Für P. - Gebackene Apfelküchlein mit Preiselbeereis und Portweinsabayon

Gestern hat bei uns zuhause eines dieser neuen Spielzeuge mit dem angebissenen Apfel Einzug gehalten. Nicht nur, dass ich wie festgenagelt zuhause rumsitzen musste, um nur ja nicht den Postboten zu verpassen - nein, da hieß es dann heute morgen auch noch, "Schatz, heute aber was mit Äpfeln!"

Als wäre nicht genug zu tun, seufz... Die letzten Dahlienzwiebeln wollen ausgegraben und in die Sonne zum Trocknen gelegt werden, Geburtstagsgeschenke müssen besorgt, Hemden gebügelt und Lebens- und Genussmittel eingekauft werden. Zum Glück sind wir am Wochenende eingeladen...

Äpfel also. Was mit Apfelwein? Nö, den mag ich ja gar nicht - bin wohl zuviel in Frankfurt gewesen in der letzten Zeit. Ein Getränk vom Wochenend-Workshop, das sich großspurig von den Franken "Apfelchampagner" nennen läßt? Kommt mir nicht über die Tastatur!

So ganz spontan rudere ich zurück in die legendären 80er, denke an das Zuckerwasser in meinen Haaren, an pinkfarbene Neonröhren und Kunstpalmen in hochglanzgestylten Bars. Und wer ließ uns damals funky mit den Füßen wippen und den frisierten Köpfen nicken? Richtig! Kajagoogoo!
Die geben übrigens tatsächlich am 17. September 2009 in Liverpool ein Konzert. Ehrlich, wenn es nur ein bisschen näher wäre - ich würde hingehen. Immerhin haben sie sich nach 25 Jahren in der Originalbesetzung zusammengefunden. Auch der furiose Nick Beggs ist dabei, der in den 80ern den Chapman-Stick bekannt machte und damit die Mädels bei Peter Illmans Formel Eins vor dem Fernseher vibrieren ließ. Gerade jetzt läuft bei mir reminiszenzerweisend "Big Bubbles, No Troubles" von seinem Ausflug bei Ellis, Beggs & Howard.

Da das Alter milde stimmt und die eigene und die Vergangenheit anderer etwas größzügiger betrachten lässt, habe ich inzwischen Limahl seinen peinlichen Fehltritt mit der Titelmusik zur Verfilmung der "Unendlichen Geschichte" verziehen. So peinlich kann es werden, wenn man als Künstler in die Hände Giorgio Moroders gerät. Aber er war jung und... ;) Anschließend konnte er sich die Anzüge des anderen Giorgio spielend leisten. Nicht überliefert ist, was der wohl immer zu seiner Frisur gesagt hat. Ich sag nur "Zuckerwasser", da weiß ich, wovon ich spreche! Limahl heißt übrigens richtig Chris Hamill, sein Künstlernahme ist ein Anagramm des Nachnamens.

Neben dem vibrierenden "to shy" war für mich der größte Song, den Kajagoogoo jemals geschrieben und einer der großartigsten, den die 80er hervorbrachten:

Big apple - live gespielt bei Thommy´s Popshow 1983 - als Sänger Nick Beggs, Limahl war zu der Zeit schon ausgestiegen und versuchte sich solo.

Das Video

Und weil mir natürlich der Wunsch meines Liebsten Befehl ist, gibt es heute ein Rezept mit Äpfeln und viel Zucker (ohne Wasser)!

Morgen mach ich dann wieder was ich will...







Das Eis:
  • 250 g Sahne
  • 120 ml Milch
  • 6 Eigelbe
  • 3 TL Zucker
  • 250 g kaltgerührte Preiselbeeren


Die Sabayone:
  • 50 ml roter Portwein
  • 100 ml Apfelsaft
  • 2 Macisblüten
  • 1 Stück Orangenschale, unbehandelt
  • 2 Eigelbe
  • 2 TL Zucker
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 - 2 EL geschlagene Sahne


Die Apfelküchlein:
  • 2 Äpfel
  • 50 g Puderzucker
  • 3 cl Calvados
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 Prise frische Muskatnuss
  • 60 g Zucker
  • 1 Msp. gemahlener Zimt


Der Backteig:
  • 1 Ei
  • 1 Eigelb
  • 1 TL Distelöl
  • 75 g feines Weizenmehl
  • 75 ml Weisswein
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Eiweiß
  • 1 TL Zucker
  • 1 l Öl und weiteres Mehl zum Ausbacken

Das Preiselbeereis:
Die Sahne mit der Milch aufkochen. Die Eigelbe werden mit dem Zucker schaumig gerührt und in die kochend heiße Sahne-Milch Mischung gegeben. Im heißen Wasserbad während ständigen Rührens "zur Rose abziehen". Durch ein feines Sieb passieren und die Preiselbeeren unterrühren. Entweder in die Eismaschine geben oder aber - wie ich es immer mache - auf Eis schnell abkühlen lassen, in den TK stellen und dann alle 20 min durchrühren, damit sich keine Kristalle bilden, bis die Masse gefroren ist.

Portweinsabayon:
Den Portwein mit Apfelsaft, den Macisblüten und der geriebenen Orangenschale in einem Topf aufkochen und auf ca. 60 ml einreduzieren lassen. Die Eigelbe mit dem Zucker schaumig schlagen. Die Portweinreduktion dazu geben und auf einem Wasserbad zum Sabayon aufschlagen.

Wenn die Sabayon fertig ist, vom Wasserbad nehmen und weiter schlagen, bis es abgekühlt ist. Etwas Zitronensaft dazu geben und die Sahne unterheben.

Als Tipp:
die Reduktion kann wunderbar vorbereitet und kurz vor der Zubereitung des Desserts einfach wieder erhitzt werden.

Apfelküchlein:
Die Äpfel schälen, mit einem Ausstecher das Kerngehäuse herausholen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Den Calvados mit dem Puderzucker, Zitronensaft und der Muskatnuss verrühren und die Apfelringe darin marinieren. Zucker und Zimt auf einem tiefen Teller vermischen.

Backteig:
Ei, Eigelb, Mehl, Öl, Weißwein, Salz und den Vanillezucker zu einem Teig verrühren und 30 Minuten quellen lassen. Das Eiweiß mit dem Zucker steif schlagen und unter den Teig heben.

Zum Ausbacken reichlich Öl in einer tiefen Pfanne erhitzen auf ca. 170°. Die Apfelscheiben trocken tupfen, mehlieren, durch den Backteig ziehen und im heißen Fett goldgelb ausbacken. Auf Küchenpapier entfetten und in der Zucker-Zimt-Mischung wälzen.

Alles zusammen auf einem Teller anrichten, wobei ich die Sabayon extra reiche, damit der Backteig nicht aufweicht.
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Arthurs Tochter

Kommentare :

  1. Super lecker, perfekt zubereitet, ich hoffe Du wirst dafür auf Händen getragen :-).

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  2. vielen Dank,hannes, ich kann mich nicht beschweren ;)

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  3. awesome blog, do you have twitter or facebook? i will bookmark this page thanks. peace maria

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Danke für Deinen Kommentar, der schnell freigeschaltet wird, so er höflich und respektvoll ist und nicht anonym abgegeben wurde. Mein Blog ist kein Diskussionsforum für anonyme Netz-Misanthropen, sondern ein Geschenk an meine Leserinnen und Leser.

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