In eigener Sache

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16.03.10

la dolce ruckzuck - Spaghettini mit Klößchen von der Fenchelsalsiccia, Grappa und Lakritzhauch


Je schneller das Gericht, desto länger der Name!

Ich habe ja kurz überlegt, ob ich heute wirklich poste, was ich gestern gekocht habe. Da war nämlich mein Bruder zu Besuch und dieser leidet unter so vielen Allergien und Nahrungsunverträglichkeiten, da stößt man als liebende große Schwester ohne Vorbereitungszeit schnell an seine Grenzen. Ich wusste zwar, dass er kommt, dachte aber, erst am nächsten Montag. Höre ich da jemanden lachen? Ruhe jetzt! Setzen! Mir langt schon, was ich mir hier zuhause zu meinen Terminkollidierungen anhören muss. Immerhin stand ich nicht bei fremden Leuten vor der Tür, oder? P. spielt allerdings ernsthaft mit dem Gedanken, unter die Blogger zu gehen. Vorzugsweise unter dem Titel "Arthurs Tochter Kocht, Ihr Mann", um das Leben an meiner Seite aus seiner ganz subjektiven Sichtweise zu beschreiben. Unter Androhung von Entzug allen Essens und sonstiger Zuwendungen kann ich ihn bisher noch davon abhalten. Noch. Viel darf ich mir nicht mehr erlauben.

Hier auch nicht. Erst das Convenience-Huhn. Dann so´ne ordinäre Fleischwurst. Wenn ich dann noch mit Allergikeressen komme, vegetarisch und auch sonst so ganz ohne Spaß - da entzieht mir hier so mancher die Zuneigung, das weiß ich genau! Also schone ich Euch noch und schreibe davon vielleicht erst in den nächsten Tagen. 
Erzähle ich heute halt mal von etwas Schnellem, das trotzdem schön ist. Geht doch: 

Vom Lieblingsitaliener die Lieblings-Fenchelsalsiccia gekauft. Ungefähr viele Meter. Die geht nicht grammweise oder so, da würde ich mich an der Theke schämen mit so einer ungenauen Angabe wie "500 g bitte". Auch DIN-versessene Bloggerkolleginnen kämen da nicht weit mit ihrer Attitüde. Nee, da kann man nur so mit den Armen fuchteln, ungefähre Meterzahlen beschreiben, schauen, wie der Wurststrang durch die Hände des Verkäufers rast und irgendwann "Stopp" rufen. Dann geht man glücklich mit 3 kg Wurst nach Hause, braucht ein bisschen was fürs Abendessen und friert den Rest ein. Wenn man das ein paar Mal gemacht hat, braucht man eine größere Gefriertruhe. Oder überhaupt mal eine... *räusper*

Zuhause quetscht man kleine Klößchen aus der Wurst und brät sie in der Pfanne an. Rausnehmen und warmstellen. Fenchel in feine Streifen schneiden, in der gleichen Pfanne im Salsiccia-Fett andünsten, mit etwas Grappa oder Pastis ablöschen, einköcheln lassen, mit Sahne ablöschen, einreduzieren. Pfeffern und salzen, mit Lakritzpulver bestäuben. 
Die Klößchen zurück in die Sauce geben, durchschwenken. 
Gemeinsam mit Spaghettini anrichten. 
Und wenn man den Fenchel nicht blanchiert (das muss hier nicht sein), dann ist es auch noch total 
Und dass ich diesen Monat auch noch an einem Blogevent teilnehmen kann, das hätte ich selbst nicht gedacht!
Es geht wieder aufwärts.
Jedenfalls für die nächsten 3 Tage, dann wird es wieder stressig für mich. Aber wie heißt es so schön in unserer aller Lieblingsserie? "Heute ist nicht alle Tage, ich komm´ wieder, keine Frage!" Dumdidumdidumdumdum...

13.03.10

Rhoihessische Gemütlichkeit - Gebratene Fleischwurst mit Pü und glasierten Frühlingszwiebeln


Heimatküche Teil I


Mannomannomann, da habe ich ja ordentlich auf die Mütze bekommen, ob meiner convenience-Kocherei! 
Smileys
Werde es so schnell auch nicht wieder tun! Zumindest werde ich diese verpönten Sauereien nicht mehr veröffentlichen. Interessanterweise wurde aber gerade das Foto zu diesem Gericht von Rezeptebuch.com angenommen. Bilder, die ich auch für gelungen gehalten habe, und die dann noch zu viel schöneren Gerichten gehörten, wiederum... so kann´s gehen! ;)

Ich hoffe, mit dem folgenden Gericht komme ich bei Euch eher durch! P. hatte sich Fisch gewünscht, dazu ein schlotziges Risotto. Also düse ich nach Feierabend schnell in den Lieblingsedeka zu meiner Lieblingsfischverkäuferin. Natürlich NICHT HIERHIN!!! Aber da lag nichts, was mich lockte. Seelachs...brrrr.... Pangasius, der alte Schlammfresser....brrrrr.....Victoriaseebarsch.....grrrrrrr......
Aber wann widersetze ich mich denn schon mal den Wünschen des Herrn P.? Nur unter Zwang! *hüstel* Wenn er das hier liest, rollt er mit den Augen und schüttelt den Kopf. Das kann er gut. Gleichzeitig! Vor allem, wenn es um mich geht! ;)) 

Aber eine klitzekleine Entschädigung müsste es schon sein, wenn ich nicht mit dem gewünschten Essen aufwarten werde. Und womit mache ich als Nordlicht meinem rheinhessischen Gatten eine riesengroße Freude? Weck, Worscht, Woi. Um ihn zu erfreuen, habe ich mal beim Lieblingsmetzger d. V. einen Ring Fleischwurst für ihn gekauft. Dazu muss ich sagen, dass ich dafür extra 36 km fahren muss! Die Freude auf seiner Seite war begrenzt, denn ich hatte den Weck vergessen!!!! Himmel, wie kann man denn den Weck zur Worscht vergessen??? HALLO?
Notiz für mich selber: ich muss mal in Asche garen, habe so viel davon vom ständig aufs Haupt schütten!

Ich schweife ab...
Aufmüpfig wie ich bin (jetzt wird er mit den Augen rollen und dabei nicken!) dachte ich mir, mit so einer Fleischwurst muss man doch auch was anderes machen können. Sicher, warm und mit Karoffelpüree, dazu ein Berg Zwiebeln, das geht immer. Aber ein kleines bisschen feiner sollte es sein, auch wenn es schnell gehen muss.
Also wurde die Fleischwurst in Scheiben geschnitten und in Olivenöl sanft angebraten.
Raus aus der Pfanne und im Ofen warmgestellt. Etwas braunen Zucker und Wasser in die Pfanne gegeben und darin die Frühlingszwiebeln geschwenkt. Ein Kartoffelpüreee mit einem wie immer unanständigen Stück Butter zubereitet. 
Die Frühlingszwiebeln aus der Pfanne genommen, die Fleischwurst wieder hinein und mit etwas rhoihessischem Silvaner abgelöscht. Sahne dazu, einreduzieren lassen. Pfeffer, Salz, nicht mehr.
Junge, junge, was hat das Kind mit den Augen gerollt am Tisch. Das kann sie nämlich auch! Ihr seht, ich hab´s  nicht leicht! Das dazugehörige Kopfschütteln beherrscht sie ebenfalls.  "Was ist das denn? Was hast Du denn mit der Fleischwurst gemacht?"
Hat sich trotzdem ´nen Nachschlag genommen, die kleine Kröte. P. übrigens auch!
Abend gerettet!
Puh!
Und vielleicht schaffe ich es ja am Wochenende mal wieder "was Anständiges" zu kochen. Sonst heisst das hier bald "Arthurs Tochter murkst" ;)))

Nachtrag am 25.11.2010
Gutes darf gerne wiederholt werden:




10.03.10

Von der Schnelligkeit - Arthurs Tochter kocht (fast) convenience



Es gibt diesen fiesen Witz über Italiener, in dem wird gefragt, wie Du einen der ihren zum Schweigen bringst.
Die Lösung ist, ihm die Arme zusammenzubinden. (Peppinella verzeih mir!)
Wie bringst Du mich zum (virtuellen) Schweigen? Gib mir ein Telefon, mit dem ich im Netz alles machen kann, aber blockiere die java-scripts. Gleichzeitig verwehre mir den Zugang zum stationären Rechner. Das machst Du am besten dadurch, dass Du ihn im Zimmer meiner Tochter deponierst, die entweder schläft oder chattet, wenn ich gerne mit der anderen Seite der Welt Kontakt aufnehmen würde.
Das ist dann wie Tauseile um meine zarten Handgelenke!

Heute Abend gibt es eine winzig kleine Lücke. Ein Zeitloch gewissermaßen. 
Gegessen wurde Aufgewärmtes von gestern.
Damit habe ich bereits mindestens 45 Minuten herausgeschlagen. Dann laufen heute Abend auch noch die 
DH, die schenken mir wieder 45 Minuten plus Werbung, wobei ich währendessen aufopferungsbereit in den Schwaden eines Nagellackentferners sitze. Sollte ich also wirres Zeug schreiben - es liegt mitnichten am Wein! 
Auch muss ich zwischenzeitlich Ergüsse über die Unerträglichkeiten diverser Schulkameradinnen ertragen, sowie zu Religions- und anderen Lehrern und ihren Klausuren Stellung nehmen. Aber ich bin Frau. Und Mutter. Also so was von multitasking-fähig, diese Fähigkeiten gibt es sonst nur in geheimen CIA-Programmen. 

Aber die Zeit drängt, daher ganz schnell mein gestriges Abendessen. Keine Zeit zum gezielten Einkaufen, keine Zeit zum Kochen und müde war ich auch. Schnell nach Feierabend noch in den REWE. 
Dort habe ich Hähnchenkeulen gekauft. Völlig losgelöst vom dazugehörigen Huhn.
Aber es geht noch weiter!
Es gab noch Erbsen TK.
Und Geflügelfond AUS DEM GLAS!!!
Aber der Hammer: Fertig geputzte Champignons in Scheiben geschnitten. 200 g für € 1,99. So kannte ich das bisher nur aus dem Großverbraucher-Service.
Ingwer, fertig gemahlen.
Currymischung als Pulver.
Unglaublich! Wann hat es das das letzte Mal gegeben?
Muss Jahre her sein.
Aber es war am Ende ganz schön lecker und die Reste haben mir dann heute einen Teil des Zeitfensters beschert. 

Die Zubereitung in "Steno"
6 Hühnchenkeulen von allen Seiten gesalzen und gepfeffert und in Olivenöl knusprig angebraten.
Diese herausgenommen und  im Bratensaft die Champignons angeschwitzt. Hähnchen wieder rein in den Topf. Mit mindestens 10 cl Remy Martin abgelöscht und flambiert. Man, das gab eine Stichflamme! War´n büschn viel!
1/2 Flasche rheinhessischer grüner Silvaner obendrauf, noch mal 1 Liter Geflügelfond hinterher.
Auf kleiner Flamme köcheln lassen. Ca. 30m Minuten.
Mit Ingwerpulver, Currypulver, Zitronengras, braunem Kandis, Chili und Orangen-Chili-Salz würzen.
Sogar die Haut habe ich an den Keulen gelassen. Ich bin ja sonst strenger Verfechter der These, dass dieses Schlabberfett ab muss, wenn man Huhn schmort und nicht brät. Aber manchmal ist das nur eine ganz schlechte Ausrede dafür, dass ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit diese Schlabberhaut abfiesel und mir gierig in den Mund stopfe. 
Ich bin unterzuckert!

Zum Schluss habe ich 2 kleine Packungen TK-Erbsen hineingeschüttet und die Sauce mit Mehlbutter gebunden. Ach ja, 200 g Sahne gab es auch noch. 
Dazu gab es Reis. 
Ein paar Rettichsprossen noch als Deko. 
Lecker war das. Schnell ging es, bzw. hat sich von fast alleine gemacht. In der Zeit konnte ich den Rest des Weines trinken, mit dem ich gekocht habe. Und noch eine Flasche mehr, als das Essen fertig war. Hicks!
Nicht schnell genug für Cucina Rapida, aber mit der kurzen Schmorzeit schon eine ganz schöne Herausforderung für mich, die sich gerne auf die 32 Stunden-Gerichte konzentriert. 
Und ich muss mich auch eilen! Die DH sind vorbei. Ich hoffe auf  Vampire Diaries oder "ich geh jetzt mal duschen", sonst muss ich hier in spätestens zwei Minuten verschwunden sein. 
Und ausserdem brauche ich auch endlich mal wieder Zeit, um bei allen anderen nachzulesen und virtuell nachzuschmecken, was so in den letzten Wochen passiert ist. 
Also, gebt acht! Ich komme mit Karacho um die Ecke gefegt. Jetzt!
Wenn man (sie) mich lässt...

07.03.10

Arthurs Tochter on stage - Cebit 2010 - webciety Podiumsdiskussion



War Euch schon einmal langweilig? Mir noch nie. Gerne würde ich dieses Gefühl mal erleben, von dem so viel erzählt wird. Wie muss das wohl sein, einfach nicht zu wissen, was man mit seiner Zeit anfangen soll. Aber mal ehrlich - unter uns Bloggern dürfte es eher weniger verbreitet sein, oder?
Und so wißt Ihr alle sicher von ganz alleine, dass ich viele tolle Sache erlebe, auch wenn ich mich zur Zeit nicht so oft wie gewünscht hier zu Wort melden kann. 
Zum neuen Job kommen  auch viele private schöne Erlebnisse und Aufregungen, von denen die Besuche bei fremden Leuten an falschen Tagen lediglich die Spitze des berühmten Eisberges sind. :)

Ich bekam eine Einladung zur Cebit. Podiumsdiskussion bei webciety zum Thema "Lebensmittel, Genuss und web 2.0"
Hä?
Aber die kleine Rampensau in mir war sofort wach und knuffte mich an. "Mach doch mal, ist doch spannend, kommste getz ins Fernsehn?"
Nee, menno, denkt doch mal nach. Thema web 2.0. Verstehtse? Wer guckt denn da noch Fernsehen? Sowas wird mittlerweile per livestream übertragen. Dann kommt es in ein Videoarchiv und wartet darauf, von einem web-zwei-punkt-null oder vier-punkt-irgendwas-freak  irgendwann einmal angeschaut zu werden.
Uiiiuiiiuii, wenn das der Sascha Lobo liest! Der war nämlich vor mir dran und hat durch seine riesengroße Fangemeinde und den "Klebenbleibeffekt" (den kennen wir doch von Pro7 und so, *gähn*) dafür gesorgt, dass Arthurs Tochter ein großes Publikum hatte. 
Arthur selbst war natürlich stolz wie Bolle! Und P. erstmal!  Der wusste wieder mal nicht wie ihm geschah und begleitete mich trotzdem. Aber es war wenigstens der richtige Termin, diesmal! :)
So fuhren wir also am Freitagabend nach der Arbeit nach Hannover, übernachteten dort und fuhren am nächsten Morgen aufs Messegelände. Dort traf ich mich mit einer Handvoll fremder Menschen, mit denen ich kurze Zeit später einen 50 minütigen Auftritt auf der Podiumsbühne absolvieren sollte. Irgendwann ging es Schlag auf Schlag, mir wurde ein Mikrofon in die Hand gedückt - und hoppla, schubste mich da etwa jemand in Richtung Bühne? 
So. Da stand ich dann also und sollte etwas zum Thema sagen.
Trotz aller Aufregung im Vorfeld wurde es eine schöne Diskussion auf der Bühne, die P. voller Stolz in ganzer Länge gefilmt hat. 
Diesen Film zu schneiden, der immerhin 45 dauert, und hier einzufügen, benötigt viel Zeit und Schnittfertigkeiten. Dinge, die ich nicht besitze. Aber die kleine Vorstellungsrunde habe ich schon einmal rausgeschnitten und hochgeladen, so dass Ihr einen kleinen Einblick bekommen könnt. Den Rest muss ich in den nächsten Tagen nach und nach bearbeiten.
Ihr könnt derweil schon einmal raten, wer von den Teilnehmern auf der Bühne ich bin. ;)
 
Und nachdem der Talk beendet war, haben wir uns ins Auto gesetzt, sind 450 km gefahren und waren mit Punktlandung um 19.30 bei Tin - diesmal am richtigen Abend. Das war ganz wundervoll, lukullisch und inspirierend. Leider war ich so müde, dass mir noch vor dem Käseteller der Kopf auf die Tischplatte zu knallen drohte. So mussten wir leider etwas früher als geplant und vor allem als die Standheizung programmiert war, nach Hause aufbrechen. Ein spannendens, aufregendes Wochenende. 
Und von meinem Beitrag zu einem Kochbuch erzähle ich Euch dann demnächst...