In eigener Sache

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Bitte in Zukunft www.arthurstochterkochtblog.com verwenden, Dankeschön!


30.05.10

Kleiner Umweg - Maiskapaun mit Rhabarber, Safran und Zimtpolenta

  • Umweg, auch als Umleitung bekannt
  • Stromleitung, benötigt Kabel
  • Heidi Kabel, Volkschauspielerin
  • Das Volk sind wir
  • Wir sind Papst
  • Der Papst telefoniert mit eigener Anlage seit 1886, installiert von Giovanni Battista
  • Leon Battista Alberti starb am 20. April 1472  
  • April Stevens Ewing ist der Name der Schauspielerin Sheree J. Wilson in der Fernsehserie "Dallas"    
  • Erstausstrahlung von "Dallas" war im April 1978, erst geplant  als Miniserie
  • Vorbild war der Film "Giganten" mit Rock Hudson, James Dean und Liz Taylor
  • "Der Gigant aus dem All" ist ein Film von Brad Bird
  • Vorlage war das Buch "The iron man" von Tad Hughes
  • Pete Townsend von "the who" adaptierte das Buch für ein Konzeptalbum
  • Album: Ansammlung von Bildern zur Erinnerung
  • Die Erinnerung: Laut Goethe das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können
  • Goethes letzte Worte: "Mehr Licht"
  • Eigentlich sagte er allerdings: "mer licht hier so schlecht..."
  • der am schlechtesten gekleidete Mensch 2007: Victoria Backham siehe auch hier: Post vom 18.09.09 
  • Das Wort "Mensch" heißt "Kanake"  in der Sprache Polynesiens
  • Polynesien ist eine Inselgruppe zu der auch Neuseeland gehört
  • Neuseelands berühmtester Export ist Peter Jackson
  • Aus seinem Film King Kong stammt eines meiner Lieblingszitate "Taxi, folgen sie dem Affen!"
  • Mit dem Song "joe le taxi" errang Vanessa Paradies Weltruhm
  • Vanessa Paradies war die Muse von Karl Lagerfeld
  • Lagerfeld ist kreativer Kopf von Chanel
  • Coco Chanel erfand das "Kleine Schwarze"
  • Das nächste schwarze Loch ist ca. 3500 Lichtjahre von der Erde entfernt
  • Erde - der blaue Planet
  • blau ist die Farbe der Treue
  • Treue ist eine Tugend
  • die "offiziellen" 7 Tugenden sind: Treue, Mäßigung, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Glaube, Liebe, Hoffnung
  • 7 ist eine mystische Zahl: 7 Weltwunder, 7 Todsünden, 7 Wochentage, 7 Siegel, 7 Farben des Regenbogens, 7 Chakren, 7 Geißlein, 7 Zwerge, 7 Raben
  • Im Tower in England werden Raben gehalten. Diesen werden die Flügel gestutzt, damit sie nicht davon fliegen können
  • "Fly away" ist ein Song von Lenny Kravitz
  • Lenny Kravitz mochte ich noch nie
  • seine Frau Lisa Bonet fand ich immer sexy
  • Lisa Bonet spielte die Denise  in der Bill Cosby Show
  • Bill Cosby ist ein Urgestein der amerikanischen Fernsehunterhaltung
  • 2002 erhielt er die höchste Auszeichnung, die die USA an Zivilisten zu vergeben haben: die "Presidential Medal Of Freedom"
  • "I ´m looking for freedom", Song des ewig betrunkenen David Hasselhoff
  • Hasselhoff wurde gefilmt, als er besoffen auf dem Teppichboden liegend, versuchte, ein Sandwich zu verzehren
  • Beim Verzehr eines Sandwiches ist Mama Cass gestorben, mastermind der "The Mamas & The Papas"
  • Das ist nur eine Legende
  • Legende ist das Synonym für "Feierabend im Hühnerstall"
  • Der Mann vom Huhn heißt Hahn
  • Ein kastrierter Hahn heißt Kapaun
Mein Gott, ich hab´s!!!!!
Dass ich da nochmal die Kurve kriege!
Gestern Abend  hatten wir endlich  wieder Freunde zu Besuch. Mit diesen wollten wir dieses kleine Sonnenfenster, das der gestrige Tag für uns bereit hielt, nutzen. 
Beim Geflügelhändler des Vertrauens gab es nicht das gewünschte Perlhuhn, das in Einstimmung auf die WM afrikanisch einige Fläschchen "Allesverloren" begleiten sollte. 
Aber Mais-Kapaune bot man mir an, und das noch zum Kilopreis der Perlhühner. Wie konnte ich da "Nein" sagen. 

Die Kapaune wurden zerteilt und ganz langsam bei sehr geringer Hitze in Butter angebräunt, dabei nur gesalzen und gepfeffert. Währenddessen ca. 5 Stangen Rhabarber geschält, davon nur das obere rote Drittel  in Stücke geschnitten.
Portionsweise wurden die Kapaunstücke im Ofen bei 50°C warmgehalten. Im zurückgebliebenen Bratensatz habe ich den Rhabarber angebraten und mit Weißwein abgelöscht. Leicht einköcheln lassen. 
Mit Salz, Pfeffer, braunem Zucker, in etwas warmem Wasser aufgelösten Safranfäden und Waldhonig abgeschmeckt. Eine Prise Zimt dazugegeben. 

Den Rhabarber in einen großen Bräter gegeben und die Kaupaunstücke darauf. Bei 80°C langsam schmoren lassen. Am Ende den Kapaun unter dem Grill nochmals knusprig werden lassen und den Rhabarber abgeschmeckt.
Die Polenta zubereiten wie hier, unter der Zugabe einer halben Zimtstange beim Aufkochen der Milchsahne und etwas gemahlenem Zimt beim Einrühren der Polenta.
Da wir draußen auf der Terrasse an der langen Tafel gegessen haben, wurde alles zusammen auf einer großen Platte angerichtet. Nur die Rhabarbersauce durfte nicht dabei sein, da das anwesende Gästekind sonst nicht mitessen wollte. Geplant hatte ich das Ganze nämlich zuerst als großen Schmortopf. Aber auch so war es sehr fein und die Polenta hat wahre Begeisterungsstürme entfacht. Die Kombi von Rharbarber, Zimt und Safran ist gigantisch!

Und kurze Nachricht für Tin und Schaf: Auch der 2009er hat seinen Dienst vorzüglich verrichtet! :)

    27.05.10

    Liebe ißt! Von Baukastenkochereien, falschen guten Weinen und Lamm mit grünem Spargel


    An diese seltsamen Bildchen von dem Paar, welches stets so verschämt aus der abgelegten Wäsche schaute, erinnern wir uns doch sicher alle noch.
    Obendrüber stand  "Liebe ist....", dann kam das Bild und ein Spruch wie: "....der Mann an ihrer Seite sein zu dürfen..." 
    Ganze Kleiderschrankwände in Teenagerzimmern waren großflächig damit bepflastert. Noch heute danke ich meinen Eltern auf Knien dafür, dass "so´n Mist" (O-Ton Arthur) niemals bei uns zuhause auch nur auf die Innenseite der Geräteschuppentür geklebt werden durfte. Aber bei meinen Freundinnen fand ich sie natürlich immer "sooooo süüüüüüüß" (O-Ton Arthurs Tochter) und hätte sie ebenfalls so gerne kleben haben wollen dürfen. So wie Barbiepuppen, Comichefte und anderes unfeministisches, frauenfeindliches oder einfach nur unchristliches Zeugs. Aber ich schweife schon wieder ab...

    Wir haben hier zuhause eine ganz klare Aufgabenteilung. Jeder macht alles. Mit einer Einschränkung:
    Gekocht, also wirklich gekocht, ich spreche hier nicht von Aufwärmereien, wird  nur von mir. 
    Es gilt seit nunmehr fast 14 Jahren noch eine weitere klare Regel:
    P. hat immer die besten Ideen, ich habe dafür immer Recht. Basta. Auch damit fahren wir gut, aber auch das ist ein anderes Thema...

    Du siehst, ich bin eine Frau mit Prinzipien. 
    Eines lautete: Ich blogge kein Spargelrezept. Mache ich auch nicht wirklich, ich erzähle Dir einfach nur so ein bisschen, wie ich ihn gerne mag und was daraus wurde...

    Gleich hinter den Weinbergen, inmitten derer ich wohne liegt eines der besten Spargelanbaugebiete Deutschlands. Sagen jedenfalls die Finther. Das sind die Bewohner eines Mainzer Stadtteiles mit einer Spargelbauerndichte, die man nur noch mit der Stringtangadichte an der Copacabana vergleichen kann.  In besonderen Böden wächst hier ein Spargel, der kaum Bitterstoffe enthält. Am liebsten ist uns jedoch seit ein paar Jahren der grüne oder auch violette. Mittlerweile ist der violette Spargel zu einer eigenen Züchtung anvanciert, zu behandeln wie der grüne auch. Zumal er beim Zubereiten sowieso dessen Farbe annimmt.
    Zwischengang im HIER erwähnten Menü - Risotto mit violettem Spargel und Parmesan-Pinienkernchip:

    Dann der grüne Spargel auch nur gebraten, mit etwas braunem Rohrzucker, viel Basilikum, vielleicht ein paar Tomaten, gerne geröstete Pinienkerne und dazu ein Stück Lammlachs. Vielleicht noch ein Faden Thymianhonig. Köstlich!
    Dazu als Wein am liebsten Jean Luc Colombos Abeilles Blanc, Côtes Du Rhône. Den gibt es aber leider nicht an jeder Ecke und meine Vorräte sind erschöpft. Und so rase ich wie immer in Eile kurz vor Toresschluß 20 km nach Idstein, parke auf einem der teuren € 60,00 Plätze in der Fußgängerzone, haste in einen meiner Lieblingsweinläden, rufe laut nach einem weißen Côtes du Rhône zum mediterranen Lamm, greife die Flasche, schmeiße das Geld auf den Tresen, düse hinaus und nachhause, stelle schnell die Flasche in den Kühlschrank, atme durch und stelle mich an den Herd. Wird alles ganz wunderbar. P. spielt den Sommelier, nimmt die Flasche aus dem Kühlschrank und schenkt ein. Und wir haben kalten Rotwein im Glas. Seufz...
    So kamen wir zu:
    Ein wunderbarer Tropfen, aber das ist ja heute kein Wein- sondern ein Liebes- und Spargelbeitrag. Also auch davon ein anderes mal mehr.
    Weils so schnell und einfach geht, könnte das glatt ein Beitrag für die Cucina Rapida sein, ich weiß aber nicht, ob sie mir das dort so ohne Rezept durchgehen lassen.
    Weils so schnell und einfach geht, wurde es auch ein Beitrag von P., aus der Rubrik: Immer diese Regeln, heute koche ich!
    Grüner Spargel. Wunderbar!
    Lachsfilet! Wunderbar!
    Roter gebratener Paprika! Wunderbar!
    Pinienkerne! Wunderbar!
    Aber jetzt mal stop, mein Liebster! Das ist Vielkomponentenkochen. Baukastenprinzip. Nicht alles, was man mag, ergibt zusammengenommen ein harmonisches Neues. Das ist wie bei Cher. Man kann die Musik mögen. Scharfe Klamotten. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse des medizinisch Unnötig- aber Machbaren. Autowerkstätten und Ersatzteillager. Oldtimerausstellungen. Alles zusammen? Das wird nix.
    Aber Du hast gewußt, auf was Du Dich einlässt. Und sicher war es lecker. Anders eben.
    Liebe ißt!
    Und ich habe da schon ein paar Ideen...

    22.05.10

    Vielen Dank für die Blumen! Ein Rausschmiß, rosa Zeiten und ´ne Radieschencreme


    Ich bin ein Nordlicht. Hochdeutsch. Trage vorwiegend blaue Blazer mit Goldknöpfen. Vornehm-zurückhaltend. 
    Spätestens jetzt höre ich die ersten Lacher.
    Aber etwas davon stimmt wirklich. Weißt Du was? 
    Jaaaaa, mit der vornehmen Zurückhaltung liegst Du natürlich nicht so ganz falsch, aber eigentlich meine ich das Nordlicht. Was passiert, wenn man so ein Nordlicht ins Rheinland verpflanzt? Es geht ein oder ergibt sich dem Suff. Ich habe den Mittelweg  gefunden. Bin in der Nähe des Rheines geblieben, aber weg vom Bier. Hier in Rheinhessen ergebe ich mich der gepflegten Weinseligkeit,  gutem Essen und schöner Landschaft. 

    Am meisten vermisste ich zu Beginn das flache Land. Mittwochs zu sehen, wer sonntags zu Besuch kommt- das hat was. Aber noch etwas fehlte mir. Mein geliebter Radiosender NDR3. Da habe ich noch sonntags die Hitparade (jaja, so hieß das damals) aufgenommen. Auf dem Multifunktionsgerät, das sich Radiorekorder nannte. Da drehte ich am Sender-Rädchen, kletterte vom Fenster aus aufs Dach um die mit einem Drahtbügel aus der Reinigung verlängerte Antenne im richtigen Winkel zu platzieren ohne mir bei einem Sturz das Genick zu brechen. Dann wurden die Kassetten zurecht gespult. Die wiederum gab es bei Aldi für DM 3,99 im Doppelpack von TDK. 60 Minuten. 90er waren etwas teurer. 18.00 Uhr. Mama ruft zum Essen. Kann ja wohl nicht wahr sein. Ich täusche Übelkeit vor, verzichte aufs Abendessen und drücke schon einmal Rec. und P(ause) gleichzeitig. Der Moderator quatscht noch. Gleich. Gleich geht´s los. Platz 2 - Barclay James Harvest. Platz 1 nach den Nachrichten. Der Song ist noch nicht zu Ende, da zerstört die Meldung von einem Geisterfahrer auf der A2 meine Aufnahme. Schnell "P" drücken. Hektisches Spulen. Der Song läuft weiter. Taste drücken. Am Ende nochmal jedes Atmen rausschneiden. Adrenalin pur. Ich muss aufgeregt und hungrig ins Bett.

    Umzug nach Neuwied. Kein NDR. Kein flaches Land.  
    Aber dafür erlebe ich das "neue" Radio. Respektlos und witzig. SWF3 - so hieß der Sender damals noch. Schnell machte ich mir einen neuen Lieblingsmoderator aus. Elmar Hörig. Immer mit ´nem kessen Spruch auf den Lippen. So konnte Radio sein! Das hieß sonntags nicht mehr "Hitparade", sondern "top ten". Wir hörten damals nicht Radio, wir hörten "Elmar".
    Dann war es plötzlich vorbei. So einfach, ohne uns zu fragen. 
    Elmar wurde zu frech. 
    Die Deutsche Bundesbahn machte  ein neues Angebot. Bahnbrechend im wahrsten Sinne des Wortes. Verbilligte Preise unter dem Namen "Rosa Wochen". Das war eine Steilvorlage für jeden Humoristen. Elmar nutze diese und propagierte "warme Wochen", zudem schenkte er dem Ausspruch "bitte hinten anstellen" eine neue Bedeutung. Da musste er gehen. 

    Und heute? Der SWR heißt SWF und ich höre KlassikRadio. Rosa von Praunheim hat Bio geoutet, Wowi macht es von ganz alleine und Toyota ruft Westerwelle zurück. Ich persönlich halte es mit Harald Schmidt, der mal sinngemäß gesagt hat, die eigentliche Diskriminierung bestünde darin, keine Witze mehr über Frauen, Juden und Schwule etc. zu machen. Ich persönlich kreide Herrn Hörig lediglich an, dass er bei Homosexuellen automatisch ein männliches Bild im Kopf hat. Homosexuelle Frauen müssen sich nicht hinten anstellen, die können auch von vorne viel Spaß haben. Aber das nur so btw.

    Ein rosa Süppchen habe ich noch im Angebot. Das Rezept wurde mehrfach gewünscht in den Kommentaren aus meinem letzten Post. Gewidmet allen Rausgeschmissenen, Humoristen, Schwulen, Lesben, Gegen-den-Strom-Schwimmern und meinen Eltern.

    Radieschencréme mit Wachtelei 18/55 und gebackener Schnittlauchblüte
    Du schlägst das Wachtelei auf. Zuvor ritzt Du die Schale an, denn Wachteleier haben eine dickere Schicht als ihre Verwandten vom Huhn.
    Dann dürfen die Radieschen in Stücken in einen großen Topf. In diesem werden sie mit Butter sanft angeschwitzt und mit trockenem Weißwein abgelöscht. Danach bekommen sie einen Aufgußss mit (hoffentlich selbstgemachtem) Kalbs- oder Gemüsefond.
    Selbstverständlich hast Du für alle rosa Fälle immer ein Paket Reispapier zuhause.
    Aus diesem weichst Du Scheiben in warmem Wasser kurz ein und schneidest sie auf die gewünschte Größe zurecht. 
    Dann schlägst Du Dir noch ein Eigelb zum Kleben auf. Dafür kannst Du eines Deiner Wachteleier nehmen, musst Du aber nicht. Ein Hühnerei tut es auch. Ist nicht stilecht, bleibt aber unter uns!
    Du legst eine Deiner Blüten auf ein ca. 4 x 4 cm Stück Reispapier, umstreichst die Ränder mit Eigelb und klappst es zu. Dann frittierst Du es.
    Das geht schnell und macht Spaß. Angsthasen empfehle ich dieses Video:

    Die Radieschencrème streichst Du nach ca. 10 Minuten durch ein feines Sieb und verfeinerst sie mit Meerrettich. Gibst Ihr einen Schuss Sahne, schmeckst sie ab mit Chili, Salz und Pfeffer, spendierst ihr frittierten Schnittlauch und legst ihr das Blumenpäckchen zur Seite. 
    Vor ca. einem Jahr habe ich das schon einmal mit Zucchinicreme und Mohnblüte zubereitet. Stundenlang bin ich durch die Felder gelaufen, um die perfekte Blüte zu finden.
    Das Wachtelei wurde ganz einfach im DG 18 Minuten bei 55°C zubereitet.
    Als nächstes kocht P. Wir bleiben gespannt!


    18.05.10

    Von der Liebe und der Sehnsucht. Von Spanferkel und Wachtelei. Von Schaf und Waldmeister. Falscher Schnittangabe und Kochfreuden mitten im Mai.

    Familienzuwachs!
    Im technischen Bereich. Was denkst Du denn?
    Für etwas anderes wäre gar keine Zeit...

    Sodann fuhr ich voller Stolz mit dem schicken Teil im Gepäck zu einer Tagung nach Paderborn. Paderborn! Verstehst Du? Ich dachte immer, da fährt man weg und nicht hin. War auch so auf der Autobahn. Auf dem Hinweg war alles frei!
    3 Tage im Hotel. Und das mir als Heimwehkind. Ehrlich. Als erwachsene Frau sitze ich auf Hotelbettkanten, verdrücke  Heimwehtränen und wünsche mir, so schnell wie möglich wieder zuhause zu sein. 
    Aber P. ist großartig, er weiß das und versteckt  kleine Geschenke im Gepäck:
    Ich schlage es auf und lese
    Puhhhhhh.......
    Bitte gib mir ein Taschentuch, die Tusche läuft.
    After all these years...

    Zum Trost schließe ich den Laptop an. Auf den Fluren des Hotels W-lan bis zum Abwinken. In den Zimmern nichts.
    Der nette Empfangschef bringt mir persönlich ein Netzwerkkabel und wirkt enttäuscht, als ich es ihm schon an der Zimmertür abnehme.
    Ich stöpsel mich auf die 16tausend irgendwas drauf (soll besonders schnell sein) - meine Seite wird abgelehnt, wird als nicht vertrauenswürdig eingestuft. Jetzt bitte keine Häme! ALLE EURE Blogs ereilte dieses Schicksal. Ich  bin abgeschnitten von der digitalen Außenwelt. 

    So musste ich mich der Kultur widmen. Das war nicht  einfach, habe mich gleich im Dom verlaufen! Doch, das geht! Der ist groß!
    Dort gibt es einen Klangraum. In diesen gehe ich  ganz alleine, schließe die Tür,  stelle die Aufnahmefunktion am Telefon ein und singe Zeilen aus unserem Hochzeitslied. Sende es als Podcast an P. 
    Verdrücke schon wieder eine Träne. Er hoffentlich beim Hören auch.
    Seufz...

    Dann geht es zum Essen, Arthurs Tochter Geht Aus hat demnächst Zeit für einen auführlicheren Bericht.
    Nach 3 Tagen stehe ich auf der Rückreise ewig im Stau. Kein Wunder aus o. g. Gründen.
    Ich stürze mich in die Arbeit. Verfolge Einbrecher, nehme mit der Polizei Fingerabdrücke, begutachte Tatorte (und jetzt errät KEINER, was ich eigentlich mache!), koche so Zeugs wie Radieschencreme mit gebackener Schnittlauchblüte in Reispapier und 60°C-Wachtelei. 
    Verbrenne fast eine Spanferkelkeule mit Meerrettichpfirsichen.
    Schicke Emily nach Hause. Hoffe auf einen neuen Ofen. Aber P. investiert lediglich € 40,00 in einen neuen Heizstab für die Unterhitze, der olle Ofen heizt wieder und macht meine Träume von der 90 cm-Induktion zunichte. Der Blödmann spurt  sowieso nur, weil Emily uns verlassen hat. Aber das glaubt mir wieder kein  Mensch P.!  Wurde aber wohl Zeit - Du erinnerst Dich? Eine der schönsten Geschichten hier im Blog: Aufstand gegen Emily.
    Dann kochen wir am Wochenende mit Freunden. Da gibt es  so Zeugs wie Elines/suse70s  Olivenölgebäck in Schafsform - sorry, das ist jetzt ein "insider". Für die, die nicht wissen, um was es geht - ist echt lustig! ;))
    Ansonsten gab es noch:
    Amüsereien 
    3erlei von Gänseleber und Aal
    Risotto mit violettem Spargel und Parmesan-Pistazienchip
    zwischendurch hat doch tatsächlich auch noch jemand eine Wildschweinsülze gereicht
    Bouillabaisse
    Sorbet von (?) - Tin, hilf mir, war Deines, oder?
    Maiböckchen mit Kartoffelbaumkuchen, Stangensellerie und Rhabarbervinaigrette
    Tarte mit Birne und Roquefort
    Kokossorbet, weiße Mousse, Waldmeisterpesto

    Für die Weine war das Schaf verantwortlich. Da dieser Abend so besonders schön war, das Essen so besonders gut, die Weine so besonders vorzüglich, meine Terminplanungsfähigkeiten, die ich ja bereits hier unter Beweis gestellt habe, zudem einen neuen Höhepunkt erreicht haben, gibt es dafür natürlich einen extra Post!

    Und auch zu den durchaus verbesserungswürdigen Angaben zu Baumkuchenschnittenzentimetern aus dem Hause 180°C werde ich Stellung nehmen. Das geht so nicht, liebe Kolleginnen!
    Da musste ich tatsächlich ca. 3 - 7 Scheiben vor dem Anrichten aufessen, nur um das Gleichgewicht wieder zu wahren. Lieber wäre es mir, diese Sorgfalt meinem Körpergewicht widmen zu können! 

    p. s.
    P. findet diesen Blogeintrag übrigens doof. Obwohl er doch wirklich gut dabei weg kommt. 
    Er bemängelt fehlende Emotionen, mangelnden Humor und "alles andere auch"... Männer!
    Vielleicht bin ich aber auch einfach nur aus der Übung.

    01.05.10

    Ping-Pong! Weitere Verwicklungen mit bandagiertem Geflügel - Perlhuhn in Tiroler Schinkenspeck



    Mein kleiner knödeliger frühlingshafter Herbstausflug ist vorüber. Spaß hat er aber allen Beteiligten gemacht. Und so wie ich selbst, mögen viele der Leser Wickelklöße und anderes Kugelrundes auch in den beginnenden Frühlingstagen. Ich werde mal "brainstormen" (Achtung! Mein Post von der Deutschen Sprache läßt grüßen!), wie die feinen Dinger sommerlicher daherkommen können. Robert fordert schon eine italienische Variante ein, Tobias die grundsätzlich mediterrane. Da muss doch etwas zu machen sein...

    Aber eines nach dem anderen.
    Da mache ich ein Huhn und der Kochplattenteller macht es fast nach. Nimmt aber die falsche Kartoffelsorte. Kann ja nix werden. Seufz.
    Die Kartoffeln blieben hart wie Kruppstahl. Für die, die sich nicht durch die Kommentare lesen wollen, ich habe Sorte und Grund identifiziert:

    Ich kenne diese Kartoffelsorte. Sie nennt sich "Petschrowa", benannt nach der verdienstvollen Witwe eines ehemaligen Sowjetoffiziers, der vom Bauern zur Pflugschar wurde.
    Entwickelt wurde sie in hochgeheimen Laboren jenseits der sibirischen Grenze um im Verteidigungsfall ebenso als Wurfgeschoß, wie auch als Lebensmittel dienen zu können.
    Nach dem Zusammenbruch Russlands wurde das Saatgut von marodierenden Tadjuken (oder so) durch winzige Bestandteile an deren verdreckten Stiefeln in die Welt hinaus getragen.
    So landeten sie mit dem Ost-West-Wind auch bei uns. Auf dem Feld erkennt man sie, wenn man sich ganz hinunterbückt und die Blüte genauer betrachtet. Im Gelb ist ein wenig Rot zu finden und der Stempel hat die Form einer Sichel. Schnell rausreißen! 
    Also seid gewarnt!

    Man kann Huhn ganz wunderbar gemeinsam mit den Kartoffeln schmoren. Auch noch mit ca. 5 Knoblauchknollen. Aber auch das ist eine andere Geschichte.
    Knoblauchhuhn provencale, "Klick" zum Rezept
    Kommen wir zurück zum Huhn. Nach Kochplattentellers "P.Erlhuhn"  musste bei mir auch mal wieder eines her...  Eben noch in der Rhön, jetzt auf ATs Showbühne. Was hätte ihm Besseres passieren können, mal ehrlich! ;)
    Die Buttermenge war mal wieder unanständig. 250 g. Flüssig.
    Dazu kamen 2 Handvoll frische Salbeiblätter von der hauseigenen Dachterrasse. In Olivenöl geröstete Pinienkerne. Aufgemixt. Auf die Pesto, fertig, los. Kein Parmesan!!!
    Damit wurde das Perlhuhn von mir liebevollst von innen und außen eingeschmiert...
    ...und anschließend mit dem Schinkenspeck verbunden. Dabei hilft die Erinnerung an den Erste Hilfe Kurs zur Erlangung der Fahrerlaubnis ungemein. Eine Mund zu Mund-Beatmung ist nicht vonnöten, das Tier ist tot! Bitte verzichte aber auf die Metallklemmen, die verhaken sich unglaublich unangenehm im Zahnfleisch!
    Den Rest der Salbeibutter großzügig in und um das gepfeffete und leicht gesalzene Huhn herum gießen. Ab in den Ofen. Ach! Der ist ja kaputt! Immer noch, ich komm zu gar nichts. Also gut. Dann wieder auf den Herd. Leise schmurgeln lassen, ca. 75 Minuten.
     
    Auf´s Spaghettinibett setzen. Wie man sich bettet, so liegt schmeckt man. Und am nächsten Tag kann man dann noch wunderbar als Resteküche herhalten. 
    Schon wieder Pasta!  Klappe, das habe ich nicht gehört! 
    Und hier das "Pong" vom "Ping"
    Was meint das Kommando? Ihr hört jetzt auch auf mit den Hühnereien und ich mach als nächstes ´ne Spanferkelkeule. Sonst komm´ ich hier zu gar nix mehr...