Jutta von Schnuppschnüss, ihr Manzfred kocht Senffleisch im Crockpot. Ich glaub, das ist ´n toller Topf, da schmeißt Du rein, was da ist und am Ende kommt lecker Essen raus. Nicht? Ach, ich dachte.
In ihrem Beitrag erzählt Jutta ein wenig von Sachsen. Und von dem, was die da so kochen. Unter anderem erwähnt sie Wickelklöße. Und siehe da, die gab es tatsächlich schon einmal bei mir. Teubner´s "Deutsche Küche" sagt dazu, sie wären eine Spezialität aus dem Erzgebirge. Da schau an, ich dachte, die machen dort nur so kleine rauchende Männchen zu Weihnachten, geschnitzte Jahresendfiguren mit Flügeln und anderes Plingpling.
Ich weiß, das gibt wieder Bloggerhaue, aber vielleicht kann ich Euch mit dem Rezept dazu wieder versöhnen, das ist nämlich wirklich gut.
- 350 g mehlige Kartoffeln
- grobes Salz
- 4 TL Mehl
- 4 TL Speisestärke
- 1 Eigelb, Salz
- frisch gemahlener Pfeffer
- 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
- 1 Scheibe durchwachsener Speck (30 g)
- 1 weiße Zwiebel
- 4 Stängel Blattpetersilie (bei mir durch Rosmarin ersetzt)
- 2 - 3 EL Semmelbrösel
- Butterschmalz zum Braten
Die Kartoffeln waschen und trocken tupfen. Den Backofen auf 200° C vorheizen. Das grobe Salz auf dien Backblech geben, die Kartoffeln draufsetzen und im Ofen 40 bis 45 Minuten weich garen. Anschließend herausnehmen, etwas abkühlen lassen, pellen und noch warm durch die Kartoffelpresse drücken. Mehl, Stärke und Eigelb unter die Kartoffeln heben und die Masse mit Salz, Pfeffer sowie etwas Muskatnuss abschmecken. Decke den Kartoffelteig mit einem Tuch zu und lass ihn auskühlen.
Inzwischen den Speck in feine Würfel schneiden und in einer beschichteten Pfanne auslassen. Die Zwiebel schälen, sehr fein würfeln, zum Speck geben und glasig schwitzen. Lass die Speck-Zwiebel-Mischung auf Küchenkrepp abtropfen. Die Petersilie (den Rosmarin) waschen, trockenschütteln und fein hacken.
Den Kartoffelteig durchkneten und 5 mm dick zu einem Quadrat ausrollen. (Nach Schnittplänen mal hier gucken, die haben sicher was dazu) Die Kartoffelteigplatte mit Semmelbröseln bestreuen und die Speck-Zwiebel-Mischung sowie die Petersilie (den Rosmarin) gleichmäßig darauf verteilen.
Die Teigplatte aufrollen
und in ca. 4 Stücke schneiden.
Jedes Stück zunächst in Frischhaltefolie, dann in Alufolie einpacken und dabei die Enden gut zudrehen.
In einem Topf Wasser aufkochen, vom Herd nehmen, die eingepackten Klöße einlegen und etwa 10 Minuten im Wasser ziehen lassen. Dann die Klöße herausnehmen und auspacken. In einer Pfanne etwas Butterschmalz erhitzen und die Klöße darin goldgelb braten. Auf Küchenpapier abtropfen lassen, portionsweise in 2 cm dicke Scheiben schneiden. Ich finde, man kann sie auch gleich ganz lassen, soweit ich mich erinnere, habe ich sie nicht noch weiter aufgeschnitten.
Dazu gab es Lammkeule mit Rosmarin gefüllt, und ein Püree aus grünen Bohnen mit Ysop.
Die Bilder sind vor meiner Blogzeit entstanden, daher erkennt man hinterher die Klöße nicht richtig auf dem Teller. Im Vordergrund stand ganz eindeutig das Fleisch, das in einem wunderbaren Rotwein-Rosmarin-Sud geschmort wurde.
Aber ein guter Anstoß, diese Knödel mal wieder zu machen. Sie haben in meiner Familie wahre Begeisterungsstürme entfacht.
Wer gerne Knödel mag, dem empfehle ich auch diese Beiträge:
Kartoffelkloßproduktion (noch nicht gebloggt)
Viele Blogger haben ebenfalls das von mir so geliebte Buch "Deutsche Küche" von Teubner. Für Euch die Seitenzahlen der daraus entnommenen Rezepte:
Wickelklöße: S. 385
Serviettenklöße: S. 394
Kartoffelklöße: S. 390 und 393
Diebchen: S. 386




