rasch gefunden,
Jedoch, er weiß nach drei, vier Stunden
Von den Mormonen keine Silbe,
dafür fast alles von der Milbe,
... 
Eugen Roth

Diese Zeilen wurden vor vielen Jahren für mich geschrieben. Zugegeben, der Dichter hat davon nichts gewusst, das schmälert aber nicht die Erkenntnis.
Für die, denen es ähnlich geht, oder die einfach das Gedicht zuende lesen möchten:
Das große Eugen Roth Buch, Hanser Verlag, 1995
Meine Notiz enthüllt mir Kaufdatum und Preis:
03. April1995
DM 26,00

Insofern hätte das hier fast mal wieder ein Post aus meiner überaus und völlig zu Unrecht vernachlässigten Kategorie Literaturkochen werden können, aber Eugen Roth hat an das Schwein nicht so richtig gedacht.
Da aber mein verkochtes verkohltes Ferkel eine Abkürzung hatte, die mir keine Ruhe lässt, ich nach meinem letzten Post zudem so richtig in aufklärerischer Lexikonfahrt bin, mache ich einfach fast da weiter, wo ich aufgehört habe. 
Beim Klugscheißen.
Aber diesmal nur ganz kurz, versprochen!
Und vielleicht bekomme ich mit Eurer Hilfe auch noch heraus, was es mit BW011 22 auf sich hat...

R2D2 - kennt jeder, wenn nicht, setzen! Sechs!
BASF- Badische Anilin und Sodafabrik
Hertie - Kaufhaus Hermann Tietz
Haribo - Hans Riegel Bonn
PTFE - Polytetraflurenthylen
ABW - Aussenbogenweiche
AMK - Automatische Mittelpufferkupplung
Dst - Dienstlicher Sonderzug
QEF - Was zu tun war (Quod erad faciendum)
Aküfi - Abrzungsfimmel

SJ - Schluss jetzt!

Aber wer kennt schon BW011 22?
Bitteschön: Das war sie:
Mit dem Teppichmesser bin ich ihr/ihm in die Haut gegangen, habe sie mit kochendem Wasser überbrüht, in ein Küchentuch gewickelt und etwas vom Schock ausruhen lassen. Dann wurde sie liebevollst mit Meersalz massiert und Nelken gespickt.
Aufgegossen mit ca. 500 ml Geflügelfond, 300 ml trockenem Weißwein kam sie in den Ofen.
Nach ca. 2 Stunden erhielt sie zur Begleitung ein paar weiße halbierte Pfirsiche, Orangenzesten, 1 Lorbeerblatt und einen guten Schuß Apfelessig.

Nach weiteren 30 Minuten kamen die Pfirsiche vom Ofen in der Pfanne, in ein Bett aus geschmolzenem braunem Zucker, Butter, Quittengelee, gemörserten Senfkörnern und etwas Meerrettich.
Darin karamellisiert wurden sie warmgestellt und die Keule mit dem Sud aus der Pfanne eingepinselt. Zur Bräunung unter den Grill gelegt. Diesen Vorgang habe ich ca. 4 x wiederholt.
Zwischendurch wurde telefoniert und viel Wein getrunken, so dass die Keule am Ende etwas verkohlt ist. Daher habe ich auf dem Bildausschnitt die Pfirsiche fokussiert. :)
 
Das Originalrezept stammt von der Seite der e & t und wurde selbstverständlich nur geringfügig  von mir abgwandelt. *hüstel*
Was soll man auch machen, wenn es keine Quitten gibt, Senfpulver nicht zur Grundausstattung gehört, Cidre nicht vorrätig ist und auf dem Standpunkt steht: Kochen beginnt stets mit der kreativen geplanten Abweichung vom Rezept. ;)
Aber bevor ich und Ihr das vergeßt:
BW011 22 ist noch zu erklären!
Baden Württembergisches Schweinderl, Geburtsmonat Januar, der 1., 22. Wurf
oder
Blinde Wutz, Kategorie 011 (Vater gekröntes Haupt, Mama einseitig an grauem Star erkrankt), 22 Halbgeschwister
oder
Beinwleisch, 0 Prüfung, Veterinärgebiet 11, Vertretung des Arztes im Praktikum Nr. 22
oder aber
Was für´n Idiot von Praktikant hat denn da den Stempel aus dem Hühnerstall in den Ferkelkoben geschleppt.

Wer weiß es? Wer weiß es? Weiß es jemand? Irgendjemand?