Bob Marleys melodiegewordener Stoßseufzer einer ganzen Männergeneration.
Warum ich das erwähne? Nun -
- passt jamaikanische Musik heute so schön zu unserem Essen
- hatte P. am Samstagabend mit Sicherheit diesen Song im Ohr
- Auch wenn er das gar nicht weiß
- Warum?
- Das erzähle ich Euch jetzt
- Vorsicht - lang!
- Muss aber sein, wer sonst so viel "babbelt", muss
- reinhauen, wenn er sich wieder meldet
- ODER???
Früher war
- alles besser!
- "hatten wir ´nen Kaiser", würd´ mein Opa jetzt sagen
- wurde "Besen" noch mit "U" geschrieben (würde mein Onkel jetzt sagen)
- hatte ich Brieffreundschaften
- wer schreibt denn heute noch Briefe?
- gibt es mails
- wie nennt man diese "Freunde" jetzt?
- email-Freunde? facebook-Bekanntschaften? Foren-Kontakte? Blogger-Kollegen?
Kleiner Exkurs - am Freitag war ich mit Martin Zwick von Berlin Kitchen zu einer ganz großartigen Weinprobe bei Battenfeld-Spanier eingeladen. Kann bei Interesse hier nachgelesen werden.
Dort wurden wir prompt gefragt, woher wir uns kennen. Als wir antworteten "aus dem Internet", dachte ich nur, boah, wie billig das klingt. Auch ganz ohne nullhundertneunzignummer.
New social life.
Eine weitere sehr nette Bekanntschaft pflege ich sein Monaten zu JordiTin aus dem Chefkoch. Wir wissen schon lange von einander, dass wir nicht weit auseinander wohnen und uns wohl auch außerhalb des geschätzten Weinforums viel zu erzählen hätten.
Und so habe ich mich sehr gefreut, als mich vor einigen Tagen eine Rundmail von ihr erreichte, mit der sie uns und noch ein paar andere nette Menschen zu einem vergnüglichen Wein-, Essen- und Spaßabend zuhause eingeladen hat.
Mit P. im Gepäck, den ich immer noch mehr liebe für diese Großmütig- und Abenteuerlustigkeit, mit der er meine Verabredungen "erträgt", standen wir um 20.00 h bei wildfremden Leuten vor der Tür, geschniegelt und gebügelt, wie man das so macht für den ersten Eindruck. Freuten uns und waren auch ein wenig aufgeregt und erwartungsfroh, ob der Menschen und Situationen, die uns ereilen würden an diesem Abend.
Treppe also hoch, Gastgeberin gedrückt, einem etwas unverständlich konsterniert blickendem Gastgeber das Weingeschenk in die Hand drückend, eroberte ich den Wohnungsflur.
Still war es.
Keine Musik.
Keine anderen Menschen.
Ich begriff nicht.
Hinter mir sagte die Gastgeberin ganz lieb: "5. März"
Haha, muss ich sie gleich mal fragen, was sie damit meint.
Sie sagt wieder: "5. März"
Ich stehe bereits im Wohnzimmer und weiß immer noch nicht, wovon sie redet.
Hinter mir gehen bei P. alle Laternen auf und er denkt ... (das möchte ich hier nicht wiederholen)
Ich fange an, zu begreifen.
Nein, ich will das nicht verstehen, das kann doch wohl nicht wahr sein!
Der Gastgeber sagt, "naja, wenn Ihr schon mal da seid, wir kochen Probe für den 5., kommt halt rein"
Ich bete um den sprichwörtlichen Abgrund, der sich auftun möchte.
Die Erde hält still und so ergreife ich das rettende Glas Crèmant.
Was soll ich sagen? Es wurde ein geiler Abend! Spontan, verkehrt, verrückt, jenseits aller Konventionen haben wir uns lange nicht mehr so köstlich amüsiert.
Nachts um halb eins, als P. und ich nach Hause fuhren, lachten wir immer noch.
Und was haben wir nett zu erzählen am 5. März, wenn die anderen auch alle kommen...
So. Jetzt kennt Ihr den P.-Grund für den Song.
Aber nun endlich zum Essen.
Karibisch. Könnte auch jamaikanisch sein.
Siehste! Darum:
Ein Rezept von Eline, aka chefpastinake. Und ihr bin ich wirklich etwas schuldig! Nach meiner Geflügelsuppe, die so abseits war von allem, was sie im Rezept angegeben hatte, wollte ich dabei bleiben. An der Rezeptur. An jedem kleinen Arbeitsschritt. Grammgenau wollte ich meine Ente haben. Teelöffelakkurat die Gewürzmischung.
Was soll ich sagen?
GELUNGEN, Eline! Was sagste dazu!? :))) meine vorgenommenen Abweichungen haben vernachlässigbare Winzigkeit!
Hier ihr Rezept aus dem CK:
- 1 Ente, ca. 2, 5 kg
Für die Marinade:
- 4 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 1 TL schwarzer Pfeffer
- 1 TL Piment
- 1/2 TL Macis
- 1/2 TL Kreuzkümmel
- 1 TL Oregano, getrocknet
- 1/2 TL Paprikapulver, mittelscharf
- 1 TL Orangenschale, frisch gerieben
- 2 TL Salz
alle Mengenangaben für die Marinade habe ich 2 x zubereitet, weil sie für meine Ente nicht gereicht haben.
Für die Sauce:
- 2 Schalotten, gehackt
- 250 ml weißer Portwein
- 125 ml frisch gepresster Orangensaft
- 250 ml Geflügelfond
- 80 g eiskalte Butter zum Binden
- 125 ml brauner Rum (jamaikanischer) zum Flambieren
- Erdnussöl und Butter zum Braten und Einölen
Die Ente waschen und trocknen. Die Gewürze für die Marinade fein mörsern und mit Erdnussöl zu einer geschmeidigen Paste rühren.
Mit dieser die Ente dick von innen und außen bestreichen und fest in Alufolie wickeln. Mindestens 3 Stunden marinieren. Etwas der Marinade für die spätere Sauce zurückhalten.
Bei 220°C auf den Fettrost setzen, (immer etwas Wasser darunter halten), nach 30 Minuten auf 180°C runterschalten. Pro kg ca. 1,5 Stunden braten. Noch ca. 30 Minuten im ausgeschalteten Ofen ruhen lassen.
Den Bratensaft entfetten.
Die Sauce:
Die Schalotten in Butter glasig schwitzen, den Portwein angießen, einreduzieren. Dann Geflügelfond und Orangensaft zugeben, weiter stark reduzieren. Einen Teil des Bratensaftes und der Marinade zugeben, weiterkochen, passieren und abschmecken. Mit eiskalter Butter binden.
Die Ente auswickeln, zerteilen, die Marinade etwas abstreifen, unter dem Grill knusprig braten und mit dem Rum flambieren.
Außer der Verdopplung der Marinadenmenge habe ich folgende winzig kleine Abweichung vorgenommen:
Aus dem Hals und den Innereien der Ente habe ich einen Fond gekocht, der zur Zubereitung der Sauce verwendet wurde.
Als Beilage gab es außer den empfohlenen Bohnen mit Reis ein Kompott aus Ananas und Blutorange, das ich mit braunem Zucker, einer halben Zimtstange, Macis und Chili säuerlich scharf eingekocht habe.
Schwarze Bohnen hatte ich keine, ich verwendete Azuki. Reis und Bohnen wurden ebenfalls mit dem Fond abgeschmeckt.
Beim nächsten mal versuche ich die Variante mit Süßkartoffelpüree, Reis mit Bohnen fanden wir alle ein wenig langweilig.
Aber das Fleisch war ein Gedicht. Saftig und zart, mit einem feinen Rumgeschmack.
Mitten in den Schneeresten ein Hauch von karibischem Sommer in Rheinhessen. Danke dafür!
Und kleiner Tip - wenn Ihr uns einladet, bitte hinterlegt das Datum in Rot und Fett! :))
Und kleiner Tip - wenn Ihr uns einladet, bitte hinterlegt das Datum in Rot und Fett! :))
Ansonsten müsst Ihr ständig mit uns rechnen!
