Vom Missgeschick... Süßkartoffelgnocchis


Das Schnitzel
Ein Mensch, der sich ein Schnitzel briet,
Bemerkte, dass ihm dies mißriet.
Jedoch,da er es selbst gebraten,
Tut er, als wär es ihm geraten,
Und, um sich nicht zu strafen Lügen,
Ißt er´s mit herzlichem Vergnügen.
Eugen Roth
                                                                                                                                                                    
Ich habe es mir geschworen - wenn mal so richtig was daneben geht, dann blogge ich es auch. Und begebe mich mit Euch in die Ursachenforschung. Letztes Jahr sind mir Kürbisgnoccis (nach einem Rezept von Dieter Müller) kolossal daneben gegangen. Zu meinem (und Eurem ;) Glück gab es damals diesen Blog noch nicht)

Also, folgendes Rezept für Gnocchis hatte ich zurhand: (von Cornelia Poletto)
1 kg mehlig kochende Kartoffeln
75 g Kartoffelmehl
150 g Mehl
3 Eigelb
Salz, Pfeffer etc.

Ich hatte ungefähr 950 g Süßkartoffeln, die ich im Ofen in Alufolie gewickelt habe garziehen lassen. Dann ließ ich sie ausdampfen und habe sie durch eine Kartoffelpresse gegeben. Dazu gab ich dann 70 g Stärke, 140 g Mehl und die 3 Eigelbe. Der Teig klebte wie Bolle und war sehr flüssig. So habe ich nach und nach Mehl dazugegeben, auch noch etwas Stärke und weil es am Ende so viel Mehl war, auch nochmal 2 Eigelb. Da war mir aber eigentlich schon klar, dass das nix wird. Der Teig wurde und wurde einfach nicht geschmeidig und formbar.

Am Ende habe ich dann doch einen kleinen Strang gerollt und meine Gnocchis versucht. Habe sie in siedendem Wasser ziehen lassen und dann in einer Pfanne in Salbeibutter geschwenkt. Die war im übrigen wenigstens sehr lecker (klitzekleiner Trost), aber die kann ja auch ein Dreijähriger. - Also die Butter natürlich, nicht die Pfanne. ;) Aber die Gnoccihs waren wie Gummibälle. Völlig ungenießbar! Sie und der Rest des Teiges gingen dann sehr schnell den Weg allen Irdischens...

Jetzt war ich doch kurz davor mir endlich mal ein Raviolibrett und auch eine Nudelmaschine zu kaufen und schon werde ich ausgebremst. Alles was mit Teig zu tun hat, will mir nicht so recht gelingen. Vielleicht bin ich nach den leckeren Maultaschen neulich doch übermütig geworden?

Was habe ich wohl falsch gemacht, ich würde es gerne mal wiederholen und Üben! Üben! Üben!
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Arthurs Tochter

Kommentare :

  1. Wenn ich so nachdenke was mir schon so alles daneben ging dann sind deine Gnoccis noch Traumhaft gelungen :-)

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  2. oh, ich habe vergessen hinzuzufügen, dass sie wie Gummi geschmeckt haben, ich habe sie sogleich wieder ausgespuckt. Nee nee, die waren wirklich Murks. Werde das gleich mal im Post deutlich machen, das habe ich ja total vergessen...

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  3. Ich weiß nicht, ob es allein an der Verwendung von Süßkartoffeln liegt, aber das Rezept erscheint mir ohnehin etwas "suspekt". ;-)
    Ich hatte mich all die Jahre mehr oder weniger an das Rezept aus der "echten Italienischen Küche" gehalten und verwende neben (Pell-)Kartoffeln nur etwas (selbstgemahlenes Dinkel-) Mehl, Salz, Pfeffer und geriebenen Pecorino.
    Interessanterweise ist der Teig mit dem selbstgemahlenen Mehl noch leichter zu verarbeiten als mit gekauftem Mehl.
    Was sich in früheren (unfreiwilligen) Experimenten als tödlich erwiesen hat, ist die nachträgliche Zugabe von Salz in den Teig, falls man es anfangs vergessen hatte. Dann wird aus dem Teig eine klebrige Pampe, die nicht mehr zu verarbeiten ist - so in etwa, wie bei Deinen Süßkartoffelgnocchi. :-)

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  4. wenn Du die Süsskartoffeln im Ofen eine zeitlang auf einem Kuchengitter liegend, bei 120°C in Umluft antrocknest, sind sie weniger nass. Zuviel Ei macht sie zäh.

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  5. Ach Mensch, erst heute nachmittag hab ich ein Rezept für Kürbis-Kräuter-Gnoccis studiert. Aber nach deinem Bericht und der Unzufriedenheit meiner Familie mit dem heutigen Mittagessen, muss ich wohl Experimente vorerst zurückstellen.

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  6. Au weia, Gnocchis scheinen ja bösartige Gesellen zu sein.

    Mir ist das Gleiche auch schon mal mit "normalen" Kartoffeln passiert. Einmal waren die Gnocchi ganz hervorragend und einmal sind sie mir genauso missglückt wie von Dir beschrieben. Beide Male war es dasselbe Rezept, dieselbe Kartoffelsorte, derselbe Händler.

    Ich bin kein Chemiker aber ich vermute, dass die Stärke aufgrund unbekannter Parameter verschieden reagiert...

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  7. hmmm das ist sehr Schade AT.... ich finde da ist sehr viel Mehl drin.... ich muss mal meine Rezepte vergleichen... schade. Ich glaube nicht das es an den Süßkartoffeln liegt sondern ich glaube eher an der Stärke und Flüssigkeit. In mein Rezept kommt nur 1 Eigelb rein. Ich hoffe Eline hilft uns hier weiter...

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  8. Schade AT. Das ist immer ärgerlich, wenn so etwas nicht gelingt. Ich habe mal ein bisschen bei mir gewühlt und da ist mir aufgefallen, dass zu den Süßkartoffelgnocchis oft noch eine normale Kartoffel gegeben wird und dafür weniger Mehl und Ei als bei Dir verwendet wird. Aber ausprobiert habe ich das auch noch nicht.

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  9. Eline mag ja Gnotschi nicht ;-) - ich finde nur ganz selten welche, die nicht "gatschig" oder am Gaumen klebend sind. Ich vermute mal stark, dass es an den Süsskartoffeln lag, die ja keine Kartoffeln sind.Mit Süsskartoffeln sollte man Gnocchi so ähnlich wie mit Kürbis zubereiten, das hilft dir auch nicht weiter, denn die gingen ja auch schief, oder?
    Lamiacuccina hat sich intensiv mit Gnocchiteig beschäftigt, seine Rezeptur klingt sehr vertrauenswürdig. Weniger Ei, mehr Kartoffelmehl, nur kurz kneten, sonst fängt der Teig zum "Laufen" an, würde ich mal sagen. So machte meine Oma und tausende andere Mühlviertler Bäurinnen die Gnocchi-Verwandten: Erdäpfelnudeln, das waren die Pommes meiner Kindheit:
    kalte, frisch in der Schale gekochte Sauerdäpfel (sehr mehlige) am Brett mit der Gabel zerdrücken, griffiges Mehl drüber streuen, eventuell 1 Eigelb dazu, etwas Salz, eventuell 1 EL Kartoffelmehl. Ganz rasch mit den Händer verkneten, dann durften wir Kinder ans Werk und die Nudeln "wutzeln". Die wurden entweder sehr klein gemacht und gekocht, dann kamen sie mit viel zerlassener Butter und gequetschtem Mohn als Mohnnudeln auf den Tisch oder sie wurden in Schmalz knusprig gebacken und mit Sauerkraut oder Kompott gegessen. Ich mache sie immer noch gerne als Beilage zu winterlichen Geflügelgerichten ....

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  10. Ich sage mal so:
    Zuviele Eier, 1 Ei reicht völlig aus!
    Den Kartoffelteig nur ja nicht wild kneten oder gar rühren, das wirkt dann wie Kleber! Schön locker mit einer Gabel das Mehl unterrühren und dann leicht zu Teig formen.
    Und: Ich würde die Süßkartoffeln etwas erkalten lassen, vielleicht schon am Vortag garen, damit sie nicht mehr so viel Flüssigkeit speichern. Ich weiß aber auch nicht wirklich genau, wie sich Süßkartoffeln verhalten, habe bisher nur "normale" KartoffelGnocchi gemacht.

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  11. Vielen, vielen Dank für Eure guten Ratschläge! Wenn ich mal zusammenfassen darf:
    Es war zuviel Ei.
    Die Kartoffeln waren definitiv zu feucht.
    Etwas mehr Kartoffelmehl.
    Vielleicht noch eine "echte" Kartoffel dazu.
    Ich habe viel zu viel geknetet. Erst mit der Maschine und dann mit der Hand.

    Alles das werde ich beim nächsten Mal berücksichtigen.
    @Oliver: selbstgemahlenes Mehl - hmm...hast Du nicht vor Jahren mal meine Getreidemühle bekommen? ;) Und gibst Du den Pecorino direkt in den Teig? Mein letztes Gnocchi-Mal bei Dir liegt schon Jahre zurück! Aber ich weiß noch, wie lecker sie waren!

    Ich vertiefe mich jetzt mal in die Rezepturen von Lamiacucina und die von unserer "Süßkartoffelspezialistin" Alissa.
    Vielleicht bekomme ich dann sogar mal "Gnotschis" hin, die Eline schmecken würden, weil sie nicht kleben und nicht "gatschig" sind. ;) btw. "gatschig" ist mein neues Lieblingswort!

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  12. Gatschig ist die negative Entsprechung zu schlotzig ;=)

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  13. Nein, Du hast zwar vor Urzeiten einmal nebenbei erwähnt, daß Du irgendwo noch eine übrig hättest, dann habe ich mir aber vor 3½ Jahren eine KoMo gegönnt - ich hatte ja Ambitionen von wegen selber Brot backen und so. :-)
    Ich weiß aber schon, was wir zusammen kochen bei Deinem nächsten Besuch!

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  14. Ach so, ganz vergessen: Ja, den geriebenen Käse direkt von Anfang an in den Teig!
    Eier habe ich noch nie verwendet.

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  15. Ich bin mir sicher, es lag an der Salbeibutter. Hättest du das Blättchen doch einfach nur frittiert! Tststs ... Dicker Kuss, Kiki

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  16. ja Kiki, ich bin mir sicher, Du hast Recht! Wie konnte ich da nur nicht selber darauf kommen! *gg*

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Danke für Deinen Kommentar, der schnell freigeschaltet wird, so er höflich und respektvoll ist und nicht anonym abgegeben wurde. Mein Blog ist kein Diskussionsforum für anonyme Netz-Misanthropen, sondern ein Geschenk an meine Leserinnen und Leser.

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